PORTUGAL - "Im Lande der Seefahrer" - Teil V ( letzter Teil )

Reisebericht

PORTUGAL - "Im Lande der Seefahrer" - Teil V ( letzter Teil )

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Evora - Lagos

Vasco da Gama

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Am nächsten Morgen, Abfahrt von Evora - ein letztes Mal führte der Weg durch den Park an der Stadtmauer, am Denkmal von Vasco da Gama und am Königspalast vorbei, wo wir anschließend am großen Parkplatz unseren Bus bestiegen.
Kurze Zeit später fuhren wir durch das Weinbaugebiet von Alentejo, hier wächst ein guter Tischwein.

Heute ist Nationalfeiertag, im Gedenken an die „Nelkenrevolution“ vor 38 Jahren. Ab 1961 gab es Kolonialkriege in Afrika. Am 25.04.1974 sollten wieder portugiesische Soldaten nach Angola geschickt werden, doch die Soldaten wollten nicht. Sie rückten mit Panzern in Lissabon ein, brachten den Ministerpräsidenten zum Flughafen, er flüchtete über Madeira nach Brasilien. Es war eine unblutige Revolution, die Soldaten steckten weiße und rote Nelken in den Gewehrlauf, daher Nelkenrevolution. Seither ist Portugal eine Demokratie. In den folgenden Jahren kamen 700.000 Rückwanderer aus den Kolonien.

Im Alentejo Gebiet gibt es viele Olivenhaine, das Öl hat beste Qualität, und Korkeichen-wälder. Zwei Drittel der benötigten Lebensmittel werden in Portugal erzeugt. Es gibt hier Landgüter mit 10.000 ha, große Felder, Orangen- und Olivenhaine, Feigenbäume, Pferde- und Rinder-herden. Korkeichenwälder mit bunten Blumenwiesen bedecken die sanften Hügel, eine schöne Landschaft.

Kurze Rast in Castro Verde um 10.30 Uhr. In dieser Gegend gibt es Trappen und ein Vogelschutzgebiet. Bis hierher hatten wir nur Landstraßen befahren, nun ging es weiter auf der neuen Autobahn an die Algarve. Bald erreichten wir die Provinz Algarve, sie ist im Norden gebirgig. Die Korkeichenwälder wurden im 18.Jh. abgeholzt, die Hänge sind voll Zistrosen, alles blüht weiß.
1242 wurde der letzte Teil der Algarve bei Lagos von den Mauren zurückerobert durch die Kastilier. Später wurde die Landschaft flacher mit großen Orangenhainen. Die Bitterorangen wurden von den Mauren eingeführt, die süßen Früchte brachte Vasco da Gama aus Indien mit. Heute werden keine Orangen exportiert, die köstlichen Früchte werden alle selber gegessen. In Plantagen wachsen auch Mandel- und Feigenbäume.


Wir fuhren an Portimao vorbei, liegt an der Mündung des Flusses Alvor, nach Lagos.
Die Blütezeit von Lagos war im 15. Jh. zur Zeit der Entdeckungsfahrten, deren Ausgangspunkt Lagos war, bis Vasco da Gama von Lissabon abfuhr. Lagos war die Hauptstadt der Algarve. 1755 zerstörten Erbeben und Tsunami Lagos, danach wurde Faro Hauptstadt.



Königlicher Palast in Evora



Wir erreichen Lagos

... mit solchen Caravellen...

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Um 12 Uhr erreichten wir Lagos, im Hafen lag eine nachgebaute Caravelle der Entdecker.
Geschichtlich ist der größte Reiz an Lagos schon immer seine geografische Lage gewesen. Gegenüber der nordafrikanischen Küste an der Mündung des Flusses Bensafrim gelegen, zog der Ort Siedler und ausländische Invasoren an und wurde in Portugals Goldenem Zeitalter der Entdeckungen zu einem Zentrum der Entdeckungsreisen.
Lagos wurde bald darauf ein Knotenpunkt für die Seefahrt, denn Entdecker wie Gil Eanes, der 1434 als erster Mensch das afrikanische Kap Bojador umsegelte, ist aus dieser Stadt abgefahren, um neues Land und neue Reichtümer zu finden. Zurückkehrende Schiffe, die mit Reichtümern und Sklaven beladen waren, machten Lagos zu einem Zentrum für den Handel mit Afrika und brachten Reichtum und Wohlstand in die Region.



"Klippentunnel"



Gässchen in Lagos

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Der Stadtrundgang führte uns durch die Fußgängerzone zum alten Rathaus, davor eine Statue von König Sebastio. Trotz der Zerstörung durch das Erdbeben von 1755 haben viele Häuser in der historischen Stadt ihr traditionelles Mauerwerk, die zauberhaften schmiedeeisernen Balkone und die schattigen Innenhöfe bewahrt.



...wir entdecken Lagos...



"Mercado de Escravos"...

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Auf der Praca da Republica befand sich der historische Sklavenmarkt Mercado de Escravos . Unter den Arkaden der Delegacao da Alfandega wurden die Sklaven, die ab 1444 vom afrikanischen Kontinent mitgebracht wurden, angebunden und zum Verkauf angeboten – dieser Markt gilt als der erste Sklavenmarkt Europas. Bis zum 18. Jh. gab es in Portugal Sklavenhandel. Auf dem Platz steht seit 1960 ein Denkmal für Heinrich den Seefahrer, das anlässlich seines 500. Todestages aufgestellt wurde.
An die Santa Maria Kirche schließt der Gouverneurspalast an, das Gebäude mit gelbem Giebel rechts der Kirche war das Zollamt.
Das Castelo dos Governadores (Gouverneurspalast) wurde vom 14. bis 16. Jahrhundert dort erbaut, wo einst eine arabische Burg stand und wurde der Wohnsitz des Gouverneurs der Algarve. Obwohl sie beim Erdbeben von 1755 teilweise zerstört wurde, besitzt sie ein wunderschönes manuelinisches Fenster, an dem König Sebastião vor seiner schicksalhaften Reise nach Afrika angeblich seine letzten Gebete sprach.



Praca da Republica



Stadttor am Hafen in Lagos

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Wir gingen bergauf zur Sankt Antonius Kirche, heute Museum, am Feiertag leider geschlossen. Wir versäumten einen barocken Innenraum, die vergoldeten Schnitzereien gelten als eine der schönste in Portugal.

So kehrten wir zur Stadtmauer zurück. Die Befestigungsmauern, Muralhas, die ursprünglich karthagischen oder römischen Ursprungs waren, wurden von den Arabern und dann noch einmal im 14. und 16. Jahrhundert erweitert, da die Stadt immer größer wurde.
Durch das Stadttor Porta de Sao Goncalo beim ehemaligen Castelo dos Governadores (Gouverneurspalast) erreicht man über eine Holzbrücke das Fort Ponta da Bandeira, das seit dem 17. Jahrhundert den Hafen verteidigte.



..an der Hafenfestung....



..unser Kapitän...

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Wir bestiegen kleine Motorboote und fuhren entlang der schönen Felsenküste, in Grotten mit azurblauem Wasser trotz bedecktem Himmel, zur Felsspitze Ponta da Piedade.
Das Meer war ruhig, bis wir um die letzte Felsnase bogen, dann schaukelte das kleine Boot auf den Wellen und im Wind. Wir kehrten um und fuhren nach Lagos zurück.



..an den Klippen von Lagos....



„ Algarve, Ausflüge und Rückreise nach Lissabon“

... melde - keine Piraten in...

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Wir fuhren weiter nach Sagres, durch das Naturschutzgebiet des südlichen Alentejo. Die Gegend um Sagres hat nur eine karge Vegetation, keine Bäume, nur niedrige gelb blühende Ginsterbüsche und Zistrosen. Um 16 Uhr erreichten wir die Festung.

In Sagres soll Heinrich der Seefahrer – Infante Dom Henrique im 15. Jahrhundert die bedeutendsten Kapitäne und Nautiker, Kartographen und Techniker von Portugal an der Navigationsschule versammelt haben. Hier sollen die Pläne für die großen Entdeckungs-fahrten entstanden sein, die von Portugal ausgingen. Leider ist die tatsächliche Bedeutung des Ortes schwer nachzuvollziehen, da das Erdbeben von 1755 auch hier wütete.


Das Fort Fortaleza de Sagres ist ein portugiesisches Nationaldenkmal von überragender Bedeutung, es befindet sich auf einer kilometerlangen Klippe namens Ponta de Sagres.
Die monumentale Verteidigungsanlage, die den Felsen heute zum Land hin abschirmt, entstand Ende des 18. Jh. Man betritt sie durch einen Tunnel in der vor einigen Jahren restaurierten Festungsmauer.
Die imposante Festungsmauer umschließt heute einige Wohngebäude, eine Kapelle, Kasematten und ehemalige Pferdeställe, die zu modernen Vortragsräumen umgestaltet wurde. Einzig eine, erst 1921 entdeckte, in Stein gelegte Windrose aus dem 15.Jh. – Rosa dos Ventos - auf dem Hof mit dem stolzen Durchmesser von 43 Metern verrät noch das Wirken von Nautikern und Astronomen an diesem Ort. Sie ist in 48 Segmente aufgeteilt und diente wohl den Wissenschaftlern zu navigatorischen Berechnungen, denn jedes Teil dieser Windrose entspricht 7,5° eines Kreises und 30 Minuten der Erdumdrehung. Vom Torgebäude der Festung hat man einen guten Blick auf die Windrose.



"Windrose"



Bucht am Cabo de Sao Vincente

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Von Sagres aus schweift der Blick über die Klippen bis zum südwestlichsten Punkt Europas – dem Cabo de São Vicente.



..am Cap sind die Klippen bis 70 m hoch...



..die Südwestspitze Europas....

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Um 16.30 Uhr fuhren wir weiter zum Kap Sankt Vincent. Ein kleiner Leuchtturm markiert das »Ende der Welt«. Sechzig Meter tiefer schlagen die Wellen unablässig an den Fels. Hier spürt man den Mut der Seeleute, die in unbekannte Weiten aufbrachen. An der Felsspitze treffen der Atlantik und das Mittelmeer aufeinander.

Das Cabo de São Vicente bei Sagres bildet gemeinsam mit der benachbarten Ponta de Sagres die Südwestspitze des europäischen Festlands. Die Algarve besteht dort aus einer felsigen, bis zu 70 Meter hohen Steilküste mit karger, baumloser Vegetation.
Die Christen benannten die Küstenspitze nach dem Heiligen Vinzenz von Saragossa, einem Schutzpatron der Seefahrer. Der Legende nach soll dort im 12. Jh. ein Schiff mit dem Leichnam des hl. Vinzenz – er erlitt 304 den Märtyrertod – in Begleitung von zwei Raben gestrandet sein.
Die sterblichen Überreste des Heiligen brachte man nach Lissabon und setzte sie dort in einem Silberschrein in der Se Patriarcal bei. Seither ziert der Heilige mit Boot und Raben das Wappen von Lissabon.



"sturmumwogen", das letzte "Zipf...



Klippen am Cabo de Sao Vincente

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Auf dem Cabo de São Vicente befindet sich ein 22 m hoher Leuchtturm, dessen Lichtkegel 32 Seemeilen (knapp 60 Kilometer) über den Atlantik reicht und der als der lichtstärkste Leuchtturm Europas gilt. Die kleine Festungsanlage stammt aus dem 16. Jh. Dieser Leuchtturm ist für die Seefahrt sehr wichtig. Das Licht der 3000 Watt Birne leuchtet an klaren Tagen 70 km weit. Auf einem der weltweit meist befahrenen Seewege halten Schiffe zum Kap einen großen Sicherheitsabstand.



Cabo de Sao Vincente



Sporthotel an der Algarve

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Wir blieben bis 17 Uhr und fuhren dann nach Albufeira weiter. Schon öfter in den letzten Tagen hatte der Motor während der Fahrt ausgesetzt. So auch heute wieder, doch mit einigen Unterbrechungen kamen wir gegen 18.15 Uhr in Albufeira an und erreichten um 18.30 Uhr das Hotel Alfama an der Küste. Beim Abendessen haben wir sehr guten Alentejo-Wein
(14 %) getrunken.


Ruhetag im Hotel Alfama

Wir machten einen Spaziergang auf den Klippen. Viele rote und gelbe Mittagsblumen wuchsen am Klippenrand, anschließend ein dichter Pinienwald, schöne Ausblicke aufs Meer waren gute Fotomotive. Bald blinzelte die Sonne durch die Wolken und beleuchtete die orangeroten Sandtürme der Klippen, dazwischen wuchsen die Mittagsblumen. Wir fanden einen Steig zum Sandstrand hinunter und spazierten am Rand der Wellen zurück. Ich zog meine Schuhe aus und watete im seichten Wasser, es war kalt. Doch ein paar Kälteunempfindliche wagten sich in die Wellen. Danach genossen wir die Sonne im Garten und ein Gläschen Portwein. Wir hatten Halbpension, Abendbuffet und ein Getränk, z.B. 2 Personen 1 Flasche Wein, inklusive.



...am Bilderbuchstrand bei Albufeira....



... noch keiner da....

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Antonio war mit dem reparierten Bus aus Lissabon gekommen.

Fahrt in die Stadt Albufeira, das heißt „maurische Festung am Meer“.

Albufeira hat eine etwa 2000-jährige Geschichte. Die Römer nannten es Baltum oder Balteus. Der arabische Name für das Gebiet lautete al-buhere, übersetzt "Burg über dem Meer". Die auf dem Felsen erbaute Stadt galt wegen ihrer Lage als uneinnehmbar. Die Mauren konnten erst 1249 von Afonso III. aus der Stadt vertrieben werden. Infolge des Erdbebens von Lissabon wurde die Stadt 1755 fast völlig zerstört.

Um 12.50 Uhr erreichten wir den Badeort, es hatte 16 Grad und die Sonne blinzelte durch die Wolken. Mit Maria spazierten wir durch das Zentrum zum Strand. In der Fußgängerzone schöne bunte Häuser, heute entweder Geschäft oder Restaurant. Viele Touristen waren unterwegs. Durch einen Torbogen kamen wir zum breiten Sandstrand, in langen Reihen standen Liegen und Sonnenschirme, jedoch ohne Badegäste.



"Klippenblumen"



..im Hotel an der Algarve...

"Klippenwandern"

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Nach einer Einkaufsrunde fuhren wir um 14 Uhr zurück zum Hotel Alfama. Eva und Hans luden uns zu einem Schnapserl auf ihren Balkon ein, ehe wir zum Strandspaziergang aufbrachen. Es war windig und kühl, aber die frische Meeresbrise war angenehm. Der Rückweg führte uns über die orangeroten Sandsteinklippen mit schönen Ausblicken auf das Meer zum Hotel.



...in den "roten" Dünen....



Albufeira – Olhao – Faro – Almancil – Albufeira

"stehen schon bereit, auch...

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09.30 Uhr Abfahrt von Hotel Alfama, ein Ausflug nach Faro und Almancil war geplant. Es hatte 13 Grad, nach einem Regenguß schien die Sonne.

Alle Strände Portugals sind öffentlich. Das Hotel Alfama liegt am Falesia Strand, ein Steilstrand mit breiter Sandküste. Heute ist es ein Naturschutzgebiet, im seichten Wasser laichen viele Fische, es gibt viele Wasservögel.

Wir fuhren nun auf der Autobahn Richtung Faro, die Stadt liegt etwa 30 km von unserem Hotel entfernt. Bis zur spanischen Grenze sind es 50 km. Von der Autobahn hatten wir einen schönen Blick auf Faro, den Leuchtturm und die Inseln im Wattmeer.

Wir hielten in der Stadt Olhao, d.h. „großes Auge“, gemeint ist eine große Süßwasserquelle. Wichtigster Erwerbszweig der Bewohner ist die Fischerei. Der Fischereihafen ist der größte der Region. Die Häuser sind alle in maurischem Stil errichtet, sie haben flache Dächer mit Dachterrassen und Zisternen für das Regenwasser.



..im Hafen von Olhao...



...am Fischmarkt in Olhao...

"Oktobusse" am...

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Um 10.15 Uhr fuhren wir am Fischereihafen vorbei, in den Booten lagen viele Netze, durch die Hauptallee zur Markthalle. Hier stiegen wir aus. Auf langen Tischen wurden Gemüse und Obst verkauft. Sauber aufgereiht lagen Tomaten, Zwiebel, Kraut, dicke Bohnen …


In der nächsten Halle wurden Fische verkauft – Tintenfische mit Tinte und Saugnäpfen, Sepia, Tigermuränen, Aale, Haifische … ein sehr reiches Angebot und viele Hausfrauen kauften ein. Die Portugiesen sind nach den Japanern die zweitgrößten Fischesser der Welt.



..die Auswahl ist groß...



Um 11.30 Uhr fuhren wir weiter nach Faro, der Hauptstadt der Provinz Algarve, auch bereits seit den Römern besiedelt. Als die Mauren kamen warfen sie die Statue der Jungfrau Maria ins Meer. Es gingen keine Fische mehr in ihre Netze, bis sie die Statue wieder herausfischten und der Ort wieder Santa Maria de Faro hieß.

Um 11.40 Uhr starteten wir zum Stadtrundgang, es hatte 16 Grad.
An der Gartenanlage Jardim Manuel Bivar mit hohen Palmen und Jacarandabäumen steht die Igreja da Misericordia, eine Kirche aus dem 14. Jh. die nach dem Erdbeben 1755 neu aufgebaut wurde. Am Dach war ein Storchennest und am Kirchenkreuz balanzierte ein Storch. Ein „Storchen-Lookout“.



Storchen - " Lookout "



Am Südende des Parks sieht man den im 18.Jh. gebauten Arco da Vila mit einem Glockenturmaufsatz und der Figur des Stadtheiligen Thomas von Aquin. Durch das Tor kommt man in das teilweise noch von einer Stadtmauer aus dem 13. Jh. eingefasste historische Zentrum von Faro.
Schmale Gässchen mit schönen Häusern und Balkonen führten uns zur Kathedrale und dem Bischofspalast, rund um den großen Platz standen Orangenbäume voller Früchte.



Bischofspalast in Faro



Spaziergang in Faro

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Von der ursprünglich gotischen Kathedrale war nach dem Erdbeben lediglich der Turm erhalten, die Kirche wurde später wieder aufgebaut. Da soeben eine Taufe statt fand, durften wir nicht hinein. So spazierten wir wieder zur Praca de Dom Francisco Gomes am Hafenbecken zurück. Am Yachthafen saßen wir in der Sonne und tranken Kaffee.



Im Yachthafen von Faro



ein Kleinod der Kunstgeschichte...

Sao Lourenco, der heilige Lorenz

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Um 12.30 Uhr fuhren wir weiter nach Almancil vorbei an alten Wasserrädern und Plastik-Gewächshäusern. Früher wurden die Gemüsefelder vertieft angelegt und als Windgürtel rundum Weinreben hochgezogen.


Almancil liegt an den EN 125 ca. 13 km westlich von Faro. Der Ort ist ein Mekka für Kunstliebhaber, wobei sich die "Schätze" gar nicht in Almancil selbst, sondern in dem ca. 2 km entfernten winzigen Dorf São Lourenço befinden. Es handelt sich um die Igreja de São Lourenço de Matos, eine vollständig mit weiß-blauen Azulejos ausgeschmückten Kirche - einzigartig für ganz Portugal. Eintritt € 2,-



...ein Kleinod der Kunstgeschichte...



Geschichte zur Kirche in Almancil...

...weit aufs Meer hinaus....

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Bevor wir "die schönsten Azulejos der Algarve" besichtigten, machten wir einen kurzen Spaziergang um das Gebäude herum. Auf der Rückseite sieht man ein großes Kachelbild des Heiligen São Lourenço (Sankt Lorenz), dem die Kirche gewidmet ist. Die Kirche wurde wahrscheinlich bereits im 15.Jahrhundert gebaut, sie war damals jedoch nur eine schlichte Kapelle. In den Kirchenarchiven wird sie bereits 1518 erwähnt.
Der jetzige Barockbau - am Portal die Zahl 1744 - hat eine bemerkenswerte Kuppel, außer dem erwähnten Kachelbild ist er sonst äußerlich einfach, fast karg. Umso größer der Kontrast, wenn man das Innere der Kirche betritt. Der gesamte Innenraum, also Wände, Decken und Kuppel, sind mit weiß-blauen Azulejos bekleidet. Die Kachelbilder zeigen alle Szenen aus dem Leben des Heiligen Lorenz (er stammte aus Huesca in Spanien und starb im Jahr 258 vor Christus den Märtyrertod). Sechs große Fliesenbilder stellen das Leben und den Märtyrertod des Hl. Lorenz dar, der Altar ist vergoldet, in der Kuppel bringen ihn Engel in den Himmel. Der Fries rund um das Kirchenschiff ist ebenfalls vergoldet, auch das Gewölbe ist mit Fliesen verkleidet, kobaltblau und weiß. Staunend saßen wir in den Kirchenbänken, während Maria die Bilder erklärte:

Wenn Sie vor dem Hauptaltar aus Talha Dourada (Holzschnitzereien mit Gold verkleidet) stehen, sehen Sie rechts oben ein Bild, auf dem Sankt Lorenz den Armen den Kirchenschatz übergibt.
Das Bild gegenüber zeigt, wie der Heilige zwei Blinde wieder sehend macht.
Wenden Sie sich jetzt mit dem Rücken zum Hauptaltar, sehen Sie links ein Bild, auf dem der Sankt Lorenz sich dem Papst Sixtus gegenüber beklagt, dass dieser ihn nicht mit in den Märtyrertod mitnimmt. Der Papst tröstet den Heiligen und sagt ihm ebenfalls einen Märtyrertod voraus.
Das nächste Bild links zeigt die Gefangennahme des St. Lorenz. (Er hatte im Auftrag des Papstes die Kirchenschätze an die Armen verteilt und wurde deshalb vom Kaiser gefangen genommen ).
Fotografieren strengstens verboten ( leider, Fotos wären eine Sensation )!

In dem mittleren Bogen oberhalb des Weihwasserbeckens zeigt der Heilige dem Kaiser die Reichtümer der Kirche, nämlich die Armen, um die sich Christus sorgt.
Auf der gegenüberliegenden Seite, angefangen beim Hauptportal, weigert sich der St. Lorenz, seinem Glauben abzuschwören.
Auf dem nächsten Bild wird der Heilige gefoltert, um ihn vom Glauben abzubringen. Sein Körper liegt auf einem Rost, darunter ist ein Feuer angezündet. Über ihm schwebt ein Engel, der ihn tröstet und seine Seele zu Gott holt.

Alle Kacheln in der Kirche stammen aus dem Jahre 1730 und wurden von dem berühmten Fiesenmaler Antonio Oliveira Bernades künstlerisch gestaltet. Ob sie in Lissabon oder im Ausland (vielleicht Holland oder Italien) hergestellt wurden, darüber streiten sich die Experten.
Sicher ist jedenfalls, was die Kirchengemeinde Sankt Lorenz von Almancil in ihrem Prospekt feststellt:
Diese Kacheln machen diese Kirche zu einem der Wunder Portugals.

Um 13.15 Uhr Rückfahrt zum Hotel, vorbei an schönen Häusern mit vielen Blumen, sie lagen verstreut in den Orangenplantagen.

Da die Sonne so schön schien, machten wir gleich einen Strandspaziergang am Strand.



... endloser Strand...


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Kommentare

  • traveltime

    So, geschafft, jetzt bin ich auch Portugal - Kenner.:-)
    Danke für den Bericht (die Berichte).
    LG Rolf

  • reisefreudig

    Danke Rolf, ich schätze Deine Interesse, Ausdauer und Bewertungen zu meinen Berichten sehr.
    Da unsere Rundreisen fast immer so an die 2 - 3 Wochen dauern ( die Gruppe wünscht das so ), ist es halt am Ende schwer etwas wegzulassen. Alle Gruppenmitglieder ( 22 - 28 ) erwarten dann einen vollständigen Reisebericht von mir. Darum diese ausführliche Darstellung in mehreren Teilen. Manche der Teilnehmer fotografieren gar nicht mehr, sondern warten immer nur auf den Bericht ( und auf den Video-Film eines Teilnehmers ) als Erinnerung zur Reise.
    lg Harald

  • Schoena

    Da habe ich es doch diesmal zeitig geschafft, Deinen Bericht zu lesen. Einiges hat mich an Brasilien erinnert. Nun wird es Zeit, das Land auch einmal zu besuchen. In welchem Monat seit ihr gereist? Das Wetter hat ja recht gut mitgespielt. LG Ingeborg

  • reisefreudig

    Servus Ingeborg,
    Danke erstmals zu Deiner Interesse, Ausdauer und Bewertung. Hab bei diesem Teil vergessen, den Reisetermin einzutragen. Soeben nachgetragen, siehe oben. Wir sind schon im April angereist, wäre noch besser den Mai zu wählen, da ist es dann schon wärmer. Falls Du Hinweise zu einer eventuellen Reise benötigst, hätte ich einige Tipps dazu.
    lg Harald

  • Pinky3

    Auch der letzte Teil glänzt durch eine vielfalt von Informationen, Wissen und schönen Bildern, ich habe sehr viel über ein mir unbekanntes Land gelernt.
    Harald, vielen Dank für diese Erweiterung meines Horizontes, es hat mir sehr viel Freude gemacht Deine Reiseberichte zu lesen.
    LG Gaby

  • tumtrah

    Lieber Harald,
    auf den Algarve-Teil habe ich mit großer Spannung gewartet, denn sie ist der Teil Portugals, wo ich am häufigsten gewesen bin und wo es mir ungemein gut gefallen hat. Die felsige Küstenlandschaft von Lagos westwärts gehört sicherlich zu den schönsten Europas und das hast du auch gut herübergebracht. Als ich dann noch las, dass wir bei Albufeira im selben Hotel gewohnt haben, war meine Erinnerungsfreude besonders groß. Die gleichen Spaziergänge wie du habe ich vom Hotel durch die rostroten Klippen an den Strand gemacht! Es fehlte mir nur noch der Duft frisch gegrillter Sardinen und eines (oder zwei) Gläschen des spritzigen Vinho Verde.... Das Wasser wird übrigens aufgrund einer kalten Meeresströmung an der Algarve nie wärmer als 20 Grad. Da ist das Baden nicht für jedermann/-frau immer ein Vergnügen. Ich bewundere, dass deine Mitreisenden wagemutig genug waren, sich ins Wasser zu stürzen. Es hat Spaß gemacht, mit dir noch einmal durch ganz Portugal zu reisen! Mein Dank und meine Anerkennung sind dir gewiss!
    LG Hartmut

  • reisefreudig

    Danke Hartmut,
    .. das ist ja hier das "Salz der Suppe", die einen gehen in ihren Erinnerungen auf ( haben ja wir zwei nun schon bei einigen Reisen ), die anderen holen sich Ideen zu etwaigen eigenen Unternehmungen. so ist unsere "Familie" hier eine tolle Reisecommunity.
    Danke Dir zu Deiner Interesse, Anerkennung, zu dem netten Kommentar ( schätze diese sehr von Dir ) und sehe mit großer Freude Deine so großzügigen Bewertungen. Ich denke wir werden auch in Zukunft große Freude an unseren beidseitigen Berichten haben.
    lg Harald

  • nach oben nach oben scrollen
  • reisefreudig

    Danke Dir Uta, freue mich sehr zu Deinem Kommentar und zur Bewertung. Portugal könnte man leicht mit Deiner neuen Heimat der Toskana (ihr habt ja dort ein kleines "Paradies") vergleichen. Blicke in weite Landschaften, die Luft vom Blütenduft "geschwängert" , große Geschichte, eine Kultur von höchstem Niveau und kurze Wege bis zum Meer.
    lg Harald

  • Schalimara

    Tolle Berichte und Fotos über Portugal - wer noch nicht dort war, sollte unbedingt mal hin.
    War sehr schön zu lesen und in Erinnerungen zu schwelgen - Danke Harald :-))
    LG Schalimara

  • reisefreudig

    Danke Schalimara, Deine Freude ( zu den Erinnerungen ) ist auch meine Freude. Auch zu Deiner Ausdauer beim Bewerten habe ich mich sehr gefreut.
    Hartmut, Du und ich waren bereits da und ich denke viele andere auch noch. Interessierte werden nun vielleicht unseren Spuren folgen.
    lg Harald

  • Blula

    Lieber Harald! Nun weiß ich, dass ich auf jeden Fall noch einmal nach Portugal reisen möchte, denn der Süden des Landes, Lagos, die herrliche Algarve-Küste.... ist für mich noch ein weißer Fleck auf der Landkarte. Das darf nicht so bleiben, das zeigst Du mir hier auf. Ich danke Dir, und an dieser Stelle auch nochmals für Deine wirklich lesenswerten Berichte 1-4 . Du hast scheinbar nichts ausgelassen an Orten, die man sich auf einer Portugal-Reise anschauen sollte. Erste Sahne !!
    LG Ursula

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