Mit dem Wohnmobil durch Schweden - August 2008

Reisebericht

Mit dem Wohnmobil durch Schweden - August 2008

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28.08.2008

28. August 2008: Die Westküste entlang nach Göteborg

Boote haben Vorfahrt

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Der Wind bläst auch in dieser Nacht wieder recht stark. Aber diesmal hat das den positiven Effekt, dass morgens die Sonne scheint, als wir Kungshamn verlassen und ein paar Kilometer nordwärts zum Sotekanal fahren. Er durchschneidet auf fünf Kilometern Länge eine Halbinsel. Für heutige Handelsschiffe ist der über 70 Jahre alte Kanal zu klein, aber Segelboote sind hier häufig unterwegs – und das ist recht spektakulär, denn die Schwenkbrücke, die über die Wasserstraße führt, wird um 90 Grad gedreht, sodass Boote freie Fahrt haben. Wir werden Zeuge einer solchen Passage.



Aussicht vom Gullmarsberg

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Den nächsten Zwischenstopp legen wir einige Kilometer südlich am Gullmarfjord bei Skredsvik ein. Der Meeresarm schneidet hier tief ins Land ein und bildet geschützte Buchten, die sich bestens zum Anlegen von kleinen Häfen eignen. Wir klettern die Hänge des Gullmarbergs hinauf und freuen uns über den schönen Blick. Auf der anderen Seite der Bucht scheint es einen Aussichtsturm zu geben, so lesen wir das jedenfalls aus unserer Straßenkarte heraus. Also versuchen wir es über einen ziemlich schlechten Weg – und stehen plötzlich vor einem stark gesicherten Metalltor, Militärfahrzeuge sind zu sehen. Mist, das ist offensichtlich ein Marinestützpunkt! Schnell drehen wir um und suchen das Weite. Auf der Autobahn erreichen wir in gut einer Stunde Göteborg, Schwedens zweitgrößte Stadt.



Im Süden der City, von Bäumen umgeben in ruhiger Lage, finden wir „Lisebergsbyn Kärralund“, einen großen, gut besuchten Campingplatz, der allerdings preislich deutlich über dem liegt, was wir bisher gewohnt waren. Dafür haben wir aber die Großstadt „vor der Haustür“: Mit dem Fahrrad sind wir in etwa 20 Minuten am Rande der Altstadt. Direkt an der Tourist-Info stellen wir unsere Räder ab, schnuppern die quirlige Atmosphäre in einem belebten Straßencafé und laufen anschließend querbeet durch Göteborg. Am Stora Hamnkanal treffen wir auf die spätbarocke Kristine Kyrka, auch Tyska Kyrka (Deutsche Kirche) genannt, ehe auf dem daneben befindlichen Gustav Adolfs Torg der „alte Schwede“ von seinem Denkmal herabgestiegen zu sein scheint: In der Feldherrnkluft des 17. Jahrhunderts stolziert der Schwedenkönig, Volksreden schmetternd, als Touristenführer über den großzügig dimensionierten Platz; gleichzeitig blickt sein erzenes Ebenbild stolz und starr wie ehedem von seiner Warte auf hohem Sockel. Für mich ein gleichzeitig vertraut und ungewohnt wirkendes Bild, steht doch in meiner Heimatstadt Rain in ähnlicher Größe ein Standbild seines militärischen Widersachers Graf Tilly, der beim Aufeinandertreffen beider Heere 1632 am Lech tödlich verwundet wurde.
Von hier ist es nicht mehr weit zum Hafen, an dem das 1994 errichtete Opernhaus steht – ein ineinander verschachtelter Komplex aus Gebäudeteilen in den verschiedensten Formen, alles andere als ein fantasieloser Betonbunker wie andernorts oft zu sehen. Gegenüber ragt einem Leuchtturm nachempfunden, rot-weiß gestrichen, das Hochhaus „Utkiken“ in den Himmel – von dort oben verspricht man den besten Überblick über Göteborg. Aber leider hat der Bau schon geschlossen und wird, soweit wir den schwedischen Hinweis richtig verstehen, wegen einer Betriebsfeier auch morgen nicht geöffnet sein.
Wir haben Hunger bekommen und laufen deswegen in ein nahegelegenes Einkaufszentrum, an dem unübersehbar auch das „goldene M“ prangt. Die meisten Läden sind schon geschlossen; deswegen hat sich die Klientel, die hier jetzt unterwegs ist, erheblich zum Negativen geändert – vor allem Penner und betrunkene oder bekiffte Jugendliche sind anzutreffen. Dennoch holen wir uns ein paar Burger und Pommes, gewinnen danach aber schnell Land und fahren wieder hinaus zum Campingplatz.



Gustaf Adolf in Erz gegossen


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