Wandern in der Chapada Diamantina

Reisebericht

Wandern in der Chapada Diamantina

Reisebericht: Wandern in der Chapada Diamantina

Drei Tage zu Fuß unterwegs in der Einsamkeit der Chapada Diamantina

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Als erstes wandern wir Flusslauf entlang, als Ziel wird uns ein Wasserfall angekündigt. Der Weg ist bald kein Weg mehr, sondern wir klettern über riesige Felsbrocken, suchen uns den besten Weg selber aus und hangeln und springen von Fels zu Fels. Was für ein Spaß! Auch wenn es mit den schweren Rucksäcken manchmal gar nicht so einfach ist das Gleichgewicht zu halten.

Unterwegs halten wir immer wieder an kleineren Wasserfällen und –becken an, in denen wir kurz baden und uns erfrischen können. Das Wasser ist dunkelbraun bzw. Colafarbig, was von den hohen Jodgehalt des Wassers kommt. Es ist nicht schmutzig, an einigen Stellen füllen wir sogar unsere Wasserflaschen auf um es zu trinken. An manchen Stellen bildet sich ein weißer Film auf dem Wasser, der Muster zieht wie Spitzendeckchen. Daher hat Lencois angeblich seinen Namen, bedeutet es übersetzt doch 'Leinentuch'.

Dies ist eine begehrte Touristenstrecke, von der angekündigten Einsamkeit finden wir hier noch nicht viel, die kommt aber noch, erklärt Ivan wortkarg. Ich glaube, er ist einfach nur schüchtern.

Mittags erreichen wir dann einen tatsächlich sehr beeindruckenden Wasserfall, an dem wir ausgiebig baden und picknicken. Ein Brasilianer sitzt dort mit zwei Kühlkisten und verkauft kalte Getränke an die verschwitzt ankommenden Touristen. Diese Kühlkisten schleppt er jeden Tag vom Ort den nicht existierenden Weg zu dem Wasserfall um dort dann unter einen Sonnenschirm zu sitzen und die Dosen an die Touristen zu verkaufen. Davon bin ich so beeindruckt, das ich gerne den kleinen Aufpreis für die Cola bezahle, obwohl ich darauf gerade gar keinen Appetit habe.
Während wir alle dort entspannt in der Sonne dösen, kommen wir auch zu dem Schluss, dass für diese Wanderung unbedingt hohe Wanderstiefel notwendig sind, die Strecke kann man doch gar nicht anders bewältigen. Genau in diesem Moment kommt eine Brasilianerin mit Handtasche und in Flipflops vorbei. Verwundert frage ich Ivan, ob es noch einen anderen (einfacheren) Weg zu diesem Wasserfall gibt. Aber er verneint, sie hat denselben Kletterweg genommen wie wir. Respekt.

Später am Mittag rappeln wir uns träge von der warmen Sonne und dem leckerem Picknick wieder auf und marschieren weiter. Wir kommen an einem Wasserfall vorbei, an dem das Wasser über einen schrägen Felsen in ein Wasserbecken fließt. Dieser eignet sich hervorragend als natürliche Wasserrutsche, was auch von etlichen Touristen genutzt wird. Wir schauen den Jungs zu und brechen in herzhaftes Gelächter aus, als einem auf dieser doch recht buckligen Rutsche die Badehose zerfetzt wird.



noch ein Wasserfall


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Kommentare

  • Tina_Torsten

    Toller Bericht, das waren sicher spannende Tage in der Wildnis (vorallem anstrengend.)

  • capivara

    Ein netter Bericht, leider etwas knapp finde ich.
    Ich stationierte vor drei Jahren während einer Rundreise in Braslien auch in Lencois und machte eine Tour durch die Chapada Diamantina. Deine Beschreibungen wecken Erinnerungen :-)
    Du schreibst nichts davon, dass ihr einen der wunderbaren Tafelberge bestiegen habt. Schade wenn ihr das nicht erlebt habt- eigentlich gehört es doch zu jeder Touri-Tour...

    Dein Kommentar über die Namen der Brasilianer kann ich nur bestätigen. Sie heißen Igor, Ingrid, Anderson, Miguel oder gar Mikael, Matheus, Walter, Enzo, Luana, Wilma oder Larissa.
    Ich kenne einen Jackson, Wanduilia und Joilson, denn in Brasilien gibt es kein Amt, welches zu exotische Vornamen verbieten könnte.

  • Frau_Mue

    Doch, auf einen der Tafelberge waren wir auch noch, aber erst nach der Trekkingtour. Aber stimmt, es wäre schade gewesen das nicht zu tun, es war atemberaubend. Die Aussicht, die Stille, die Natur und tausende von zwitschernden Vögeln.

    So eine Trekkingtour kann ich nur empfehlen, die Abgeschiedenheit im Busch ist ein Erlebnis für sich und durch Ivan haben wir viel über das Leben dort in dem Gebiet erfahren.

    VG Stefanie

  • RdF54

    Schöner Bericht über Deine Tour!

    LG Robert

  • tinasummer

    Super Bericht! Danke! Wie bist du denn an Igor gekommen? Kann man die Guides in lençóis vor Ort buchen? Was kostet das ungefähr? Und musstet ihr eigene Campingutensilien mitnehmen?
    Lg Tina

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