Erfahrungen im Amazonas

Reisebericht

Erfahrungen im Amazonas

Reisebericht: Erfahrungen im Amazonas

Ein Bericht über einen Abstecher in den Urwald des Amazonas. Ein spannendes Reiseerlebnis 3 Stunden entfernt von Manaus.

Der Dschungel lebt!!!

Ankunft in Manaus

Doppelzimmer der Juma Lodge

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Nur mit dem Flugzeug gehts in den Amazonas. Man landet in einer Welt voll Hitze und Feuchtigkeit. 40Grad und über 90% Luftfeuchtigkeit sind keine Seltenheit. Manaus als Stadt läßt sich ziemlich kurz beschreiben: Es ist in Manaus eigentlich nichts sehenswert. Die Oper ist ggf. einen Besuch wert, wenn man einen Tag in Manaus zur Verfügung hat. Ansonsten bietet der Ort nur Kriminelle und einen Haufen an Armut.

Manaus als Freihandelszone führt auch dazu, dass in der Dunkelheit auf Spaziergänge einfach mal verzichtet werden sollte. Tagesüber ist der Hafen
natürlich einen Besuch wert. Der Handel mit Ramsch ist sehr verbreitet.
Super günstig sind Lebensmittel.

Hotelempfehlungen in der Stadt sind kaum zu geben. Es ist aller heruntergekommen. Einzig das
Tropical Hotel (1x im Kolonialstil und 1x im Businessstil) sind einen Besuch
wert. (5*, guter Service, aber auch außerhalb) Alle anderen Hotels sind vor weit über 20 Jahren gebaut worden und gammeln
so vor sich hin. Machen gefällts, da so eindeutig Abenteuerfeeling aufkommt.



Abfahrt zur Lodge

Die Juma Lodge hatten wir zuvor schon übers Internet gebucht. Sie ist im Verhältnis zu den anderen angebotenen Lodges ein wenig teurer. (3 Tage ca. 400 US, andere fangen bei ca. 250US an.) Dafür bietet sie aber auch ein wirklich überwältigendes Umfeld. Wir haben während der Anreise drei andere Lodges gesehen und waren froh in der Juma gelandet zu sein.

www.jumalodge.com.br

Unser Paket war das 3 Tage/2 Nächte-Programm was unserer Meinung nach völlig ausgereicht hat.

Die Anreise war in sich äußerst abenteuerlich. Wir wurden im Hotel von einem Taxifahrer abgeholt, der außer dem Ruf 'Juma Lodge' nichts mehr sagte. Es ging dann ca. 30min mit dem Taxi quer durch die Stadt in das Industriegebiet von Manaus. Man fährt an Sony und anderen Elektroherstellern vorbei und es stellt sich unweigerlich die Frage, wer denn in Manaus diese Produkte wirklich kaufen kann.

Als wir in einem kleinen mit Holzhütten aufgebauten Hafen angekommen sind, werden wir gleich von einen Mann in Empfang genommen, der ebenso nur
die Worte 'Juma Lodge' sagen konnte.

Da die Zeit Okt./Nov. am Ende der Trockenzeit ist, zeigt sich der Amazonas ca. 10 Meter unter seiner Höchstmarke. D.h. das Flussbett ca. 100m muss erstmal überquert werden, damit man ans Wasser gelangt. Die Gepäckstücke wurden
uns sofort abgenommen und wir sind einfach unserem Guide hinterher gelaufen.
Man sollte das Gepäck aber nicht aus den Augen lassen, da das Interesse an unseren Sachen in Brasilien sehr hoch war. Man gewöhnt sich an ein ständiges Nach-vorne-und-nach-hinten gegucke. Denn eigentlich sind bestimmt über 95% ehrliche Menschen, aber leider gibts die 5%. Man steigt sogleich in ein kleines 5-9 Personen Schnellboot und rast über den Amazonas. Ein kurzer Halt am 'Meeting of the waters' und dann sind die 5-6 km schon überbrückt. Trotzdem ist die Überquerung schon klasse. Dieser Fluss ist so riesig. Ankunft ist dann an einem kleinen schmutzigen Hafen an.

Alleine diese Überquerung war ein totales Abenteuer. Wir konnten die pinken Delphine sehen und der griff ins Wasser machte den Unterschied zwischen dem
schnellfliessenden Rio Solimones und dem langsameren Rio Negro sofort deutlich.
Einer ist kalt und brau, der andere schwarz und warm.

Die Überfahrt war total erträglich, da die 40Grad durch den Fahrtwind reduziert worden. Am anderen Ufer mussten wir aber dann doch warten und ca. 45min in der Hitze aushalten.

Tipp: Bestellt Euch egal wo immer mal ein Pils aus der Dose. Die Brasilianer
werden Euch dafür lieben und man kommt sofort ins Gespräch. Denn in
Brasilien trinken die Herren der Schöpfung auch gerne mal um 8:00!!! morgens
ein Bier. (Deshalb sind die meisten auch nicht wirklich schlank)

Die weitere Reise sind wir angetreten mit einem alten VW Bully und 9 brasilianischen Mitreisenden. Die Ankunft in der Lodge dauerte aber noch eine
ganze Zeit. Ungefähr 45min über asphaltierte Strassen und weitere 30min die unpaved Strecke in den Urwald. Eigentlich erwartet man viel dichteres Gebiet. Aufgrund von vielen Farmen sieht man bis zur Sandpiste aber gar keinen dichten Urwald. In den meisten Regionen des Amazonas ist die Abholzung nicht das Thema, sondern die Brandrodung. Dieses konnte man auf der Strecke immer wieder sehr gut erkennen.

Wir durften in einem Wasserloch auch noch einmal kurz die Wasserrosen des
Amazonas kennenlernen. Diese sahen wir dann später nicht mehr, da nur im 'braunen' Wasser diese Rosen wachsen können.

Der Vorteil des 'schwarzen' Wasser bei der Juma Lodge ist, dass es keine Mückenpopulation gibt. Die Säure des Wasser läßt kein Mückenwachstum zu.
(In der Trockenzeit haben die Mücken in der Juma nur eine Chance, wenn irgendwo
ein 'stehendes Gewässer' durch z.B. eine Pfütze vorkommt.)

Da waren uns die fehlenden Rosen schnell egal.

Gesamtanreise ab Manaus: 15-30min Taxi zum Hafen, 20min Überquerung Amazonas, 1h Strasse, 45min Wasserweg.



In der Dschungel-Lodge

Zu Beginn des Besuchs in der Lodge gibt es für die neuen Gäste einen leckeren Fruchtcocktail. Neben einer kleinen Einweisung über die Örtlichkeiten der auf
Stelzen gebauten Lodge begegnet man noch dem Haus-und-Hof-Tapier, zwei
kleinen süssen Affen und den zwei 'wilden' Papageien.

Die Hütten sind spatanisch, aber mit weissen Bettlaken bezogen. Strom gibts nur
Nachts, was aber auch nicht stört, denn es geht hier mehr um die Natur, als um
den Luxus zu Hause.

Der Blick auf einen Seitenarm des Amazonas ist unglaublich. Die Hütten stehen direkt am Wasser und haben ein riesiges Fenster zum Wasser. Man fühlt sich
total alleine und kann richtig entspannen.

Typischerweise bieten alle Lodges ein ähnliches Programm an. Das ist eine
Mischung aus Jungle walk, Piranhafischen, Vögeltour, Sunrise, Kaimane fangen und vielleicht
auch mal einen Bad im 35Grad warmen Wasser.
Diese ganzen Touren sind bestimmt ein wenig touristisch, aber ich kann eindeutig
zusichern: ES IST ABENTEUER!!!

Sicherheitsbestimmungen sind eher reduziert, im Jungle hatte sich bei unserem Aufenthalt eine Gruppe verlaufen. (Dauerte ca. 1,5h bis sie wieder aus dem
Jungle geführt worden.) Während des Jungle walks sieht man eigentlich
überhaupt nichts. Plötzlich sprang unser Guide aber 2m nach hinten, weil
direkt vor seinem Gesicht eine kleine 'anscheinend sehr gifte' grüne
Schlange hing. Ich hätte die nie gesehen und wäre wahrscheinlich schon bei
einem ersten Aufenthalt elendich zu grunde gegangen. ;-)

Das Programm in der Juma war immer ähnlich. Es gab 2-3 Touren pro Tag. Früh (8:00) gings immer los. Eine längere, weil sonst unerträgliche Zeit, Pause zwischen 11:00 und 15:00 wurde durch immer leckeres Essen verkürzt. Man kann sich erholen und den Jungle einfach wirken lassen. Abends war dann die Möglichkeit mit den anderen Gästen (max. 14!?) ins Gespräch zu kommen. Getränke gibts natürlich auch und so kommen echt nette Kontakte zustande.

Alle Touren werden via kleinen Booten absolviert, so dass man immer einen
guten Eindruck über die Örtlichkeiten erhält.

... für alles weitere wünsche ich Euch viel Spass bei der Selbsterfahrung. Einmal in den Jungle und die pure Natur spüren. Es gab auf meinen Reisen kaum etwas intensiveres als den Amazonas.



(Übrigens seid ihr immer sicher in der Logde, da dauerhaft zwei Polizisten anwesend sind, die möglichen Räuber den Spass verderben sollen. Die sind aber dauerhaft unsichtbar. Wir haben sie erst kennengelernt, als wir die Rückreise angetreten haben.)



Tour in den Jungle via Boot

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Kommentare

  • winni

    Warum nicht mal Amazonas. Habe schon viel von Überfällen in dieser Gegend gehört und daher wäre es nicht mein Reiseziel. Die Fotos würde ich noch im Bericht einbauen damit sie nicht so groß erscheinen. Mein Tipp vg winni

  • TiefimWesten

    Ansonsten bietet der Ort nur Kriminelle und einen Haufen an Armut.


    Bei diesem Satz hab ich aufgehört zu lesen......1,8 Millionen Einwohner, alles Kriminelle, iss klar.

Bitte melden Sie sich an, um einen Kommentar abzugeben. Erfahrungen im Amazonas 3.50 8

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