Mit dem Auto durch Südnorwegen

Reisebericht

Mit dem Auto durch Südnorwegen

Reisebericht: Mit dem Auto durch Südnorwegen

Im Sommer 2013 ging es nach Norwegen. Wir wollten schon lange nach Skandinavien und nachdem wir schon zu Ostern mit dem Flugzeug unterwegs waren, wollten wir im Sommer eine Autoreise unternehmen. Unser erstes Ziel war Oslo, hier haben wir zwei Übernachtungen vorgebucht. Alles weitere wollten wir auf uns zukommen lassen.

Anreise

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Abfahrt am Samstag 17.8.2013 um 7:30 Uhr. Kurz vor Hamburg wird es dicht auf der Autobahn. Wir fahren über die Landstraße und verlieren etwa zwei Stunden Zeit. Das hat aber den Vorteil, dass unser Zimmer bei unserer Ankunft bereits fertig ist und wir direkt einchecken können.

Der Page vom Atlantic parkt unser Auto und bringt das Gepäck ins Zimmer. Wir starten mit Cappuccino und Waffel an der Außenalster. Dann ein neuer blauer Pullover bei Hilfiger und ein Spritz an der Binnenalster. Abendessen gibts dann im Il Buco in der Nähe. Hervorragend Kalbsleber und Filet in Tomatensoße. Guter Tipp aus dem Reiseführer.

Danach noch ein Absacker in der Bar vom Atlantic. Udo Lindenberg ist jedoch nicht aufgetaucht, dafür ruhige Loungemusik.

Kurz vor der Fähre wird noch getankt, dann stehen wir schon in der Schlange vor der Fähre . Die Colorline Fantasy ist ein riesiges Schiff, auf das 750 Autos und 2.000 Menschen passen. Unsere Außenkabine ist schnell bezogen und wir begeben uns zum Mittagessen in die bordeigene Pizzeria.

Vorbei an Laboe mit dem U-Boot und den Kitesurfern erreichen wir bald die Ostsee. Nach anfänglich bewölktem Himmel klärt es auf und wir haben strahlenden Sonnenschein. Wir erkunden das Schiff und beobachten vom Deck 15 die Durchfahrt unter der dänischen Brücke,vorbei an einem russischen Segelschulschiff.

Nach einem sehr lukullischem Abendessen im exklusiven Bordrestaurant Oceanic begeben wir uns in unsere Kajüte und schlafen bei leichtem Seegang schnell ein.





In Oslo

Oslofjord

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Nach einem ausgiebigen Frühstück beobachten wir von Deck aus die Einfahrt in den Osloer Fjord mit grandiosen Bilderbuchlandschaften und landen pünktlich um 10.00 Uhr an der Kaimauer an.
Unser Navigation findet schnell den Weg zum Hotel im Hauptbahnhof und wir checken gleich wieder für 2 Nächte in Oslo im Comfort Hotel Central ein. Das Hotel liegt direkt am Hauptbahnhof und das Parkhaus ist auch gleich nebenan. Für die 2 Nächte im Parkhaus bezahlten wir 660 NOK. Irgendwie wurde der Betrag von der Kreditkarte abgebucht, wir mussten keine Nummer eingeben und konnten zwei Tage später auch mit unserem Auto die Parkgarage verlassen, wider Erwarten!!
Oslo: Wir schlendern die Karl-Johan-Gata entlang bis zum Königspalast, der allerdings gerade umgebaut wird und daher eingerüstet ist. Dort nehmen wir im Hardrockcafe erst einmal unser Mittagessen zu uns, einen Cheeseburger und einen Césarsalat.
Gestärkt schnappen wir uns einen Sighseeingbus und machen eine einstündige Stadtrundfahrt. Anschließend schlendern wir auf die Akne Bryke und beschließen dort den Nachmittag.
Nachdem wir uns für das Abendessen frisch gemacht haben, laufen wir das kurze Stück zur neuen Oper, die erst im April diesen Jahres fertig gestellt wurde. Ein imposantes Bauwerk. Ähnlich gewagt wir die Oper in Sydney.
Danach geht es in die Brasserie France, teuer, aber auch gut. Als Absacker ein Martini.



Oslofjord



Auf dem Weg nach Lom

Stabkirche von Lom

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Nach einem ausgiebigen Frühstück starteten wir schon um 9:45 Uhr in Richtung Lillehammer. Die Autobahn ist relativ leer und wir blicken noch nicht ganz, wie die Gebühren zu zahlen sind. Wir besitzen keine Vignette und registrieren die anfallenden Gebühren!!!!
Man erschrickt erst mal, wenn man kurz darauf die Kamerabrücken sieht, da man ja von Österreich kennt, ohne Pickerl wird man gnadenlos abkassiert. Also nichts wir raus an der nächsten Tankstelle. Dort erklärt uns ein netter Tankwart das skurrile norwegische Mautsystem.
Es gibt Schilder, die zeigen für die einzelnen Strecken die anfallenden Gebühren an. Man kann dann weiterfahren und an der nächsten Tankstelle den entsprechenden Betrag bezahlen. Man kann aber erst am Ende der Fahrt eine Tanke suchen und dort erzählen, wo man herkommt und für die gesamte Strecke bezahlen. Falls man das versäumt, gibt es eine Company in England, die die Aufnahmen auswertet und die Nummernschilder den Strecken zuordnet, die Halter ermittelt und dann nach etwa einem halben Jahr die Gesamtrechnung zuschickt. Wir haben uns für die dritte Variante entschieden.
Um 12:30 Uhr haben wir Lillehammer erreicht. Ein netter Ort mit sehr vielen Cafés. Unser Ziel war ein Supermarkt für das Mittagspicknick. Schöne Rastplätze mit Aussicht gibt es an der E 6 genug.
Lom
Ankunft in Lom gegen 16 Uhr nach ca 350 km. Nach dem Einchecken im knarzenden Hotel Fossheim suchen wir ein nettes Café. Leider gibt es nur schmuddelige Selbstbedienungseinrichtungen. Bei dem einzigen weniger schmuddeligen hat man als Aussicht eine wunderschöne Betonwand. Also beschließen wir, sofort die Stabkirche zu besuchen. Diese wiederum ist sehr schön, ziemlich alt, aber immer noch die Hauptkirche des Dorfes. Damit sind die Sehenswürdigkeiten von Lom abgehakt und wir trinken ein Glas Wein auf unserer Terrasse.
Das Fossheim
Das Hotel ist schon etwas in die Jahre gekommen, aber die junge Dame an der Rezeption ist sehr freundlich. Die Zimmer sind äußerst hellhörig und die Dielen knarzen bei jedem Schritt.
Im Restaurant kocht ein Sternekoch. Die Blumenkohlsuppe war sehr versalzen und das Kalbsteak waren zwei sehr dünne Streifen Fleisch. Auch der Nachtisch konnte nicht überzeugen. Wir nahmen die Weinbegleitung, 1 Glas Weiß- und ein Glas Rotwein für zusammen 360 NOK.
Im Bad muss man die Duschkabine ausklappen, damit man darunter Platz findet. Dann ist das ganze Bad eine einzige Nasszelle. Der Fußboden ist komplett nass, für alles weitere muss man also barfuß sein. Aber das Wasser ist schön heiß und der Duschkopf sehr angenehm. Man kann nicht alles haben.
Das Auto kann man zwar vor der Türe parken, aber fürs Gepäck ist man selber zuständig. Das ganze für 2.850 NOK ( 350 € ) ist dann schon etwas happig.



In Fjaerland

Die Landschaft ist gigantisch, man möchte dauernd stehen bleiben und Fotos machen. Wir überqueren einen Pass in 1.350 m Meereshöhe und sinken dann wieder auf die Höhe des Sognefjords, des größten Fjords Norwegens.
An einem Arm des Sognefjords machen wir Picknick mit mitgebrachter Salami und Kümmelkäse. Tomaten und Trauben runden das Menü ab. Man hat tollen Blick auf den Fjord und gleichzeitig auf die Gletscherzungen des Jostedalsbreen, des größten Plateaugletschers des europäischen Festlandes.
Anschließend besuchen wir das Gletschermuseum und dann den Gletscher selbst bei Bœyabreen.
Die Übernachtung haben wir im Hotel Mundal vorgebucht. Als wir dort ankommen ist das Hotel ziemlich verlassen und macht den Eindruck, es hätte seine besten Zeiten schon mindestens 50 Jahre hinter sich. Wir schauen uns das schönste Zimmer an, aber auch das macht keinen frischen Eindruck. Als die nette junge Dame auch noch erklärt, das Internet funktioniere nicht, beschließen wir, das Zimmer hier zu stornieren. Statt dessen gehen wir ins Fjordhotel und werden dort freundlich empfangen. Wir können zwischen drei Zimmern wählen und es kostet weniger, auch das Abendessen schaut hier vernünftiger aus und wir müssen es vermutlich nicht alleine einnehmen.
Fjærland ist die Bücherstadt Norwegens. Sie besteht fast ausschließlich aus Antiquariaten. Es schaut so aus, als hätten sich alle ausgelesenen Bücher, Taschenbücher und Gedichtbände hier zusammengefunden um sich gegenseitig von den alten Zeiten zu erzählen. Auch die vier Wände unseres Zimmers bestehen aus gefüllten Bücherregalen.
Am Abend sind wir erst einmal mit einen kurzen Vortrag über die Region Fjaerland informiert wurden. Der Besitzer managt das Hotel mit seiner Familie, fängt den Fisch, braut das Bier, schießt die Hirsche und serviert das Essen. Es hat vorzüglich geschmeckt, Rote Beete Suppe, dann ein gebratener Dorsch mit Erbsen und Kartoffeln und als Nachtisch einen Rhabarberkuchen mit Vanilleeis. Ein kleiner Spaziergang durch den Ort und danach gleich in unser schnuckeliges, gemütliches Bücherzimmer.
Fjærland war bis 1986 nur über das Meer bzw. Zu Fuß über die Berge zu erreichen, erst dann wurde es ans Straßennetz angeschlossen. Trotzdem war das Tal seit Jahrhunderten besiedelt. Grund dafür war der gute, fruchtbare Boden und die Nähe zum Gletscher. Nirgendwo in Norwegen ist ein Gletscher so nahe am Meer wie hier. Deshalb gab es in Fjærland schon immer Fremdenverkehr. Es entstand hier das bekannte Hotel Mundal, das die Frau eines Lehrers plante. Sie hatte kein Geld und von der Bank bekam sie keinen Kredit. Aber die schon immer wohlhabenden Farmer erkannten, dass durch ein großes Hotel ihr Einkommen im Fremdenverkehr steigen würde. Also gaben sie der Frau den Kredit und das Hotel wurde ein großer Erfolg.
Auch König Oskar von Schweden und Norwegen, das damals noch zusammen gehörte, wollte einstmals den Gletscher besuchen. Ein Farmer brachte ihn mit seine Pferden dorthin und bewirtete ihn. Als der König bezahlen wollte, nahm der Farmer kein Geld: Ein König muss hier nicht bezahlen. Zuhause überlegte König Oskar es sich aber anders. Er, als der reichste Mann kann es nicht zulassen, umsonst zu logieren. Also schickte er Geld mit einem Brief an den Farmer zurück. Dieser wiederum schickte das Geld ebenfalls wieder zurück, nochmals mit der Bemerkung: ein König braucht hier nichts zu bezahlen. Der König schickte das Geld dann abermals zurück mit einem Schreiben: der Farmer möchte das Geld dann bitte den Armen Fjærlands zukommen lassen. Er erhielt das Geld abermals zurück mit der Bemerkung: in Fjærland gibt es keine Armen. Nun schickte der König das Geld wieder hin und bat den Farmer, mit dem Geld etwas Gutes zu tun. Da im ländlichen Gebiet die Leute schon immer etwas frommer waren, wurde mit dem Geld dann die Kirche Fjærland gebaut.
Die Familie des ehemaligen amerikanischen Vizepräsidenten Mondale stammt aus dem Gebiet (Mundal), daher kam er auch einmal zu Besuch nach Fjærland. Seitdem gibt es hier ausgezeichnete Telekommunikations- und Internetverbindungen.



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Geiranger

Als Tipp vom Wirt Bård für die Übernachtung in Geiranger sollten wir ins Utsichten gehen. Auf dem Weg nach Geiranger geht es kurz vor dem Ziel hoch auf den Dalsnibba. Vom fast 1.500 m hohen Gipfel hat man einen tollen Blick auf den Geirangerfjord, dem bekanntesten Fjord Norwegens. Die Kreuzfahrtschiffe im Fjord wirken wie Spielzeugschiffchen. Der Ausblick in alle Richtungen ist überwältigend.
Leider waren im Uitsichten alle Zimmer bereits belegt, so dass wir ins Hotel Union Geiranger ausweichen mussten. Doch dies war auch keine schlechte Wahl. Wir hatten ein riesiges Zimmer mit Blick auf den Geirangerfjord, ein große Bad und ein leckeres Frühstück.
Abendessen in der Brasserie Posten: leckere Postburger und eine Pizza



Auf dem Dalsnibba



Molde

Abschied vom Geirangerfjord. Leider ging die Fährverbindung von Geiranger nach Valldall nur bis zum 20.August, sonst hätten wir diese Route vorgezogen. So ging es über die Straße mit immer wieder tollen Ausblicken auf den Geirangerfjord.
Die Straße führt über Valldal an der Klamm Gudbrandsjuvet vorbei hoch zum Rasthaus Gudbrandsjuvet. Hier steigen wir kurz aus um den tollen Blick auf die Hochgebirgslandschaft zu werfen. Diese Gegend ist ein ausgezeichnetes Wandergebiet mit gut ausgeschilderten Wegen. Hier entstehen schöne Landschaftsfotos mit Wollgräsern im Vordergrund.
Nach weiteren 3 km erreicht man das Rasthaus Trollstigen, von wo aus man den spektakulären Blick auf die Trollstigen hat, Norwegens bekannteste Straße. Schon das Rasthaus mit seiner futuristischen Form und aus Sichtbeton gebaut, ist architektonisch eine kleine Sensation. Seine Linienführung ahmt die Form der Gebirge nach und paßt sich modern aber stimmig in die Landschaft ein.
Allein schon der Blick zur Aussichtsplattform, komplett aus Kortenstahl und Glas ist spektakulär. Der Blick von dort auf die eigentliche Straße, den Trollstigen, ist wohl die Stelle, von der in Norwegen die meisten Fotos gemacht werden. Leider liegt die Serrpentinenstraße teilweise im Schlagschatten der umliegenden Berge, dennoch ist der Blick auf diese „Schlange“ mindestens ein Foto wert.
Kurz darauf erreicht man Molde, die Rosenstadt. Nach dem Einchecken im bereits vorgebuchten Hotel Fjordstuer und einer schnellen Dusche fahren wir auf den Aussichtspunkt hoch über der Stadt. Von hier hat man einen phantastischen Blick über die Stadt, über den Fjord und die angrenzenden Berge. Dieser Blick ist das wirklich Spektakuläre von Molde. Wir haben nach wie vor Glück mit dem Wetter, die Sonne scheint und taucht im Abendlicht die Berge in ein magisches Licht und läßt die rot gestrichenen Häuser aufglühen.
Molde selbst hat sonst nicht allzu viel zu bieten. Das Abendessen nahmen wir im Egon zu uns, nicht schlecht aber auch nicht besonders gemütlich.
Nach dem Abendessen fuhr das Hurtigenrouten Schiff ein, ein riesiger Dampfer und die ganzen Ausflügler, die die Trollstigen mit dem Bus gemacht haben, stiegen wieder ein. Auch zwei Autos gingen an Bord.





Ålesund

Die kurze Strecke nach Ålesund war schnell geschafft, obwohl wir eine längere Fahrt mit der Fähre hatten.
Unser Zimmer war noch nicht fertig, so machten wir gleich einen Rundgang zum Hafen. Dort kam uns ein zerknittertes Brautpaar entgegen, das seine Hochzeitsnacht in Zimmer 47 unseres Hotel verbracht hat. Dieses Zimmer 47 ist ausgelagert und befindet sich in einem kleinen Leuchtturm am Ende der Hafenmole.
Nach dem Fotoshooting der Jugendstilhäuser suchten wir uns einen Platz für unser mittägliches Picknick. Diesen fanden wir in der Nähe der Befestigungsanlagen aus dem 2. Weltkrieg, wo sich hier die Deutschen mit den Norwegern heftige Gefechte geliefert haben. Heute ist hier das Aquarium Alesunds.
Ålesund ist eine nette Kleinstadt, die 1904 komplett bis auf das steinerne Gefängnis und die Kirche abgebrannt ist. Danach wurde es komplett im Jugendstil wieder aufgebaut. So präsentiert sich Ålesund noch heute.
Dann ging es noch auf den Aussichtspunkt hoch über der Stadt. Allerdings kommt einem hier abends die Sonne entgegen und die besten Fotos entstehen von diesem Punkt aus im Morgenlicht, doch immer kann man sich den Sonnenstand nicht aussuchen.
Berühmt ist Ålesund auch für seine Fischlokale, da hier die größte Kabeljaufangflotte ihren Sitz hat. Doch leider war Sonntag und bis auf Egon alle Restaurants geschlossen.



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Vogelinsel Runde

Das Ziel nach dem ausgezeichneten Frühstück war die Vogelinsel Runde. Der Tag war allerdings etwas bewölkt und ziemlich windig. Je näher wir an Runde kamen, desto einsamer wurde die Gegend. Am Hafen von Runde war ein Schild, dass die Bootsfahrten zum Vogelfelsen um 13:00 Uhr starten sollten. Also machten wir Picknick und warteten. Aber es war wie das Warten auf Godot, es kam niemand, weder ein weiterer Gast, ein Boot oder ein Bootskapitän. Wir fragten eine nette Dame, die dann meinte, bei dem heutigen Wind würde sicher kein Boot fahren.
Also machten wir uns zu Fuß auf den Weg zu den Vogelfelsen. Es ging sehr steil bergauf und wir hatten stürmischen Gegenwind.
Eine nette Norwegerin, die wir unterwegs trafen, erklärte uns, dass die Papageientaucher tagsüber auf dem Meer zum Fische fangen wären und erst Abends zurück kämen. Aber oben an der Kante sollten wir uns nach links wenden, ein Stück weiter laufen, dann ginge es eine Leiter hinab und dann an einem gesicherten Drahtseil entlang. Von dort könnten wir dann alle Vögel sehen. Das war uns dann aber angesichts des Sturmes uns der 400 m Höhenunterschied doch etwas zu heikel.
Bis zur Rückkehr der Papageientaucher wollten wir nicht warten. Von der Klippe sahen wir nur Möwen und viel Zeit wollten wir auch nicht mehr aufwenden. So gingen wir wieder zurück zum Auto. Unterwegs konnten wir noch mehrmals die Raubmöwen, Skuas, beobachten, die in tollen Flugmanövern Ausschau nach Beute machten. Hier gelangen auch ein paar gute Fotos.
Runde machte insgesamt einen sehr netten Eindruck und wir bedauerten, nicht mehr Zeit für diese Insel zu haben. Hier wäre es schön gewesen, mit dem Wohnmobil ein paar Nächte zu verbringen.
So ging es leider weiter bis wir gegen Abend eine Unterkunft suchten. In Sandane fanden wir ein schönes Tripadvisor Hotel. Wir benutzten aber nur kurz die Toilette und führen dann weiter zum Best Western nach Skei.
Dieses Bushotel war nun leider eine Katastrophe, allerdings war das Abendessen, Forelle frisch aus dem See äußerst lecker. Das Zimmer war muffig und klein, die Dusche eine einzige Nasszelle, warm und das Fenster lies sich nur zehn Zentimeter öffnen.





Die Hopperstedter Stabkirche und das Hotel Stalheim

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Kaum waren wir aufgebrochen, hatten wir schon den Sognefjord erreicht und die Fähre wartete schon. Bei der Überquerung konnten wir mehrere Gruppen Schweinswale beobachten, die hier heimisch geworden sind. Kurz nach der Überquerung von Norwegens größtem Fjord, kamen wir auch schon an unsere nächste Station, die Hopperstedter Stabkirche.
Nachdem wir 60 NOK pro Person Eintritt bezahlt hatten, dachten wir schon, das war's gewesen. Aber dann fragte ein netter älterer Herr auf englisch, ob wir gerne eine Führung haben wollen. Dem konnten wir natürlich nicht widersprechen. Also erklärte uns der Führer die Geheimnisse der Hopperstedter Stabkirche. Sie ist mit 900 Jahren eine der ältesten Stabkirchen in ganz Norwegen. Von ehemals über insgesamt 1.000 Stabkirchen in Norwegen sind nur noch 28 übrig geblieben. Vor hundert Jahren wollte man auch diese hier abreißen und hatte schon die Gemälde und Farben von den Wänden entfernt, um das Holz besser verkaufen zu können, denn die gestiegene Einwohnerzahl machte eine größere Kirche erforderlich.
Doch in letzter Minute konnte die Kirche gerettet werden. Durch die Entfernung der Farben kamen alte Graffiti zu Tage, die zeigten, dass schon die Kids im Mittelalter Unfug während des Gottesdienstes trieben.
Interessant war die Geschichte der Christianisierung Norwegens und die Maßnahmen des König Olaf, der die Christianisierung und später die Bekehrung zum reformierten Glauben damit durchsetzte, indem er die Verweigerer bei Ebbe ins Meer binden lies. Die Tide beträgt in Hopperstedt nur einen Meter, so hatte der Angebundene genug Zeit bis zur Flut, den neuen Glauben anzunehmen oder langsam zu ertrinken.
Der nette Herr war ein Rentner, der 1970 nach Südamerika auswanderte, nun nach der Pensionierung auf den Hof seines Schwiegervaters zurückkehrte, und nunmehr hier seinen Lebensabend verbringt.
Als Ziel hatten wir uns für diesen Abend das Hotel Stalheim vorgenommen. Obwohl anfangs etwas skeptisch bei alten Hotels, hat uns dieses sehr positiv überrascht. Erst mal Kaffee getrunken und die Aussicht von der Terrasse und dann vom Zimmer genossen. Zum Abendessen dann Menü, dies war allerdings ziemlich üppig und mit 360 NOK (45 €) nicht unbedingt eine Occasione. Aber immerhin war es sehr stilvoll.





Bergen

Von Stahlhelm aus haben wir recht schnell Bergen erreicht. Hier war unser teuerstes Hotel mit über 300 €, aber war nichts anderes mehr frei. Gleichzeitig mit uns gingen die Gäste von zwei Kreuzfahrtschiffen über den Fischmarkt. Nicht gerade günstig bieten hier etwa 50 Stände ihre Fischspiesse an. Alles überfüllt, laut, schmuddelig und vor allem viel zu teuer. So leisteten wir uns zwei Quarterpounder im McDonalds.
Um die Bergencard auszunutzen besuchten wir als erstes das Gamle Museum von Bergen. Hier waren aus verschiedenen Zeiten des 19. Jahrhunderts Häuser zusammengetragen und Schauspieler spielten Szenen aus dem damaligen Leben nach. So war fließendes Wasser in der Küche anno 1867 eine tolle Neuerung.
Anschließen bummelten wir über das alte Viertel Bryggen in die Fußgängerzone und suchten verzweifelt die Haltestelle der Linie 11, die uns ins Aquarium bringen sollte. Als wir sie schließlich gefunden hatten, stellte sich heraus, dass der Bus nur einmal pro Stunde geht und die letzte Abfahrt vor 10 Minuten stattfand. Also fuhren wir mit dem Auto hin. Das Aquarium war zwar nicht toll, aber man konnte gute Fotos von den Fischen machen.
Generell ist zu sagen, dass sich die Bergencard nicht bezahlt macht, da man in fast allen Museen trotzdem bezahlen muss und auch für das Aquarium nur ein kleiner Nachlass gewährt wurde. Abends fanden wir dann einen netten Italiener. Pizza und Pasta schmeckten auch mal wieder lecker. Allerdings hat er bei uns den gratis Limoncello vergessen.
Am nächsten Tag wollten wir um 10.00 die deutsche Führung durch Bryggen machen, doch die fiel leider aus. Der Besuch im hanseatischen Museum kostet trotz Bergencard 60 NOK pro Person, also buchten wie eine englische Führung inclusive Bergen Museum, Hansemuseum und Führung für 120 NOK p.P.
Diese war insgesamt recht interessant, auch wenn wir nicht alles verstanden.
Dann ging es weiter nach Haugesund.



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Haugesund und Stavanger

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Haugesund hatten wir als Destination ausgewählt, weil es uns bis Stavanger zu weit erschien und wir als nächsten Reisehöhepunkt den Preikestolen, den Prediktstuhl anvisiert haben.
Haugesund hat nicht viel zu bieten, außer dass hier die heimliche Heimat von Marilyn Monroe ist, da ihr Vater hier eine Bäckerei hatte bevor er in die USA auswanderte. Daher ist ihr hier ein kleines Denkmal gewidmet.
Abendessen im Egon, wie bereits zweimal genossen, immer wieder lecker und einigermaßen bezahlbar.
Nach dem Aufbruch in Haugesund erreichen wir als nächstes Stavanger. Auch hier liegen bereits zwei Kreuzfahrtschiffe vor Anker und die Stadt ist brechend voll. Die Stadt ist sehr nett, voller Geschäfte und Cafés. Wir verbringen hier zwei, drei Stunden, unterhalten uns mit zwei Kreuzfahrern, 980 € pro Person in der Innenkabine für 10 Tage Kreuzfahrt ab Hamburg bis Trondheim bei Metro gebucht, da kann man nicht meckern.
Dann im Erdölmuseum das Tiefseetauchen beobachtet und einen Strafzettel wegen Parküberschreitung kassiert (kostete im Nachhinein über 80 €).



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Auf dem Preikestolen

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Weiterfährt dann zum Prediktstuhl. Unser Zweibettzimmer im Preikestolenhytta ist schon telefonisch reserviert, wir müssen nur noch Proviant kaufen und tanken, dann beginnt die Vorbereitung auf den Gipfelsturm des Preikestolen. Der Tank fasst wieder 990 NOK (120 €) und im Supermarkt Kiwi bekommen wir alles für eine zweistündige Hochgebirgsetappe. Also hoch zur Hytta. Wir waren sehr angenehm überrascht, dass es doch so ein gemütliches Hotel ist. Kurz noch das Zimmer getauscht und lieber für den tollen Seeblick entschieden und drei weitere Betten vorgefunden. Zum Abendessen gab es Schweinenackensteak und einen köstlichen warmen Schokoladenkuchen. Die nette Platzanweiserin brachte uns an den Tisch und erklärte dann das Abendmenu, gleichzeitig übergab sie uns die Speisekarte. aber da stand auch nicht mehr drin als das gerade eben Vorgetragene. So blieben wir bei dieser Auswahl. Angerichtet wurde das Ganze liebevoll vor unseren Augen durch einen verhinderten Sternekoch. Dieser drapierte die Karöttchen und den Brokkolizweig auf das Fleischstück wie ein kleines Kunstwerk. Im Haus waren außer uns eigentlich nur Frauen, am Nebentisch gleich in siebenfacher Konstellation. Diese wurden nach dem zweiten Glas der Weinbegleitung so lustig und laut, dass wir uns aufs Zimmer verabschiedeten. Mit selbst zwei Gläsern Wein und dem tollen Ausblick waren wir ganz glücklich.
Ausgezeichnetes Frühstück am Preikestolen. Wir haben schon die Wanderhosen an. Um 9:30 Uhr geht es los, der Anstieg ist schon relativ steil. Weil wir früh dran sind, ist noch nicht viel los. Es geht über mehrere Stufen immer höher und der Weg ist recht beschwerlich. Wanderstöcke wären nur hinderlich gewesen.
Nach zwei Stunden teilte sich der Weg, da wir alleine waren, nahmen wir den rechten. Dieser führte uns oberhalb des eigentlichen Prediktstuhls auf eine Plattform, von der wir eine tolle Sicht auf den Preikestolen hatten.
Wahnsinnig beeindruckend wie diese Felsplattform dort steht mit drei Wänden, die seitlich über 600 m senkrecht nach unten abfallen. Von oben wirkt der Felsen wie ein Tablett, auf dem die Menschen wie Spielzeugfiguren angeordnet sind. Auch von hier oben geht es senkrecht nach unten, man muss seine Schritte mit Bedacht setzen. Obwohl hier alles ungesichert ist, ist es bisher nicht zu Unfällen gekommen. Man spürt auch, wie sich jeder vorsichtig und rücksichtsvoll bewegt.
Nach und nach werden es immer mehr Menschen auf der Plattform, auf die wir jetzt auch herunter gestiegen sind. Gleichzeitig setzt ein Regenschauer ein. Es wird ungemütlich. Innerhalb von Sekunden ist alles zugezogen und man sieht kaum mehr das Wasser des Fjords.
Nachdem wir schnell unsere mitgebrachten Brote gegessen haben und es auch nicht nach Besserung aussieht, verlassen wir dieses Highlight wieder und begeben uns auf den Rückweg. Diesmal wählen wir die direkte Route entlang der Kliffkante. Überall sind hier wieder Aussichtspunkte mit extremen Abgründen.
Aber nach etwa 10 Minuten hat man die Kante hinter sich gelassen und man begibt sich auf den beschwerlichen, aber ungefährlichen Rückweg. Mittlerweile hat fast eine Völkerwanderung eingesetzt, der wir jetzt entgegen laufen. Es sind überwiegend Norweger, davon ca. 80 Prozent Frauen, und sehr viele Asiaten, die uns entgegen kommen.
Nach weiteren eineinhalb Stunden Laufzeit sind wir ziemlich geschafft wieder am Auto, kaufen am Kiosk schnell einen Magneten und ein Schnapsglas und machen uns auf die Weiterfahrt Richtung Süden.



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Flekkefjord

Unser abendliches Ziel ist Flekkefjord. Wie erreichen diese hübsche Kleinstadt nach zirka zwei Stunden Autofahrt und wollen nun auch nicht mehr weiter fahren, da wir von der Wanderung ziemlich müde sind.
Im Reiseführer wird dort das Maritim empfohlen und wir finden dort auch noch ein Zimmer. Der Ort wirkt am Samstagabend ziemlich ausgestorben, wir drehen mit dem Auto eine kleine Runde, finden aber kein offenes Restaurant. So bleiben wir zum Dinner im Maritim.
Zum Essen kann man zwischen Fisch oder Fleisch wählen, wir entscheiden uns beide für Fleisch. Keine schlechte Wahl, denn die Kalbsteaks schmecken vorzüglich. Allerdings gibt es immer und überall die gleichen Beilagen, Kartoffeln und gekochtes Gemüse.
Das Frühstück im Maritim war von Selfservice geprägt. Alles war schon hergerichtet, der Kaffee in Warmhaltekannen, ebenso das Rührei und alles andere. Wenn am Morgen überhaupt kein Bedienpersonal mehr erscheint , wirkt es schon etwas lieblos. Wir waren schließlich nicht die einzigen Gäste, außer uns hatte es wohl noch ein Klassentreffen von ca. 65 jährigen Damen gegeben, die hier ebenfalls übernachtet hatten.



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Von Kap Lindesnes bis Risor

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Auf der Strecke Richtung Oslo lag als nächstes Ziel der südlichste Punkt Norwegens, das Kap Lindesnes. Als wir dort aussteigen wollten, ging gerade ein Wolkenbruch nieder, also warteten wir kurz ab. Wir hatten Glück, denn nach kurzer Zeit war der Regen weitergezogen, wir konnten aussteigen und das Kap besichtigen.
Es wehte ein extrem starker Wind und auf der Plattform des Leuchtturmes konnten wir spüren, was mit sturmgepeitscht gemeint ist. Immerhin war es trocken. Das Kap und seine Geschichte ist sehr interessant und den Abstecher wert.
Als nächsten Ort suchten wir Grimstad auf, um eventuell dort zu übernachten. In Grimstadt hat Henrik Ibsen sechs Jahre seines Lebens zugebracht. Er kam nach Grimstad um hier eine Lehre in einer Apotheke zu absolvieren und arbeitete nach erfolgreichem Abschluss dort noch drei Jahre, bevor er weiterzog. Immerhin hinterließ er hier ein nettes Ibsen-Café, in dem wir Kaffee tranken und einen leckeren Schokoladenkuchen aßen.
Nachdem dieser Ort aber an diesem Sonntagnachmittag ausgestorben wirkte und wir noch nicht allzu müde waren, entschlossen wir uns, noch ein Stück bis Risør weiter zu fahren.





Wieder in Oslo

Die Anreise von Risor nach Oslo dauert nur zwei Stunden, wir kamen gegen Mittag in Oslo an. Wir hatten Glück und konnten schon unser Zimmer im Grand Hotel beziehen. Das Auto parkten wir in der kleinsten Tiefgarage Oslos mit der engsten Einfahrt, in die ein X5 jemals gefahren ist. Danach ging es mit der U-Bahn los ins Munch Museum. Im Munch-Jahr waren in der Nationalgalerie und im Munch-Museum Bilder von Edvard Munch aus Museen der ganzen Welt zusammengetragen worden. Beide Galerien zeigten jeweils ein Exemplar des berühmtesten Bildes "Der Schrei". Von diesem Thema sind vier Exemplare in Gemäldeform und mehrere Lithografien vorhanden. 2012 erzielte ein Exemplar den bis dahin höchsten Versteigerungserlös von 120.000.000 $.
Nach kurzer Stärkung fuhren wir dann mit der Straßenbahn ins Norwegische Volkskundemuseum. In diesem 1902 eröffneten Freilichtmuseum kann man auf einem Spaziergang eine Zeitreise durch 800 Jahre norwegische Geschichte unternehmen.
Bevor uns am nächsten Tag um 14.00 die Fähre von Oslo zurück nach Kiel bringen sollte, statteten wir noch dem Vigeland-Park einen Besuch ab. Hier befinden sich rund 150 Skulpturen mit etwa 650 meist nackten Figuren. Der Monolith in der Mitte besteht allein aus 120 Figuren und ist von 36 Figurengruppen umgeben.



Grand Hotel Oslo



Fotobuch

Noch ein kleiner Tipp in eigener Sache. Ich beabsichtige, diesen Bericht auch als interaktives Fotobuch bei itunes im Book-Store zu veröffentlichen. Dort ist bereits von mit als reines ebook für ipads erschienen "Im Land der Grizzlys". Wer Interesse an Alaska und Yukon hat, kann hier schon mal reinschnuppern.


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Kommentare

  • gs47

    Hallo,
    alles Orte bis auf Molde die ich in meiner 11 jährigen Skandinavienfahrten kenne.Ja toll alles!!!

Bitte melden Sie sich an, um einen Kommentar abzugeben. Mit dem Auto durch Südnorwegen 5.00 5

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