Reisebericht

Reisebericht: Im Land der Bären - Alaska

Reisebericht: Im Land der Bären - Alaska

Auf der Suche nach Braunbären in Alaskas Wildnis: In der Tundra des Denali Nationalparks als auch an der Küste SO-Alaskas, in der Nähe von Haines. Natürlich gab es noch jede Menge anderer Tiere zu sehen und zu erleben. Auch von ihnen handelt dieser Bericht. Ein Nachtrag von August/September 2004.

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Braunbären beim Lachsfang

Unser eigentliches Ziel sind jedoch die lachsfischenden Braunbären am Chilkoot River. Wir wissen bereits aus eigener Erfahrung, dass die Beobachtungsbedingungen für Bären gut, das Fotografieren jedoch schwierig ist. Auf jeden Fall viel schlechter als an an den meisten Hot spots der Bärenfotografie in Alaska. Dennoch wollen wir es versuchen.



 
 
 
 
 

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Der Hauptvorteil dieses Gebietes ist sein einfacher Zugang auf einer Waldstraße sowie der Zutritt ohne Zugangsbeschränkungen. Wir kennen den Fluss seit 1998, als er noch mehr oder weniger Geheimtipp war. Bereits damals zeichnete sich jedoch Regelungsbedarf hinsichtliche einer Besucherlenkung ab.

Diese ist zwischenzeitlich erfolgt, wie wir feststellen. Ranger (Freiwillige) sperren jeden Abend kurze Abschnitte der Straße ab, um die Bären, die aus dem dahinterliegenden Wald (Tageseinstand) zum Fluss wechseln wollen, passieren zu lassen. Für die Bären ist es auf jeden Fall besser so.



 
 
 
 
 

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Auffallend ist, dass die Bären hier relativ scheu sind, sie weichen den Menschen aus. Ihr Dilemma ist, dass sie gerne Lachse fangen wollen, gleichzeitig jedoch auf Sicherheitsabstand zu den Menschen bedacht sind. Beides ist jedoch schwierig, solange es keine freiwillige Rücksichtnahme von Lachs-Anglern und Bärenbeobachtern gibt, den Bären am Flussufer genug Freiraum zu lassen und ihnen den Vortritt zu lassen.

Den Vorrang für Wildtiere durchzusetzen scheint auch in Alaska nicht immer einfach zu sein. Auch hier herrscht nicht überall "heile Welt", auch hier gibt es unterschiedliche Nutzungsinteressen, die fein ausbalanciert und unter einen Hut gebracht werden wollen...



 
 
 
 
 

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Das Problem mit der Bärenfotografie liegt an den schwierigen Lichtbedingen: Einerseits schirmen die umgebenden Berge das Abendlicht ab. Andererseits trauen sich die Bären nur morgens und abends, machmal erst in der Dämmerung, an den Fluss.



Die Scheu der Bären dürfte zum einen an der Bejagung und der damit verbundenen Unruhe liegen, wenn diese auch nur den männlichen Bären gilt. Geschützt sind sie nur entlang eines schmalen Bandes am Fluss. Daher zeigen sich auch so gut wie keine männlichen Bären. Bärinnen mit Jungen zeigen sich, halten aber auf Abstand zu den Menschen. Jede beansprucht einen eigenen Flussabschnitt für sich.



 
 
 
 
 
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Es gibt die Hypothese, dass die Bären am Chilkoot River wegen ihrer Scheu und der Störungen die Ressource Lachs nicht optimal nutzen könnten und daher untergewichtig und nicht optimal ernährt seien. Daher wurde ein Forschungsprojekt gestartet, welches die Interaktion zwischen Bären und Menschen untersuchen und Lösungsvorschläge aufzeigen soll.



 
 
 
 
 

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Wir können den Bären jeden Abend in aller Ruhe zuschauen. Mit dem Fernglas ist das gut möglich. Zum Fotografieren stehe ich jedoch lieber früher auf. Eines Morgens gelingt mir eine schöne zusammenhängende Serie einer Braunbärin auf der gegenüberliegenden Uferseite, die mit ihren beiden Jungen ihren Flussabschnitt hinaufzieht.



 
 
 
 
 

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Wir bleiben eine Woche am Chilkoot Lake, bevor wir uns wieder nach Fairbanks aufmachen, um den Rückflug anzutreten.

Was wir leider erst am letzten Tag erfahren und daher verpassen: Buckelwale im Lynn Canel zwischen Haines und Skagway. Die gibt es nicht jedes Jahr und müssen vom Wassertaxi aus gut zu beobachten gewesen sein. Auf mein ungläubiges Staunen hin zückt die Fotohändlerin ein Bündel Fotos aus einem gerade fertiggestellten Fotoauftrag. Darauf sind jede Menge geknipster Wale zu sehen. Muss wirklich gut gewesen sein, schade. Das zum Abschluss wäre es natürlich noch gewesen...

Andererseits haben wir irgendwie das Gefühl, genug erlebt zu haben. Und dass es irgendwann auch einmal genug sein muss.

Wie schön, dass es die Fotografie gibt, wo man Monate und Jahre später alles noch so viele Male durchleben und nacherleben kann.



 
 
 
 
 

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Regionen: Alaska, Denali

Kommentare
  • agezur 10.08.2012 | 16:57 Uhr

    Ein herausragend interessanter Bericht, unterlegt mit wunderbaren Fotos die das "Mitreisen" noch schöner machen. Ich werde wohl noch öfter hereinschauen und dies oder das nochmals nachzulesen bzw. die Bilder anzusehen!
    LG Christina

  • Blula 11.08.2012 | 19:25 Uhr

    Ich kann nur sagen, das war für mich ein Erlebnis und Wort und Bild!
    Ich beneide Dich um diese Traumreise.
    LG Ursula

  • Gaby13 25.08.2012 | 10:32 Uhr

    Ein wunderbarer Bericht mit herrlichen Fotos - und eine tolle Einstimmung auf meine anstehende Septemberreise nach Alaska mit hoffentlich auch vielen Bären und einem leuchtenden Indian Summer. LG Gaby

  • rolo88 25.04.2013 | 19:06 Uhr

    Ein toller Bericht mit tollen Fotos. Ich hatte mich als Studi (vor vielen, vielen Jahren) für zwei Monate in Alaska aufhalten können und dort zusammen mit meinem Bruder und seinem Kanu eine Vielzahl von Flüssen und Bächen abgepaddelt. Dein Bericht hat mich wieder sehr an diesen Urlaub erinnert. Und an die Tiere und die wunderschöne Landschaft. Danke dafür,
    Rolf

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