SYRIEN - so war es noch 2010 - Teil IV als letzter Beitrag

Reisebericht

SYRIEN - so war es noch 2010 - Teil IV als letzter Beitrag

Reisebericht: SYRIEN - so war es noch 2010 - Teil IV als letzter Beitrag

EINLEITUNG:

SYRIEN, dieses Jahrtausend alte, geschichtsträchtige Land, in dem die ersten „Spuren der Menschheit“ nachgewiesen werden konnten, war immer ein REISELAND an der Seidenstraße, welches besonders Kulturinteressierte in ihren Bann zog.
Zufolge der dort zur Zeit bestehenden Kriegsgeschehnisse wurden viele Teile, viele historischen Stätten, welche hier in diesem Bericht noch gezeigt werden, schwer beschädigt oder gar zerstört.

Demnach sind Bilder dieses Berichtes schon Bilddokumente mit besonderem Wert.
Dieser Bericht möge alle Leser „auf den Spuren der Seidenstraße“ durch dieses Land führen, denn REISEN durch SYRIEN werden in den nächsten Jahren, in dieser Form leider wohl nicht mehr möglich sein.

Da unser Besichtigungsprogramm in Syrien sehr umfassend war, wird dieser Bericht dazu in mehreren Teilen eingestellt werden.
Inhalt Teil IV als letzter Beitrag;
LIBANON – Baalbek – Ksara – Aanjar – Damaskus 240 km
Damaskus – Shahba – Bosra – Grenzübergang bei Daraa nach
Jordanien - 210 km

Tempel des Bacchus, 2. Jht. n. Chr.



..an der Grenze zum Libanon....

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LIBANON – Baalbek – Ksara – Aanjar – Damaskus 240 km



Wir verließen das Hotel Al Wadi schon etwas früher als geplant um 07.45 Uhr, unser Fahrer Fuad vermutete einen Stau an der Grenze zum Libanon. Nach Verlassen der Berge beim Krak fuhren wir auf die Autobahn. Viele Busse, am Freitag machen die Syrer Ausflüge, und LKWs waren unterwegs, Fuad überholte sie alle. Die Kiefern an der Autobahn waren vom steten Wind in eine extreme Schrägstellung gebogen. Bei Alqseir verließen wir die Autobahn und fuhren auf der Landstraße weiter. Zu beiden Seiten lagen Obstplantagen und Gerstenfelder.

Um 9 Uhr waren wir an der syrischen Grenze angekommen, die Ausreiseformalitäten dauerten eine halbe Stunde und wir fuhren weiter. Ein Zivilbeamter kam in den Bus und kontrollierte die Pässe. Der syrische Bus darf einen Tag lang im Libanon fahren, Samir kam nicht mit. Eine lange Lastwagenkolonne wartete auf die Einreise nach Syrien. Nach 10 Minuten fuhren wir weiter durch das Niemandsland, am Straßenrand hausten Menschen in Zelten in schrecklichem Unrat. Dann stieg William, ein libanesischer Reiseführer zu und teilte bereits ausgefüllte Einreiseformulare aus, die dann mit dem Pass um 10 Uhr bei der libanesischen Grenzstation abgegeben wurden.

Um 10.35 Uhr reisten wir in den Libanon ein, unser Tagesausflug wird uns Richtung Süden nach Baalbek, dann weiter nach Ksara zu einer Weinprobe und über Aanjar im Antilibanon wieder zurück nach Syrien führen.

Die fruchtbare Hochebene Bekaa liegt in 800 bis 1100 m Seehöhe, ist 120 km lang und von zwei Gebirgsketten – Libanon (höchste Berg Qournet as Saoude 3083 m) und Antilibanon – begrenzt. Dahinter liegt Syrien. Die Bekaa ist eine Fortsetzung des Jordangrabens. Nach Norden fließt der Orontes, der bei Antiochia (Türkei) ins Meer mündet, nach Süden der Löwenfluss. Alte Handelswege führten durch die Bekaa, sie war auch in der Antike strategisch wichtig.

Soldaten gehören zu dieser Landschaft, alle paar Kilometer gibt es Kontrollpunkte der Hisbollah oder der libanesischen Armee mit MP, die Straße war eine Baustelle. Wir konnten überall problemlos passieren. Man soll sich nicht abseits der Touristenpfade bewegen, denn dieses Gebiet entzieht sich der staatlichen Kontrolle.

Libanon ist 10.422 km2 groß und mit 4 Mill. Einwohner dicht besiedelt. Hauptstadt ist Beirut.
Baalbek war wegen der reichen Wasserquellen eines der wichtigsten Karawanenzentren des Bekaa Tales.

Am Weg nach Baalbek fuhren wir durch kleine Dörfer, überall lag Müll, vor allem Plastik herum. Die Bewohner sind 60 % Moslem, 40 % Drusen und Christen (27 %). Es gibt 18 Glaubensrichtungen im Libanon. 13 Millionen Libanesen sind in die ganze Welt ausgewandert, die größte libanesische Kolonie (5 Millionen) ist in Brasilien, sie alle schicken Geld in den Libanon.
Das neue Baalbek ist schiitisch, daher sieht man viele Plakate von Khomeini an der Straße und eine Moschee im persischen Stil wird neu gebaut. Beirut liegt 85 km entfernt.
1 Liter Benzin kostet 1,14 USD. 2009 kamen 2 Millionen Touristen in den Libanon.

Von der Jugend in Baalbek wurden wir jedoch stürmisch umringt und äußerst freundlich empfangen.



Begrüßung in Baalbek



"Götter" im Tempel...

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In Baalbek errichteten schon die Phönizier im 1. Jt.v.Chr. ein Heiligtum für Baal. In römischer Zeit war Baalbek das Haupttor zum Orient und Handelszentrum. Es wurden Jupiter, Venus und Merkur verehrt. Baalbek wurde dreimal durch Erdbeben zerstört.



.."blaue" Moschee in Baalbek....



... wir betreten die Tempelstadt...

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Wir besuchten zuerst den römischen Steinbruch. Der größte, gebrochene Stein blieb liegen. Er war mit 21 m Länge, 5 m Höhe, einem Gewicht von 1000 Tonnen und 433 m3 zu schwer für den Transport zum Tempel.



... wurde nicht mehr gebraucht....



Baalbek - Weltkulturerbe

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Um 12.10 Uhr stiegen wir beim Parkplatz der gigantischen Tempelruinen von Baalbek und eindrucksvollsten antiken Trümmer des Vorderen Orients aus.
Es war Freitag und der Muezzin lärmte fürchterlich, unseren Reiseführer William konnten wir fast nicht verstehen.
Baalbek – Unesco-Weltkulturerbe – hat seinen Namen von Baal Bekaa, Herr von Bekaa in der semitischen Sprache und liegt in 1200 m Seehöhe an einer Wasserscheide zwischen dem Orontes im Norden und dem Leontes im Süden. Deutsche Archäologen begannen 1900-1904 mit der Erforschung.



..ein erster Blick in die Ruinen der Antike...



..am Aufgang zu den Propyläen....

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Einer Legende nach hat schon Adam in der Nähe von Baalbek gelebt, denn sein angebliches Grab liegt 40 km südlich der Ruinenstadt bei Zebdani in Syrien, dem antiken Abila.
Nach der römischen Eroberung machte Julius Cäsar Baalbek 47 v.Chr. zur Garnisonsstadt und nannte sie nach seiner Tochter Colonia Julia Augusta Felix Heliopolis.
Mit dem Bau der heute noch erhaltenen Tempelanlagen wurde unter Kaiser Augustus (31 vor – 14 nach Chr.) begonnen, Kaiser Nero (54-68) ließ den Sonnengott-Tempel erbauen, unter Philippus Arabs (244-249) wurden die Propyläen des Jupiter-Tempels vollendet.
100.000 Menschen erbauten Baalbek, 10 % davon waren Aufseher und Soldaten. Die Künstler haben unter den Statuen in den Nischen ihre Namen eingraviert. Mit den christlichen Kaisern wurden dann im 4. Jht. Basiliken im Tempelbezirk errichtet. Auf Römer und Byzantiner folgten ab 635 die Muslime, auch die Kreuzfahrer besetzten 1176 kurzfristig Baalbek.

Wir betraten den Tempelbezirk wie in der Antike über die mächtige, teilweise rekonstruierte Freitreppe der Propyläen, erbaut zwischen 211 und 217 unter Kaiser Caracalla. 12 Säulen aus ägyptischem Rosengranit trugen vergoldete korinthische Bronzekapitelle und das Giebeldach. In den Nischen an der Rückwand der Propyläen standen Statuen der wichtigsten Götter. Ein großes, von zwei kleineren Eingängen flankiertes Portal führt in den
sechseckigen Vorhof, konstruiert zwischen 244 und 249 nach Chr., durch das Portal gingen nur die Priester.



..am "Portal der Priester"



..auf die Details kommt es an...

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Im Anschluss an den riesigen
Zeremonial- und Opferhof stand der Jupiter-Heliopolitanus-Tempel. In den Nischen entlang der Hofwände standen auch Statuen. Zwei
Wasserbecken im Hof sind mit Reliefs verziert, neben Blumen und Tieren sind Nymphen, Poseidon, die Geburt der Venus dargestellt.




Fries vom Tempel des Jupiters

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Zwischen den Becken standen zwei
Altartürme, der größere ist 20 m lang und hatte vier Stockwerke, hier wurden Tiere geopfert. Auf den phönizischen Grundmauern bauten die Römer. Die Altäre stammen aus dem 1.Jh.v.Chr.



.. vor dem heiligen Altar, 1. Jht. v. Chr.



... Säulenreste vom Tempel des...

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Der Säulenumgang bestand aus 84 Säulen. Vom
Tempel des Jupiter Heliopolitanus, dem größten und schönsten Tempel des Römischen Reiches, stehen lediglich noch das Podest, die Zugangstreppe, einige Gebälkstücke und sechs monumentale Säulen, 22 m hoch und 2.20 m Durchmesser, der Rest liegt in Trümmern. Er wurde 60 nach Chr. unter Kaiser Nero gebaut und war 48 m breit und 88 m lang. Die drei größten verbauten Steinblöcke befinden sich im Unterbau des Tempels und haben ein Gewicht von etwa 800 Tonnen.



Am Tempel des Jupiters in Baalbek, Libanon



Deckenfragment mit Flussgott...

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Vom Jupiter-Tempel hat man einen schönen Blick auf den
Tempel des Bacchus, dieser war wahrscheinlich der Liebesgöttin Venus geweiht. Er wurde im 2. Jh. nach Chr. erbaut und ist am besten erhalten geblieben, da er zur Hälfte mit Sand zugeschüttet war. Im Norden und Westen stehen fast alle Säulen der umlaufenden Säulenhalle, sogar Teile des steinernen Dachgebälks mit herrlichen Reliefs sind erhalten. Im Zentrum der geometrischen Kassetten sind Götter dargestellt. Am Boden liegen Deckenfragmente mit Darstellungen des Flussgottes Orontes, von Jupiter Heliopolitanus, der die Stadt Baalbek durch einen Schleier vor der Sonne schützt, der Fruchtbarkeitsgöttin Ceres mit Getreideähren, des Schmiedegottes Vulcan mit Hammer, der Jagdgöttin Diana mit Pfeil und Bogen und des Kriegsgottes Mars in voller Rüstung. Vor der Eingangstreppe sieht man ein Mosaik mit Bacchus.



..vor uns, der Tempel des Bacchus...



"Gemälde" in Stein im...

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Das Tempelinnere ist reich geschmückt, in der erhöhten Cella an der Rückwand stand die Götterstatue unter einem steinernen Baldachin. Sie war innen hohl und von der Rückwand des Tempels zugänglich, so konnten die Priester Orakel inszenieren. Die Cella hatte eine Holzbalkendecke.




..prachtvoll gestaltet, der Innenraum des Bacch...



Aanjar, der Karawanenplatz an...

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Um 14.40 Uhr gingen wir zum Bus und fuhren Richtung Süden. Das Libanongebirge lag im Dunst, bei den Feldern standen Zelte der Wanderarbeiter aus Syrien. Rote, fruchtbare Erde zu beiden Seiten der Straße in der südlichen Bekaa, mit Getreide- und Gemüsefeldern sowie Obstplantagen, im Gebirge lag noch Schnee. Die Baumgrenze ist bei 1700 m. Leider war es sehr dunstig. In der Ebene ist es von Mai bis Oktober trocken, die Felder werden mit Grundwasser bewässert.

Um 15.30 Uhr erreichten wir Zaleb, die Hauptstadt der Bekaa-Ebene. Wir besuchten in Ksara das Chateau Ksara, ein Weingut von den Jesuiten gegründet, seit 1973 in Privatbesitz. Die Gänge, in denen die Weinfässer lagern, wurden in der Römerzeit in Fels und Erde gegraben, sie sind 2 km lang und liegen 12 m unter der Erde. Das ganze Jahr herrscht eine Temperatur von 13 Grad. Die Weinpflanzen werden aus Frankreich eingeführt, wie auch Fässer, Flaschen und know how. Es werden 7 Rot-, 3 Weiß- und 3 Roseweine gekeltert. Als österr. „Weinkenner“ haben wir natürlich alle guten Weine verkostet und einiges eingekauft.

Nach der Weinkost gut „gelaunt“, fuhren wir weiter zum Ort Haouch Moussa, in dessen Nähe liegt
Aanjar – Karawanenplatz an der Seidenstraße – Unesco-Weltkulturerbe - an einem Wasserbrunnen.
Heute sind die Reste eines Wüstenschlosses der Omaijaden zu sehen. Auf der Hauptstraße Damaskus – Beirut (liegt 1 Autostunde entfernt) war viel Verkehr. Dunkle Regenwolken standen am Himmel, es blitzte am Antilibanon. Für diese schöne Anlage hatten wir viel zu wenig Zeit.
Das 370 x 310 m große Lustschloss oder die Sommerresidenz für den Herrscher mit Gefolge wurde um 714 errichtet. Aanjar wurde 745 durch Krieg zerstört.



..einstmals Wüstenschloss der Omaijaden...




Um 17 Uhr verließen wir dieses WKE, zum Glück hatte es nicht geregnet. Nach kurzer Fahrzeit hatten wir die Grenze erreicht, es hatte 19 Grad.
Trotz Stau waren wir um 17.50 Uhr aus dem Libanon ausgereist.
Bei der syrischen Grenzstation um 17.30 Uhr angekommen hatte Samir für uns vorgearbeitet, Formulare ausgefüllt und mit Bakschisch eingereicht, so dass nur mehr unsere Pässe gestempelt wurden und wir um 18.15 Uhr wieder in Syrien eingereist waren.



"Knipsten" alles, was...

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...auch in Syrien, ohne Handy geht nichts mehr .. Grenze: Libanon – Syrien...

Zurück in Damaskus, Abendessen und ein kurzer Sparziergang durch den Basar beendeten diesen Tag voller Tempeln. Aber alle waren froh Baalbeck endlich gesehen zu haben, ich denke einige haben den Baaltempel noch in ihren Schlaf „mitgenommen“.

„Samir“ und ich sprachen noch über den Besuch in Baalbek und dass uns die Zeit dort viel zu kurz war.
Dann kam noch der Chef der syrischen Reiseagentur und er freute sich sehr über unsere Begeisterung für Syrien.



..warten, an der Grenze des Libanons...



... am Schulausflug....

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17.4.2010 Damaskus – Shahba – Bosra – Grenzübergang bei Daraa nach
Jordanien - 210 km

Pünktlich um 8 Uhr verließen wir das Hotel Carlton und Damaskus. Wir fuhren auf der Autobahn Richtung Süden, Samir folgte uns mit seinem Pkw. Unser erstes Ziel war Shaba, 88 km entfernt. Wir fuhren durch eine weite Ebene mit Gras, Getreidefeldern und einigen Olivenbäumen, nicht so fruchtbar wie das Orontes-Tal oder die Bekaa-Ebene. Die Felder waren steinig, die Dörfer sehr schmutzig. Ein Fotostopp bei einem Vulkankegel, der Basaltabbau wurde abgebrochen, da am Hügel ein Heiliger begraben ist. Es blühten schöne orange-gelbe Mohnblumen, im Krater wurde ein Werbespot gedreht.

Gegen 09.40 Uhr erreichten wir Shahba, das antike Philippopolis, von dem nur mehr wenige Ruinenreste übrig sind, die neue Stadt Shahba wurde an gleicher Stelle erbaut. Heute war in Syrien ein Feiertag, der Unabhängigkeitstag, daher machten viele Schulklassen einen Ausflug.
Sie schauten uns alle neugierig an und fragten nach unserem Namen auf Englisch. Über ein Foto freuten sie sich und wollten alle auf einmal ins Bild, was in einer riesengroßen Drängerei endete, die von der Lehrerin dann beendet wurde.

Wir besuchten nur das kleine Museum, in den Ruinen eines römischen Hauses eingerichtet, mit herrlichen Mosaiken. Sie zeigen Motive aus der griechischen Mythologie – Tiere lauschen dem Gesang des Sängers Orpheus, Ariadne und Dionysos feiern Hochzeit, Aphrodite trifft ihren Geliebten Ares und ein Bildnis von Poseidon. Fotografieren und Filmen war verboten, doch mit „Bakschisch“ gelangen uns ein paar Aufnahmen.



"Poseidon"



"Geschichtsunterricht"...

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Fuad, unser Busfahrer hatte Blumen besorgt und wir gratulierten Irene zum Geburtstag.
Um 10.15 Uhr fuhren wir weiter nach Bosra. Die Straße führte durch dicht besiedeltes Gebiet und wir erreichten um 11.15 Uhr das Unesco-Weltkulturerbe.

Die Hauptstadt der römischen Region Batanaea liegt in der fruchtbaren Nuqra-Ebene und hatte zur Glanzzeit 80.000 Einwohner.
Bosra gehörte seit dem 2. Jh.v.Chr. zum Reich der Nabatäer und wurde mit diesem durch den römischen Kaiser Trajan in das römische Reich eingegliedert. Die Stadt war ein wichtiges Handelszentrum, da hier die Hauptstraßen zum Roten Meer zusammenliefen. Unter Kaiser Severus Alexander (222-235) zur Colonia erhoben wurde sie mit zahlreichen kunstvollen Bauten, Kirchen und Theater ausgestattet.

In omaijadischer Zeit wurde das Theater zur Festung ausgebaut, die den Angriffen der Kreuzritter 1146 und 1182 widerstand. Erst den Mongolen gelang es 1261 Stadt und Burg einzunehmen.



Im Theater von Bosra



... bezauberndes Lächeln...

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Wir hatten nur Zeit für den Besuch des Römischen Theaters, immerhin der Höhepunkt einer Besichtigung von Bosra. Wehrmauern und Türme aus dem 7. und 13. Jh.n.Chr. umschließen es. Das Theater wurde im 2. Jh. in eine nabatäische Burg hineingebaut und auch in islamischer Zeit wieder als Festung benutzt. Eine Bogenbrücke überspannt den Wassergraben aus islamischer Zeit.
1800 Jahre nach seiner Erbauung gilt das Theater von Bosra nicht nur als das am besten erhaltene Bauwerk seiner Art, sondern auch heute schätzen Musiker und Orchester aus aller Welt seine besondere Akustik.



"Bühnenblick"



..einstmals naabäische Festung....

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Das Bühnengebäude hat eine Palastfassade aus schwarzem Basalt mit korinthischen Säulen aus hellem Kalkstein, Scheinaltäre und Nischen. Das Theater war zur Hälfte mit Sand zugeschüttet, deshalb ist es noch so gut erhalten.



...impossante, aber auch künstlerische Theaterm...



Auch hier drängte die Zeit, da ungewiss war, wie lange wir an der Grenze zu
Jordanien warten müssen.

SYRIEN 2010 - es war, - wie im „P a r a d i e s “



..WIR verlassen das "Paradies" (Syrien)



Um 12.30 Uhr verließen wir Bosra und fuhren zur Grenzstation bei Daraa. Wir trafen und 13.15 Uhr an der Grenze ein und Dank Samir`s Hilfe wurden wir schnell abgefertigt. Wir bedankten uns für die gute Betreuung und nahmen Abschied mit dem Wunsch, wieder zu kommen.
Nun lagen 12 Tage in Jordanien vor uns ( die letzten zum Relaxen am Roten Meer ).




Abendstimmung in SYRIEN



"SAMIR", unser Guide...

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Unsere zweite Reise war kurz nach dieser schon geplant, wir wollten mit dem Schiff den Euphrat
befahren und die am Ufer liegenden, historische Städte besuchen.
Unser Guide SAMIR (Bild) hatte dazu bereits eine eigene kleine Reiseagentur gegründet und sollte unser Veranstalter in Syrien sein - ich habe dzt. keinen Kontakt zu ihm , INTERNET ist „gekappt“.
ABER 1. kommt es anders und 2. als man denkt –
DER schreckliche Bürgerkrieg brach aus und ist noch immer im Gange. Viele Städte und Stätten, welche wir noch besichtigt hatten, liegen heute in Schutt und Asche.

EPILOG:
Mein großer Dank gilt „SAMIR“, unserem Guide in Syrien. Seine umsichtige Programmgestaltung, seine Weitergabe seines unerschöpflichen Wissens, sein Führungsstil ist unübertrefflich.
Ich hätte SAMIR gerne nachfolgenden Reisenden empfohlen, doch die UMSTÄNDE erlauben es zur Zeit nicht dorthin zu reisen.
Ich, und viele mit mir hoffen, dass es auch eine Zeit ( und ein Wiedersehen ) „danach“ gibt.

Wir werden die Bilder dieser Reise wie einen „Schatz“ hüten und für die Nachwelt bewahren....
lg reisefreudig


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Kommentare

  • Pinky3

    Auch der vierte Teil hat mir sehr gut gefallen, ebenso die Bilder, wie immer besonders, natürlich ist es für Dich keine Überraschung das der Sonnenuntergang mein "Favorit" ist :))
    Traurig ist es für die Menschen, wie Dein Freund Samir, das sie nicht in Frieden leben können, bleibt zu hoffen das sich das noch mal ändert.
    Vielen Dank für diesen interessanten Reisebericht
    LG Gaby

  • reisefreudig

    Danke Euch beiden zu Eurer Interesse und zu den so "schnellen" Bewertungen ( war ja kaum eingestellt ).
    Rolf, dann kannst Du mich ja verstehen, noch dazu wird es nie mehr so sein. Beide können wir uns glücklcih schätzen, diese Pracht gesehen zu haben.
    Ein sehr erfahrener Guide in China sagte einmal diese Worte zu mir;
    "Harald, es ist besser 1x alles selbst zu sehen, als 1000 x davon zu hören - WIE RECHT ER WOHL HATTE- wußte ich erst viele Jahre später...
    lg harald

  • weltreisen

    Harald, auch zu diesem bericht kann man nur eins sagen: grossartig wie die vorab veröffentlichten.
    ich hoffe zumindest doch noch mal die möglichkeit zu haben, "wenigstens" in den libanon zu reisen.
    inge

  • Blula

    Lieber Harald!
    Es stimmt natürlich schon, was dieser chinesische Kollege einmal zu Dir gesagt hat: "Es ist besser, 1 x alles selbst zu sehen, als 1000 x davon zu hören.".... Doch in diesem Fall bleibt einem wohl leider nur die erste Variante. In meinem jetzigen Leben werde ich wohl nie mehr die Chance haben, dieses so geschichtsträchtige und wunderschöne Syrien einmal bereisen zu können. Ich habe es verpasst. Das ist sehr, sehr schade. Umso dankbarer kann ich deshalb sein, dass Du uns hier mit Deinem so erstklassigen Bericht in 4 Teilen so ausführlich über dieses Land erzählst und Deine Eindrücke in Wort und Bild wiedergibst.
    Dir, lieber Harald, kann die Erinnerungen niemand mehr nehmen und ja, die einmaligen Bilder dieser Reise solltest Du wirklich wie einen „Schatz“ hüten.
    LG Ursula

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