Westliches Südafrika - eine botanische Reise (Teil 1)

Reisebericht

Westliches Südafrika - eine botanische Reise (Teil 1)

Reisebericht: Westliches Südafrika - eine botanische Reise (Teil 1)

Lange stand es auf meiner Wunschliste - einmal die einzigartige Kapflora mit ihrer endemischen Vielfalt und die blühenden Wüsten von Namaqualand mit eigenen Augen zu sehen. Heuer habe ich mir den Wunsch endlich erfüllt.

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Vorwort

Zuerst wollte ich die Reise wie gewohnt in Eigenregie durchführen - doch dann habe ich in DUMA Naturreisen den idealen Partner für solche Exkursionen gefunden!

Nicht nur, dass die Notwendigkeit passende Quartiere zu finden und die Strecken selbst mit dem Auto zu fahren wegfiel - in unserer Reiseleiterin Sandy haben wir auch noch einen richtigen Goldschatz dazubekommen: Reiseleitung, Fahrerin, Dolmetscher (oft wurde nur Afrikaans gesprochen) - quasi "Mädchen für alles" - kannte sie die einheimische Pflanzenwelt ausgesprochen gut und wusste genau wo sie uns wann hinzubringen hat, um ein Maximum an botanisch Interessantem herauszuholen.

Und auch die Kleingruppe von gerade mal 7 Leuten (inkl. meinem Mann und mir) war ideal. Dadurch, dass wir alle dasselbe Interesse hatten, gab es kaum Unstimmigkeiten, wo wann für wielange zu halten wäre.

Wetterbedingt ist der August vielleicht nicht der idealste Monat für so eine Reise (ich habe noch selten in einem Urlaub so gefroren) - aber die beste Chance so viele blühende Pflanzen wie möglich zu sehen, denn nach den winterlichen Regenfällen explodiert die Vegetation dort regelrecht!

Wer sich für die Pflanzenwelt dieser Gegend interessiert und es noch nicht getan hat, dem empfehle ich die Stichworte "Fynbos", "Karoo" und "Kapflora" auf wikipedia nachzulesen - auf diese Grundlagen werde ich im Reisebericht nicht näher eingehen.



11.08.2013

1. Tag: Bot. Garten Kirstenbosch, Kapstadt

Da unser Flug zu Mittag in Kapstadt landete, war gleich noch am selben Tag der Besuch vom Botanischen Garten Kirstenbosch vorgesehen. Das war vom Ablauf her vielleicht nicht ganz optimal, da wir direkt vom Flughafen hinfuhren und keine Gelegenheit hatten uns umzuziehen (immerhin waren wir schon fast 20 Stunden unterwegs). Aber ein Umweg über dass Hotel hätte uns zuviel Zeit gekostet und die war für Kirstenbosch eh schon mehr als knapp bemessen.

Die Anlage ist zu einem der schönsten botanischen Gärten der Welt gekürt. In malerischer Lage direkt am Hang des Tafelberges wird sie diesem Ruf voll gerecht. Kirstenbosch gehört somit eigentlich zum Pflichtprogramm jedes Kapstadt-Besuchers - auch wenn vielleicht nicht so botanisch interessiert wie unsere Gruppe.



Kirstenbosch Botanical Gardens



Der Garten hat sich ausschließlich der Kultur von einheimischen Pflanzen verschrieben. Und wer jetzt glaubt, das wäre langweilig oder eintönig wird rasch eines Besseren belehrt. Allein aus dem Bereich der sogenannten Fynbos-Flora sind ca. 8.600 verschiedene Arten in natürlich wirkenden Arrangements angepflanzt.

Und ich fange schon mal eine Wunschliste von Pflanzen an, die ich auch unbedingt im Garten haben will: An erster Stelle landete das Gras Elegia capensis



Elegia capensis



Zum 2013 stattfindenden 100 Jahre-Jubiläum wurden noch zusätzlich jene Pflanzen gekennzeichnet, die seit der Gründung des Gartens dort wachsen. Damit man sie auch ja findet, wurde ein extra Flyer mit der Lage dieser "Hundertjährigen" aufgelegt.

In der Nähe des Seiteneingangs gibt es ein Areal das ausschließlich mit Pflanzen gestaltet wurde, die in der freien Natur von der Ausrottung bedroht sind. Gleich daneben in einem schattigen Eck - als Mahnmal und stellvertretend für alle anderen Arten - ein Grabstein für eine Erica, die zum letzten Mal 1907 gesichtet wurde und seit dem als ausgestorben gilt. Mich hat noch selten ein pflanzlicher Nachruf so berührt.



Kirstenbosch Botanical Garden



Ein besonderes Highlight um diese Jahreszeit ist sicher die Blüte der Proteen-Gewächse, denen Kirstenbosch einen ausreichend großes Areal widmet, das mit entsprechender Begleitbepflanzung für eine botanische Sammlung überhaupt nicht langweilig wirkt. Neben der klassischen Königs-Protea (Südafrikas Wappenblume) beeindruckt vor allem die Vielfalt der Nadelkissen (Leucospermum).



Leucospermum (Nadelkissen)



Zum Schluß landeten wir noch in den Gewächshäusern beim Haupteingang, wo jene Pflanzen kultiviert werden, denen es im relativ feuchten Klima an der Küste (insbesondere im Winter) einfach zu nass ist.



Kirstenbosch Botanical Gardens - Gewächshaus





12.08.2013

2. Tag: Rund um die Kap-Halbinsel

Entlang der Westküste sind wir über Clifton Richtung Süden aufgebrochen und haben am Ende von Hout Bay einen ersten längeren Fotostopp eingelegt.



Hout-Bay Halbinsel mit Wolkenhäubchen



Um die wetterbedingt bessere Route zu nehmen querten wir anschließend die Halbinsel bei Long Beach Richtung Fish Hoek um kurz nach Simon's Town bei Bolder uns die ersten Pinguine zu genehmigen. (Die besseren Fotos entstanden aber bei der zweiten Pinguinkolonie am Ende der Reise - daher erspar ich sie mir jetzt.)



Kap-Halbinsel bei Long Beach



Der Mainroad weiter folgend kamen wir zuerst zum Eingang vom Cape Naturschutzreservat und sozusagen wortwörtlich zum Ende der Straße bei Cape Point. Von diesem Leuchtturm aus hat man einen hervorragenden Blick auf die Klippen. Wer nicht zu Fuss hinaufgehen will, kann eine kleine Zahnradbahn nutzen und braucht somit nur mehr die letzten paar Stufen erklimmen.

Die Hälfte unserer Gruppe machte sich nach Rückkehr vom Leuchtturm zu Fuss dem Küstenweg entlang auf zum Kap der Guten Hoffnung. Wetterbedingt haben aber mein Mann und ich beschlossen, lieber mit Sandy im Wagen zu fahren, um unsere Leute dort einzusammeln. Was angesichts des zunehmenden Regens und den nachträglichen Schilderungen einer "Rutschpartie" als durchaus bessere Wahl erwiesen hat. (Merke: Der gut 1stündige-Weg ist wirklich nur bei Schönwetter empfehlenswert.)



Kap-Halbinsel



Botanisch hat dieser Tag zwar einen netten Einblick in den natürlich gewachsenen Fynbos geliefert - aber wirkliche Highlights waren noch keine dabei - von der Knospe einer Hyobanche sanguinea und einer blühenden Aloe ferox abgesehen.

Anmerkung: Die Namen sämtlicher im Bericht in freier Wildbahn gefundener Pflanzen sind nach besten Wissen und Gewissen recheriert; Fehler in der genauen Zuordnung können aber durchaus passiert sein. (Für die Pflanzennamen bei den Fotos die "+ Bilddaten" anzeigen lassen.)



Hyobanche sanguinea



Zum Nachtmahl fuhren wir in die Hafenanlage von Kapstadt, wo es mit dem "Panama's Jack" ein hervorragendes - wenn auch ziemlich abgelegenes - Lokal für Fisch&Meeresfrüchte gibt.


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Kommentare

  • Melph

    Ein wirklich schöner Bericht, der Lust macht, selbst nach Südafrika zu reisen.
    Auch die Bilder sind wirklich großartig!

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