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Reisebericht: Israel - Ein Land zwischen Pitabrot und Stacheldraht
Was haben Falafel und Sonnenuntergänge am Strand mit schwer bewaffneten Soldaten, Synagogen und einer Wueste zu tun?
Genau, Israel!
Eine 16-jährige macht sich auf den Weg, dieses geheimisvolle Land zu erkunden.
3. + 4. Tag: Obergaliläa
"Heute steht uns ein sportlicher Tag bevor", verkündet uns Tamar am Morgen der dritter Tages. Mit dem Bus erklimmen wir einen Berg im Norden Israels, in Obergaliläa und haben dann noch einen Fußmarsch von etwa 20 Minuten zu bewältigen, bevor wir an unserem Ziel ankommen: einer Höhle.
Die Höhle erstreckt sich etwa 20 Meter breit vor uns im Erdboden und öffnet sich zu einer Seite zum Tal hin.
Und was sollten wir nun tun? "Abseilen natürlich!"
Oh jeh, ich bin kein Mensch für sowas, ich bekomme da panische Angst.
Aber schließlich raffe ich mich doch auf, nehme all meinen Mut zusammen und will es einfach probieren.
5 Minuten später hänge ich an einem Seil in der Luft, 30 Meter freier Fall unter mir, mit einem wild klopfenden Herzen und einer tollen Aussicht.
Für Extremsportler mag das ja nicht viel sein, aber ich bin sehr stolz auf mich diesen Abstieg gewagt zu haben.
Doch der Abstieg war gar nichts, denn jetzt kommt der Aufstieg.
36 Grad, kein Schatten und wir kommen vom richtigen Weg ab. Nach 45 Minuten erreichen wir dann endlich den Bus, nass geschwitzt und fahren erst mal zurück zur Jugendherberge um zu duschen.
Als wir alle wieder gut riechen, machen wir uns auf den Weg zur syrischen Grenze um dort mit einem Offizier zu sprechen. Es ist schon dunkel und im Licht einer fernen Stadt, erzählt er uns von seinem Leben als Soldat. Von seinem Nationalstolz und von seiner Familie, die er alle zwei Wochen sieht.
Dann dürfen wir Fragen stellen.
"Haben sie ihre Waffe schon mal benutzt?"
"Ja natürlich!"
Am nächsten Morgen packen wir früh unsere Sachen zusammen und fahren dann mit dem Bus in ein christliches Kloster, ein wirklich moderner Bau. Dort bekomen wir eine kurze Führung, doch leider verstehe ich kaum ein Wort.
Dann geht es nach Zfat (Safed), einer alten jüdischen Stadt. Schon kurz nach dem Mittelalter flohen spanische Juden nach Israel und ließen sich in dieser Stadt nieder. Sie machten es zum Zentrum der Kaballa, was so viel wie die mündlich übertragenen Traditionen des Judentums bedeutet. Heutzutage ist die Kaballa auch bei Hollywoodstars in Mode, so wurde sie zum Beispiel von Madonna praktiziert. Der Markt von Zfat besteht aus einer engen Straße in der viel Schmuck und Kunsthandwerk verkauft wird. Doch lassen sie sich nicht auf zu hohe Preise ein, denn der Preis, den ihnen der Händler nennt lässt sich um mindestens 1/4 vermindern.
Geld kann man zwar fast überall in Israel wechseln und auch vom Konto abheben, doch die Preise schwanken stark. Am besten ist es gleich am Flughafen Geld abzuheben, an einem Automaten in der Stadt habe ich gleich mal 20 Ero Gebühren bezahlt.
Was man unbedingt ausprobieren sollte, ist ein frisch gepresster Orangensaft, den es für 10 Schekel (2 Euro) fast überall zu kaufen gibt. In Zfat ist er besonders gut.
Wir machen Mittagspause in einem kleinen Wäldchen, mit lauter Feigenbäumen.
Einige von uns klettern hoch, so dass alle die Feigen probieren können, sie sind köstlich. Probieren sie viel Obst aus, in Israel, denn auch Wassermelonen schmecken nicht so labbrig wie hier, sondern richtig fruchtig.
Nach dem Essen steht Rafting auf dem Jordan auf unserem Programm.
Allerdings ist es kein wirkliches Rafting, man dümpelt mit dem Boot ein bisschen auf dem Fluss rum und kann ziemlich gut schwimmen gehen, zur Abkühlung wirklich nett. (Auch wenn man das eigentlich nicht soll, unsere Reiseleiterin ist die erste die reinspringt). Nach einer kurzen Dusche fahren wir dann nach Nazareth, wo uns unsere zweiten Gastfamilien erwarten.
Da meine Gastfamilie mich schon grob übers Internet kontaktiert hatte, weiß ich dass sie 3 Kinder haben, zwei etwa in meinem Alter. Die Tochter spricht sehr gut Englisch und schon auf der Fahrt zu ihrer Wohnung verstehen wir uns super. Auch der Gastbruder ist wirklich nett und ich fühle mich sofort total wohl in der Familie.
Allerdings trat ich in ein kleines Fettnäpfchen, als ich mich ein bisschen am hebräisch versuche und dann merke, dass meine Gastfamilie Araber sind und auch arabisch sprechen.
Am Abend gehen meine Gastschwester, mein Gastbruder und ich mit den anderen Gastfamilien und deren Gästen essen. Das Olga´s ist ein gemütliches Restaurant in Nazareth, das früher mal als Schule gedient hat.
Auf dem Weg dorthin erfahre ich allerhand über das Leben meiner Gastfamilie, zum Beispiel dass es Nazareth, arabisch und Nazareth Illit, jüdisch, gibt. Allerdings werden viele Programme zur Verständigung beider unternommen, zum Beispiel gemeinsame Aktivitäten, an denen auch mein Gastbruder beteiligt ist.
Was ich auch sehr interessant finde, ist die Tatsache, dass Nazareth eine christliche Stadt ist, auch meine Gastfamilie war christlich, dass allerdings christliche Araber und muslimische Araber ziemlich gut zusammenhalten. Meine Gastschwester sagt, wenn du andere Araber triffst, fragst du nicht nach der Religion.
Nach dem Restaurantaufenthalt sitze ich noch mit meiner Gastfamilie auf der Terasse und sie versuchen mir arabische Zungenbrecher beizubringen. Erstaunlich, dass ich das aussprechen kann. Wir lachen viel und es wird ein toller Abend.
Allerdings fällt unsere Ankunft in Nazareth pünktlich auf den Tag an dem Rammadan beginnt, also wird man nachts um 4 vom Muezzin aus dem Schlaf gerissen.
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wieder so ein wundevoller Bericht von dir, so lebendig geschieben und informativ zugleich. Eine persönliche Reise, froh und munter.
Ich geb auch zu, daß ich auf einen Bericht von der angekündigten Israelreise schon etwas entgegengewartet habe :-) wie auf deine unvoreingenomme Schilderung der krassen Gegensätze zwischen Ost und West.
Danke dir fürs mitnehmen.
LG Moni -
Ich habe selten einen so persönlichen und zugleich informativen Bericht über dieses Land gelesen. Alle Eindrücke die man als Tourist erlebt und dazu noch ein bisschen persönliches! Feiner Bericht - kurzweilig zu lesen und mit schönen Bildern ergänzt!
LG Christina -
Jetzt habe ich die erste Seite Deines Berichtes gelesen und habe einen ganz akuten Anfall von Heimweh und Sehnsucht nach Israel bekommen. Ja, auch Heimweh -- denn obwohl ich keine Jüdin bin -- in diesem Land fühle ich mich "angekommen". Immer wenn ich dort war, konnte ich sagen: Ich habe mich noch nie in meinem Leben physisch und psychisch so wohl gefühlt.
Chumus und Falafel -- der gedeckte Tisch mit israelischem Salat und all den leckeren Sachen --- hmmmmmmmmmm!!! Morgen lese ich weiter!!!
LG Ursula -
Lebendig und informativ zugleich - sehr schöner Bericht zum mitreisen.
LG Schalimara
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