Helgoland

Reisebericht

Helgoland

Reisebericht: Helgoland

Kleine Inseln im weiten Meer

Helgoland

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Fuselfelsen!
Das wusste ich von Helgoland, nämlich daß dort täglich hunderte Touris anlanden, um ihre Seekrankheit mit billigem Sprit zu betäuben und einige Stunden später wieder zurück zu dampfen. Uninteressant. Doch dann sah ich zufällig im Fernsehen, daß man auf Helgoland Kegelrobben von ganz nah betrachten kann und plötzlich war mein Interesse geweckt.



Nach Helgoland gelangt man auf verschiedene Weise:
Klassisch mit den Seebäderschiffen. Die sind allerdings alle vor der Einführung der Stabilisatoren vom Stapel gelaufen. Im Winter legen die, die dann noch fahren, ganz normal im Helgoländer Hafen an. Im Sommer stoppen sie kurz davor und die Passagiere müssen für die letzten paar Meter in offene „Börteboote“ umsteigen. Dieses „Ausbooten“ kostet natürlich extra. Schon klar, daß die Inselbewohner froh sind um jeden Verdienst, aber ich muß dabei immer an Strandpiraten denken…



Ausbooten



HalunderJet

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Modern und viel schneller mit dem Katamaran „Halunder Jet“. Selbst bei meterhohen Wellen nicht anders als Busfahren, sogar mein empfindlicher Magen hat sich noch nie beschwert.



Anflug

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Schnell mit dem Flugzeug, z.B. ab Bremerhaven. Vor dem Abflug werden Ohrstöpsel ausgegeben, jeder hat einen Fensterplatz und auf Toilette geht man vorher.
Gelandet wird auf der Düne.



Helgoland besteht nämlich aus zwei Inseln! Einmal aus dem roten Felsen mit der Langen Anna und den beiden Siedlungen Ober- und Unterland (durch Treppen und Fahrstuhl verbunden) und aus dem Sandhaufen „Düne“ mit Flugplatz, Strandkörben und Robben.



Lange Anna im Regen



Geschichtlich hat Helgoland schon einiges erlebt: Es war dänisch, britisch, Piratennest, Lotsenstützpunkt, Nazi-Festung und hat 1947 die heftigste nicht-nukleare Detonation aller Zeiten überlebt. Da haben die Briten nämlich den U-Boot-Bunker gesprengt und so das „Mittelland“ geschaffen. Dort steht heute das Krankenhaus.



Helgoland wird öfters von Schiffen besucht. Manchmal kommen Kriegsschiffe vorbei, manchmal Großsegler und regelmäßig die Küstenwache.
Außerdem ist hier der größte Rettungskreuzer Deutschlands stationiert, für alle Fälle.



Fregatte "Augsburg" zu Besuch



Einsatzrad

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Außerhalb der Tages-Touri-Zeit, also ungefähr bis 11h00 und ab 15h00, geht es auf Helgoland eher beschaulich zu. Die paar Autos, die es gibt (Baufahrzeuge, Krankenwagen, Polizei-Smart), haben alle Elektromotoren. Selbst Fahrräder gibt es keine, abgesehen vom Einsatz-Rad der Polizei. Wer es eilig hat, fährt mit dem Tret-Roller.
Da beide Inseln klein sind (Helgoland ca. 1 km2, Düne ca. 0,7 km2), ist nichts so richtig weit weg.



Es gibt allerdings auch Überfälle auf Helgoland. Raubüberfälle, bei denen selbst die Polizei machtlos ist. Wenn man nämlich mit einem leckeren Hörnchen aus der Eisdiele kommt, fliegen regelmäßig Silbermöwen von hinten an, drehen direkt über dem Kopf des Opfers, schlagen das Eis aus der Hand, schnappen das Hörnchen und weg sind sie! Das ganze passiert blitzschnell, so daß man keine Chance zur Gegenwehr hat. Wenn man sich allerdings mit dem Teleobjektiv auf die Lauer legt, kann man fantastische Gesichtsausdrücke fotografieren.



Eispatroullie



Fotografieren ist sowieso klasse auf Helgoland. Ich bin jedes Mal aufs Neue überrascht, wie viele Motive es auf so kleinem Raum gibt. Und das Wetter im April/Mai war bisher meistens super.
Am liebsten fotografiere ich die Tiere. Die haben hier keine Angst, man kommt also wirklich dicht ran.



Kegelrobben



Möwe und Flagge von Helgoland

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Helgoland ist absolut empfehlenswert für alle, die Schiffe und Tiere mögen, die es gerne ruhig angehen und die gerne mal ganz weit draußen sind (70 km).
Fuselfelsen? Klar, aber Helgoland bietet noch viel mehr! So viel, daß das als Tages-Touri nicht zu schaffen ist.


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Kommentare

  • weltreisen

    Schön, diesen bericht zu lesen, lang, lang ist es her....
    schade, dass du die gesichtsausdrücke nicht fotografiert hast - ja, ich weiss, privatsphäre und so...
    inge

  • agezur

    Auch mein Besuch bei der Langen Anna liegt schon lange zurück. Daher: vielen Dank für's Wecken der Erinnerungen und für die vielen wunderschönen Bilder!!
    LG Christina

  • Blula

    Frank, ich habe diesen interessanten und so munter formulierten Bericht mit großem Vergnügen gelesen. Wie Du inzwischen weißt, bin ich in den frühen 60iger Jahren auch einmal auf Helgoland gewesen und habe vor allem die Überfahrt wegen des starken Seegangs in übler Erinnerung.
    Tolle Aufnahmen zeigst Du hier.
    LG Ursula

  • Schalimara

    Helgoland sollte man gesehen haben ;-) Schöner Bericht, der Erinnerungen weckt. :-)
    LG Schalimara

  • caragh

    Ein sehr interessanter Bericht, macht richtig Laune, mal selbst dort hinzu fahren! Imelda

  • umi.s

    Der Bericht ist toll -- so schön kurzweilig geschrieben, dass ich ganz überrascht war, schon am Ende zu sein. Helgoland hatte ich bisher gar nicht auf der Liste meiner Wunschreiseziele -- jetzt aber doch!
    LG Ursula

  • Frank_E

    Herzlichen Dank für Euer Interesse und die positiven Bewertungen. Das freut mich sehr!!!

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  • trollbaby

    Leider war ich noch nicht auf Helgoland, aber jetzt habe ich Lust darauf bekommen nach Lesen Deines Berichts!
    LG Susi

  • ursuvo

    ist ja schon Jahrzehnte her, dass ich auf der Fahrt nach Sylt da mal "Zwischenstation" gemacht habe(hatte furchtbare Angst in das schaukelnde Boot zu steigen. Kein Alkohol(war noch nicht volljährig) - aber der Helgoländer Angeldorsch ist mir in "ewiger" Erinnerung geblieben - habe nie wieder so guten Fisch gegessen!!!
    viele Grüße - Ursula

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