Zu Wasser, zu Lande und in der Luft durch Vietnam - April 2011

Reisebericht

Zu Wasser, zu Lande und in der Luft durch Vietnam - April 2011

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17.04.2011

17. April 2011: Ankunft in Hanoi

Handwerk und Handel...

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Endlose Motorrollerlawinen - einige mit Waren, viele mit Menschen überladen - balancieren dicht an dicht durch die Straßen. Kleine Opfergaben in gefalteten Bananenblättern, flankiert von Räucherstäbchen, liegen auf dem Gehsteig, von vorbeihastenden Passanten achtlos zertreten. Daneben wird billiges Papier, das wie ein Geldschein bedruckt ist, verbrannt. In einer Seitenstraße breiten die dort ansässigen Händler ihre Ware - ausnahmslos Werkzeug, Verbindungsrohre, Leerkabel, Elektromotoren und alles, was der Heimwerker sonst so brauchen könnte - vor dem Laden aus. Einen Straßenzug weiter geht ein Friseur unter freiem Himmel seinem Handwerk nach; der Kunde sitzt mit freiem Oberkörper, ein Tuch um den Hals gebunden, auf einem einfachen Holzstuhl. Obst und Gemüse wird am Straßenrand feilgeboten; an einer Imbissbude wird, goldbraun gegrillt, gerade ein Hund in mundgerechte Portionen zerlegt.



Auf zwei Rädern...

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Unser Anteil an all diesen höchst staunenswerten Geschehnissen beschränkt sich heute auf fasziniertes Betrachten, genaues Hinhören, intensives Riechen – und unerschrockene Selbstversuche in dem uns erst einmal absolut regellos und lebensgefährlich anmutenden Straßenverkehr. Einfach loslaufen und mit mäßiger, aber gleichbleibender Geschwindigkeit die vier- oder sechsspurige Hauptverkehrsstraße, die die Schwärme von Mopeds kaum aufnehmen kann, überqueren; das ist die Mutprobe, der wir Neuankömmlinge in Vietnams pulsierender Hauptstadt Hanoi uns an diesem Nachmittag unterziehen. In Büchern wird diese Technik beschrieben, die Einheimischen machen es uns vor – und tatsächlich, es funktioniert. Jeder Motorradfahrer weiß genau, dass sich Fußgänger so verhalten und dirigiert sein Gefährt elegant und sicher um sie herum. Europäische Anwandlungen, einer möglichen Gefahr durch hektisches Rennen oder vorsichtiges Stehenbleiben aus dem Weg zu gehen, sind hier kontraproduktiv, da kein motorisierter Verkehrsteilnehmer mit so einem plötzlichen Tempowechsel rechnet. Wir haben unsere erste Lektion in vietnamesischer Lebensart erfolgreich bewältigt!



Friseurhandwerk unter freiem...

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Hineingebeamt in eine völlig andere Welt, die wir an diesem Nachmittag auf dem Nội Bài International Airport betreten haben, nachdem wir mit der polnischen Fluggesellschaft LOT seit gestern Abend von München via Warschau den weiten Weg nach Südostasien bewältigt hatten, die Uhr dabei erstaunlicherweise "nur" um fünf Stunden vorstellen mussten und die Einreiseformalitäten hinter uns gebracht haben. Die übrigens völlig unkompliziert verliefen, obwohl verschiedentlich zu lesen war, bei einem "Visum on Arrival" (günstiger zu haben als eine vorher über die Botschaft beantragte Einreiseerlaubnis) könne es eventuell zu Problemen kommen. Nichts dergleichen passiert: Eine ausgedruckte Vorbestätigung der vietnamesischen Behörden wird vorgelegt, und im Handumdrehen kleben die Visa in unseren Pässen.



Aus wenig viel machen...

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Ein Shuttle-Bus bringt unsere kleine Reisegruppe - neben Jana und mir sind noch ihre Kollegin Carolin und deren Tochter Julia mit von der Partie - in einer knappen Stunde ins "Hanoi Emotion Hotel" mitten in der Stadt: ein Bauwerk, schmal und hoch wie so viele andere Häuser, die wir unterwegs schon gesehen haben und die deswegen mit dem durchaus treffenden Ausdruck "Handtuchhäuser" bezeichnet werden.


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Kommentare

  • Blula

    Hallo Wolfgang!
    Vielleicht komme ich ja in meinem Leben auch noch mal irgendwann nach Vietnam. In diesem Falle werde ich mir auf jeden Fall dieses interessante Reisetagebuch von Dir mit in die Tasche stecken.
    Prädikat: Wertvoll !!
    LG Ursula

  • traveltime

    Mir hat dieser Bericht und sein Schreibstil sehr gefallen!
    LG Rolf

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