Indien Rundreise

Reisebericht

Indien Rundreise

Reisebericht: Indien Rundreise

Eine dreiwöchige Reise durch den wunderschönen Subkontinent Indien! Los geht es an Goas Stränden, dann weiter zum Klettern nach Hampi in den Staat Karnataka. Von hieraus geht es zum Bandipur Nationalpark wo wir auf freilebende Elefanten treffen. Am 17. März sind wir pünktlich in Delhi zum Holi feiern. Danach geht es weiter in die heilige Stadt am Ganges Rishikesh und hoch in den Himalaya!

Von Goa nach Karnataka über Delhi nach Rishikesh, Dharamshala und Manali

“Wir kommen den Berg hinauf, um Schnee zu sehen”, erzählen uns die indischen Jugendlichen, die sich auf den von roten Rhododendren gesäumten Weg nach Triund gemacht haben. Von dort aus hat man einen atemberaubenden Blick auf die schneebedeckten Gipfel des Himalayas und das Tal Dharamsals, der Heimat des Dalai Lamas. Auf 3800 Metern wird uns ein kräftiger Linsenbrei mit Reis serviert, der Kraft für den steilen und rutschigen Abstieg nach McLeod Ganj gibt. Um 16 Uhr bietet Soungi einen Momo-Kochkurs an. Diese tibetanische Spezialität verkaufen die Frauen auf den Straßen für 20 Rupien mit einer scharfen Chillisoße. Gefüllt sind sie mit Spinat-Käse, Kohl, Kartoffel oder Lamm. Mit geschicktem Finger gelingt es dem tibetanischen Flüchtling die Teigtaschen in die richtige, beinahe kunstvolle, Form zu bringen. Auch unser Werk wird gelobt und anschließend verspeist. Nirgends sonst ist die tibetische Gesichte so greifbar für den Indienbesucher: Auch wenn ich nur einen kleinen Einblick in das Ausmaßes durch die chinesische Besetzung in den 50er Jahren bekomme, wird mir der drängende Wunsch nach einem freien Tibet bewusst.
In Serpentienen fährt der Bus nach Manali. Straßenhändler versorgen und mit Bananen, aufgeschnittene Gurken, Popcorn und anderen indischen Snacks. Mädchen mit Polangen, geflochtenen Zöpfen, alte Frauen mit gleich zwei Nasenpircings und die gewaltige Bergwelt lassen Neugierde während der elfstündigen Fahrt aufkommen.
In dem schönen Bergdorf ist es kalt. Ein Chai, schwarzer Tee mit Milch und Zucker, wärmt Hände und Körper. Die Saison beginnt langsam, die kleinen Läden bieten Schals und Klangschalen an, es riecht nach frischer Farbe. In wenigen Wochen wird die kleine Stadt bevölkert sein von Touristen aus Indien und aller Welt. Bekannt als das Tor zum Berg und Abenteuer, bieten die lokalen Agenturen Trekking- und Mountainbiketouren durch Apfelplantagen und die fast unberührte Natur an. „Everything is possible in India“ ist dabei ihr Leitspruch.
Einmal in Indien, lässt mich der Bann dieses einzigartigen Landes nicht mehr los: das Treiben und Handeln auf bunten Märkten und auf den Straßen, die Gewalt des Himalayas mit seiner unberührten Natur und einsamen Schäfern, geschmückte Inderinnen, entsprungen aus einem Bollywood Film oder eine frisch geschlagenen Kokosnuss, die der nächste Affe stibitzt. All das ist der indische Subkontinent.
Nach der großen Überschwemmung in Rishikesh im vergangenen Jahr, erholt sich die Stadt von der Zerstörungskraft des Ganges langsam. Hier verlässt der heilige Fluss, die Lebensader Indiens, die Berge und windet sich durch das Land. Ein Bad an den Ghats oder am Strand ist hier noch unbedenklich möglich, denn noch ist das Bergwasser sauber. Auf seinem weiteren Weg durch Städte und Dörfer wird er seiner Qualität beraubt- verschmutzt durch Chemikalien, Müll und Fäkalien. Bis er schließlich als wallende Kloake Varanasi erreicht.
Goa ist eine ganz andere Welt. Hier herrscht der Tourist. In kurze Höschen und Bauch freien Tops, preschen sie auf ihren hupenden Scootis über die Straßen zum Strand. Das richtige Indien findet man hier nur in versteckten Dhabas, die Kichererbsencurry und Samosas anbieten.
Am frühen Morgen erreichen wir Hampi. Ein Nussschalen ähnliches Boot bringt uns auf die von 2 Flüssen eingeschlossene Insel. Auf einem Plateau erstreckt sich das größte Bouldergebiet der Welt. Dicht beieinander liegen die riesigen Felsen und bieten Kletterrouten von einfach bis 8 ++. Bevor die Sonne zur Mittagszeit gnadenlose Hitze verbreitet, versammelt sich die Kletter-Greme de la Creme am TV-Boulder oder der Little Cave, um die Felsen zu bezwingen. Selbst das Beobachten dieser Kletterkunst ist ein Genuss.Außer dem Klettern hat Hampi mit satten Reisfeldern und den unzähligen alten Tempelanlagen einiges zu bieten. Mit dem Rad oder Scooter erkundet man die griechisch anmutende Gegend am besten. Die Abenddämmerung verbrinen wir am Affentempel, 680 Stufen führen zu dem weißen Gebetsplatz, an dem 24 Stunden am Tag gesungen wird.
Ein Highlight in Karnataka ist ein Besuch Mysores. Ein herrlicher Palast, der die Geschichte der Maharaja erzählt und ein noch viel beeindruckender Markt, auf dem man neben Knoblauch und Bananen, Blumenketten, Räucherstäbchen, Geschirr ,Seife und Pfeffer bekommt. Die alte Stadt ist ein Zentrum für Manufacturing: 3000 Bidis werden von 10 Männern täglich gedreht, Seide hergestellt und die Frauen sitzen für 3000 RS pro Monat stundenlang auf dem Boden und stellen Sandelholz-Räucherstäbchen her. Mit Vorsicht sollte der Ort zu genießen sein. Gibt es vermehrt betrügerische Auskünfte der Inder, die den Touristen mit einer unnützen Rikschahfahrt das Geld aus der Tasche ziehen wollen.
Wer frei lebende Elefanten sehen möchte, muss sich auf den Weg in den Bandipur-Nationalpark machen. Bei einer Nachtsafari kann man die riesigen Dickhäuter beim Fressen beobachten. Zum Schutze ihrer Jungen, warnt ein lautes Trompeten vor einer bevorstehenden Attacke der Tiere. Die Hauptsache ist in diesem Moment genug Benzin im Tank und ab Marsch.
Am besten reist man wie die Indier: mit Bus und Zug. So kommt man am schnellsten und billigsten von Ort zu Ort.
31 Stunden fuhren wir mit einem AC-Sleeper-Zug aus dem Süden in die Hauptstadt- einmal quer durch dieses riesige Land. Erstaunlich komfortabel schlafen die Reisenden auf 3 übereinander hängenden Pritschen, 3 Mal am Tag wird eine warme Mahlzeit gereicht. Der Ammoniak-Geruch auf dem Plumpsklo brennt in der Nase. Die warme Fahrtluft umweht mich, während ich an der offenen Tür sitze: Ochsen ziehen einen Pflug über ein Feld, Frauen stapeln Kuhfladen ordentlich zu Haufen, Spielen Kinder rennen neben dem Zug her.
Eine Fahrt durch Delhi zu Holi lässt die Stadt nicht wieder erkennen. Kein Gehupe, keine Staus, in denen man und Abgasen erstickt. Die Geschäfte haben geschlossen, die Straßen sind leer. Es ist das Fest der Farben. Pinkes, grünes und gelbes Pulver wird die Stadt und ihre Bewohner bis zum frühen Nachmittag in ein buntes Schlachtfeld verwandeln. „Happy Holi“, wird mir zu gerufen und ein Ei klatscht gegen meine linke Pobacke. Mein weißes T-shirt hat inzwischen ein Regenbogenmuster von Gelb bis schlamm braun. In meinem Gesicht küsst die trocknende Schoko-soße mein grünes Ohr. Die Holi Festivals in Deutschland hatte ich irgendwie eleganter in Erinnerung-. Das Original war auf jeden Fall eine feuchtfröhliche Erfahrung!



Sonnenuntergang in Goa


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Kommentare

  • INTERTOURIST

    Da klatscht ein Ei an Deine Hose und es folgt die Feststellung, dass Indien eine feuchtfröhliche Erfahrung war. Während ich den Button zum weiterklicken suche, frage ich mich ob Du meintest betrunken gewesen zu sein.

    Es gibt aber keinen Button zum weiter klicken!
    Die Reise beginnt so abrupt wie sie begonnen hat. Von Goa nach Karnataka ist der Bericht betitelt. Doch er beginnt am Rand des Himalaya.
    Hilfreiche Informationen sucht man in Deinem Bericht vergebens und auch die Bedeutung des Holi Festes für Indien wird bestenfalls angedeutet.
    Eine Reise durch Indien liefert so viel Stoff, dass man nach einer dreiwöchigen Reise ein Buch schreiben kann.
    Kann aber eben nicht muss.
    Man schreibt aus dem tiefen Bedürfnis heraus etwas zu erzählen oder etwas zur Diskussion zu stellen.

    Schreibe emotional. Schreibe polarisierend. Versuche deinen Zeilen und deinen Bildern eine Seele zu geben.

    ...oder lasse es.

    viele Grüße

    Jörg

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