MAROKKO - Fahrt über das Hohe Atlas-Gebirge

Reisebericht

MAROKKO - Fahrt über das Hohe Atlas-Gebirge

Reisebericht: MAROKKO  -  Fahrt über das Hohe Atlas-Gebirge

Nach ein paar ruhigen Urlaubstagen in und um Agadir wollten wir etwas mehr vom Land sehen. Ein Freund mit seiner Frau war noch mit von der Partie. Da bot sich doch ein Tagesausflug nach Marrakech, in Kombination mit einer Fahrt durch das Atlasgebirge, geradezu an.

Eine klassische Düne

Informationen zum Bild anzeigen Bildinformationen anzeigen

Also mietete ich über die Reiseleitung einen Kleinwagen, besorgte eine Straßenkarte und möglichst viele Informationen und an einem sonnigen Tag, Anfang Dezember, starteten wir morgens gegen 7:30 Uhr zu dieser aufregenden Tour. Es war schon riskant, mit einem Mietwagen auf einer uns völlig unbekannten Straße durch ein uns ebenso unbekanntes und kaum bewohntes Gebirgsterrain zu fahren, aber wir ließen Zweifel erst gar nicht groß aufkommen. Die Straße führte zuerst in südlicher Richtung aus Agadir heraus, an einem Strandabschnitt vorbei mit einigen bis zu 20 Meter hohen Sanddünen, zwischen denen sich schon Frühaufsteher tummelten.



Strand bei Agadir



Die Ernte ist vorbei

Informationen zum Bild anzeigen Bildinformationen anzeigen

In dem Örtchen Ait Melloul bog die Straße dann östlich ins Landesinnere ab. Die Stadt Taroudannt, inmitten der Souss-Ebene gelegen, hatten wir nach einer guten Stunde Fahrzeit erreicht. Bis dorthin war die Straße, meist durch abgeerntete Felder führend, ganz gut ausgebaut gewesen. Manchmal gab´s aber tiefe Schlaglöcher im groben Asphaltbelag, da mußte man höllisch aufpassen. Keine befestigten Bankette. Das Verkehrsaufkommen hatte sich auch sehr in Grenzen gehalten.



Ein Morgen in Taroudant



Tankstopp

Informationen zum Bild anzeigen Bildinformationen anzeigen

Nach weiteren 50 Kilometern etwa erreichten wir die kleine Ortschaft Ouled Berhil. Dort zweigte nun nordwärts die Straße in die Berge des Hohen Atlas ab, auf der wir über den Tizi´n Test Pass schließlich bis nach Marrakech fahren wollten. Eine Tankstelle gab es auch und natürlich füllten wir den Tank randvoll auf und prüften noch den Luftdruck in den Reifen und den Ölstand, vorsichtshalber.



Landstraße

Informationen zum Bild anzeigen Bildinformationen anzeigen

Mein Freund saß am Steuer, so konnte ich in aller Ruhe die reizvolle Landschaft betrachten. Manchmal war in der Ferne das weiße Minarett einer kleinen Dorfmoschee zu sehen. Die braunen, ebenerdigen Häuser dagegen konnte man aus dem Fahrzeug heraus kaum ausmachen. Langsam aber stetig ging es aufwärts, die in blauem Dunst liegenden Gebirgszüge rückten immer näher. Ein Meilenstein, auf dem die Entfernung nach Marrakesch stand, bot ein nettes Motiv. Irgendwie passte er in die öde Umgebung.



Blaue Berge



Einsame Gebirgswelt

Informationen zum Bild anzeigen Bildinformationen anzeigen

Die steinigen Hügel wurden höher, die Straße immer kurviger. Es gab keinen Gegenverkehr und sonst begegneten wir auch niemandem, obwohl wir einige unscheinbare Dörfer unten in schmalen Tälern liegen sahen, inmitten von kleinen Feldern.



Bergdorf



Teestube

Informationen zum Bild anzeigen Bildinformationen anzeigen

Einmal kamen wir an einem ziemlich heruntergekommenen Haus vorbei, vor dem die Straße eine scharfe Kurve machte. Wir hielten dort kurz, weil ein gebrechlicher Alter Tee zum Kauf anbot und man auch einen tollen Ausblick auf die unter und hinter uns liegende Straße hatte. In der Ferne war gut die Souss-Ebene zu erkennen.



Fernsicht



Passhöhe Tizi´n Test

Informationen zum Bild anzeigen Bildinformationen anzeigen

So richtig flott kamen wir nicht voran. Die Gebirgsstraße war unglaublich kurvig und der Mietwagen hatte einfach ein paar PS zu wenig unter der Haube, aber der Motor arbeitete zuverlässig. So erreichten wir schließlich am späteren Vormittag die Passhöhe auf 2.093 Metern ü.d.M. Das war auf einer steinernen Gedenktafel zu lesen und dass die Straße in den Jahren 1926 – 32 erbaut worden war. Wir machten dort oben eine kleine Pause, um das tolle Gebirgspanorama und diese totale Stille zu genießen. Nur der Wind säuselte gelegentlich durch die Felsen.



Viewpoint



Bergwelt

Informationen zum Bild anzeigen Bildinformationen anzeigen

Nach der Passhöhe ging es wieder in zahllosen Kehren bergab und nun war die Straße nur noch eine staubige und ausgefahrene Piste. Für unseren Wagen nicht mehr wirklich geeignet, aber schont man einen Mietwagen? Die Fahrerei war anstrengend, nicht nur für den Mann am Steuer. Ich bin sowieso ein schlechter Sozius.



Im Hohen Atlas-Gebirge



Bergteich

Informationen zum Bild anzeigen Bildinformationen anzeigen

Einmal kamen wir an einem Tümpel vorbei. Dessen Wasser ließ üppiges Grün an seinen Ufern wuchern, in der sonst ausgetrockneten und staubigen Umgebung.



Kleine Wasserstelle



Flußbett des Oued N´Fiss

Informationen zum Bild anzeigen Bildinformationen anzeigen

Nach schier endloser Kurverei erreichten wir das Tal des Oued N´Fiss, einem kleinen Gebirgsfluß. Die Straße folgte jetzt mehr oder weniger dem Flußlauf. In der Nähe der Ortschaft Tinmel ging dann auch die unbefestigte Trasse wieder in eine Asphaltstraße über und mein Freund konnte endlich wieder mehr Gas geben. In Tinmel tankten wir natürlich voll.



Gebirgstal



Der Fluß als Waschplatz

Informationen zum Bild anzeigen Bildinformationen anzeigen

Das Gebirgstal öffnete sich nun mehr und mehr, die rotbraune Landschaft wurde zunehmend grüner, die kleinen Siedlungen in der Nähe des Flusses zahlreicher. Frauen wuschen in den Fluten und breiteten die Wäschestücke auf niedrigen Büschen in der Sonne zum Trocknen aus.



Braunes Land, weiße Berge



Weite Ebene

Informationen zum Bild anzeigen Bildinformationen anzeigen

Tahannaout war dann die erste größere Stadt nach den Bergen. Aus der Ferne grüßten uns die teilweise mit Schnee bedeckten Gipfel. Wir hatten tatsächlich den Hohen Atlas auf einer äußerst abgelegen und teilweise schwierigen Passstraße überquert und zum Glück ohne Pannen.



(K)eine Traumstadt

Informationen zum Bild anzeigen Bildinformationen anzeigen

Die restlichen 30 Kilometer bis Marrakech legten wir flott auf der „Route regionale 203“ zurück und am frühen Nachmittag hatten wir unser Ziel erreicht. Am Stadtrand wurden wir gleich von einem jungen Kerl angesprochen und von dem ließen wir uns zu einem bewachten Parkplatz lotsen. Natürlich erwartete er ein Bakschisch. Das war ok und dann tauchten wir ein in die orientalische Atmosphäre von Marrakech.
Das aber ist eine andere Geschichte.


Copyright by: Text und Fotos, Josef Stadler


Teilen auf

Mein Interessenprofil

Bitte melden Sie sich an, um Reiseziele zu Ihrem Interessenprofil hinzuzufügen.

Kommentare

  • charbonnier

    Hallo Josef,
    eine interessante Tour und tolle Fotos - macht Lust zum Nachmachen. Aber eine Frage: wann hast Du diese Reise unternommen? Ich hörte, dass die Fahrt durch den Atlas nicht unbedingt sicher wäre, al-Quaida wäre dort aktiv. Und denen möchte ich eigentlich nicht begegnen...

Bitte melden Sie sich an, um einen Kommentar abzugeben. MAROKKO - Fahrt über das Hohe Atlas-Gebirge 4.57 7

Beliebte Community-Inhalte: AustralienNorwegenThailandVietnamItalienBarcelonaIndien ReiseführerIndien Tipps