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Reisebericht: Malerisches Midi - Zwischen Pyrenäen und Zentralmassiv
Keine andere Region Frankreichs hat so viele "schönste Dörfer Frankreichs" wie das Midi. Doch neben den malerischen Dörfern, haben auch die Städte wie Toulouse oder Albi viel Charme und Flair. In Conques, Moissac und Toulouse sind drei der berührendsten und ausdrucksvollsten romanischen Portale zu bestaunen. Und all das liegt eingebettet in traumhafter Landschaft. Also nichts wie auf ins Midi!
- Bienvenue à Toulouse
- La ville rose
- Auf den Spuren des heiligen Saturninus - St. Sernin
- Thomas von Aquin bei den Jakobinern
- Kunst bei den Augustinern
- Hotel d'Assézat - Fondation Bemberg
- Rugby - die Leidenschaft des Südwestens
- Carcassonne - Mittelalter pur
- Montagne Noire - oder der Schlüssel zum Canal du Midi
- Albi
- Kathedrale Sainte-Cécile
- Henri de Toulouse-Lautrec
- Cordes-sur-Ciel
- Die Schluchten des Tarn
- Spektakuläre Aussichten
- ... auf und vom Roc des Hortous
- Aven Armand - der Urwald aus Tropfstein
- Geier über den Gorges de la Jonte
- La Malène
- Ste-Enimie oder das Geheimnis der schönen Haut
- Corniche des Cévennes und die Bestie des Gévaudan
- Wind Südwest, gefühlte Temperatur: nicht mehr als drei...
- Schlupfloch in die Hölle
- Der Causse de Sauveterre und der Point Sublime
- Alles Käse? Roquefort-sur-Soulzon
- Chaos de Montpellier-le-vieux
- Aubrac - unendliche Weiten
- Am malerischen Lot entlang
- Auf der Via Podiensis nach Conques
- Der Raub der heiligen Fides
- Meisterwerk der Bildhauerkunst
- Der Neugierige schaut auch nach innen
- Von A bis Foy
- Romantik in Conques
- Hieroglyphen in Figeac
- Rocamadour - Wunder über Wunder
- Gänsestopfleber auf zwei Beinen
- Der tanzende Jesaja in Souillac
- Cahors oder wo der Teufel Brücken baut
- Kuppeln in St. Etienne
- Auf der Suche nach dem besten Blick
- Kaorskoje - Wein aus Cahors
- Bilderbuchdorf Saint-Cirq-Lapopie
- Wanderung auf dem Treidelpfad
- Pech-Merle - gepunktete Pferde
- Bonaguil - Die letzte mittelalterliche Burg
- Das Paradies, wo sich Fuchs und Hase Gute Nacht sagen
- Nérac und Henri IV.
- Agen oder die Frage, wo sind die Pruneaux?
- Moissac - Kunst in Stein
- Kapitelle im Kreuzgang
- Am Fuße der Pyrenäen...
08.06.2012
Schlupfloch in die Hölle
Erst mal machen wir einen Stopp am Tarn, genauer gesagt an der Engstelle "Les Détroits". Über eine Eisenleiter klettern wir auf die Felsen, um die schmalste Stelle der Schlucht zu bestaunen. Kurz dahinter verschwindet der Tarn unter riesigen Felsblöcken am Pas de Soucy. Der Legende zufolge hat die hl Enimie bei der Verfolgung des Teufels die Felsblöcke zum Rutschen gebracht, um dem Teufel den Fluchtweg abzuschneiden. Doch durch eine Spalte konnte er in die Hölle entkommen, die Felsen blieben liegen.
Der Causse de Sauveterre und der Point Sublime
Bei Les Vignes biegen wir auf ein kleines Strässchen ab, über Serpentinen windet sich die Strasse hoch auf den Causse de Sauveterre. Vom Point Sublime haben wir einen spektakulären Blick auf den 400 m tiefer liegenden Tarn und den Pas de Soucy. Der Causse de Sauveterre ist die ausgedehnteste Hochebene, die zwischen Tarn im Süden und Lot im Norden liegt, er ist auch der landwirtschaftlich intensivst genutzte. Bei Sévérac-le-Château erreichen wir die Autobahn, um endlich auch einmal über die neue Brücke von Millau zu fahren.
Alles Käse? Roquefort-sur-Soulzon
Die Milch der vielen Schafe der Causses landet zum größten Teil in diesem Städtchen, nach dem der berühmteste Blauschimmelkäse benannt wurde: Roquefort. Als erster französischer Käse überhaupt bekam er 1925 das AOC-Siegel, das die kontrollierte Herkunft garantiert, doch ist der Käse natürlich schon viel, viel älter, wie man uns in der Käserei "Société" erklärt. Schon die Römer kannten Blauschimmelkäse, doch erst 1060 taucht der Name Roquefort zum ersten Mal auf. Zunächst wird alles wie bei 'normalem' Käse gemacht: Morgen- mit Abendmilch gemischt, mit Lab dickgelegt, der Käsebruch nach dem Abtropfen der Molke in die Formen gepackt, eine Woche ruht der Käse in Tonformen, wird dabei regelmäßig gewendet und schließlich gesalzen. Doch dann kommt der Käse in die Höhlen des Combalou und der Laib wird piktiert, d.h. perforiert, um den Edelschimmel Penicillium roqueforti beizusetzen, dessen Kulturen aus Roggenbrot gezüchtet werden. Im Inneren des Combalou herrschen mit 8°C und 95 % Luftfeuchtigkeit ideale Reifebedingungen. Nach drei Wochen werden die Käselaibe in Zinnfolie gewickelt und reifen im Dunklen für weitere drei Monate. Am Ende der Führung bekommen wir noch eine kleine Kostprobe. Schnell noch etwas Käse gekauft, dazu im kleinen Gemischtwarenladen des Ortes noch etwas Brot, Obst und Pastete. Und schon sind wir perfekt gerüstet für ein Picknick...
Chaos de Montpellier-le-vieux
Auch wenn's der Name vermuten läßt, Montpellier-le-vieux hat nichts mit einer Stadt zu tun, sondern ist eine gigantische Ansammlung von Felsen. Hirten sollten dem Felsenchaos seinen Namen gegeben haben, weil sie es für eine große verfallene Stadt gehatlten hätten. Auf dem Wanderweg "Grand Tour" erkunden wir diese verwunschene 'Stadt' aus Felsen und suchen die Formationen wie "das Krokodil", "das Mykene-Tor", "die Sphinx", "den Bärenkopf", etc. Etwa zwei Stunden dauert der Rundweg durch das Labyrinth von Felsen mit vielen Aussichtsstopps in das Tal der Dourbie und Abstechern zu den spektakurären Felsformationen.
09.06.2012
Aubrac - unendliche Weiten
Eine der kargsten Landschaften im Zentralmassiv ist das Aubrac, ein Hochplateau mit einer Durchschnittshöhe von immerhin 1.000 m, gelegen zwischen den Flüssen Lot und Truyère. Die typischsten Bewohner sind die rotbraunen Aubrac-Rinder mit ihren ausladenden Hörnern. Ansonsten sehen wir auf unserer Fahrt nur noch den ein oder anderen Jakobspilger. kein Wunder, denn bei Saint-Côme d'Olt, einem der "schönsten Dörfer Frankreichs" erreichen wir die Via Podiensis, den ältesten von vier großen Pilgerwegen durch Frankreich.
Am malerischen Lot entlang
Kurz später erreichen wir den Fluss Lot in der kleinen Stadt Espalion. Alte Gerberhäuser mit wackligen Holzbalkons stehen malerisch am Fluss entlang. Etwas außerhalb: die Kirche von Perse. Geweiht ist sie dem Beichtvater Karls, des Großen, dem heiligen Hilarius. Ein schönes Portal an der Südseite zeigt das Pfingstwunder, links darüber die Heiligen Drei Könige. Nicht weit von Espalion machen wir Halt in einem weiteren charmanten Örtchen, das zu den schönsten Dörfern Frankreichs zählt, in Estaing. Die Grafen von Estaing, die an der Seite der französischen Königs Philippe-Auguste in der Schlacht von Bouvines kämpften, errichteten hier eine Burg, das im 16. Jh. zum Schloss wurde. Ein Spross aus einer Seitenlinie, Valéry Giscard d'Estaing, französischer Präsident von 1974-81, übernahm das Schloss seiner Urahnen und bemüht sich seither um dessen Erhalt und Restaurierung. Unterhalb liegt das malerische Dorf, wir beschließen in der auf der Terrasse der "Auberge Saint-Fleuret" zu Mittag zu speisen. Leckeres Essen, schöne Ausblicke, Herz, was willst du mehr...!
Auf der Via Podiensis nach Conques
Am Ortsausgang von Estaing halten wir nach unserer Schlemmerpause noch einmal an, um den schönsten Blick auf Estaing fotografisch festzuhalten, bevor wir dem Lot weiter folgen, bis nach Entraygues-sur-Truyère. Der Ort liegt pittoresk am Zusammenfluss der beiden Flüsse, auch hier könnte man sicher nett bummeln, aber wir wollen weiter nach Conques. Kurvig geht es rauf und runter und schließlich erreichen wir im schönsten Nachmittagslicht den Pilgerort. Nachdem sich 951 Godescalc, Bischof von Le Puy, als Erster auf den Weg nach Galizien zu den Gebeinen des Jakobus machte, kamen in den folgenden Jahrhunderten viele weitere Reisende in das idyllisch gelegene Dorf und brachten der Abtei Reichtum und Ansehen.
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Auch wir zählen zu den "Fans" dieser Region, die wir schon ziemlich oft besucht haben. Obwohl ich also viele der beschriebenen Orte kenne - oder veilleicht gerade deshalb - hat mir der ausführliche und überaus informative Bericht mit den vielen schönen Bildern besonders gut gefallen.
Ich kann allen, die noch nie dort waren, diese Region nur empfehlen.
lg Wilfried -
Danke für diesen Bericht!
Vollgepackt mit Information und Hintergrundwissen, trotzdem leicht zu lesen und voll Werbung für eine Region, die nicht von Touristen überschwemmt und trotzdem absolut reizvoll ist. Genau so sollten die Reiseführer geschrieben sein!
LG Christina -
Ein sehr umfassender Reisebericht und ganz sicher eine perfekte Werbung für einen Besuch dieser Region. Im Sommer 2011 besuchten wir für 2 Näche Carcassonne auf dem Wege von Nordspanien über Pau kommend und mit Weiterfahrt nach Burgund. Mir gefiel die Landschaft und die Orte, die wir leider nur auf der Durchfahrt sichteten, ausgesprochen gut. Sicher werden wir diese Region noch einmal besuchen um auch anhand deines Berichtes einige Orte noch einmal mit mehr Musse anzusehen.
Gruss Inge
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