Wo Götter auf den Gipfeln hausen. Erschienen in: Unterwegs auf den schönsten Treks der Welt, 2008

Reisebericht

Wo Götter auf den Gipfeln hausen. Erschienen in: Unterwegs auf den schönsten Treks der Welt, 2008

Reisebericht: Wo Götter auf den Gipfeln hausen. Erschienen in: Unterwegs auf den schönsten Treks der Welt, 2008

Wo Götter auf den Gipfeln hausen, Shangri La und Yeti mehr als Märchen sind - Mythen und Legenden ranken sich um die grandiosen Schneeberge Nepals, Berge deren Schönheit jedes Jahr Tausende Trekker in ihren Bann zieht.

Seite 2 von 8

Am nächsten Tag erreichen wir in Monju den Eingang zum Sagarmatha Nationalpark, einem 1.148 qkm großen Naturschutzgebiet, das 1976 gegründet und 1979 zur Weltkulturerbe der UNESCO erklärt wurde. Sagarmatha bedeutet Die Stirn, die den Himmel berührt und ist der nepalesische Name für Mount Everest. Die Parklandschaft ist von hohen Bergen (drei 8000er: Mount Everest, Lhotse und Cho Oyu), Gletschern und tief eingeschnittenen Tälern geprägt. Innerhalb der Parkgrenzen wohnen ca. 4000 Sherpas, ca. 200 Beamte und 60 Parkangestellte. Um Konflikte mit der Bevölkerung zu vermeiden, gehören die Dörfer nicht zum Park. Neue Ackerflächen sind nicht erlaubt; um den fragilen Baumbestand zu schützen, darf zum Kochen nur Kerosin verwendet werden. Und so wird auch gleich unser Teewasser gekocht – in der Mittagsrast vor dem Aufstieg nach Namche. Bis zur letzten Hängebrücke schlängelt sich der Weg dann noch gemächlich empor, um dann im steilen Zick-Zack zügig an Höhe zu gewinnen. Wer hier nicht auf das Tempo achtet, der kommt mit Kopfschmerzen in Namche an.
Der Hauptort von Khumbu mit seinen Dutzenden Läden, Bars und Hotels ist in den letzten Jahren immer touristischer geworden, aber trotzdem bin ich gerne hier. Am liebsten an einem Samstag, wenn der Wochenmarkt stattfindet. Denn dann treffen hier Sherpas aus den entlegensten Seitentälern Khumbus ein – manche sind mit ihren Yaks zwei-drei Tage unterwegs - um ihre Einkäufe zu tätigen. Und kaufen kann man hier fast alles: Die Tibeter verramschen ihren chinesischen Billigkram, die Inder Töpfe und Pfannen. Yakkäse und –butter brutzeln in der Mittagssonne, kunterbunte Luftballons segeln über den Ständen, es riecht nach Waschmittel und trotzdem irgendwie immer noch nach dem omnipräsenten Yak. Gleich nebenan in der Hauptstraße findet man die German Bakery – ein Fleckchen Heimat mit Apfelstrudel und einer Kirschtorte so köstlich wie jene aus dem Schwarzwald – allerdings auch mit einem dezenten Yak&Yeti-Bukett... So schmeckt eben der Himalaja! Auf die Torte freue ich mich immer am Ende des Trekkings, sonst begnüge ich mich mit der einfachen aber appetitlichen Sherpa-Küche. Und diese überrascht mit ihrer Vielseitigkeit. Um den Trekker-Wünschen entgegenzukommen, zaubern sie auf ihren Kerosinkochern Speisen wie Tortilla, Pizza oder Schweizer Rösti. Will man aber Sherpa-Spezialitäten probieren, sollte man auf jeden Fall ihre Kartoffelgerichte bestellen. Mein Favorit ist der Kartoffelpfannkuchen. Der dünne Fladen erinnert ein wenig an unseren Reibekuchen, aber mit Yakbutter und Chilisoße verfeinert bringt er den experimentfreudigen Trekker in die bisher noch unbekannten Zonen seiner Geschmackswahrnehmung... Was aber nicht immer mit Begeisterung gleichzusetzen ist. Wer lieber auf Bekanntes zurückgreift und satt werden möchte, der ordert porridge (Haferbrei) zum Frühstück und Dhal Bhat (Reis mit Linsensoße) zum Abendessen. Beide Gerichte stillen den größten Trekker-Hunger ohne allerdings dabei jeglichen begeisternden Gaumenzücken hervorgerufen zu haben.


Teilen auf

Mein Interessenprofil

Bitte melden Sie sich an, um Reiseziele zu Ihrem Interessenprofil hinzuzufügen.

Kommentare

  • tigre

    Gelungener Bericht....muss wohl schon ein einmaliges Erlebnis sein, so umgeben von den Bergriesen....ich hätte wohl Hühnerhaut, wenn ich das selber mal erleben sollte..

  • Huthinho

    Sehr schöner Bericht; macht Lust auf mehr!

  • FlashMan

    Super Beschreibung! Nach meinem diesjährigen Kilimanjaro-Abenteuer hat mich die Lust gepackt. Ich will auch nach Nepal. Deshalb bin ích auf meiner Suche nach Berichten jetzt auch auf diesen gestoßen.
    Ich wünsche Dir viel Erfolg für Dein Everest-Trip 2009. Maximale Gipfelerfolge und komm gesund wieder.

  • mamaildi

    Du fasst in Worte was ich dort auch gefühlt habe, wunderbarer Bericht!

Bitte melden Sie sich an, um einen Kommentar abzugeben. Wo Götter auf den Gipfeln hausen. Erschienen in: Unterwegs auf den schönsten Treks der Welt, 2008 4.22 9

Beliebte Community-Inhalte: AustralienNorwegenThailandVietnamItalienBarcelonaIndien ReiseführerIndien Tipps