APULIEN – Vom „Sporn in die Ferse“ Italiens

Reisebericht

APULIEN – Vom „Sporn in die Ferse“ Italiens

Reisebericht: APULIEN – Vom „Sporn in die Ferse“ Italiens

Entscheidet man sich zu einer Reise nach Italien, so ist es meist die Frage, soll man in die
Toskana, nach Rom, an die Amalfiküste oder gleich nach Kalabrien, auf die Äolischen Inseln (Stromboli) oder doch nur ans Meer fahren ? Für uns stellten sich diese Fragen nicht, der Entschluss stand fest.
Durch zahlreiche Besuche in vielen Provinzen Italiens ist immer eine Provinz am Rande „liegen“ geblieben, nämlich die Provinz Apulien. Demzufolge beschlossen wir, in diesem Jahr durch Apulien, also vom „Sporn“, in die „Ferse“ Italiens zu reisen.

12 Tage Zeit, um die beeindruckende Landschaft zu erleben, historische Städte, aber auch kleinere Ansiedlungen, deren interessante Geschichte oftmals bis in die Antike und ins römisches Zeitalter zurückreicht, zu besuchen.
Unser besonderen Ziele waren dabei „Castel del Monte“ von Stauferkönig Friedrich II und natürlich die „Trullis“ in Alberobello und Locorotondo, von denen wir uns schon im Voraus tolle Motive erhofften.

Seite 1 von 2

"Castel del Monte" (1240)



Flug von Wien nach Rom-Fiumicino

..über den Wolken, mag die...

Informationen zum Bild anzeigen Bildinformationen anzeigen

Der Flug von Wien nach Rom, eine Angelegenheit von etwas mehr als einer Stunde, verlief ruhig und schon bald erkannten wir die Hügellandschaft um Rom unter uns.
Die Gepäckentnahme ( wir wussten das schon aus früheren Ankünften ) dauert in Fiumicino immer etwas mehr als 30 Minuten.
Also stellte sich meine Gattin und die mitgereisten Freunde am „Kofferband“ an, ich selbst „huschte“ sofort rauf zur Mietwagenfirma und war durch diesen „Trick“ der erste am Schalter.
Wie schon die Jahre vorher haben wir wieder bei der gleichen Firma ( eine sehr empfehlenswerte ) unser Fahrzeug gemietet. Entgegen vieler „Gruselstorys“ ( siehe dazu diverse Bewertungsportale ) ist diese Gesellschaft rasch, freundlich und die Anmietungen klappen vorzüglich ( deren AGB sind übersichtlich und müssen vor Ort dazu keinerlei neue Kosten bezahlt werden – im Gegensatz zu vielen anderen Vermietern hier ).
Nach ca 40 Minuten kamen Gattin und Freunde, hinauf zum Parkdeck, wo wir sofort unser fast neues, geräumiges Fahrzeug übernahmen.
Wie gewohnt verlief die Übernahme in schon freundschaftlicher Atmosphäre.



Im Landeanflug auf Rom/Fiumicino



Caserta wird erreicht

...im Palast von Caserta...

Informationen zum Bild anzeigen Bildinformationen anzeigen

Auf unserer Fahrt nach Apulien beabsichtigten wir gegen Mittag den ehemaligen Königspalast, „La Reggia di Caserta“, in Caserta zu besichtigen.

Obwohl noch prachtvoll in seinem Aussehen anhand von schönen Bildern dargestellt, ist dieser Bourbonenpalast aus 1750 heute eine dem Verfall preisgegebene Anlage. Der Vorgarten zum Hauptgebäude völlig verwahrlost ( an den Strukturen konnte man ehemalige Blumenanlagen erkennen ), der Zugang von Straßenhändlern belegt, das Hauptgebäude in seiner Erscheinung völlig ungepflegt, die Räume alle fast leer und verstaubt. Schade um dieses einstmals prächtige Schloss.



"Reggia di Caserta"



...gemütliche Besichtigung....

Informationen zum Bild anzeigen Bildinformationen anzeigen

Trotzdem mieteten wir im riesigen Park eine Pferdekutsche und machten damit eine Rundfahrt in der großen Anlage. Überall waren dabei die Spuren einer „alten Pracht“, ehemalige Blumenanlagen und einige Brunnen zu sehen, welche jedoch schon lange nicht mehr renoviert wurden.



"Nymphen" am Brunnen im Park von Caserta



"Wasserspeier"

Informationen zum Bild anzeigen Bildinformationen anzeigen

Unsere einhellige Meinung, ein Besuch dieses ehemaligen „Herzeige -Schlosses“ lohnt nicht mehr.
So fuhren wir rasch weiter ( auch in der Stadt herrschen chaotische Verkehrsbedingungen ) und waren froh, bald wieder auf der Autobahn in Richtung Bari unterwegs zu sein. Unser abendliches Ziel war Bisceglie, ein Küstenort in der Nähe von Bari.



Im Garten von "Reggia di Caserta"



... einsam in Richtung Bari...

Informationen zum Bild anzeigen Bildinformationen anzeigen

Im Zuge einiger kurzer Aufenthalte gelang es uns auch die uns begleitende, liebliche Landschaft mit unseren Kameras festzuhalten. Wir hatten dabei den Eindruck auf einer „Privatautobahn“ unterwegs zu sein, da oft über lange Strecken kein anderes Fahrzeug zu sehen war. Aber wir genossen diese „Einsamkeit“, kommt ja nicht oft vor in Italien.
Schon lange vor dem Erreichen der Küste konnten wir das Meer vor Bari erkennen. Am späteren Nachmittag erreichten wir Bisceglie und in weiterer Folge, dank unseres „Navis“, schnell auch das Hotel. Der Empfang war sehr freundlich, die Zimmer waren rasch bezogen.
Wir beendeten diesen Tag in einem Freiluft-Restaurant am Hafen in Trani und genossen den ersten Sonnenuntergang hinter dem „Sporn“, welcher weit ins Meer hinausragt. Am nächsten Tag wird diese Halbinsel unser Tagesziel sein.



... am ersten Abend....



Zwischenstopp in Barletta

Treffpunkt der Kreuzritter

Informationen zum Bild anzeigen Bildinformationen anzeigen

Am nächsten Morgen, nachdem wir unserem Navi als Ziel den Ort „Monte Sant Angelo“ eingefügt hatten, gings der Küste entlang. Wir passierten vorerst Trani und hielten in Barletta, wo wir das mächtige Hafenfort und die Altstadt besichtigten.
Barletta, an der Adria nordwestlich von Bari gelegen, ist eine der wichtigsten Städte Apuliens und bereits seit dem Mittelalter eine lebhafte Hafenstadt.



Kastell in Barletta



Im Innenhof

Informationen zum Bild anzeigen Bildinformationen anzeigen

Direkt hinter dem Dom steht das mächtige Staufer – Kastell, welches im 10. Jht. von den Normannen gegründet, im 13. Jht. vom Staufer König, Friedrich II ausgebaut und 1530 um weitere vier Bastionen erweitert wurde. Während der Kreuzzüge diente es als Stützpunkt für Kreuzritter und Gefolge, die sich hier auf dem Weg ins Heilige Land sammelten. Der Dom Santa Maria Maggiore erhebt sich am Ende der Via del Duomo, nahe am Kastell.



Blick auf Barletta



"Valentinian I "

Informationen zum Bild anzeigen Bildinformationen anzeigen

Mittelpunkt der Stadt ist die Kirche San Sepolco, welche im 13. Jht.. nach burgundischem Vorbild erbaut wurde. Sie liegt an der Einmündung des Corso Vittorio Emanuele in den Corso Garibaldi.
Vor der Kirche steht eine berühmte Bronzestatue, die eine interessante Geschichte hat. Sie wurde von den Venezianern, die sie im 13. Jht. von Konstantinopel nach Italien bringen wollten, nach einem Schiffbruch am Strand von Barletta zurückgelassen und zeigt vermutlich den Kaiser Valentinian I, der am 17. 11. 375 in Brigetio (heutiges Ungarn) starb. Sie ist eine der am besten erhaltenen bronzenen Kolossalstatuen der Antike.



Der "Kolos" von Barletta



über viele Serpentinen, hinauf ins Bergdorf Monte Sant´ Angelo

.. am Weg nach Monte Sant´angelo...

Informationen zum Bild anzeigen Bildinformationen anzeigen

Später führte unsere Fahrt über Manfredonia – womit wir den „Sporn“ erreicht hatten, sehr kurvenreich und in vielen Serpentinen hinauf auf ca 1000 m, wo sich unser Ziel, Monte Sant´ Angelo befand. Sehr, sehr schwierig war es dort im kleine Bergdorf einen Parkplatz ( dieses Problem sollte sich während der gesamten Reise stellen ) zu finden. Nach etlichen „Runden“ im Ort gelang es mir doch einen Parkplatz ( auf dem man auch länger parken durfte ) zu finden.



..die Bergfahrt nach Monte Sant´angelo...



Monte Sant´ Angelo

...wir erreichen Monte...

Informationen zum Bild anzeigen Bildinformationen anzeigen

Anschließend führte der Weg über unzählige Stiegen hinauf in die Altstadt, wo sich die historischen Stätten befanden. Monte Sant Angelo ist ein berühmter, bekannter Wallfahrtsort, dementsprechend
war hier jede Menge los. Ein „Sprachengewirr“ brach auf uns herein. Die Reiseleiter der jeweiligen Gruppen versuchten sich dabei in der Lautstärke zu überbieten. Italienische, japanische, englische
und deutsche Erläuterungen vermischten sich als „Echos“ zwischen den engen Gassen.



...im Bergdorf Monte Sant´angelo....



In der Höhlenkirche

...das obere Atrium in Monte...

Informationen zum Bild anzeigen Bildinformationen anzeigen

Wir waren froh, bald das dortige Heiligtum, die Höhlenkirche „St Michael auf dem GARGANO“ erreicht zu haben.



Der Turm Anjou



Der Abgang ins Höhlenheiligtum

Informationen zum Bild anzeigen Bildinformationen anzeigen

Der anschließende Besuch in der Höhlenkirche war auch für uns sehr ergreifend, viele Gläubige verrichteten ihre Gebete auf den Knien, es herrschte absolute Ruhe, nur das „Murmeln“ der Gebete
( in der Höhlenkirche wird ersucht nicht laut zu sprechen ) war leise zu vernehmen.

„Auf dem Berg Gargano,in Apulien, hütet die Stadt Monte Sant`Angelo das berühmteste Heiligtum des lateinischen Westens, das dem Hl. Erzengel St Michael geweiht ist.
Auf der Spitze eines Berges gelegen gibt die einzigartige Basilika Zeugnis einer über 1500-jährigen Geschichte. In mehreren Jahrhunderten wurde sie mit ihrem Gebäudekomplex um die Grotte gebaut. Seit unvordenklicher Zeit ist dieser Ort eine in der ganzen Christenheit bekannte Stätte der Vergebung und des Gebets“.
Auszug aus der Broschüre „St Michael auf dem GARGANO“ von P. Jan Bogacki.



Jungfrau Maria mit dem Jesuskind



Am Eingang zum Kastell

Informationen zum Bild anzeigen Bildinformationen anzeigen

Nach diesem, auch für uns beeindruckendem Aufenthalt in der Höhlenkirche begaben wir uns hinauf zum Kastell über der Stadt, von wo aus wir einen schönen Rundblick in die Umgebung genossen.
Das Kastell aus dem 8./9. Jht wurde nach Ankunft der Normannen stark ausgebaut und mit seinen heute noch erhaltenen starken Türmen versehen. In späterer Folge, unter Friedrich II. durften die Burgherren nur von ihm ernannt werden.



Blick von Kastell ins Land



Mächtige Mauern

Informationen zum Bild anzeigen Bildinformationen anzeigen

Nachfolgend wurde die Burg neuerlich von den Anjous erweitert und zu ihrer heutigen Größe ausgebaut. Viele berühmte Persönlichkeiten wurden hier als Gefangene gehalten, so die Nichte Friedrichs II ( 1272), ebenso wurde die Königin Giovanna I. von Neapel hier 1382 ermordet. 1464 – 1485 war die Burg Eigentum des albanischen Helden Scanderberg.
Im Jahr 1497 ging die Burg an Consalvo von Cordoba und in der Mitte des 16. Jht in den Besitz der Fürsten Grimaldi über.
Seit der Neuzeit steht die Burg im Besitz der Gemeinde von Monte Sant´Angelo.
Wie ein „Adlerhorst“ thront diese mächtige Burganlage über der gleichnamigen Stadt.



... hoch am Hügel; Monte Sant´Angelo



Wieder an der Küste

Strand bei Manfredonia

Informationen zum Bild anzeigen Bildinformationen anzeigen

Anschließend führte unser Weg ins Tal durch fast unüberwindliche und ausgedehnte Buchenwälder – wobei wir die wenigen Ausblicke zurück auf die Stadt oben am Berg genossen – mehr als 20 km in die Stadt Vieste, wo wir wieder auf die Küste trafen.



..am Strand bei Vieste....



zurück in Bisceglie

..vom Berg zur Küste....

Informationen zum Bild anzeigen Bildinformationen anzeigen

Entlang der Küstenstraße fuhren wir bis Manfredonia zurück und konnten dabei einige schöne Motive von Orten über dem Meer einfangen. Dort begann die Schnellstraße nach Bisceglie zurück.
Ein ausgedehntes ital. Abendessen beendete diesen für uns so erlebnisreichen Tag.



...wieder zurück an der Küste....



im Hafen von Trani

Am Morgen zum Verkauf angeboten

Informationen zum Bild anzeigen Bildinformationen anzeigen

Unser Programm am nächsten Tag sollte am Beginn nach Trani ( Besichtigung des Hafens und der Altstadt ), als Höhepunkt über Andria zum „Castel del Monte“ und abschließend am Nachmittag in die Stadt Bitonto führen.
Wie ein Bilderbuch lag am nächsten Morgen der Hafen von TRANI vor uns.



Fischerboote in Trani



...die Fischer von Trani...

Fang in einer Nacht 1

Informationen zum Bild anzeigen Bildinformationen anzeigen

Hier herrschten die Fischer mit ihren bunten Booten, welche soeben ihre Fänge der letzten Nacht auf kleinen, vor den Booten errichteten Ständen zum Verkauf anboten. Viele Bewohner der Stadt und andere Einkäufer waren erschienen, um die frischen Fische unter lautstarken Preisverhandlungen zu erwerben.



Fang in einer Nacht 2



San Nicola Pellegrino in Trani

In der Oberkirche

Informationen zum Bild anzeigen Bildinformationen anzeigen

Gleich hinter dem Hafen erhebt sich die Kathedrale der Stadt, welche soeben für eine Hochzeit
„geschmückt“ wurde. Schnell noch vorher durften wir unsere Aufnahmen machen. Die Kathedrale
„San Nicola Pellegrino“ ist auch die Bischofskirche der Region. Die Kathedrale ist normannischen Ursprungs und wurde von 1097 – 1186 errichtet.



"San Nicola Pellegrino"



..kunstvolle Rosette....

Informationen zum Bild anzeigen Bildinformationen anzeigen

Die Kathedrale ist eine Doppelkirche mit Ober ( dem Hl Nikolaus geweiht ) -u Unterkirche als
Santa Maria della Scala eingeweiht.



In der Unterkirche



Der Campanile

Informationen zum Bild anzeigen Bildinformationen anzeigen

Der Campanile der Kathedrale ist über einer Durchfahrt direkt mit der Kathedrale verbunden. Er war so baufällig geworden, dass er 1952 vollständig abgetragen und auf gesicherter Grundlage neu wiederaufgebaut werden musste. Der Eingang der Kirche liegt nicht zu ebener Erde, sondern auf einem Treppenaufgang.



Die Südseite (am Eingang) von "San Nicola ...



Hl Georg als Drachentöter

Informationen zum Bild anzeigen Bildinformationen anzeigen

Das Bronzeportal wurde von Barisanus von Trani um 1175 gegossen. Ein Feld zeigt den hl Georg, den Drachentöter.



Das Bronzetor, 1175 gegossen



Nach einem Kaffee im Hafengetümmel, unter Beobachtung der stets aus u einlaufenden bunten Boote setzten wir unsere Fahrt fort in Richtung des heutigen Hauptzieles, nämlich über Andria das „Castel del Monte“ zu erreichen.



Der Hafen von Trani



..über Andria zu "Castel del Monte "

Ein erster Blick auf das...

Informationen zum Bild anzeigen Bildinformationen anzeigen

Endlich, nach einer „Irrfahrt“ ( trotz des Navis ) durch die engen Gässchen von Andria gelang es mir, die Ausfallstraße in Richtung Castel del Monte zu finden und nun stand unserer Anreise nichts mehr im Wege.



"Castel del Monte", die Lage am Hügel



Das Castel del Monte

Etwa um 1240 beauftragte Kaiser Friedrich der II ( der „Stauferkönig“ ) den Bau dieses Kastells, von dem man heute noch nicht weiß, welchem eigentlichen Zweck dieses Bauwerk dienen sollte. Ein Oktogon in einer zauberhaften Lage, der Blick führt weit ins Land hinaus.
Das Gebäude heute von wildem Ginster umwoben, ein wirklich seltenes Motiv, in welchem sich das so mystische Bauwerk und die blühenden Sträucher in einem Bild vereinigen lassen.



Das Oktogon umringt von Ginster



"Castel del Monte",...

Informationen zum Bild anzeigen Bildinformationen anzeigen

Gesichert ist lediglich, dass Karl I. von Anjou nach dem Untergang des „Stauferreiches“ unter Friedrich II. im Jahre 1266 die Enkelsöhne des Kaisers Heinrich und Enzo hier im Verlies gefangen hielt.
1495 nahm Ferdinand von Aragonien hier sein Quartier bevor er in Barletta zum König von zwei Sizilien gekrönt wurde.
Zur gleichen Zeit wird von ihm ein Dekret erlassen, welche dem Bauwerk seinen heutigen Namen „Castel del Monte“verleiht.



"Castel del Monte", eingerahmt von Wi...



Das "Castel del...

Informationen zum Bild anzeigen Bildinformationen anzeigen

Nachfolgend dem Herzogtum von Andria einverleibt, wechselte es oftmals den Besitzer. 1656 suchten im Kastell viele Adelsfamilien Schutz vor der grassierenden Pestepidemie.
Ab dem 18. Jht. war es Zerstörung und Plünderungen ausgesetzt. Oftmals wurde das Oktogon zum Schlupfwinkel von Hirten, Räubern und Flüchtlingen degradiert.
1876 letztendlich vom italienischen Staat um einen „Pappenstiel“ von 25.000 Lire erworben.
Ab 1928 wurde ständig renoviert und dauerten diese Arbeiten bis in die 80-er Jahre des vorigen Jahrhunderts an. Noch heute werden ständig Ausbesserungsarbeiten durchgeführt.

Steigt man die Stiegen der Außenmauern innen hoch so gewähren die seltenen Öffnungen einen grandiosen Blick in die umliegende Landschaft.



"Castel del Monte", der Blick in die ...



..im Guten Restaurant "Belvedere"

"Mittagspause" im...

Informationen zum Bild anzeigen Bildinformationen anzeigen

Nach etwas mehr als einer Stunde beendeten wir die Besichtigung im Castel del Monte und begaben uns zum Parkplatz zurück.

Nicht unerwähnt möge das in der Nähe liegende Restaurant „Belvedere“ bleiben, in welchem wir – in dieser Gegend unerwartet – freundlichst begrüßt und anschließend mit italienischen Spezialitäten verwöhnt wurden. Das Service in diesem Restaurant würde bei uns mit 4* ausgezeichnet werden.



Restaurant "Belvedere" mit Blick zum ...



Wir erreichen Bitonto

In der Kathedrale von Bitonto

Informationen zum Bild anzeigen Bildinformationen anzeigen

Unter strahlendem Sonnenschein, gut gelaunt und völlig gesättigt traten wir am frühen Nachmittag die Weiterreise nach Bitonto an, wo es die nächste Überraschung für uns gab. Die Besichtigung der dortigen Kathedrale gereicht einer Sensation.
Die Kirche steht auf mehreren Fundamenten, beginnend ab dem 5 Jht., wobei diese Ausgrabungen unterhalb der Kirche zugänglich sind. Auch eine Unterkirche aus dem 12 Jht. lässt viele originale Bauteile erkennen.



Die Kathedrale in Bitonto, errichtet ab 1229



die Katherdrale in Bitonto

Portal der Kathedrale in...

Informationen zum Bild anzeigen Bildinformationen anzeigen

Die Kathedrale von Bitonto wurde bereits 1097 während der normannischen Herrschaft von Robert, Graf von Altvilla auf den Fundamenten der Vorkirche aus dem 5. - 8, Jht. errichtet. Gravierungen am Altar der Kirche aus 1229 lassen bereits erkennen, dass die Kirche schon damals schön ausgestattet war.
Die Kathedrale ist nach der griechischen Liturgie orientiert, mit der Vorderseite zum Westen und der Apsis nach Osten gerichtet. Besonders sehenswert ist das Portal, ein Werk der lombardischen Schule.
In der Mitte der Lünette befindet sich die Figur des „Retters“und auf jeder Seite drei andere Figuren. Christus, der sich zu Adam wendet und ihn am Handgelenk festhält, während er in der linken Hand ein Doppelkreuz hält. Dahinter steht Adam mit Bart und langen Haaren, es folgt Eva, die die Hände an der Hüfte stützt. Die anderen Figuren, die sich an der Seite befinden, sind der König David mit der Krone, Giovanni Battista, der König Salomon dessen Haupt von einer Krone umfasst wird.
Auf den Säulen, zwei Greife mit der Beute zwischen den Krallen ( Lamm und Ziegenbock ). Weiters sind im Portal Fantasietiere eingemeißelt.



Am Eingang der Kathedrale in Bitonto



...Südseite der Kathedrale in...

Informationen zum Bild anzeigen Bildinformationen anzeigen

Der Obelisk der „Piazza Cattedrale“, die Stele der Madonna, wurde zur Erinnerung an das schwere Erdbeben aus 1731 erreichtet, welches in der Stadt und Umgebung beträchtliche Schäden verursachte.
Die Stele, welche vom Architekten Vito Valentino errichtet wurde ( eine Spende der Familie Calamita), wird heute als bestes religiöses Bauwerk des frühen 18. Jht in Apulien betrachtet.
Die Pyramide, mit viereckiger Basis erhebt sich verengend in vier Stufen nach oben und wird von einer herrlichen Bronzefigur, der „Immacolata“ - zur Beschützung der Stadt – abgeschlossen.

Die südliche Vorderseite der Kathedrale, welche sich über den gesamten Vorplatz erstreckt, weist 6 Bögen auf , welche von 1332 – 1934 als Kapellen ausgewiesen waren.



Obelisk mit "Immacolata" an der Spitze



...die Kanzel...

Die Kathedrale von Bitonto weist im Innern zwei äußerst wertvolle und historisch bedeutende
Kunstwerke auf, a) - die KANZEL, auch „Pult“ genannt.
Die kunstvoll gestaltete Kanzel wurde nachträglich im Kirchenschiff eingebaut und war 1722 vom Bischof Cedronio in Auftrag gegeben worden. Zur Errichtung der Kanzel wurden Bauelemente aus der Kirche, aus dem 12. Jht. und wertvolle Marmorplatten genützt....



Die Kanzel aus 1722 in der Kathedrale von Bitonto



... der AMBONE...

..der AMBONE in Nahaufnahme...

Informationen zum Bild anzeigen Bildinformationen anzeigen

...und b) – der „AMBONE“ von Nicolaus aus 1229;
Von hier oben wurde nur das Evangelium gelesen. Symbolhaft die Figur vorne; ein Mann hält den Adler mit den Händen. Soll das „San Matteo“ Evangelium darstellen. Auf zwei Ecksäulen sind der Löwe von St. Marco und der Ochse von St. Luca dargestellt.



"Der "Ambone" im Kirchenschiff


Teilen auf

Mein Interessenprofil

Bitte melden Sie sich an, um Reiseziele zu Ihrem Interessenprofil hinzuzufügen.

Kommentare

  • Lapalala

    Hallo Harald,
    wirklich beeindruckende Bilder, wir mögen besonders die Details, weil wir selbst das nie so hin bekommen... Das mit den Details trifft natürlich auch auf die Beschreibungen zu..
    Eigentlich hätten wir uns schon einmal begnen müssen, weil wir festgestellt haben, dass wir wohl etliche Reisen zu Deinen Zielen auch schon erlebt haben.
    LG Irmtraud & Fred

  • Schriddels

    Lieber Harald,
    wir sind von April bis August 2013 mit unserem Wohnmobil durch Italien gereist. Durch diesen Reisebericht wurde mir obwohl wir im Moment im kalten Alaska sind ganz warm ums Herz. Wir sind absolute Italien Liebhaber und dein Bericht trift in schwarze, schöne Bilder und noch besserer Text.
    Liebe Grüße aus Alaska Wolfgang

  • Pinky3

    Ein sehr interessanter Reisebericht mit wunderschönen Bildern, dafür von mir 5*****
    LG Gaby

  • agezur

    Ein typischer Harald-Reisebericht - ersetzt jeden Du Mont, Polyglott, Baedecker etc...
    LG Christina

  • Reah

    Ein Reisebericht mit allem Drum und Dran. Einiges davon kenn ich und weiß wie schön Italien ist. Deine Reiseroute, Bericht und Bilder sind es wert nachzufahren. Du hast die Stimmung in den Dörfern und Städten so einmalig rübergebracht. Ganz großes Glück hattet ihr, dass keine Leute an diesen schönen Stätten ihre Zeit damit verbrachten euch im Weg zu stehen :-)
    Die Amalfitana ist vom Boot aus ganz bezaubernd und der Stress mit dem Verkehr entfällt.
    Danke für die Mitreise und Auffrischung einiger Erinnerungen.
    LG Andrea

  • weltreisen

    Harald hat uns mit diesem interessanten bericht und den schönen bildern im wahrsten sinne "den mund wässerig" gemacht, wer von uns möchte sich nicht sofort auf diese reise begeben. und ich möchte unbedingt in einem trulli wohnen...
    inge

  • reisefreudig

    DANKE schön zu den Bewertungen und den so ausführlichen und netten Kommentaren.
    Ich habe einige Tage benötigt um diesen Bericht samt Bildauswahl fertigzustellen. Es wäre noch einiges gewesen, hier noch einzubauen, aber ich wollte den Bericht nicht zu lang werden lassen. Auch auf wunderbare, weitere Bilder habe ich schweren Herzens verzichtet, da eine übermäßige Bildeinstellung in den Berichten ( leider ) nicht von allen gutgeheißen wird. Darum sind EURE Bewertungen umso wertvoller für mich.
    lg Harald

  • nach oben nach oben scrollen
  • Schalimara

    Deine tollen Berichten und Bildern machen jeden weiteren Reiseführer überflüssig.
    LG Schalimara

  • reisefreudig

    Ich bedanke mich zu den so netten und Freude bringenden Kommentaren und diese vielen Bewertungen. Das "viele Lob" macht mich schon ein bißchen verlegen.
    lg Harald

  • Blula

    Harald, aber woher denn.... Du mußt gar nicht verlegen werden. Ich kann mich meinen Vorrednern nur anschließen. Du hast hier mal wieder einen Riesenbericht geschrieben mit dem Du bei mir wahnsinnig viele Erinnerungen geweckt hast. Ich hatte ja bereits erwähnt, dass ich vor Jahren auch eine Studienreise in die Südhälfte Italiens unternommen habe, die dann auch noch Kalabrien beinhaltete. Bin also auch noch von der Ferse über die Sohle bis zur "Fußspitze" gereist. Eine wunderbare Tour, die praktisch am Gargano begann. Natürlich empfand auch ich das Castel del Monte, Trani, Alberobello, Lecce und Bari als absolute Highlights der Region Apulien.
    Also, ich kann mich nur auch bedanken, für diese schöne Erinnerungsreise in Wort(en) und Bild(ern).
    LG Ursula

  • Reineke

    Ein super Bericht. Ich kannte diese Regiion nicht. Aber mit diesem Reisebericht hast Du mich neugierig gemacht.
    Lg Ernst

  • therese

    Ein Reisebericht wie ich ihn gern habe. Apulien steht auch auf unserer Reisewunschliste, da ich schon viel über das Leben und die Person Friedrichs II. und das tragische Ende der Stauferherrscher gelesen habe. Wir werden wohl eine organisierte Tour machen und uns die nervige Fahrerei ersparen. Dein Bericht hat mir sehr gut gefallen, Vielen Dank sagt Therese

  • Alfredo

    Ein außerordentlich guter, informativer Bericht über die Reise durch Apulien. Das weiß man um so mehr anzuerkennen, wenn man erst vor kurzem fast die gleichen Punkte angesteuert hat. Vielen Dank für diesen Bericht und die wunderschönen Bilder. Alfredo

  • nach oben nach oben scrollen
  • reisefreudig

    Soeben aus Kanada zurück sehe ich nun Eure Kommentare hier. Ich bedanke mich bei ALLEN dazu. Es macht Freude, diese Eure so netten Einträge hier vorzufinden.
    lg Harald

  • ursuvo

    Lieber Harald,
    wie gut, dass Du mich auf diesen tollen Bericht hingewiesen hast. Sehr gut ge- und beschrieben und auch zum großen Teil sehr gute und informative Bilder dazu.
    "Nebenbei" hast Du damit auch viele schöne Erinnerungen an eine mehrwöchige Italienreise im Jahr 2001 geweckt.
    Danke fürs Mitnehmen!
    LG Ursula

  • reisefreudig

    Ursula, danke schön zur Interesse, zu dieser so umfassenden Bild/Berichtsbewertung. Freue mich sehr, dass Du so viele schöne Erinnerungen darin gefunden hast. Du bist jederzeit auf meiner Seite eingeladen, um "mitzureisen",
    lg Harald

  • josef55

    schöner Bericht.. Möchte diesen Mai in diese Gegend fahren. Allerdings mit Auto von zu Hause (zwischenstop in Bologna). Als zentralen Punkt habe ich mir Manfredonia ausgewählt ?? Denke liegt relativ zentral für verschiedene Ausflüge. Ist schwer eine Auswahl zu finden, denn wenn man da alles Sehenswerte ansehen würde bräuchte man ja mind. 2 Monate ??

    Lg Josef

  • a1b2c3d4

    Superguter Reisebericht und wunderschöne Fotos ! Ich war voriges Jahr in Apulien und fahre der Schönheit halber heuer wieder hin und schließe gleich Kalabrien an. Es ist so traumhaft schön dort und du hast das wunderbar gezeigt !
    LG. Angela

  • reisefreudig

    Freue mich, dass meine Beiträge noch immer aufgerufen, gelesen und so nett kommentiert werden,
    danke, lg Harald

  • nach oben nach oben scrollen
Bitte melden Sie sich an, um einen Kommentar abzugeben. APULIEN – Vom „Sporn in die Ferse“ Italiens 5.00 20

Beliebte Community-Inhalte: AustralienNorwegenThailandVietnamItalienBarcelonaIndien ReiseführerIndien Tipps