Reisebericht

Reisebericht: Israel - Ein Land zwischen Pitabrot und Stacheldraht

Reisebericht: Israel - Ein Land zwischen Pitabrot und Stacheldraht

Was haben Falafel und Sonnenuntergänge am Strand mit schwer bewaffneten Soldaten, Synagogen und einer Wueste zu tun?
Genau, Israel!
Eine 16-jährige macht sich auf den Weg, dieses geheimisvolle Land zu erkunden.

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1. Tag; Caesarea, Mt. Carmel und Haifa

Als wir am Morgen aufgeregt in den Bus steigen, werden wir erst mal von unserer Reiseleiterin Tamar begrüßt. Sie ist 24, hat gerade ihren Armeedienst geleistet und danach eine Ausbildung zur Reiseleiterin abgeschlossen.
Unser erstes Ziel lautet: Caesarea.
Die von Herodes gebaute Stadt, war die größte Hafenanlage Israels in der Anike. Auch heute noch kann man die Ruinen sehen und sich ein Bild machen, wie es früher dort ausgesehen haben mochte, für Archäologen ein wichtiger Fund. Das typische römische Theater ist in ganz Israel bekannt, denn dort finden regelmäßig Konzerte israelischer Künstler statt.

Sobald man aus einem klimatisierten Fahrzeug oder Gebäude steigt, sollte man im Sommer auf jeden Fall 3 Dinge beachten: Sonnencreme, Hut und vor allem Wasser!
Die Hitze sollte man wirklich nicht zu leicht nehmen, denn einen Sonnenstich bekommt man schnell. Auch sollte man sich regelmäßig daran erinnern viel Wasser zu trinken. In Israel findet man überall kostenlose Wasserstellen, an denen man seine Flasche auffüllen kann und auch aus dem Wasserhahn kann man bedenkenlos trinken.
Im Norden Israels herrschen im Sommer um die 36 Grad, aber durch die hohe Luftfeuchtigkeit fühlt es sich höher an. Luftige, helle Kleidung ist also zu empfehlen.

Von Caesarea fahren wir dann an der Mittelmeerküste entlang zum Karmel. Der dreieckige Berg im Norden Israels, dessen Spitze in der drittgrößten Stadt Israels, Haifa, endet war schon Schauplatz für manch eine Geschichte aus der Bibel.
So zum Beispiel hat der Prophet Elia die Propheten des Gottes Baal auf den Berg eingeladen und diese befohlen, ein Feuer durch die Kraft ihres Gottes anzuzünden. Natürlich ist nichts passiert, doch das Feuer von Elia wurde durch Gott entzündet. Das Volk erkannte daraufhin, dass die Propheten des Baal falsch waren und tötete alle 450, danach setzte der langersehnte Regen ein, der sie von der Dürre befreite.
An dieser Stelle steht heute ein Karmelietenkloster mit einer wunderbaren Aussicht und einem netten kleinen Garten, das einen Besuch wert ist.

Haifa selbst besichtigen wir nicht, aber die Bahai-Gärten sollte man unbedingt gesehen haben. Die Bahai sind eine Religion, die sich auf den "Bab" berufen und die Lehren mehrerer Religionen in sich vereinen.
Ihr zweitwichtigstes Heiligtum sind die Gärten in Haifa. Dort befinden sich Lehrzentren und ein Schrein, umgeben von wunderbar grünen Gärten. Die Religionsangehörigen sollen sich entspannen und in ihrer Umgebung wohlfühlen, deswegen wurden diese Gärten abgelegt und in Stand gehalten.
Nach der Besichtigung der Gärten fahren wir in unsere Jugendherberge im Kibbutz Nes Amim. Viele Kibbutz besitzen eine Jugendherberge und alle die ich gesehen habe, waren sehr sauber und gepflegt.
Diese hier hat sogar einen Pool, der aber genauso warm wie ein Kochtopf ist.



 
 
 
 
 

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2. Tag: Akko

 
 
 
 
 

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Am nächsten Morgen fuhren wir nach Akko, einer arabischen Stadt am Mittelmeer.
Der Eindruck war überwältigend: eine enge Marktstraße, der Geruch von Fisch überall, Händler die etwas anpreisen und im Hintergrund ein Muezzin.
Am Hafen machten wir eine kleine Bootstour um die beeindruckende Hafenmauer herum, mit einem mürrischen Bootsführer und dudelnder arabischer Musik im Hintergrund.
Doch die Stadt hat auch historischen Hintergrund zu bieten: Im ersten Kreuzzug wurde Akko von den Kreuzrittern eingenommen. Nachdem die Stadt kurzzeitig von Saladin besetzt wurde, eroberten die Kreuzritter Akko im dritten Kreuzzug wieder zurück, was einen enormen Aufschwung der Stadt brachte. Sie hinterließen eine Festung und eine Kirche. Doch 1291 war das christliche Akko endgültig zu Ende und es wurde für immer muslimisch. Die Stadt wurde neu aufgebaut und die Bauten der Kreuzritter einfach zugeschüttet.
So kam es, dass erst viel später die unterirdische Stadt von Akko entdeckt wurde.
Heutzutage kann man dort alles besichtigen und durch unterirdische Tunnel krabbeln und sich ziemlich gut vorstellen wie die Kreuzritter damals lebten.

Von Akko machen wir einen Abstecher zur Grenze zum Libanon. Alles streng bewacht und auf einer Aussichtsplattform sind die Namen der israelischen Soldaten eingraviert, die im Libanonkrieg 2006 gefallen sind.
Der Konflikt zwischen Libanesischen Terrororganisationen und dem israelischen Militär dauert immer noch an. Immer wieder versuchen Terroristen die Grenze zu überqueren, aber auch Israelis besetzten für eine Weile einen Streifen des Libanon.
Es kam zu der Entführung eines Israelis, Aufstände der Juden und am Ende tauschte die israelische Regierung 100e Terroristen gegen einen Israeli.
Die Grenzpolitik Israels ist wohl ein umfassendes und kompliziertes Thema. Auch ich habe nur an der Oberfläche gekratzt, ich kenne mich auch nicht so gut aus, als dass ich eine Partei ergreifen möchte sondern schildere hier nur meine Eindrücke.
Es lohnt sich auf jeden Fall mit den Israelis darüber zu diskutieren, sobald man das Thema vorsichtig angeht.

An diesem Abend sind wir in einem Drusendorf zum Essen eingeladen.
Die Drusen sind eine aus dem Islam hervorgegangene Religionsgemeinschaft, die jedoch andere Ansichten hat und die in kleinen Drusensiedlungen lebt.
Ihre Lehre und ihre Schiften sind streng geheim, selbst als Druse ist man entweder "Wissender" oder "Unwissender", aber sie glauben fest an die Reinkarnation.
Deswegen ist die Religion auch geschlossen, wenn man nicht von Drusen abstammt kann man dieser Religion nicht beitreten. Mir erschließt sich das ganze Prinzip nicht so ganz, für mich macht das keinen Sinn.
Obwohl sie sich als arabisch bezeichnen, sehen sie sich nicht als Moslems. Außerdem sind sie sehr loyal, dem Land gegenüber in dem sie leben. So kommt es, dass viele Drusen Offiziere in der Armee sind.
Das gemeinsame Essen löst bei unserer Gruppe jede Menge Fragen aus und noch lange diskutierten wir über das Thema.



 
 
 
 
 

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Kommentare
  • moho 05.09.2012 | 20:39 Uhr

    wieder so ein wundevoller Bericht von dir, so lebendig geschieben und informativ zugleich. Eine persönliche Reise, froh und munter.
    Ich geb auch zu, daß ich auf einen Bericht von der angekündigten Israelreise schon etwas entgegengewartet habe :-) wie auf deine unvoreingenomme Schilderung der krassen Gegensätze zwischen Ost und West.
    Danke dir fürs mitnehmen.
    LG Moni

  • agezur 06.09.2012 | 12:25 Uhr

    Ich habe selten einen so persönlichen und zugleich informativen Bericht über dieses Land gelesen. Alle Eindrücke die man als Tourist erlebt und dazu noch ein bisschen persönliches! Feiner Bericht - kurzweilig zu lesen und mit schönen Bildern ergänzt!
    LG Christina

  • umi.s 06.09.2012 | 22:58 Uhr

    Jetzt habe ich die erste Seite Deines Berichtes gelesen und habe einen ganz akuten Anfall von Heimweh und Sehnsucht nach Israel bekommen. Ja, auch Heimweh -- denn obwohl ich keine Jüdin bin -- in diesem Land fühle ich mich "angekommen". Immer wenn ich dort war, konnte ich sagen: Ich habe mich noch nie in meinem Leben physisch und psychisch so wohl gefühlt.
    Chumus und Falafel -- der gedeckte Tisch mit israelischem Salat und all den leckeren Sachen --- hmmmmmmmmmm!!! Morgen lese ich weiter!!!
    LG Ursula

  • Schalimara 18.09.2012 | 09:27 Uhr

    Lebendig und informativ zugleich - sehr schöner Bericht zum mitreisen.
    LG Schalimara

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