Die Fischer von Imsouane

Reisebericht

Die Fischer von Imsouane

Reisebericht: Die Fischer von Imsouane

Fischfang ist in vielen Ländern eine Grundlage des Lebens. Und sehr oft ist es auch eine sehr schwere und nicht ungefährliche Arbeit, die die Fischer verrichten müssen. So auch an der Atlantikküste Marokkos

Mittagszeit im Hafen



Die Fischer von Insouame 3

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Unsere Radtour durch Marokko führt uns schließlich auch zur Atlantikküste und ein Stück an dieser entlang. Von Agadir geht es nordwärts in Richtung Essaouira. Wie auch sonst radeln wir nicht die gesamte Strecke; immer wieder werden lange Stücke mit den uns von Beginn an begleitenden Bussen bewältigt.

An diesem Tag wollen wir einen Abstecher in ein kleines Fischerdorf machen. Unser Reiseleiter, Uwe, hat uns das Mittagessen dort versprochen. Direkt am Hafen bei über Holzkohlenfeuer gegrillter Dorade wollen wir Pause machen. Auch wenn nicht alle aus der Gruppe Fisch essen – alle freuen sich drauf. Sicher liegt es nicht nur an der Freude auf den frischen Fisch, vielleicht spielt auch das Meer, seine Wellen und das Rauschen eine Rolle. Bereits die letzte Nacht hatten wir in der Nähe von Agadir in einem Ort am Meer übernachtet. Eine willkommene Abwechslung nach den Tagen der Trockenheit im Binnenland Marokkos und in der Nähe zur Sahara



Rückkehr des Bootes



Nach einer heftigen Abfahrt von der Höhenlage bei etwa 300 Metern geht es hinunter bis in den Ort, bis zum Hafen. Hindurch zwischen neu gebauten Häusern, die eine Aufbruchstimmung vermitteln, geht es hinab zum Hafen, dem alten Kern des Ortes. Eine große Zahl blauer Fischerkähne liegt hier. Bis das Essen fertig ist haben wir noch etwas Zeit, vertreten uns die Beine und schauen uns im Hafen um. Natürlich muss ich fotografieren und die mutigen Menschen erleben, die mit diesen kleinen Booten auf den Atlantik hinausfahren und Fische fangen. Dabei ist das Wetter heute ruhig, der Wind nicht stark. Die Sonne scheint von einem wolkenlosen Himmel.



Ein Fischerboot kommt langsam in Richtung Hafen. Das Motorengeräusch wird von den Wellen, die gegen die Hafenschutzmole rauschen, überdeckt. Drei Männer stehen in dem blauen Boot. Einer der Fischer in einer gelben Schutzhose hält das Steuer des Außenbordmotors. Sein Gesicht erinnert mich unheimlich an Anthony Quinn im Film Alexis Sorbas. Sein Blick ist über den Bug auf den Hafen gerichtet. Einer seiner Gefährten springt kurz bevor das Boot die Slipanlage erreicht ins Wasser. Das Boot wartet etwas zurückgesetzt im Wasser bis eine Reihe anderer Männer und Fischer erscheint und sie dann gemeinsam den hölzernen Kahn an einem langen Seil an Land ziehen.



Die Fischer von Insouame 5



Die Anstrengung in der Mittagssonne sieht man den Männern an. Das Seil über den Schultern und mit beiden Händen festumklammert stemmen sie sich auf der schrägen Slipanlage nach vorn, ziehen Stück für Stück das Boot hinauf. Die Wellen des Atlantik, die das Boot noch teilweise tragen, unterstützen sie dabei ein wenig. Und doch müssen sie einen kurzen Stamm aus dem Boot nehmen, ihn quer über das Heck des Bootes unter Seile legen und dann wie Ochsen unter dem Joch, die Last des Kahnes durch ihre Kraft mindern, um es damit überhaupt möglich zu machen, dass das Boot die Steilrampe hinauf gezogen werden kann. Für mich ein eindrucksvolles Bild von Gemeinsamkeit, ein Symbol dafür, dass man es allein kaum schaffen kann, dass man Hilfe und Gemeinschaft braucht, um auch die schwerste Last bewältigen zu können. Und diese Gemeinschaft ist es, die sich auch dadurch verstärkt, dass noch ein paar Männer hinzulaufen, sich einreihen und mitziehen, die es schafft, das Boot in den sicheren Hafen zu bringen.



Die Fischer von Insouame 6



Auch während ich hier Fotos mache, bewegt mich die Szene sehr.

Zurück an den Tischen unter Sonnenschirmen in dem kleinen Restaurant höre ich durch die Gespräche am Tisch hindurch noch immer die Wellen des Meeres und mit noch größerer Dankbarkeit esse ich anschließend die gegrillte Dorade.



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Kommentare

  • ruma94

    Sehr gut hast du mit Bildern und Worten den ganzen Vorgang, die unglaublich harte Arbeit und die Gemeinschaftlichkeit, beschrieben, man konnte es richtig gut mit-erleben! Ich esse zwar auch keinen Fisch, aber wenn ich es denn täte, dann in einer Umgebung wie dieser! Und die blauen Boote gefallen mir ausgesprochen gut!!! LG Ruth

  • grenzenlos1

    Danke für den schönen Bericht.
    Als Radler sind wir ja auch sozusagen Seelenverwandt.
    Gruß Wi grenzenlos

  • Blula

    Ich kenne die Gegend um Essaouira und habe damals auch den Fischern bei der harten Arbeit zugesehen, ja zusehen müssen. Es gefällt mir, wie Du Deine Eindrücke hier widergibst.
    Ein sehr guter Bericht!
    LG Ursula

  • RELDATS

    Deine Beobachtungen hast du sehr gut und gekonnt in Worten ausgedrückt.
    Nette Grüße von Josef

  • Schriddels

    Nun ist es schon 40 Jahre her das ich in Marokko unterwegs war. Durch deinen Bericht wurde ich wieder in diese schöne Zeit zurückversetzt und Marokko scheint immer noch eine Reise wert zu sein.
    Liebe Grüße aus Salt Lake City Utah Wolfgang Schriddels

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