Zwei Wochen in Portugal - Lissabon-Alfama, Alentejo und Sintra

Reisebericht

Zwei Wochen in Portugal - Lissabon-Alfama, Alentejo und Sintra

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17.09.2012

Ankunft in Lissabon

Am späten Nachmittag landeten wir nach dreistündigem Flug auf dem Lissabonner Flughafen.
Nachdem wir unser Gepäck in Empfang genommen hatten, begaben wir uns zur Metro, um zu unserem Quartier im Stadtviertel Alfama zu fahren.
Die erste Herausforderung war, die richtige Fahrkarte zu kaufen. In Lissabon gibt es für alle öffentlichen Verkehrsmittel in Chipkarte, auf die man ein Guthaben für Einzelfahrten, Monatskarten, Tageskarten und Mehrfachfahrten aufladen kann, die sich Viva Viagem nennt. Diese Karte gilt in der Metro, der Straßenbahn, den Bussen, Aufzügen und Seilbahnen sowie in den Fähren über den Tejo. Zum Glück sind die Fahrkartenautomaten mehrsprachig, so dass man das Benutzermenü auch auf die englische Sprache umschalten kann. Wenn man einmal verstanden hat, wie das System funktioniert, ist es eigentlich ganz einfach. An den Sperren zu den Zügen, Aufzügen, Seilbahnen oder Fähren bzw. in den Straßenbahnen oder Bussen muss man die Karte an ein elektronisches Lesegerät halten, wo das Guthaben abgebucht und der Weg freigegeben wird.
Das Metronetz von Lissabon ist modern, übersichtlich und praktisch. Jede Linie hat eine eigene Farbe. Man braucht sich am Übersichtsplan nur die Ausstiegsstation, die Farbe der Metrolinie und die Richtung zu merken. In den Zügen werden die Bahnhöfe angesagt und an einer Anzeigetafel angezeigt.
Von unserer Metrostation bis zu unserem Hostel in der Alfama waren es nur knapp zehn Minuten zu Fuß.
Wir hatten ein Zimmer in einem Hostel (eine preiswerte Herberge, nicht nur für junge Leute) in der Rua T. do Trigo, am unteren Rand der Alfama und in der Nähe des Tejo-Ufers reserviert.
Unser Hostel Beira Mar befindet sich im vierten Stock eines alten Hauses, zu erreichen über eine steile Treppe. Für ältere Leute ist das freilich nichts.
Dafür hatten wir ein Zimmer mit einem winzigen Balkon mit Blick auf den Tejo. Der Tejo ist der Fluss, der in Lissabon in den Atlantischen Ozean mündet. Er trennt Lissabon von den südlichen Vororten und ist hier so breit wie ein See.

Während meine Freundin sich von der Reise erholte, brach ich zu einem ersten Erkundungsgang durch die Gassen der Alfama auf.

Das ehemalige Maurenviertel Alfama ist das älteste und schönste Stadtviertel von Lissabon. Hier findet man schmale Gassen, alte Häuser, steile Straßen, die berühmte historische Straßenbahnen und jede Menge Lokale mit gutem Essen und Fado-Musik. Der Fado ist der volkstümliche Musikstil der Lissabonner und der Studenten Coimbras. Seine Texte handeln meistens von unglücklicher Liebe, vergangenen Zeiten, sozialen Missständen oder der Sehnsucht nach besseren Tagen. Die Musik ist melancholisch. Der Gesang wird von einer portugiesischen Gitarre begleitet.
Die meisten Kneipen und Restaurants, in den Fado gespielt wird, gibt es in der Alfama. Hier befindet sich auch der legendäre Clube de Fado, in welchem die angesagten Stars spielen. Allerdings beginnt die Speisekarte hier mit 25,00 Euro für ein Hauptgericht und endet bei über 100 Euro.
Es gibt aber auch viele Fado-Restaurants, in welchen nur für Touristen gespielt wird. Die Gage wird meistens auf die Getränkepreise aufgeschlagen. So zahlt man in einem durchschnittlichen Fado-Lokal schon mal über 4 Euro für ein 0,2-Liter-Glas Wasser (Getränke sind in „normalen“ Kneipen und Restaurants in Portugal sonst wesentlich preiswerter als in Deutschland).
In Lissabon wird viel Fisch – vor allem Bacalhao (Stockfisch) und Sardinhas (Sardinen) gegessen.
In den Restaurants wird zuerst immer ein Couvert (Vorspeise) serviert. Es besteht aus Brot, Käse, Oliven und Schinken. Das Couvert wird extra berechnet. Man braucht aber nicht davon zu essen – dann wird auch nichts berechnet. Am günstigsten kommt oft mit einem Prato do Dia (Menü des Tages) weg. Das besteht aus Vorspeise, Hauptgericht, einen Getränk und manchmal noch einer Nachspeise. Allerdings sind die Portionen dann oft sehr klein.
Mir ist aufgefallen, dass es relativ wenig Gemüse zu den Hauptgerichten gibt. Dafür schmecken der Fisch, der Käse, der Schinken und der Wein vorzüglich.

Viele Häuser haben Fliesen an den Außenwänden. Auf der Rückseite unseres Hostels fand ich einen kleinen Brunnen. Überall gab es kleine Geschäfte mit Lebensmitteln, die bis spät in die Nacht offen hatten.
Am meisten ist am Abend in der Straße los, durch die welche die historische Straßenbahn (Linie 28) fährt. Hier befindet sich ein Lokal neben dem anderen. Allerdings ist hier alles auf die Touristen ausgerichtet – auch die Preise.
Die günstigeren Läden und Lokale, in denen die Einheimischen verkehren, befinden sich abseits der Straßenbahn in den Seitengassen und -straßen.



Lissabon, Alfama


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Kommentare

  • reisefreudig

    Servus Eckhart,

    ...da ich als Reiseleiter zuletzt erst im April eine Gruppe durch Portugal führte ( viele Punkte Deiner Reise sind gleich unserem Programms ) hat mir Dein Beitrag hier sehr gut gefallen und ich gratuliere Dir zu den schönen Bildern.
    "Durch Dein Auge" ( Kamera ) hast Du vermutlich vielen einen "Guster" gemacht, in dieses wunderschöne Land zu reisen.
    lg Harald

  • davida

    Hallo,
    bei deinem Reisebericht und den tollen Bildern werden Erinnerungen wach. Lissabon ist eine super Stadt, von der ich viele identische Fotos habe. War schon toll. :-)
    LG Verena

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