3 x 2 Wochen durch Asien

Reisebericht

3 x 2 Wochen durch Asien

Reisebericht: 3 x 2 Wochen durch Asien

Endlich wieder unterwegs und sogar sechs Wochen nur für mich. Ich hatte den Flug nach Asien bereits im Sommer gebucht, aber die Demonstrationen in Bangkok (Dezember 2013) reizten mich nicht besonders, also flog ich gleich weiter nach Hanoi.
Somit war meine Reiseroute etwas klarer, denn der Rückflug war natürlich wieder in Bangkok.

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Hanoi

Nach einer langen Anreise fuhr ich mit dem öffentlichen Bus ins Zentrum. Und da war ich nun in Hanoi, und mein erster und bleibender Eindruck von Vietnam ist - Was für ein Verkehrschaos!
Das es dann anscheinend doch nicht ist, denn die unzähligen Mopeds weichen geschickt aus. Bei der Überquerung einer Straße geht man entweder im Schutz einer Gruppe, oder man klinkt sich einfach ein. Damit meine ich mit einer konstanten Geschwindigkeit, ohne stehenzubleiben, ohne ruckartigen Bewegungen oder schlimmer noch zu Laufen die Straße zu queren.
Wie in vielen asiatischen Städten ist der Smog nicht mehr aus der Stadt zu bekommen.
Das Leben findet trotzdem auf der Straße statt, und gerade die vielen Straßenküchen in Vietnam sind einzigartig. Mit den Mini-Plastiksesseln in rot und blau findet man an jeder Ecke köstliche Spezialitäten. Ich finde es putzig wie in einer Kinderstube und man sieht gleich nebenbei wie das Essen zubereitet wird. Die Köchin ist Expertin bei ihren zwei bis drei Gerichten und meine Sinne sagen mir das alles frisch ist. Ob Pho-Nudelsuppe oder vietnamesische Frühlingsrollen bis zu Hot-Pot. Am liebsten würde ich alleine schon deswegen nochmal von vorne meine Reise beginnen.
Es macht Spaß mit den Leuten auf der Straße zu essen, und die haben auch ihren Spaß mit mir. Nicht nur dass ich die Sauce als Suppe vorher auslöffeln wollte, auch mein erstes Vokabular bekomme ich gelernt - na dann „Prost!“





Halong Bucht

Für Hanoi und Mitte Dezember waren die Temperaturen etwas frisch. Im nördlich gelegenen Sapa, welches ich gerne besichtigen wollte, gab es sogar Schnee. Dafür war ich nicht ausgestattet, das wird irgendwann einmal nachgeholt, aber die Halong-Bucht musste sein. Das Weltnaturerbe der UNESCO ist eine der Hauptattraktionen Vietnams, und in Hanoi gibt es viele Anbieter für Bootstouren. Ich wähle eine etwas teurere Variante, weil das Boot mehr durch die Inseln manövriert, und ich das gerne live sehen möchte. Das war dann auch eine gute Wahl, denn für meine Verhältnisse hatte ich ein richtiges Luxusboot. Leider ist dieses Naturjuwel schon sehr touristisch, aber es ist wirklich wunderschön. Am Programm ist auch der Besuch einer großen Tropfsteinhöhle die für meinen Geschmack, geschmacklos bunt ausgeleuchtet wird. Ein Sonnenuntergang und das köstliche mehrgängige Dinner vollenden den Tag. Am nächsten Vormittag haben sich die Tourenveranstalter Kajak fahren einfallen lassen. Bei einem schwimmenden Dorf kann jeder der Lust hat ein wenig in der Bucht herum paddeln.
Auf den schwimmenden Hütten sind auch Hunde, die was weiß ich bewachen sollen. Die Antwort auf meine Frage war ernüchternd „Meal“ tja das muss man erst einmal verdauen.





Hue - die alte Kaiserstadt

Zurück in Hanoi nehme ich den Nachtzug nach Hue. Die ehemalige Kaiserstadt liegt am Parfümfluss mit den bunt bemalten Drachenbooten.
Der Bahnhof liegt etwa 1-2 km vom Zentrum entfernt und ich erspar mir die aufdringlichen Mopedtaxis. Zugleich sehe ich bei meinem Marsch auch gleich historische Bauten. Ich frage bei einigen Hotels zwecks günstiger Übernachtung an, und ich bekomme sogar einen Weihnachtsdiscount. Sicher gibt es Hotels mit höheren Standard, aber mein Blick sagt mir es ist sauber und sicher. Nach einer heissen Dusche, war ich wieder fit für eine Besichtigungstour. Der Markt und die Zitadelle standen am Programm. Es war leider regnerisch aber das hatte auch seinen Reiz. Die leckeren Früchte und Gemüsestände machten mich hungrig und ich fand ein kleines familiäres Restaurant. Die Tochter konnte etwas englisch und sie half mir bei der Auswahl der Speise. Mit der Männerrunde musste ich gleich prosten und neugierig fragten sie mich aus. Mit einem Lächeln und etwas Humor lässt sich alles meistern.
Am nächsten Tag schaute ich mir noch das Wahrzeichen von Hue, die Thien Mu Pagode an.

Ein praktisches Service in Vietnam ist es, direkt beim Hotel den Bus für die Weiterreise zu buchen. Denn zum Service gehört auch die Abholung beim Hotel. Mein Bus ist relativ pünktlich und weiter geht es nach Hoi-An.
Ich bin etwas perplex als ich in den Bus steige, denn der „Sleeper“ besteht aus drei Reihen mit Liegesitzen auf zwei Etagen. In den Liegen gibt es Decken und sogar eine kleine Wasserflasche ist im Service inkludiert.
Später erfahre ich, dass es ein sogenanntes Open-Tour-Ticket um 45,- Dollar für ganz Vietnam gibt. Die wichtigsten Städte von Nord-Süd werden angefahren und man kann jederzeit mittels Reservierung einen Tag davor hinzu steigen.





Romantisches Hoi An

Nachdem es schon dunkel ist, möchte ich nicht zu Fuß ins Zentrum von Hoi An laufen. Also lasse ich mich von einem Motorradtaxi vollquatschen. Mittlerweile sind schon viele Touristen weg (abgeholt von ihren reservierten Hotels) also verhandle ich einen guten Preis. Diese Motorradtaxis nennen sich auch gerne Easy Rider, der Fahrstil ist dementsprechend abenteuerlich. Glücklicherweise ist mein Fahrer nicht nur geschickt, er kennt auch einige günstige Unterkünfte. Sicher bekommt er eine Provision, aber ich habe auch drei Hotels um den vereinbarten Preis angeschaut, bis ich zufrieden war.
Hoi An ist nicht sehr groß aber es wächst. Denn meine Unterkunft ist in meinem Reiseführer auf der unbewohnten Seite des Flusses.
Die Altstadt, ist stark von den chinesischen und japanischen Einflüssen geprägt und gibt einen Eindruck wie südostasiatische Kleinstädte früher aussahen. Romantisches Hoi-An, besonders Nachts mit den viel Lampions und Kerzenschiffchen, die auf die Reise in den Fluss geschickt werden.
Es ist Weihnachten und auch ich lasse ein Kerzenschiff mit den besten Wünschen in den Fluss. Es gibt viel zu entdecken, und ich kaufe mir das Kulturticket, welches den Eintritt zu bestimmten Gebäuden wie die japanische Brücke, chinesische Tempel oder Herrenhäuser erlaubt. Ausserdem dient es zur Förderung bzw. Instandhaltung kultureller Einrichtungen.
Man kann natürlich auch so alles von außen bewundern, und per Zufall komme ich bei einem Laden vorbei wo das traditionelle Wasserpuppenspiel noch aufgeführt wird.





HCM oder Saigon

Wettertechnisch habe ich noch nicht die gewünschten Temperaturen, deshalb zieht es mich bald weiter Richtung Süden. Am Strand von Nah Trang bin ich etwas enttäuscht, denn das Meer ist braun. Leider nicht die richtige Zeit erwischt, also starte ich ins Landesinnere nach Dalat.
Dalat soll eine schöne Umgebung mit Wasserfällen und Seen haben. Aber auch das Blumenfest ist sehr beliebt. Zufälligerweise startet es am nächsten Tag und ich bekomme noch für eine Nacht ein günstiges Zimmer. Dann ist die Stadt ausgebucht. Ich schau mich etwas um und kann mir schon vorstellen wie kitschig diese Blumenparade ist. Egal, dann fahre ich gleich nach Ho Chi Minh City oder wie die Vietnamesen noch immer lieber Saigon zu ihrer Metropole sagen.

Ich finde der Name Saigon hat einfach mehr Charme und beim reinfahren merke ich schon, da ist was los - das perfekte Chaos. Natürlich habe ich noch keine Unterkunft, und ich stehe etwas verloren neben dem Bus. Ein Typ in der nächstgelegenen Kneipe redet mich an. Nach kurzem Smalltalk stellt sich heraus, dass er Deutscher ist und schon seit 20 Jahren in Saigon lebt.
Was für ein Glück, da bestelle ich gleich einmal ein Bier zum Plaudern.
Netterweise kennt er auch eine Wirtin gleich in der Nähe die Zimmer vermietet, aber die sind nicht nach meinem Geschmack. Dann noch ein Anruf und wir marschieren 10 Minuten zu einem sehr netten Hotel in einer Seitengasse. Ruhig und wie toll, das Zimmer ist ganz oben mit Ausblick zu einem guten Preis. Wir vereinbaren für morgen Abend ein Treffen bei seiner Stammkneipe dort beim Bus, und ich verschaffe mir einmal einen Überblick.
Mopeds überall, und das Touristenviertel ist voll mit Lokalen, Straßenimbiss und Reiseveranstalter.
Neben dem grossen Binh-Tay-Markt beginnt das chice Saigon, mit den 5 Sterne Hotels und den Sehenswürdigkeiten wie Postamt, Theater und HCM-Museum. Die Pagode des Jadekaisers war etwas weiter weg, und ich gestehe dass ich mich verlaufen habe. Ich habe zwar interessante Ecken von Saigon entdeckt, aber keine Ahnung wie ich zurück ins Zentrum gelange. Blöderweise habe ich auch nicht viel Geld eingesteckt, aber wie froh war ich dann, als mich der etwas heruntergekommene Motorradtaxifahrer mich um nur 2,- Euro für eine 30-minütige Fahrt zurück zum Binh-Tay-Markt brachte.
Am Abend gönnte ich mir dann ein großes kühles Saigon-Bier zur Beruhigung.





Mekong Delta

Nun habe ich auch einen Plan - Silvester in Saigon, klingt doch gut.
Da habe ich noch einige Tage für eine Tour ins Mekong-Delta zum berühmten Floating Market. Nachdem ich mir die vielen Angebote angeschaut habe, entscheide ich mich für eine 3-tages-Tour.
Ich kann meinen grossen Rucksack im Hotel lassen, weil ich ja über Silvester das Zimmer wieder reserviert habe. Also fahr ich mit einem Bus zuerst nach Cai Be. Die meisten Touristen haben nur den Tagesausflug gebucht, und deshalb war mein erster Tag vollgestopft mit Kurzbesuchen wie: Kokosnusszuckerlproduktion, Krokodilfarm, Rundgang im moslemischen Dorf und das einzige Highlight am Mekong war eine Wettfahrt mit Ruderbooten für die Touristen.
Dann ging die Fahrt weiter nach Chau Doc, wo wir am nächsten Morgen den großen Markt am Mekong Fluss besichtigen können. Mein Postkartenbild mit den hübschen, farbenfrohen Ruderbooten musste dem Fortschritt weichen. Motorisierte Boote machen es eben einfacher die Waren zu transportieren. Sicher wird noch am Fluss gehandelt, und das Leben auf den Booten oder in den Pfahlhütten ist interessant zu beobachten. Der Besuch einer Pagode nahe der Grenze zu Kambodscha gefiel mir am Besten. Einige Touristen überquerten hier die Grenze, aber ich habe mich für den Jahreswechsel in Saigon entschieden.




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Kommentare

  • schokolade55 (RP)

    Schön, wenn man selbst vieles davon kennt.
    Und das mit dem Bus von SiemReap nach Bangkok ist ein Drama, insbesondere Poipet, deshalb bin ich diese Strecke bisher immer geflogen. Irgendwie ist an diesem Grenzübergang und der Fahrt nach Bangkok der Ärger immer vorprogrammiert. Übrigens ist ein solcher Flug unterm Strich günstiger, als mit dem Bus.

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