Zwei Wochen in Portugal - Lissabon-Alfama, Alentejo und Sintra

Reisebericht

Zwei Wochen in Portugal - Lissabon-Alfama, Alentejo und Sintra

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21.09.2012

Ausflug nach Setubal

Nach dem Frühstück ging es mit der Metro zum Bahnhof Sete Rios. Hier halten die Züge der Privatbahn Fertagus nach Setubal. Die Metrostation heißt übrigens nicht Sete Rios, sondern Jardim Zoologico, als Zoologischer Garten. Für die Fertagus-Züge muss man an einem gesonderten Automaten Fahrkarten kaufen bzw. die Viva Viagem-Karte (die für die Suburbanos-Züge – nicht die für den Stadtverkehr!) aufladen.
Die Fahrt führte über die doppelstöckige Brücke Ponte do 25 de Abril mit herrlichem Ausblick auf den Tejo. Auf der Südseite des Tejo durchquerten wir ausgedehnte Vororte und Schlafstädte von Lissabon.
In Setubal enden die Fertagus-Züge am Bahnhof Setubal, der sich nördlich vom Stadtzentrum befindet. Von hier liefen wir in Richtung Altstadt. Setubal ist eine Industriestadt mit einem großen Hafen. Die Altstadt von Setubal mit ihren verwinkelten Gassen ist sehr schön. Außerdem beginnt hier das Naturschutzgebiet Parque Natural da Arrabida mit ausgedehnten Wäldern sowie die Halbinsel Troia und das Sadodelta.
Wir wollten eine Delfinbesichtigungsfahrt auf dem Sado-Delta unternehmen. Im Sado-Delta leben etwas 30 Flussdelfine – trotz der beträchtlichen Verschmutzung des Deltas durch die Abwässer der Industrieanlagen. Das Ökotourismusunternehmen Vertigem Azul (www.vertigemazul.com) organisiert solche Fahrten durch das Sadodelta mit einem eigens dafür entwickelten Boot.
Vorher deckten wir uns noch in der Markthalle Mercado mit frischem Obst, Käse, Schinken und Brot ein.
Maria und Pedro, die beiden Inhaber von Vertigem Azul kennen alle 30 Sado-Delfine mit Namen. Sie identifizieren sie anhand der Rückflossen. Unsere Gruppe bestand aus etwa 20 Leuten. Pedro erklärte uns, dass es keine Garantie gäbe, die Delfine auch wirklich zu sehen, weil sie sich jedes Mal an einem anderen Punkt im Sado-Delta befänden. Aber normalerweise haben sie sie immer gefunden – mit 95% Wahrscheinlichkeit.
Unser Boot war eine eigenartige Konstruktion: mit zwei Rümpfen, die in durch ein langes Mittelteil verbunden waren. Auf dem Vorderteil des Bootes befand sich ein großes Netz, auf dem man liegen und von dort aus das Wasser unter sich sehen konnte.
Wir fuhren in Richtung Westen, entlang der Küste der Serra da Arrabida mit ihren schönen Wäldern. Unsere Fahrt sollte drei Stunden dauern. Nach 2 Stunden Fahrt waren immer noch keine Delfine in Sicht. Ich hoffte, dass wir nicht zu den 5% gehörten, die keine Delfine gesehen hatten.
Plötzlich wurde Pedro, der am Steuerruder stand, unruhig und änderte den Kurs. Er hatte Delfine erspäht. Und tatsächlich, jetzt sahen wir von weitem die schwarzen Rückflossen aus dem Wasser auftauchen und wieder verschwinden. Schnell näherten wir uns der Herde. Es war herrlich anzusehen, wie die Delfine teilweise sogar zu zweit oder zu dritt aus dem Wasser auftauchten und wieder verschwanden. Mehrere Male taten sie uns sogar den Gefallen und sprangen in die Höhe.
Etwa eine knappe halbe Stunde konnten wir die Delfine beobachten. Dann wurde es Zeit für die Rückfahrt zum Hafen.
Es war inzwischen Abend geworden.
Wir liefen durch die Altstadt, diesmal zum näher gelegenen Haltepunkt Setubal Praca do Quebedo. Von hier fahren die S-Bahn-Züge der Linha do Sado der Portugiesischen Staatsbahn CP zum Fährhafen Barreiro. Von dort fahren die Fährschiffe zum Praca do Comercio, also direkt in die Nähe unseres Hostels.
Am Abend (es war Freitagabend) machten wir nach dem Abendessen noch einen kleinen Ausflug mit der Straßenbahn durch die Straßen und Gassen der Alfama. Von vielen Kneipen und Restaurant konnten wir die Musik des Fado hören.
Verbindungen nach Setubal:

Fertagus-Züge fahren stündlich bis Mitternacht von Lisboa Roma Areeiro (S-Bahn, Metro, Bus), Entrecampos (Fernbahn, S-Bahn, Metro, Bus), Sete Rios (Fernbahn, S-Bahn, Metro, Bus) und Campolide (S-Bahn, Bus) nach Setubal.

S-Bahn-Züge der CP-Linha do Sado fahren von Barreiro (Fähre von Lissabon/Terreiro do Paco) nach Setubal und halten auch an der zentrumsnäher gelegenen Haltestelle Setubal Praca do Quebedo.

Die Züge beider Strecken halten auch am Umsteigebahnhof Pinhal Novo (Anschluß an Fernzüge von/nach Evora und der Algarve).



Altstadt von Setubal (bei Lissabon)


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Kommentare

  • reisefreudig

    Servus Eckhart,

    ...da ich als Reiseleiter zuletzt erst im April eine Gruppe durch Portugal führte ( viele Punkte Deiner Reise sind gleich unserem Programms ) hat mir Dein Beitrag hier sehr gut gefallen und ich gratuliere Dir zu den schönen Bildern.
    "Durch Dein Auge" ( Kamera ) hast Du vermutlich vielen einen "Guster" gemacht, in dieses wunderschöne Land zu reisen.
    lg Harald

  • davida

    Hallo,
    bei deinem Reisebericht und den tollen Bildern werden Erinnerungen wach. Lissabon ist eine super Stadt, von der ich viele identische Fotos habe. War schon toll. :-)
    LG Verena

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