Mit dem Wohnmobil durch Schweden - August 2008

Reisebericht

Mit dem Wohnmobil durch Schweden - August 2008

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20.08.2008

20. August 2008: Auf Tucholskys Spuren um Schloss Gripsholm

Tucholskys letzte Ruhestätte

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Nach zwei Tagen mit stabiler Witterung wissen wir heute morgen mal wieder überhaupt nicht, woran wir sind. Regen und Sonne wechseln im Viertelstundentakt, sodass wir das Frühstück im Fahrzeug einnehmen. Auf der Weiterfahrt Richtung Nordosten dominiert zunächst die Sonne, als wir aber die Autobahn bei Nyköping verlassen und über eine sehr kurvige und holprige Landstraße durch hügelige Wiesenlandschaft den Mälarsee ansteuern, ziehen wieder dunkle Wolken auf und entladen sich gerade, als wir Schloss Gripsholm bei Mariefred erreicht haben, mit einem heftigen Platzregen.
Wir warten den schlimmsten Guss ab, bevor wir den Weg vom Parkplatz zum Eingang riskieren, der über eine Brücke auf die kleine Insel führt, auf der Gripsholm steht. Das bekannte Wasa-Schloss, das Jahrhunderte lang ein Wohnsitz der schwedischen Könige war, beherbergt heute die größte Porträtsammlung Schwedens – alles, was in diesem Land Rang und Namen hatte bzw. hat, hängt in Öl auf Leinwand in den zahlreichen Räumen des gewaltigen Bauwerks. Besonders originell ist der Theaterturm: Vor gut 200 Jahren ließ sich ein schwedischer König hier sein privates Theater einrichten und musste danach nicht einmal mehr das Haus verlassen, um den besten Schauspielern seines Landes zusehen zu können. Der Regen hat sich wieder verzogen, als wir unseren Schlossrundgang beendet haben. So suchen wir in Mariefred noch den Friedhof und finden das Grab von Kurt Tucholsky, dem berühmten Schriftsteller und Publizisten, dessen gleichnamige Sommergeschichte Schloss Gripsholm in Deutschland berühmt werden ließ und der im schwedischen Exil nach der Flucht vor den Nazis aus Verzweiflung den Freitod wählte.



Auf gut ausgebauten Wegen rollen wir nach Stockholm, wo spätnachmittags dichter Verkehr herrscht und es auch eine mautpflichtige Brücke gibt – der Betrag hält sich aber in Grenzen. Nach einigem Hin und Her erreichen wir einen im Reiseführer eingezeichneten „Campingplatz“. Doch was wir sehen, kann uns nicht begeistern: Hier handelt es sich um ganz einfache Stellplätze ohne jeglichen Komfort; dicht gedrängt stehen die Wohnmobile und Campingbusse teilweise unter der Überführung einer Schnellstraße. Es scheint fraglich, ob wir überhaupt einen Platz finden, geschweige denn einen mit Stromanschluss; auch die Sanitäranlagen sind sicher nicht optimal. Nachdem wir vorhaben, zwei Nächte in Stockholm zu bleiben, verlassen wir diesen Platz schnell wieder und entscheiden uns, unser Glück im Vorort Skärholmen zu versuchen. „Bredängs Camping“ ist zwar auch ziemlich stark belegt, aber immerhin ist hier ein Platz zu bekommen, der über Elektrizität verfügt, und auch die sonstige Infrastruktur ist in Ordnung.


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