Mit vier Füssen und einem Bus ans Ende der Welt --- 1. Teil: Santiago de Chile und Der kleine Süden

Reisebericht

Mit vier Füssen und einem Bus ans Ende der Welt --- 1. Teil: Santiago de Chile und Der kleine Süden

Reisebericht: Mit vier Füssen und einem Bus ans Ende der Welt --- 1. Teil:  Santiago de Chile und Der kleine Süden

Reise über die Anden --- Von Santiago de Chile nach Ushuaia
1. Teil: Santiago de Chile und Der kleine Süden
2. Teil: Fähre in den Große Süden
3. Teil: Der Große Süden
4. Teil: Santa Cruz --- Nach Süden entlang der Ruta 40
5. Teil: Zurück in Chile --- Torres del Paine und die Magellanstraße

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Ankunft

Nach einer 28stündigen Anreise (Fahrt von Pfreimd nach Weiden mit dem PKW, weiterreise im Zug zum Frankfurter Flughafen mit anschließendem Flug mit Zwischenlandung in Sao Paulo) landeten wir an meinem Geburtstag in Santiago de Chile.
Anders als auf den meisten der anderen Weltflughäfen gibt es in Chile einen eigenen Passkon-trollschalter für Behinderte, alte Menschen, Schwangere und Frauen mit Kindern. Trotz dieser Aufmerksamkeit zog sich die Passkontrolle wie ein ausgekauter Kaugummi in die Länge. Während des Wartens saugte meine Winterkleidung den Schweiß auf, der mir im chilenischen Sommer aus den Poren lief. Irgendwann gelangte ich schweißtriefend zur Gepäckausgabe.



Der Gemüsehund

An der Gepäckausgabe stand eine junge Frau mit einem Kniehohen sonnengelben Kurzhaar-hund. Als die Gepäckstücke aufs Rollband fielen, öffnete die Hundeführerin die Hundeleine und ließ ihren vierbeinigen Kollegen freien Lauf. Der Hund schnupperte an den Reisekoffer und Rucksäcken. Bei einem Koffer schlug er an, die Zollbeamtin ließ den Koffer öffnen. Es sich stellte heraus das der Besitzer einen Stoffbeutel in seinem Gepäck hatte, in dem vor der Reise überreife Mandarinen lagerten. Die Hunde am Flughafen bzw. an den Grenzen von Chile sind darauf trainiert Obst und Gemüse zuentdecken. Der Gemüsehund, der den Stoff-beutel mit dem längst entsorgten Obst erschnüffelte, bekam ein Leckerli und wurde wieder auf die Suche geschickt.
Nachdem ich meinem Koffer vom Förderband zog und ein Einfuhrpapier ausfüllte, durfte ich endlich den Zollbereich verlassen. Draußen wurden wir von der Reiseleitung empfangen und in einem Bus zur Stadtrundfahrt verfrachtet.



Stadtrundfahrt

In meiner durchschwitzten europäischen Winterkleidung, betrat ich in der Mittagsonne einen Kalt gekühlten klimatisierten Bus, der für eine Stadtrundfahrt durch die Hauptstadt Chiles bereitstand. Schnell wurde mir bewusst das schweißgetränkte Kleidung und ein gut gekühlter Bus, nicht besonders für meine Gesundheit dienlich sei. So gut es ging, versuchte ich die nassen Kleidungsstücke auszutauchen und mich abzutrocknen. Später stellte sich heraus, es war zu spät.
Unser erster Stopp war am Palast La Moneda, jener Präsidentenpalast in dem Salvador Guillermo Allende Gossens (der Präsident Chiles von 1970 bis 1973) am 11.09.1973 ums Leben kam. Das Regierungsgebäude wurde beim Putsch im September 1973 bombardiert.
Nach der Außenbesichtigung des Palastes ging es zum >Plaza de Armas<. Dort trafen wir nicht wie erwartet und wie in den Reiseführern beschrieben auf einen schönen grünen Platz mit Schach spielenden Hauptstädtern, sondern unsere Augen blickten nur auf eine schmuck-lose undurchsichtige Absperrung. Wegen Baumaßnahmen war der größte Teil des Platzes abgesperrt. Der Weg zur Kathedrale Metropolitana de Santiago am Rand des Platzes war frei. In der Zeit unserer Besichtigung fand parallel ein Gottesdienst statt. Beim Eintreten in die Kathedrale beobachtete ich, wie einheimische Kirchenbesucher, zwei gefaltete Marmorhände die über einem leeren Weihwasserbecken hingen berührten und anschließend im wasserlosen Becken drei Kreise zogen und danach ihre trockenen Finger küssten und sich bekreuzigten. Wiedereinmal stellte ich fest das dieses Ritual in jedem Land anders gehandhabt wird.
Nachdem kurzen Aufenthalt vor dem Palast La Moneda und auf der Plaza de Armas, geht die Stadtrundfahrt weiter. Leider sehen wir an diesem Tag nicht die Schönheit der 8 Millionen Einwohner Metropole, den eine Dunstglocke verhüllt die nur 20 km entfernten Anden.
Auch die Aussicht auf der Anhöhe des Cerro Santa Lucia eine der grünen Lungen der Stadt hielt nicht meinen Erwartungen stand. Von oben sahen wir nur auf eine schmucklose Hoch-häuserfront der 70iger und 80iger Jahre.



Der Präsidentenpalst >La Moneta<


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Kommentare

  • ursuvo

    ich hoffe, es kommt noch eine Fortsetzung!!
    viele Grüße - Ursula

  • agezur

    Ja, auch ich warte auf eine Fortsetzung.
    Und ich staune über Deine lockere Art, mit den Widerwärtigkeiten bei so einer Reise fertig zu werden und daraus noch eine unterhaltsame Pointe für uns zu machen. Danke!!
    LG Christina

  • Steffania

    Ich freue mich ebenfalls auf eine Fortsetzung!
    Chile gehört zu meinen Traumzielen, irgendwann möchte ich unbedingt dort hin.
    LG Steffi

  • vierfussler

    Danke euch Allen!
    Ja, es kommt noch einige Fortsetzung. Genauer gesagt mindestens noch 4.
    Da meine Reise mit dem Rotel-Bus von Santiago de Chile bis Ushuaia mit Rückflug über Buenos Aires ging, kommen noch einige Fortsetzungen. Teil 2 geht um die Fährfahrt von Puerto Montt durch den Golf von Ancud und Corcovado nach Chaitén.
    Und Teil 3 geht in den Großen Süden Chiles. Von Teil 4 erzähle ich euch ein anderes mal. Wünsche euch noch weiter hin viel Spaß mit einem Berichten ans Ende der Welt und zurück.
    LG Kurt F.

  • Blula

    Hallo Kurt! Ich weiß nicht, ob ich noch mal nach Chile komme, aber das Land interessiert mich auf jeden Fall. Dein überaus anschaulicher, lebendiger u n d auch ehrlicher Bericht hat mir sehr gefallen und ich möchte mich berreits jetzt, noch vor dem Lesen Deiner Fortsetzungsberichte, für's Mitreisen bedanken. Ich komme wieder... zum Weiterlesen!
    LG Ursula

  • Wilfried_S.

    Ein sehr interessanter Bericht, den ich gerne gelesen habe. Ich bewundere vor allem, dass Du diese Reise unternommen hast, obwohl für Dich vieles oft schwieriger zu bewerkstelligen ist. Und dann das Ganze auch noch mir dem Rotel-Bus, eine beachtenswerte Leistung!
    lg Wilfried

  • Pinky3

    Ein spannender Bericht mit tollen Bildern, die Wasserfallfotos sind besonders schön, aber am besten gefiel mir der "Gemüsehund" :))
    Bin schon neugierig auf den nächsten Teil bei dem ich auch wieder sehr gerne "mit reise" :))
    LG Gaby

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  • trollbaby

    Was habe ich jetzt mit Dir mitgezittert, dass der Flug über den Vulkan Villarrica doch noch ein Erfolg wird! Schade, dass sich der Abflug verspätet hat und so die Sicht nicht mehr die beste war! :-( Ich kann Deinen Ärger sehr gut verstehen, aber Hut ab, dass Du ihn so rasch weggesteckt hast!
    So, jetzt freue ich mich auf die Fortsetzung! :-)
    LG Susi

  • pleuro

    Endlich habe ich es geschafft, mir Deinen ersten Teil Deines Südamerika- Reiseberichtes vorzunehmen.
    Es macht Spaß, noch mal "mitzureisen", wecken doch viele Stationen Deiner Reise Erinnerungen.
    Es ist sehr schade, dass Dein Flug über den Villarica viel zu spät startete.
    LG Anne

  • vierfussler

    Servus Heike,
    habe mich sehr gefreut über deine Kommentare gefreut.
    Wir hatten einen alten Bus, deswegen hatte ich Schwierigkeiten mit dem Einstieg (siehe Reisebericht – Teil 1). Was den Anhänger mit dem Kabinen angeht, kann ich nur soviel sagen dass die Kabinen nicht quadratisch waren. Ich glaube sie waren 70x80x200. Die kleineren Menschen der Mitreisenden konnten im Schneidersitz bequem sitzen. Ich finde man bekommt keine Platzangst und die Betten sind sehr bequem. Vor allem auf Reisen ist man mitten im Geschehen.
    LG Kurt F.

    P. S. Genauso wie Du fuhr ich vor meiner ersten Reise mit den Roten Bussen nach Tittling um die Kabinen auszuprobieren.

  • RELDATS

    Ein wirklich gelungener, informativer Bericht.
    Besonders interessant für mich, weil ich erst vor kurzem
    im "Kleinen Süden" unterwegs war.
    Nette Grüsse von Josef

  • biggipomm

    Der Hund hat meine Banane aus dem Flugzeug gerochen - 140 € Strafe.
    Eine Frau aus USA hatte 1 KG "Planters" Erdnüsse - geforderte 700 $.

    Nie wieder nehme ich etwas aus dem Flugzeug mit!

    LG Birgit

Bitte melden Sie sich an, um einen Kommentar abzugeben. Mit vier Füssen und einem Bus ans Ende der Welt --- 1. Teil: Santiago de Chile und Der kleine Süden 4.94 17

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