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Reisebericht: Im Land der Bären - Alaska
Auf der Suche nach Braunbären in Alaskas Wildnis: In der Tundra des Denali Nationalparks als auch an der Küste SO-Alaskas, in der Nähe von Haines. Natürlich gab es noch jede Menge anderer Tiere zu sehen und zu erleben. Auch von ihnen handelt dieser Bericht. Ein Nachtrag von August/September 2004.
- Bären in freier Wildbahn
- Blick auf Grönland
- Bären in Alaska
- Denali National Park and Preserve
- Wildlife in Denali
- Grizzlyland - Von Beeren und Bären
- Unterwegs im Bärenland
- Be aware of bears...
- Sind Bären gefährlich?
- Widder
- Wölfe!
- Indian Summer
- Fahrt durch Kanada - Der Weg ist das Ziel
- Südost-Alaska
- Lachszug am Chilkoot River
- Braunbären beim Lachsfang
- Ellesmere - Traumland im ewigen Eis
Grizzlyland - Von Beeren und Bären
So sieht ideales Grizzlyland aus: Subarktische Tundra, soweit das Auge reicht! Wer genau hinschaut, kann auch eine Grizzlymutter mit ihrem Jungen erkennen. Was man auch gut erkennen kann: Wie schnell man Bären übersehen kann, dass man also längst nicht alle sieht, die da sind...
Das erste Foto "Grizzlyland" soll einen Eindruck vom Raumbedarf vermitteln, den Grizzlies brauchen. Ein Grizzly in Denali benötigt zwischen 40 und 65 km2 (ca. 7 x 7 km bis 8 x 8 km) Tundralebensraum. Allerdings werden diese Streifgebiete nicht so scharf voneinander abgegrenzt, wie etwa bei Wölfen. Gleichwohl halten die einzelnen Bären auf Abstand und gehen sich aus dem Weg.
Bärenstreifgebiete können enorm variieren und hängen in erster Linie vom Nahrungsangebot ab: Je besser und leichter verfügbar, desto kleiner die Territorien. An den Küsten Südostalaskas gibt es die meisten Braunbären: Dort genügen einem Bären durchschnittlich 2,6 km2 um überleben zu können. Während ein Grizzly der arktischen Tundra im Norden Alaskas (Brooks Range und North Slope) bis zu 780 km2 (28 x 28 km) zum Überleben braucht.
Im Spätsommer und Frühherbst sind die Bären nur noch mit Fressen beschäftigt. Alle sind darauf bedacht, möglichst schnell fett zu werden. Dann steigen ihre Chancen, den langen Winter zu überstehen. Ihre Hauptnahrung sind die vielen reifen, zuckerhaltigen Beeren der Tundra, die sie mit ihrer Zunge geschickt abstreifen. Dabei lassen sie sich kaum stören und ablenken. Daher ist die Periode des letzten August-Drittels bis Mitte September eine besonders gute - und schöne - Zeit zur Bärenbeobachtung in Denali.
Bei diesen beiden handelt es sich um Mutter und Tochter, letztere liegend. Nach 2 1/2 Jahren Führung wäre es für die junge Bärendame eigentlich an der Zeit, sich von der Mutter zu lösen, um in ein eigenes Leben zu starten. Doch sie will einfach noch nicht, bei Muttern ist es einfach zu schön...
Der Start ins eigene, selbstbestimmte Leben ist nicht der angenehmste Lebensabschnitt im Verlauf eines Bärenlebens, denn die "Jungerwachsenen" oder Halbstarken müssen dann nicht nur selbst für sich sorgen, sondern sich auch innerhalb der Bärenhierarchie erst einmal behaupten. Ohne den Schutz der Mutter nehmen sie in der Bärenhierarchie die unterste Stufe ein. Selbstvertrauen und Respekt müssen sie erst noch entwickeln bzw. sich verschaffen.
Irgendwann wird sich das Blatt wenden und von einem Moment auf den anderen wird die mütterliche Toleranz in Aggression umschlagen. Dann wird sie die eigene Tochter wie einen fremden Bären und Eindringling angreifen und verjagen.
Bären am Riss. In den vergangenen Tagen wurde an dieser Stelle ein Karibubulle von einem anderen Bären überwältigt. Der Kadaver wurde ihm wiederum von dieser Grizzlymutter mit ihren beiden Jungen abgejagt. So geht der Kadaver reihum - bis nichts mehr übrig ist außer blanken Knochen.
Links die Mutter sattgefressen und schlafend, rechts die beiden spielenden Jungen. Das rechte klettert im Geweih des Karibubullen herum. Fleisch ist für Grizzlies ein seltener Festschmaus, den sie nicht gerne teilen. Die Mutter schläft nicht tief, sondern döst nur vor sich hin. Selbst Kolkraben lässt sie nicht heran und springt sofort auf, sobald einer nur versucht in der Nähe zu landen.
Wehe dem ahnungslosen Hiker, der hier vorbeikommt! Daher wird jeder bekanntgewordene Riss nach Bekanntwerden sofort weiträumig abgesperrt.
Dieser "blonde" Grizzly war auch gleichzeitig unser spannendster...
Für uns nicht ganz passend, tauchte dieser Grizzly an der Hangkante oberhalb von uns auf, als wir - quasi ohne "Schutzhülle" durch Bus oder Auto - am Rand der Parkroad standen, um einer Wolfsfamilie am Flussufer zuzuschauen. Konzentriert auf das Beerenfressen kam er langsam, aber stetig den Hügel hinuntergezogen... Ein Ranger, der dabeistand, schärfte uns - und einigen weiteren Anwesenden - ein, zurückzuweichen, sobald der Bär die Böschung erreicht haben würde...
Zum Glück reagierte der Bär genau so, wie "wilde" Bären grundsätzlich zu reagieren pflegen: Er würdigte uns keines Blickes und setzte seinen Weg einfach fort...
Das ist übrigens auch der Grund, warum man vor "wilden" Bären keine oder weniger Angst zu haben braucht als vor "halbwilden". Letztere leben scheinbar "wild", indem sie frei umherziehen, haben aber die Scheu vor dem Menschen verloren. Und, schlimmer noch, haben als "futterkonditionierte Bären" gelernt, dass es bei Menschen manchmal etwas "abzustauben" gibt. Das sind dann die "aufdringlichen" Bären, die wirklich gefährlich werden können.
Solche Bären erst gar nicht entstehen zu lassen, ist daher das Grundprinzip aller Sicherheitsstandards in Alaska. Im eigenen Interesse, aber auch im Interesse der Bären, sollte es daher für jeden Besucher eine selbstverständliche Verpflichtung sein, dabei mitzuwirken, dass Bären "wild" bleiben und uns Menschen einfach ausblenden...
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Ein herausragend interessanter Bericht, unterlegt mit wunderbaren Fotos die das "Mitreisen" noch schöner machen. Ich werde wohl noch öfter hereinschauen und dies oder das nochmals nachzulesen bzw. die Bilder anzusehen!
LG Christina -
Ich kann nur sagen, das war für mich ein Erlebnis und Wort und Bild!
Ich beneide Dich um diese Traumreise.
LG Ursula -
Ein wunderbarer Bericht mit herrlichen Fotos - und eine tolle Einstimmung auf meine anstehende Septemberreise nach Alaska mit hoffentlich auch vielen Bären und einem leuchtenden Indian Summer. LG Gaby
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Ein toller Bericht mit tollen Fotos. Ich hatte mich als Studi (vor vielen, vielen Jahren) für zwei Monate in Alaska aufhalten können und dort zusammen mit meinem Bruder und seinem Kanu eine Vielzahl von Flüssen und Bächen abgepaddelt. Dein Bericht hat mich wieder sehr an diesen Urlaub erinnert. Und an die Tiere und die wunderschöne Landschaft. Danke dafür,
Rolf
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