Wunderschöne Frühlingstage in der Toskana - Mai 2010

Reisebericht

Wunderschöne Frühlingstage in der Toskana - Mai 2010

Reisebericht: Wunderschöne Frühlingstage in der Toskana - Mai 2010

Eine Woche Frühling in der Toskana und gleichzeitig ein Besuch bei einem guten Freund - mit unserer Fahrt in die Nähe von Siena schlugen wir gleich zwei Fliegen mit einer Klappe. Dass die Toskana alles andere als touristisches Neuland ist, war uns natürlich auch klar - nichtsdestotrotz hat sie viel von ihrem aus ihrer wunderschönen Natur geborenen Charme bewahrt.

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28.05.2010

28. Mai 2010: Unterwegs auf der Chianti-Weinstraße

Wie versprochen, wird die Nachtruhe diesmal nicht gestört. Zur Abwechslung suchen wir uns zum Frühstück eine kleine Bar im Zentrum des Dorfes, fahren anschließend weiter zu Casalgallo und kaufen dort Wein und Olivenöl aus hauseigener Produktion – nicht zuletzt natürlich „Chianti Classico“, quasi als Auftakt für unsere heutige Tagesetappe.



Ein Gemälde aus Stein...

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Die führt uns nämlich auf der „Via Chiantigiana“, der Chianti-Weinstraße, an deren Südende Quercegrossa liegt, nach Norden. Schon die Fahrt auf den schmalen, kurvigen Straßen über Täler und Hügel ist ein Erlebnis. Dichte Wälder, weite Weinberge, Zypressenalleen, verstreute Einzelhöfe und kleine Dörfer prägen das Land. Radda, unser erstes Zwischenziel, liegt wie gewohnt hoch oben auf einem Bergrücken. Den kleinen Weinort „Stadt“ zu nennen wäre sicher übertrieben, doch zumindest rund um die Kirche im Ortskern ist die Bebauung sehr eng und dicht, sodass einige Gassen und der heute als Rathaus dienende mittelalterliche Palazzo durchaus städtischen Charakter besitzen.



Gallo Nero

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Radda macht einen gemütlichen, sympathischen Eindruck; doch uns treibt es weiter, wir wollen noch mehr von der Chianti-Weinstraße mitbekommen und lassen uns deswegen in beschaulicher Fahrt weitertreiben nach Greve, den größten Ort der Chianti-Region – was nicht viel zu sagen hat, denn auch hier leben nicht mehr als etwa 3.000 Menschen. Dennoch wirkt Greve um einiges lebendiger als Radda. Dadurch, dass es sich – untypisch – im Talgrund ausdehnt, kann sich der Marktplatz breitmachen. In Dreiecksform bietet die Piazza Matteotti mit ihren Laubengängen die passende Kulisse für nette Cafés und Restaurants. Auch wir nutzen das für eine Mittagspause, schlendern durch das übersichtliche Zentrum und telefonieren mit Andrea. Es ist Freitagnachmittag, er hat seine Studien für diese Woche abgeschlossen und jetzt wieder Zeit für uns.



Im Chianti-Land...



Also starten wir durch nach Siena. Je näher wir kommen, umso mehr verfinstert sich der Himmel. Über der Stadt entlädt sich gerade ein heftiges Gewitter. Wir warten den ärgsten Guss in Andreas Studentenbude ab, dann fahren wir mit ihm hinaus nach Quercegrossa. Schließlich soll er unsere Unterkunft auch mal sehen. Bei einem kurzen Spaziergang durch die Weinberge zeigt sich Andrea begeistert von der Umgebung und meint, er könne sich gut vorstellen, selbst irgendwann auf solch einem Landgut zu wohnen.



Promotion des Sportclubs

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Danach geht’s wieder in die Stadt. Wir haben schließlich einen Auftrag: Unsere Nachbarn, die erst unmittelbar vor unserer Abfahrt selbst aus der Toskana zurückgekehrt sind, haben in Siena ein Bild rahmen lassen und uns den Auftragsschein mit der Bitte mitgegeben, das fertige Werk Ende der Woche abzuholen. Um das Geschäft leichter zu finden, haben wir ein Foto erhalten. Für Andrea ist es damit eine Kleinigkeit, uns dorthin zu lotsen. Als ich das blickdicht verpackte Bild erhalte, bekomme ich große Augen: Das gute Stück hat ganz schöne Ausmaße, ich schätze mal einen Meter auf 60 Zentimeter! Selbst auf der Piazza del Campo bin ich damit unübersehbar. Vor dem Rathaus findet gerade die Show-Einlage eines örtlichen Sportvereins statt: Junge Turnerinnen und Radfahrer demonstrieren ihr sportliches Können, untermalt mit Klängen von „Rammstein“ – das wuchtet direkt in die Gehörgänge und lockt schon aufgrund der Lautstärke die Leute von allen Ecken des Platzes an.



Nächtliche Piazza del Campo

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Wir werden von Andrea wieder in seine Bude geführt. Dort sitzen wir zunächst im Wohnzimmer und warten, bis Mitbewohner Giuseppe sowie die Kommilitonen Martina und Fortunato – ihn kennen wir schon durch den Besuch seiner Renaissancewohnung – auftauchen. Dann ziehen sich die Jungs in die Küche zurück. Damit es uns in der Zwischenzeit nicht langweilig wird, schließt Andrea die Play Station an seinen Fernseher an, legt das Spiel „Pro Evolution Soccer“ ein und erklärt uns die wichtigsten Befehle, die über den Gamepad eingegeben werden müssen. Während wir uns mit Digitalfußball amüsieren, entsteht in der Küche ein mehrgängiges Abendessen: Pasta, Steaks, Salate und – zugegebenermaßen gekauftes – Tiramisu. Unser bescheidener Beitrag ist Wein von Casalgallo. Es wird ein richtig lustiger Abend, denn Giuseppe packt nach dem Essen seine Gitarre aus und beweist sein enormes musikalisches Talent, indem er aus dem Stegreif einen Rock-Klassiker nach dem anderen interpretiert. Wir singen aus voller Kehle mit. Gegen Mitternacht motivieren die vier Studenten uns „Oldies“ dazu, noch mit in die Innenstadt zu gehen. In den Gassen steppt jetzt der Bär; ganz Siena scheint auf den Beinen zu sein, um das Wochenende zu feiern. Toll ist auch die Kulisse auf der Piazza del Campo, denn der Palazzo Pubblico wird nachts effektvoll bestrahlt. Für eine Kneipentour fehlt unseren jungen Freunden ganz offensichtlich das Geld, deswegen suchen sie einen Park am Rande der Altstadt, in dem sich die laue Nacht auf einer Bank genießen lässt. So wird es viertel vor drei Uhr, ehe wir zurück in unserem Quartier in Quercegrossa sind.


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Kommentare

  • astrid

    Ein kurzweiliger, informativer Italienbericht, vielen Dank.
    Gruß, Astrid

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