Bezaubernde Marken und ihre verborgenen Reize

Reisebericht

Bezaubernde Marken und ihre verborgenen Reize

Reisebericht: Bezaubernde Marken und ihre verborgenen Reize

Meine Information „ich fahre in die Marken!“ wurde stets begleitet von der Frage „Wohin, bitte?“. Ja, ja Rimini kennt man schon! Und auch Florenz! Bitte schön, Assisi ist auch nicht unbekannt. Aber die Marken? Eine Region in Italien? Ja!

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Kleinode im Süden der Region: Ascoli Piceno und Fermo

Ascoli Piceno, Marken, Italien

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Noch einmal wollte ich in den Süden der Region fahren. Zu einem weiteren städtebaulichen Kleinod: Ascoli Piceno. Die Altstadt liegt malerisch auf einem Plateau zwischen den Flüssen Tronto und Castellano. In ihrem Mittelpunkt die Piazza del Popolo mit Rathaus, die sich in einem Atemzug mit den großen Plätzen Italiens, dem Markusplatz von Venedig, dem 'Il Campo' von Siena und der Piazza Navona von Rom, nennen lässt! Doch nicht nur der Hauptplatz lockt Touristen aus aller Welt hierher: der Renaissance-Kreuzgang der Franziskaner-Kirche, in dem vormittags Markt ist; die alte Römerbrücke mit herrlichem Blick über Altstadt und Fluss; das 800 Jahr alte Baptisterium, romanische Kirchen wie die Kirche San Gregorio, der Dom Sant’Emidio, die Piazza Arringo (die gerade mit neuen Steinplatte ausgelegt wurde) und - die Oliven. Die „Olive all’ascolana“ und die gefüllte „Fritto ascolano“ sind Spezialitäten der Stadt! Ascoli Piceno weiß zu verzaubern.

Neben der Franziskaner-Kirche in einer Loggia plauderten Senioren, auf der Piazza del Popolo waren kleine Ausstellungszelte aufgestellt, in der sich Regionen, Dörfer und Städte Mittelitaliens sowie alte Handwerke im Rahmen einer kleinen Touristikmesse präsentierten, und am Markt im Kreuzgang sah ich noch alten Waagen mit Gewichten...

Die Rückfahrt nach Civitanova führte mich zu einer weiteren Sehenswürdigkeit im Süden der Republik, an den kilometerlangen Palmenstrand von San Benedetto del Tronto. Gut 15 Kilometer säumen kleine und große Palmen in mehreren Reihen den Sandstrand des Badeorts San Benedetto del Tronto. Die Altstadt zeigt sich noch in jenem bezaubernden verstaubten Zustand, den ich gerne als „Italien“ bezeichne. Obwohl es bereits Ende September war, fanden sich noch einige am Strand, sonnenbadend aber auch in den (kühlen?) Wellen der Adria.

Wenn man dann auf der Autobahn wieder Richtung Norden unterwegs ist, sieht man nur ein paar Kilometer zur Linken im Landesinneren auf einer Hügelspitze einen Ort „kleben“. Es ist Fermo. Die leicht abfallende Piazza mit Arkadengängen bildet das malerische Zentrum dieses Ortes; auf der Piazza eine Statue von Papst Sixtus V, der aus dem nahen Grottamare stammt; ganz oben auf der Hügelspitze steht der Dom Santa Maria Assunta (Maria Himmelfahrt). Eine lange Zypressenallee führt zur romanischen Fassade des Gotteshauses, das innen gotische Züge zeigt und barock ausgeschmückt wurde. Und von dort oben hat man einen wunderbaren Ausblick hinunter zum nahen Meer und über die idyllische Garten- und Dächerlandschaft von Fermo.

Ich wanderte die Gassen hinunter, die mit Steinplatten gepflastert, an kleinen Gärten vorbei führten, und kehrte zur Piazza del Popolo zurück. Im Palazzo degli Studi, bis 1826 Sitz einer Universität, befindet sich heute die städtische Bibliothek mit rund 400.000 Bänden. Zu verlockend der gemütliche Charakter dieser Piazza. Ich kehrte auf ein Glas Wein in einer Bar am Platz ein. Der Besitzer diskutierte mit einer Signora, die offensichtlich ein Schulheft eines ihrer Kinder in Händen hielt. Und es dauerte auch nicht lange, und ich wurde von ihr gefragt, ob ich denn Englisch könne. Ei doch ja, erwiderte ich und schon durfte ich die Hausaufgabe der Tochter der Signora auf Rechtschreibfehler lesen. Na ja, Rechtschreiben im Englischen war nie so meine Stärke. Also versuchte ich dies der Signora und dem Besitzer der Bar zu erklären. Der Besitzer, froh darüber, dass Signora ein anderes Opfer gefunden hatte, zog sich in den hinteren Bereich der Bar zurück. Ich blieb. Aber irgendwann ging dann die Signora doch heim. Und ich kehrte zu meinem Auto zurück.



Ascoli Piceno, Marken, Italien, die Kathedrale


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Kommentare

  • ralf.houven

    So habe ich die Marken vor einigen Jahren auch erlebt. Vor allem Urbino mit einheitlichen rotbraunen Farbton und dem schönen Blick vom Parkplatz auf den Herzogpalast mit den beiden parallelen schmalen hohen runden Türmen gefiel mir sehr gut. Da Sie doch davon Fotos gemacht haben, wäre es schön, wenn man ein paar davon hier sehen könnte. Ansonsten ein sehr schöner Reisebericht.

    Schöne Grüße
    Ralf

  • mosaik (RP)

    Doch, es gibt noch etliche Bilder, die du auf meiner Homepage unter http://www.reisemosaik.at/Italien/Italien_Bildergalerie_Marken.htm findest.

    Ich möchte hier nich allzuviele Fotos veröffentlichen, da ich damit auch die Rechte der kostenlosen Nutzung an geo abtrete, was ich nicht so ganz möchte.

    Herzliche Grüße
    Peter

  • lidlamica

    Ein sehr schöner Reisebeschrieb, der sich mit meinen Erfahrungen in den Marken deckt. Ich kann dazu noch empfehlen, einige der vielen Agriturismo und Weingüter zu besuchen und sich dort mit den Produkten vor Ort einzudecken. Es gibt sehr viele schöne Geschäfte mit den Produkten aus der Region. Eins davon ist auch in Urbino zu finden.

    Es gibt auch phantastische Agriturismo zum Übernachten, was wir immer machen.

    Schöne Grüße,
    Karin

  • Blula

    Mir als absolutem Italienfan hat dieser schöne Bericht natürlich gefallen. In den Marken war ich leider schon sehr lange nicht mehr. Sollte ich mal wieder einplanen. Habe diese Seite von Dir hier mit großem Interesse gelesen.
    Viele Grüße ! Ursula

  • Zaubernuss

    Haben wir wohl im gleichen Fischrestaurant in Fano gegessen? Auch ich liebe die Marken. Im Hinterland von Pesaro hatten wir eine hübsche kleine Ferienwohnung. Trotz kühlem Aprilwetter war unser Aufenthalt im Land der Hügel ein Erlebnis. Das nächste Mal gehen wir für 2 Wochen hin. Danke für Deinen sehr guten Bericht.

  • BuWe

    Bin begeistert! Jahrelang (mit noch kleinen Kindern) sind wir immer wieder Richtung San Benedetto, Ascoli..., Aquaviva Piceno und andere wunderschöne Orte der Region gefahren und kennen viele der im Bericht erwähnten Stellen.
    VG Anne Do.

  • pleuro

    Durch den Tipp meiner Vorrednerin bin ich auf Deinen Bericht gestoßen, gerade noch rechtzeitig! In 3 Tagen geht´s los, mit dem Wohnmobil in die Marken! Das war eine tolle Einstimmung dazu! Danke euch beiden! :-)
    LG Anne

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  • marchigiana (RP)

    Schade, dass Sie, wie so viele, den südlichen Teil der Marken vollkommen unter den Tisch haben fallen lassen. Die Marken hören nicht bei Jesi auf. Der weitaus schönste Teil ist das Piceno, Provincia von Fermo und Ascoli Piceno.

  • mosaik (RP)

    @marchigiana (RP) ... jedem Recht getan, ist eine Kunst, die niemand kann :) Die Erklärung ist einfach: im Süden war ich selbst auch noch nicht beziehungsweise nur in Ascoli Piceno.

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