Familientreffen auf Bali - Dezember 2011/Januar 2012

Reisebericht

Familientreffen auf Bali - Dezember 2011/Januar 2012

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04.01.2012

4. Januar 2012: Facettenreiche Tour durch Balis Osten

Den Delphinen hinterher...

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Am nächsten Morgen sind wir schon um sechs Uhr auf den Beinen, denn wir haben eine Delphin-Tour gebucht, und die Meeressäuger lassen sich angeblich am besten in den frühen Morgenstunden beobachten. Es wird allmählich erst hell, als wir direkt am Hotel von einem schon in die Jahre gekommenen Auslegerboot abgeholt und ein paar Kilometer hinaus aufs Meer gefahren werden. Schnell bekommen wir mit, dass wir hier Teil einer Großveranstaltung sind: Von überall her kommen ähnliche mit Urlaubern besetzte Boote angefahren, vorsichtig geschätzt sind das sicher etwa 50! Zumindest können sich so viele Bootsführer wohl nicht irren - und tatsächlich taucht irgendwann eine Gruppe von Delphinen auf, macht einige Sprünge, ist wieder verschwunden, nur um eine Minute später an einer ganz anderen Stelle wieder an die Oberfläche zu kommen. Der Schwarm der Boote jagt natürlich immer hinterher und versucht, die Schwimmrichtung der Tiere vorauszuahnen, um den eigenen Fahrgästen den möglichst besten Blick zu erlauben. Mir scheint es, als ob sich die Delphine einen Spaß daraus machen, mit den Booten um die Wette zu schwimmen. Fluchtcharakter zeigt ihr Verhalten jedenfalls nicht... Obwohl es sicher eine besondere Erfahrung ist, diese tollen Tiere einmal in ihrer natürlichen Umgebung beobachtet zu haben, zweifeln wir am Ende der etwa zweistündigen Tour, ob wir daran ein zweites Mal teilnehmen würden - es waren einfach zu viele Boote unterwegs...



Reich verziertes Kleinod...

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Es bleibt reichlich Zeit fürs Frühstück und zum Relaxen, ehe uns Ketut für die nächste Tagesetappe abholt. Die Route führt zunächst der Nordküste entlang nach in das Dorf Sangsit. Hier besuchen wir den idyllischen Tempel Pura Beji. Er wurde im 15. Jahrhundert von den örtlichen Reisbauern zu Ehren der Fruchtbarkeitsgöttin Dewi Sri errichtet, die im Gegenzug für eine reiche Ernte sorgen sollte.



Spuren der niederländischen...

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Interessant sind auch neuere Bauteile, zu deren reicher Verzierung auch eindeutig als Europäer zu identifizierende Musiker gehören, die Gitarre und Kontrabass spielen - sie spiegeln die niederländische Kolonialherrschaft wider, die in Indonesien bis weit ins 20. Jahrhundert hinein galt.



Leckere Rambutan...

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Direkt an den Tempeldistrikt grenzt ein Privatgarten an, in dem sich ein Rambutanbaum befindet, der vor reifen Früchten nur so strotzt. Wir staunen über den exotischen Anblick, als plötzlich die Besitzerin durch den Garten läuft. Ob wir welche wollen? Ketut hilft mit der sprachlichen Verständigung, schnell haben wir der Frau ein paar Zweige mit den leckeren, Litschi-ähnlichen, von einer borstig-roten Schale umhüllten Frucht abgekauft.



Kuhwaschanlage...

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Die Weiterfahrt führt noch lange parallel zur Nordküste in den Osten Balis, das Land ist hier deutlich dünner besiedelt. Wir umfahren das mächtige, in Wolken gehüllte Massiv des höchsten Inselberges Gunung Agung, eines aktiven, über 3.100 Meter hoch aufragenden Vulkans. Im kleinen, vom Tourismus noch wenig veränderten Fischerdorf Amed, wunderschön an der Ostküste in einer kleinen Bucht gelegen, halten wir kurz und beobachten das ursprüngliche Dorfleben der Fischer und Kleinbauern.



Verträumte Meeresbucht...

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Um den östlichsten Vulkan der Insel, den Seraya, schlängeln wir uns auf schmalen, holprigen Straßen herum, die uns immer wieder wunderbare Ausblicke aufs Meer und hinüber zur Nachbarinsel Lombok ermöglicht.



Einklang von Natur und...

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Es ist nachmittags um vier geworden, als wir Ujung erreicht haben, einen kleinen Ort im Südosten Balis. Hier ist der Wasserpalast ein herausragendes Baudenkmal: Erst Anfang des 20. Jahrhunderts ließ der damalige - und letzte - König des Gebiets Karangasem diese weitläufige, von zahlreichen kleinen Pavillons und einem palastartigen Hauptgebäude bestandene, durch drei große Teiche gegliederte und durch seine Hanglage besonders harmonisch wirkende Anlage errichten. Hier lässt es sich richtig lustwandeln und den perfekten Einklang von Natur und Architektur genießen.



Angeblich nur Training...

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Einen anderen Aspekt balinesischer Geschichte und Kultur bekommen wir in Tenganan geboten. Hier leben die "Bali Aga", die angeblichen Ureinwohner der Insel, die großen Wert auf die Bewahrung althergebrachter Handwerkskünste und Traditionen legen. So stellen die einheimischen Frauen an Webstühlen die einzigartigen Doppel-Ikat-Stoffe her, die vor der Verarbeitung abschnittsweise eingefärbt werden. Den Männern vorbehalten ist die Fertigung balinesischer Kalender, bei der die Texte und Zeichnungen mit Tinte aus Muskatnussasche kunstfertig auf zerbrechliche Palmblätter aufgetragen werden. Eine wichtige Rolle, das merken wir bei unserem Rundgang durchs Dorf bald, spielt auch der Hahnenkampf, der Nationalsport der Insel. In Einzelkäfigen sorgsam voneinander getrennt warten die Kampfhähne auf ihre abendliche Trainingsrunde, bei der durchaus die Fetzen - sprich Federn - fliegen.



Überlieferte Kunst der Bali Aga...



Von hier ist es nicht mehr weit bis zu unserem Tagesziel, dem Hotel "Puri Bagus" in Candi Dasa - der Name ist nicht zufällig derselbe wie heute Morgen in Lovina, es handelt sich um das Schwesterhotel, ebenfalls direkt am Meer gelegen und ähnlich im Baustil, wenngleich wohl schon ein paar Jahre älter. Wir verabschieden uns ganz herzlich von Ketut, der uns so kenntnisreich über "seine" Insel geleitet hat. Auch hier kommen wir wieder in einem gemütlichen kleinen Bungalow unter.


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Kommentare

  • Blula

    Lieber Wolfgang,
    ich muss Dir hier gleich zu allererst mal Danke sagen für diesen wunderschönen Bericht, habe ich mich doch beim Lesen wie auf einer Erinnerungsreise gefühlt. Ich bin vor über 20 Jahren einmal auf Bali gewesen. Es war übrigens damals meine erste wirkliche Fernreise und deshalb war das Eintauchen in diese vollkommen andere Welt für mich damals ein ganz besonderes Erlebnis. Inzwischen weiß ich, dass sich in kaum einem anderen Teil Südostasiens Kunst und Kultur so reich entfaltet haben wie auf Bali, der „Insel der Götter“, die auch durch ihre Natur und Landschaft mit den sattgrünen Reisterrassen und Dschungelwäldern bezaubert. Die, glaube ich, über 5000 Tempel zeugen davon, wie bedeutsam die Religion im Leben der Inselbewohner ist. Sie sind einfach tief verwurzelt in ihrer Kultur. Seit ewigen Zeiten leben sie mit ihren Göttern und Dämonen. Daran wird auch der zunehmende Massentourismus hoffentlich (!!!) nicht allzu viel ändern. Wie ich Deinem Bericht entnehme, ist das mit der Stille nicht mehr ganz so wie vor über 20 Jahren, aber, ich denke es gibt auch heute noch genügend Rückzugsorte, an denen man sich nach ausgedehnten Inseltouren sehr gut erholen kann. Dass ihr sie gefunden und genossen habt, das kann man hier ja sehr gut nachlesen.
    Danke nochmals.... für’s Eintauchenlassen in Pulau Dewata, wie Bali auch genannt wird.

    LG Ursula

  • ursuvo

    Dein Bericht hat mir sehr gut gefallen - ich bin gern mit Euch über diese interessante Insel gefahren!
    LG Ursula

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