„Enjoy!“ - mit dem Oldtimer unterwegs entlang der Gardenroute

Reisebericht

„Enjoy!“ - mit dem Oldtimer unterwegs entlang der Gardenroute

Reisebericht: „Enjoy!“ - mit dem Oldtimer unterwegs entlang der Gardenroute

Mit dem ADAC unterwegs: in Vintage Oldtimern von Kapstadt nach George: Nach einem gelungenen Start - Champagnerempfang den Sonnenuntergang am Tafelberg genießen - mit dem Hubschrauber ans Kap der guten Hoffnung, zurück über Kalk Bay und den Clarence Drive als Gäste eines Oldtimer Clubs. Die fünf folgenden Tage mit gemieteten Oldtimern durch Winelands und Halbwüsten nach George.

Stop auf der Route 62 bei...

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„Unseren ersten Stop werden wir heute in Barrydale bei Ronnies Sex Shop einlegen!“ Was war das? Verflixt, jetzt war ich nicht ganz bei der Sache. Anstatt den Anweisungen zur heutigen Tagesetappe zuzuhören, bin ich noch ganz dem Zauber des Robertson Small Hotel, in dem wir heute übernachtet haben, erlegen. Habe ich gerade richtig gehört? Ich schiele verstohlen auf meine Mitreisenden. Denen scheint es nicht anders zu gehen. Acht Augenpaare richten sich ungläubig auf Karen, unsere Reiseleiterin, bis einer der Mitreisenden das immer peinlicher werdende Schweigen bricht: „Äh, habe ich Dich gerade richtig verstanden: Sex Shop?“ Mit einem verschmitzten Lachen löst Karen das Rätsel und erzählt, wie die urige Kneipe auf der Route 62, bei der wir Rast machen, zu ihrem Namen kam.



Oldtimer Rallye entlang der...

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Nach dem morgendlichen Briefing heißt es zügig aufbrechen: eine 300 Kilometer lange Etappe liegt heute vor uns. Wir sind mittlerweile den fünften Tag unterwegs auf einer Oldtimer Rallye von Kapstadt entlang der legendären Garden Route in Richtung George.



Mit unserem weißen Käfer Cabriolet, Baujahr 1958 knattern wir – Steffi, meine Beifahrerin und ich – los, möglichst mit offenem Verdeck. So erleben wir alles noch intensiver: den Duft der blühenden Mimosen, die salzige Meeresbrise, aber auch das Leben entlang der Straße. Egal wo wir hinkommen, überall fliegen uns die Herzen zu. Ob die Menschen, die uns so fröhlich zuwinken, auch so viele Erinnerungen mit diesem Auto verbinden? Als Tochter einer passionierten Käfer Fahrerin – Lieblingsmodell gelb mit schwarz-weiss kariertem Motorhauben-Steinschlagschutz – habe ich quasi meine Kindheit in einem Käfer verbracht. Vom samstäglichem Großeinkauf für meine Großeltern, die fern der Zivilisation unter der Europabrücke wohnten, über diverse Sonntagsausflüge auf denen sämtliche Passstraßen der Alpen bewältigt wurden bis hin zum dreiwöchigen Jugoslawienurlaub mit Kind, Kegel, Luftmatratzen und Schnorchel – der Käfer lief und lief und lief. Wie dieser hier auch – wie oft der Kilometerzähler dieses Exemplars wohl schon die 99999 vollgemacht und wieder bei null begonnen hat?



Mit dem 356er Porsche auf der...

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Wir haben die fruchtbare Gegend rund um Kapstadt, wo Obst und Wein angebaut werden, hinter uns gelassen. Vor uns breitet sich die faszinierende Landschaft der Kleinen Karoo, einer Halbwüste aus. Unbeschwert fahren wir in den Tag hinein, träumen von gemachten und geplanten Reisen, lassen den anderen teilhaben, woran uns die Landschaft erinnert, wohin wir unbedingt noch möchten.



Zu Gast im Oldtimerclub

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Nach den ersten paar Tagen, an denen sich noch alles neu und ungewohnt anfühlt, stellt sich das Gefühl ein, als wäre man schon ewig hier. Wie Perlen reihen sich die Erlebnisse und Eindrücke dieser Oldtimerrallye durch Südafrika aneinander: Es begann mit einem Champagnerempfang auf dem Tafelberg, der gnädiger weise sein typisches Wolkenhäubchen gelüftet und uns einen fantastischen Sonnenuntergang beschert hat. Mit dem Hubschrauber ging es am nächsten Tag in Richtung Kap der guten Hoffnung, wo wir von sonoren Herren eines der zahlreichen Oldtimerclubs, die es in und um Kapstadt gibt, empfangen wurden.



Stolz chauffieren uns die Oldtimer Fahrer über...

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Bitte einsteigen!

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„So hat das Auto ausgesehen, als ich es damals gekauft habe.“ Hans, der sehr gut deutsch spricht, holt ein kleines Fotoalbum aus dem Handschuhfach. Wir staunen nicht schlecht: dieser Haufen rostiger Bleche soll das Auto sein, in dem wir gerade sitzen und uns komfortabel zum Kap der guten Hoffnung fahren lassen? Hans erzählt uns, wie er es in einem Schuppen gefunden hat und viel Zeit, Geld und eine große Portion Enthusiasmus investiert hat, um daraus wieder ein fahrtüchtiges Auto zu machen. Es geht weiter in den Hafen von Kalk Bay und über den Clarence Drive mit grandioser Aussicht dem Sonnenuntergang entgegen. Jeder Stopp, den wir machen, wird genutzt, um in ein anderes Gefährt umzusteigen – es wird gefachsimpelt und alle haben ihre wahre Freude, Gäste wie Gastgeber.



Schnell ist man in der kleinen Reisegruppe miteinander vertraut – teilen doch alle eine gemeinsame Leidenschaft - Sie haben es sicher schon erraten: Oldtimer, Oldtimer und nochmals Oldtimer. Während die einen selbst stolze Besitzer eines Oldies sind, nutzen die andern die Reise, um einmal auszuprobieren, wie es sich so fährt mit einem Oldtimer. Dass das gar nicht so einfach ist, stelle ich gleich auf den ersten paar Metern fest, als beim Losfahren mein Sitz, den ich nicht ordentlich fixiert hatte, nach hinten rutscht und ich die Gangschaltung nicht mehr erreichen kann. Auch da und dort jault mancher Motor auf, kracht ein Getriebe. Einer leidet dabei ganz furchtbar mit: Gregor, der stolze Besitzer dieser Schätze und gelernter Maschinenbauingenieur, der vor einigen Jahren nach Südafrika kam und sich in kurzer Zeit eine stattliche Sammlung von Oldtimern zugelegt hat. Seine Firma Classic Wheels vermietet nicht nur die Autos, mit denen wir unterwegs sind – ein Alfa Romeo Spider Duetto, Bj. 1967, ein Porsche 356, Bj. 1958, zwei Mercedes SL, Bj. 1976 und 1978 und ein Käfer Cabriolet, Bj. 1958 werden – er begleitet uns auch während der gesamten Reise mit einem Serviceauto und steht uns immer mit Rat und Tat zur Seite. Abends, wenn wir schon längst beim Abendessen sitzen oder noch eine Runde im Pool schwimmen, checkt er nochmal alle Autos durch, damit am kommenden Tag wieder alle unbeschwert den Tag genießen können.



Neben dem Faible für alte Autos gibt es noch eine Gemeinsamkeit: die Liebe zu Südafrika. Warum die meisten nicht zum ersten Mal hier sind, verstehe ich, je tiefer wir in dieses Land eintauchen. Es ist die abwechslungsreiche Landschaft und Natur – fruchtbare Weingegenden, trockene Halbwüsten und traumhafte Sandstrände - in Verbindung mit einer aufstrebenden Hotellerie und Gastronomie, was eine Reise in dieses Land so reizvoll macht. Kleine feine Boutiquehotels, Restaurants mit exzellenter Küche, Weine der Spitzenklasse, die nichts mit der gemeinhin bekannten Südafrika Weinen, die man in Europa angeboten bekommt, zutun hat – und das alles garniert mit einer Prise afrikanischer Leichtigkeit. „Enjoy“ ist nicht nur die Aufforderung, die jede Speise begleitet, sondern auch die passende Kurzbeschreibung für diese Reise durch Südafrika. Ja vielleicht sogar der Inbegriff für ADAC Oldtimerreisen?



Fussweg ans Kap der guten Hoffnung

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