Mitten im Donaudelta

Reisebericht

Mitten im Donaudelta

Reisebericht: Mitten im Donaudelta

Das Donaudelta ist Teil des UNESCO-Weltnaturerbes, ist Biosphärenreservat und für Naturliebhaber ein faszinierendes Wasserlabyrinth von wilder Schönheit. Und natürlich ein Grund für uns, das zu besuchen.

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Am nächsten Morgen geht's mit dem Motorboot los. Ziel ist der Urwald bei Letea.



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Das Delta ist ein einzigartiges Netzwerk aus wilden Kanälen, Seen, Sümpfen, Schilfrohrinseln, Sanddünen, Hügeln und Wäldern.

Und immer wieder fahren wir in einen anderen Kanal in diesem Labyrinth.



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An dieser Stelle möchte ich mich mal für die Bildqualität entschuldigen: Natürlich gibt es viele Vögel zu sehen, aber wir haben keine spezielle Vogelbeobachtungs-Tour gebucht und unsere Foto-Ausrüstung ist nicht gerade professionell (mein Fotoapparat passt bequem in eine Hosentasche). Und aus dem fahrenden Boot heraus sind die Bilder von den meistens relativ weit entfernten Vögeln nicht wirklich gut.

Die vielen Landschaftsbilder vom Donaudelta wirken auf manche langweilig, aber ich wollte den Lesern einen möglichst guten Überblick geben.



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Auf dem Wasser schwimmen nicht nur weisse und gelbe Seerosen: Große Blätterteppiche bilden auch die Wassernüsse, die vor allem gekocht früher von den Deltabewohnern gerne gegessen wurden.



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Langsam, aber sicher nähern wir uns Letea. Wir sehen immer mehr Fischer, Hausgänse und -enten und schließlich sind wir an unserem Bestimmungsort angekommen.



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Urwald bei Letea

Letea

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Das Pferdefuhrwerk steht schon bereit und gleich fährt unsere Pferdekutsche auf sandigen Pisten durch das Dorf Letea hin an den Rand des Waldes, der nur zu Fuß und mit einem Führer betreten werden darf.



Fahrt durch Letea



Der Urwald von Latea gilt als nördlichster tropischer Urwald Europas. Und da war die Spannung schon groß, was uns da erwarten würde. Und anfangs war auch die Enttäuschung groß: Wald halt. Und viel Sand.



Urwald bei Letea 1



Urwald bei Letea 2

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Gut, alter Wald mit vielen mehrhundertjährigen Bäumen. Mag ja schön sein, aber das richtig Außergewöhnliche war der Sand unter den Füßen. Sand halt.

Nach einer Weile Laufen im Wald geht's dann an den Waldrand und da sehen wir dann das Einzigartige dieser Landschaft: die kilometerlangen und bis zu 15 Meter hohen Dünen, die sich mitten in dieser Waldlandschaft erheben.



Urwald bei Letea 3



Urwald bei Letea 5

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Vor 13.000 Jahren lag hier die Küstenlinie, heute ist sie etwa 20 Kilometer weiter östlich zu finden. Und jetzt ist hier sehr viel Sand. Im Frühling wird der Wald großflächig überschwemmt. Im Sommer trocknet dann der Wald aus und es folgt extreme Trockenheit. Die tiefen und weit verzweigten Wurzeln der Bäume nutzen das Wasser, das unter den Dünen vorhanden ist.

Unser Führer bringt uns zu den Pferden zurück und wir ruckeln zurück zum Boot.



Urwald bei Letea 6



Im Delta gibt es wilde Pferde. Über ihre Anzahl gibt es unterschiedliche Angaben, die zwischen 900 und 2.000 Exemplaren liegen.

Nach Auflösung der örtlichen LPG blieben einige Pferde übrig, die keiner haben wollte. Die wurden dann ins Delta getrieben, wo sie sich munter vermehrten und mittlerweile für das ökologische Gleichgewicht schädlich sind.

Es wird interessant sein, was mit ihnen passieren wird.

Hier noch ein Link zum 3-minütigen Ausschnitt über die Pferde aus einer Geo-Reportage:
http://www.geo.de/GEO/kultur/geo_tv/wilde-pferde-im-donaudelta-63605.html



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Munter geht's weiter Richtung Sulina.

Andauernd wechseln sich die Kanäle und Seitenarme ab. Mich würde bloß interessieren, wie lange es dauert, bis man sich hier in diesem Labyrinth auskennt.



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Im Donaudelta schwimmt die mit fast 2.000 qkm größte zusammenhängende Schilfrohrfläche der Welt. Und stehen tut auch einiges: Schilf ist ein wichtiges Exportprodukt des Deltas. Wer in Deutschland (etwa in einem Garten-Center) Schilf kauft, kann davon ausgehen, dass es aus dem Delta kommt.



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Sulina

gestrandet

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Sulina, das am Ausgang zum Schwarzen Meer liegt, ist ein Ort, der seine besten Zeiten hinter sich und ungewisse Zeiten vor sich hat. Nach 1989 schlossen die Fischfabrik und die Werft, von den einst 25.000 Einwohnern sind nur noch rund 6.000 übrig.



Kirche in Sulina



Der alte Leuchtturm ist das Wahrzeichen der Stadt, in dem sich ein kleines Museum über die einstige Donau-Schiffahrtskommission befindet. Hat leider montags geschlossen. Und wir waren an einem Montag da

Wir hatten anderthalb Stunden Ausgang. Unser Fahrer ging hier seinen Geschäften nach und wir schlenderten durch die Stadt. Leuchtturm zu, die beiden Kirchen werden gerade renoviert - nix los. Also gehen wir in einen schönen Biergarten und machen es uns dort gemütlich.



Plakat in Sulina zur Vermeidung von Plastikmüll



Von Sulina aus geht's dann auf schnellem Weg wieder zurück nach Crisan.
Der Tag hat sich gelohnt.


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Kommentare

  • reisefreudig

    Danke wieder einmal für Deinen Beitrag. Ich freu mich schon in diesem "Wasserparadies" durch die Kanäle zu streifen. Dank Deiner hier so gut präsentierenten Bilder und Informationen weiß ich jetzt, was im Mai auf uns
    ( Gruppe) zukommt. Wir werden in Tulcea unsere Boote besteigen und einen Tag lang "Deinen" Spuren folgen. Wir werden uns - Dank Deines Hinweises - gut mit "Technik" ( starken Objektiven ) "bestücken".
    lg Harald

  • edwingrub (RP)

    ... da wünsche ich Euch mal schönes Wetter. Alles andere wird von selbst kommen. Auf die Bilder freue ich mich jetzt schon.

    Würde mich auch freuen, wenn ich durch den Bericht den ein oder anderen versierten Tierfotografen dazu animieren konnte, mal ins Donaudelta zu fahren.

  • doubleegg

    Hallo Edwin, danke für den Hinweis und diesen lockeren und sehr anschaulichen Bericht! Es sieht wirklich verlockend aus, man vermutet hinter jeder Biegung etwas Neues und es gibt sicher noch viel mehr Tiere, als deine Pocketkamera eingefangen hat. Aber eins wird ganz klar, je kleiner der Kanal um so idyllischer und natürlicher ist das Gebiet. Manchmlal wirkt es wie eine Reise in die Vergangenheit (oder das was wir in unserer Verklärtheit dafür halten), auf jeden Fall überkommt einen Ruhe, wenn man diese Bilder sieht. Ich würde gern ein paar Wochen da aushalten und einfach nur schauen und mich treiben lassen. Nur eins wundert mich sehr: kein Wort über Mücken ??? LG Elke

  • agezur

    Ein sehr guter Bericht über ein Gebiet, das mich schon lange interessiert. Natur pur!
    Die Bilder geben einen feinen Überblick über alles Sehenswerte! Auch ich hätte gerne näheres bzgl. Mücken gewußt.
    LG Christina

  • edwingrub (RP)

    ... um es kurz zu machen: es gab keine Mücken. Zumindest nicht zu dem Zeitpunkt, an dem wir dort waren (Ende September). Wir hatten kleinere Probleme mit der Pension, ansonsten war alles perfekt und nichts hat gestört. Auch die Schlange nicht. Die hat sich gleich aus dem Staub gemacht, nachdem sie uns wahrgenommen hat.

    Harald wird im Mai vor Ort sein. Den verpflichten wir jetzt kurzerhand, die Mücken-Situation hier im Bericht zu kommentieren.

    Vielleicht war ja sonst mal jemand im Donaudelta, der uns über die Mücken informieren kann.

  • Raudi

    Wieder einmal ein schöner Reisebericht aus deiner Feder ! Das Donaudelta ist für Natur Liebhaber wie mich ein Echtes Erlebnis ! Und was die Mücken anbelangt , Wir waren letztes Jahr in Masuren . Viele Seen und Sumpfgebiete und laut Reiseführer ohne Mücken Spray nicht zu empfehlen .
    Fazit ; Ich habe keines gebraucht, Und das im August.
    Mal ehrlich ! was sind schon ein Paar Mückenstiche bei einem unvergesslichem Natur Erlebnis ? LG Hans

  • Blula

    Hallo Edwin! Schade, nachdem ich diesen wunderschönen Bericht gelesen habe, weiß ich erst so richtig, was mir damals, vor vielen Jahren, entgangen ist. Als ich nach einem einwöchigen Aufenthalt an der rumänischen Schwarzmeerküste in Cernavodă das Kreuzfahrtschiff bestieg, dass mich nach Wien zurückbrachte, ließ ich das Donaudelta quasi rechts liegen. Auf einer nächsten Reise nach Rumänien wird das auf keinen Fall nochmals passieren..
    LG Ursula

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  • reisefreudig

    Christina ( und allen die es interessiert ), zur Frage der Mückesituation im Donaudelta:
    Wir sind anfangs Mai von Tulcea, also bis zur Mündung hinabgefahren und dann weiter über WILKOWO nach ODESSA und haben dabei keinerlei Mücken bemerkt. Also im MAI keine Mückenplage.
    Nur am Dnjepr, im Delta von CHERSON hatten wir in einer Nacht Mückenschwärme am Schiff. Jedoch waren diese ( schon etwas größeren "Mücken" ) völlig harmlos und nicht aggressiv.
    Also dürften die "Mücken" nur sporadisch auftreten. Das Schiff, Fenster und Außenbereiche, wurden sofort von der Mannschaft gereinigt worden und nach kurzer Zeit war auch dieser "Spuk" vorbei.
    Die Kreuzfahrt von Bukarest - Tulcea - Odessa - KRIM, dann den Dnjepr rauf bis KIEW ist sowohl ein natur-u. kulturhistorisches Erlebnis das seinesgleichen sucht. Ich kann diese Reise nur sehr empfehlen.

    Auch unser Schiff die "Genaral VATUTIN" war in bestem Zustand. Das Personal an Bord, die freundlichste Betreuung, welche ich ja auf Reisen erlebt habe. Die Stimmung an Bord ( ca 160 Personen ) war wie bei einer Familienfeier. Bestens auch die Organisation von insgesamt 16 Landausflügen- also auf "Schiff ahoi",
    auch IHR werdet begeistert sein.
    lg Harald

  • Anett1964

    Hallo Allerseits,

    ich war vor 1989 dreimal für jeweils mehrere Wochen mit Freunden per Kajak im Delta unterwegs. DAS Paradies auf Erden.

    Wir möchten nach mehr als 20 Jahren noch einmal dort Bootsurlaub machen. Kann mir jemand sagen, ob man immer noch (mit Genehmigung) privat durch das Delta paddeln und außerhalb der Sperrzonen frei zelten darf?

    Wie sieht es mittlerweile in den Dörfern aus? Mila 23 scheint ja mittlerweile eines der Ziele für Tagesausflügler zu sein - ich vermute etwas ketzerisch, daß es neben einem guten Kiosk eventuell auch schon Freßbuden und Souveniergeschäfte bis dorthin geschafft haben. Sind die anderen Orte bzw. Fischereihütten bei Matita oder Letea noch einigermaßen ursprünglich geblieben?

    Um Mücken machen wir uns keine Sorgen, die haben wir schon oft genug überlebt....

    Danke ud liebe Grüße

  • edwingrub (RP)

    Keine Bange!

    Außer den Übernachtungspreisen und den Preisen für organisierte Bootstouren ist dort noch alles (zumindest, was wir sehen konnten) ursprünglich. Freßbuden und Souvenirgeschäfte haben wir keine gesehen.

    Paddeln sollte kein Problem sein. Ich glaube auch nicht, dass dort kontrolliert wird. Beim Zelten bin ich mir nicht sicher. Google einfach mal rum.

    Viel Erfolg und viel Spass im Delta!

  • reisefreudig

    Servus Anett,
    ..ich erlaube mir den Kommentar von Edwin zu ergänzen, da ich erst im Mai dort unterwegs war. Viele paddeln dort der Ufer entlang und ab Tulcea in Richtung des Stromkilometer 0 ( viele Pelikane ). An jenen Stellen, wo natürliche kleine Buchten entstanden sind (kleine Idylle) konnten wir eine Vielzahl an Zelten erkennen. Auch einige "richtige" Camper hatten es sich am Ufer gemütlich gemacht und bereiteten soeben die gefangenen Fische zu.
    Ich denke IHR könnte "losziehen".

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