Zwei Wochen in Portugal - Lissabon-Alfama, Alentejo und Sintra

Reisebericht

Zwei Wochen in Portugal - Lissabon-Alfama, Alentejo und Sintra

Seite 7 von 16
22.09.2012

Ausflug zum Cemiterio dos Prazeres und zum Aqueduto das Aguas Livres sowie Fahrt nach Evora

Da unser Zug nach Evora erst am späten Nachmittag abfuhr, hatten wir noch Zeit für eine Fahrt mit der historischen Straßenbahn, Linie 28 – diesmal in die entgegengesetzte Richtung – zum Friedhof Cemiterio dos Prazeres. Gleich nach dem Durchqueren des Stadtzentrums und der Fußgängerzone Rua Augusta ging es wieder steil bergauf und dann durch enge Straßen mit teilweise eingleisigen Streckenabschnitten durch das Stadtviertel Bairro Alto bis zur Endstelle Cemiterio dos Prazeres.
Dieser „Friedhof der Vergnügungen“ ist eine kleine Stadt für sich. An den Baumalleen reiht sich ein Familienmausoleum an das nächste. Alle sind reich verziert und aus edlem Stein. In den Gräbern kann man die Särge gut erkennen.

Vom Friedhof fuhren wir mit der Buslinie 701 zur Station Campolide. Von dort gingen wir zum Eingang des Aquäduktes Aqueduto das Aguas Livres. Der zwischen 1731 und 1748 erbaute Aquädukt ist 19 km lang und führt von Queluz bis ins Lissabonner Stadtviertel Campolide. Bis 1974 war er in Betrieb und versorgte einen Teil der Stadt Lissabon mit Trinkwasser.
Heute ist der Aquädukt ein Museum und kann auf einer Strecke von einem knappen Kilometer begangen werden. Der Fußweg führt an beiden Seiten des Aquäduktes über das Tal von Alcantara zwischen Amoreiras und dem Monsanto-Park. Von hier oben hat man einen herrlichen Blick auf einen Teil der Stadt Lissabon und auf die Brücke Ponte 25 de Abril. Leider ist der Weg am Eingang zum Monsanto-Park durch ein Tor versperrt, so dass man wieder zum Ausgangspunkt zurückgehen muss.
Anschließend fuhren wir in unser Hostel zurück, holten unser Gepäck und fuhren mit einer überfüllten Metro zum Bahnhof Sete Rios.

Vom Bahnhof Sete Rios ging es mit dem InterCity nach Evora. Unser Zug bestand nur aus drei Wagen. Bis zum Bahnhof Pinhal Novo fuhren wir die gleiche Strecke wie am Tag zuvor nach Setubal (wieder über die Brücke Ponte 25 de Abril über den Tejo). Nachdem wir den Bahnhof Pinhal Novo verlassen hatten, begann der Alentejo. Die Gegend war hier nur noch sehr dünn besiedelt. Wir fuhren durch eine leicht hügelige Landschaft aus gelben verdorrtem Gras und Korkeichen. Ab und zu tauchten ein paar Häuser auf, die zu einer Quinta (eine Art Landgut) gehörten. Die Bahnstrecke nach Evora wurde erst vor kurzem zum großen Teil erneuert, ausgebaut und elektrifiziert. So fuhr unser Zug mit bis zu 160 km/h durch die Korkeichenlandschaft.
In Evora enden alle Züge. Leider wurden in den letzten Jahren sämtliche Bahnstrecken im Alentejo östlich und südöstlich von Evora stillgelegt. Von Lissabon nach Evora fahren auch nur 4 InterCity-Züge pro Tag und Richtung (an den Wochenenden sogar nur 3).
Evora, das Zentrum und die bekannteste Stadt des Alentejo ist eine der am schönsten erhaltenen mittelalterlichen Städte Portugals. Die Altstadt von Evora gehört zum UNESCO-Weltkulturerbe und ist komplett von einer Stadtmauer umgeben. Die meisten Häuser in der Altstadt sind gelb-weiss gestrichen und mit schmiedeeisernen Balkons versehen. Der Marktplatz Praca da Giraldo ist von Arkaden mit Bögen im maurischen Stil umgeben.
Vom Bahnhof waren es ca. 1 km bis zum Praca da Giraldo. Unsere Wohnung, die wir gemietet hatten, befand sich in einer Seitengasse des Praca da Giraldo, der Rua 5 de Outubro, die zur berühmten Kathedrale (Se) führt. Hier gibt es die typischen Touristenläden, in Evora vor allem mit Artikeln, die aus Kork gefertigt sind.
Unsere Wohnung befand sich im ersten Stockwerk und erstreckte sich über zwei Etagen. Es gab sogar eine Waschmaschine. Vom kleinen Balkon konnten wir auf die Rua 5 de Outubro schauen.

Verbindungen:

zum Friedhof Cemiterio dos Prazeres:

Straßenbahn Linie 28 bis zur Endstelle Prazeres.

Zum Eingang des Aqueduto das Aguas Livres:

Straßenbahn Linie 28 bis zur Endstelle Prazeres, dann mit Bus Nr. 701 bis zur Haltestelle Campolide
oder
Metro bis Marques de Pombal, dann mit Bus Nr. 702 bis zur Haltestelle Campolide

nach Evora:

mit IC-Zügen von den Lissabonner Bahnhöfen Gare do Oriente, Entrecampos oder Sete Rios viermal täglich (am Wochenende nur dreimal täglich) pro Richtung. Fahrpläne gibt es auf der Website der portugiesischen Eisenbahnen Comboios de Portugal CP. Fahrkarten kann man online mit Kreditkarte oder am Fahrkartenschalter an den Fernbahnhöfen (es wird auch englisch gesprochen) kaufen.

Fernbusse fahren ca. stündlich vom Busbahnhof Sete Rios von und nach Evora.

Es gibt Stadtbusse in Evora zwischen dem Bahnhof und dem Busbahnhof sowie zwischen dem Busbahnhof und dem Praca da Giraldo.



Cemiterio dos Prazeres, Lissabon


Teilen auf

Mein Interessenprofil

Bitte melden Sie sich an, um Reiseziele zu Ihrem Interessenprofil hinzuzufügen.

Kommentare

  • reisefreudig

    Servus Eckhart,

    ...da ich als Reiseleiter zuletzt erst im April eine Gruppe durch Portugal führte ( viele Punkte Deiner Reise sind gleich unserem Programms ) hat mir Dein Beitrag hier sehr gut gefallen und ich gratuliere Dir zu den schönen Bildern.
    "Durch Dein Auge" ( Kamera ) hast Du vermutlich vielen einen "Guster" gemacht, in dieses wunderschöne Land zu reisen.
    lg Harald

  • davida

    Hallo,
    bei deinem Reisebericht und den tollen Bildern werden Erinnerungen wach. Lissabon ist eine super Stadt, von der ich viele identische Fotos habe. War schon toll. :-)
    LG Verena

Bitte melden Sie sich an, um einen Kommentar abzugeben. Zwei Wochen in Portugal - Lissabon-Alfama, Alentejo und Sintra 5.00 4

Beliebte Community-Inhalte: AustralienNorwegenThailandVietnamItalienBarcelonaIndien ReiseführerIndien Tipps