Südafrika – drei Wochen Ostkap und Kap der Guten Hoffnung

Reisebericht

Südafrika – drei Wochen Ostkap und Kap der Guten Hoffnung

Reisebericht: Südafrika – drei Wochen Ostkap und Kap der Guten Hoffnung

Im Winter 2008 verbrachten meine Freundin und ich drei Wochen in Südafrika.
Unsere Reise führte uns von Johannesburg zunächst zum Ostkap, wo wir die Nationalparks Addo Elephant Park und Great Fish River Reserve, die Badeorte Port Alfred und Kenton-on-Sea sowie das Städtchen Hogsback besuchten. Anschließend fuhren wir zum Kap der Guten Hoffnung und traten vor dort unsere Rückreise über Johannesburg

Seite 9 von 10
04.03.2008

Kap der Guten Hoffnung

Am Morgen des nächsten Tages fuhren wir wieder mit dem Zug nach Simon's Town. Von hier aus brachte uns Rikki's Taxi zum Kap der Guten Hoffnung.

Am Kap der Guten Hoffnung befindet sich entgegen weit verbreiteter Ansichten nicht der südlichste Punkt des Kontinents. Der heißt Cape Agulhas und befindet sich 300 km weiter südöstlich.
Trotzdem ist das Kap der Guten Hoffnung ein atemberaubender Kraftplatz. Das Kap der Guten Hoffnung gehört zum Table Mountain National Park, welcher sich entlang der Atlantikküste bis zum Stadtgebiet von Kapstadt erstreckt.
Hier trifft man u.a. Antilopen, Zebras, Strauße und viele Paviane.

Am Kap der Guten Hoffnung treffen Indischer und Atlantischer Ozean aufeinander. Das Wetter ist hier sehr rau und wechselhaft. Es regnet häufig.
Der Atlantik ist in Südafrika wesentlich stürmischer als der Indische Ozean. Bei unserem Besuch waren die Wellen so hoch und der Wind so heftig, dass wir uns nur mit den Füßen ins Wasser wagten.

Direkt am Kap gibt es zwei Leuchttürme. Der erste, ältere Leuchtturm lag zu oft im Nebel. Deshalb wurde weiter unterhalb ein zweiter, besser sichtbarer Leuchtturm errichtet.

Am faszinierendsten für uns war die einzigartige Pflanzenwelt am Kap. Die Buren haben dafür das Wort Fynbos verwendet. Es bezeichnet eine erstaunliche Vielfalt an Gestrüpp, welche nur hier am Kap der Guten Hoffnung vorkommt. Besonders nach dem Regen leuchtet das Fynbosch in den prächtigsten Farben.

Auf unserer Wanderung entlang der Küste am Kap der Guten Hoffnung entdeckten wir noch einige Eidechsen und Strauße.

Auf der Rückfahrt nach Simon's Town begegneten wir einer Pavianfamilie am Straßenrand.



unterer Leuchtturm am Kap der Guten Hoffnung



05.03.2008

Rückfahrt von Kapstadt nach Johannesburg

Unsere Tag in Südafrika waren gezählt. Wir verabschiedeten uns von unseren Gastgeberinnen und fuhren mit dem Zug nach Kapstadt. Von hier sollte es mit dem Trans-Karoo-Express in etwas mehr als einem Tag nach Johannesburg weitergehen.

Zum Glück hatten wir diesmal ein eigenes Schlafwagenabteil. Unser Zug sollte gegen Mittag von Johannesburg starten.
In Südafrika kann man sich mehrere Monate im Voraus einen Schlafwagenplatz per E-Mail oder Telefon reservieren lassen, muss diesen aber spätestens 24 Stunden vor Abfahrt des Zuges bezahlen und rückbestätigen lassen. Die Namen der Passagiere werden dann in einer Passagierliste vor dem Bahnsteig ausgehängt. Auf der Passagierliste sieht man dann die Nummer seines Wagens und die seines Abteils.

Unser Zug wurde schon etwa eine Stunde vor Abfahrt an dem einzigen Bahnsteig für Fernzüge bereitgestellt. Die Wagen waren bequem. Es gab sogar Duschen mit warmem Wasser, allerdings keine Klimaanlage und kein Bettzeug.
Bettzeug konnte man sich aber beim Schlafwagenschaffner gegen eine Gebühr ausleihen. Wir bevorzugten unsere Schlafsäcke.
Gleich nebenan gab es einen Speisewagen. Sogar einen Autotransportwagen zur Mitnahme von PKW's und Motorrädern gab es.

Nach den Erfahrungen der Hinreise deckten wir uns mit Obst, Getränken und Toilettenpapier für die nächsten mehr als 24 Stunden reichlich ein.

Pünktlich verließen wir den Hauptbahnhof von Kapstadt.
An einem Vorstadtbahnhof, ca. 30 Minuten von Kapstadt entfernt, blieb unser Zug dann ohne erkennbaren Grund stehen und fuhr nicht mehr weiter.

Die Stunden vergingen, ohne dass etwas passierte, und ich wurde zunehmend nervöser. Immerhin hatten wir am nächsten Abend in Johannesburg unser Flugzeug zu erreichen, und unser Zeitpolster von 6 Stunden erschien uns anhand der sich unabsehbar vergrößernden Verspätung doch etwas dürftig.

Nach zwei Stunden wurde endlich eine neue Lokomotive (die alte hatte anscheinend ihren Geist aufgegeben) an unseren Zug gehängt. Mit mehr als zwei Stunden Verspätung verließen wir endlich den öden Vorstadtbahnhof in Richtung Halbwüste Karoo.

Noch ca. eine Stunde brauchten wir, bis wir die letzten Vororte von Kapstadt verlassen hatten. Dann beschleunigte unser Zug auf etwas 90 bis 100 km/h. Jetzt durchfuhren wir die herrlichen Weinfelder des Westkaps. Nach und nach wurde die Gegend bergiger. Aus dem geöffneten Fenster sahen wir Paviane und Strauße.
Es wurde langsam dunkel, und wir begaben uns in den Speisewagen, um unser Abendessen einzunehmen.
In diesem Zug waren wir nicht die einzigen Weißen. Die Zusammensetzung der Passagiere war durchaus gemischt. Mit uns fuhren viele Burenfamilien, Farbige, wenige Schwarze und auch ein paar Touristen in dem Zug.

Am nächsten Morgen gegen 7 Uhr wachte ich auf. Wir fuhren gerade durch die einsame Halbwüste Karoo. Ein endlose öde Weite mit nur hier und da ein paar Sträuchern. Gelegentlich hielten wir an einem einsamen Bahnhof an, um auf dem Gegengleis einen langen Güterzug vorbeizulassen.

Gegen Mittag erreichten wir die Minenstadt Kimberley – Zentrum des Diamantenabbaus. Im Schneckentempo durchfuhren wir einen gigantischen Güterbahnhof.

Ab Kimberley war die Bahnstrecke wieder zweigleisig (die gesamte Bahnstrecke von Kapstadt bis Johannesburg ist elektrifiziert). Wir durchquerten ein ausgedehntes Sumpfgebiet. In einem See bewunderten wir Hunderte von Flamingos.

Die Fahrt zog sich und zog sich in die Länge. Am Nachmittag erreichten wir endlich die Vororte von Johannesburg. Bis zur Park Station benötigten wir dann noch einmal eine gute Stunde.

Zu meiner großen Freude stellte ich fest, dass unser Zug die Verspätung von mehr als zwei Stunden zum Teil wieder aufgeholt hatte. Als wir in der Park Station eintrafen, betrug unsere Verspätung nur noch eine Dreiviertelstunde.

Von der Park Station in Johannesburg brachte uns ein Taxi dann zum Flughafen O. R. Tambo, von wo wir die Heimreise nach Deutschland antraten.

Verbindungen Kapstadt - Johannesburg:

Mit der Bahn:

Shosholoza Meyl Tourist Class Train

Der Shosholoza Meyl Tourist Class Train ist meiner Meinung nach die Option mit dem besten Preis-Leistungs-Verhältnis, um von Kapstadt nach Johannesburg bzw. zurück zu fahren. Die Schlafwagenzüge verkehren zur Zeit 2mal wöchentlich (dienstags und donnerstags). Die Reisezeit beträgt 27 Stunden. Es gibt 4- und 2-Bett-Abteile. Diese Züge sind absolut sicher, sauber und bequem. Es gibt einen Speisewagen mit sehr guter Auswahl an Speisen und Getränken und sogar Duschen mit warmem Wasser in den Wagen.
Sogar Autos können in einem Autotransportwagen mitgenommen werden.
Reservierungen können über Internet oder per E-Mail vorgenommen werden. Spätestens einen Tag vor der planmäßigen Abfahrt muss die Reservierung rückbestätigt und die Fahrkarten bezahlt werden.
Am Bahnhof gibt es eine Passagierliste, wo alle Namen der Passagiere mit den jeweiligen Wagen und Abteilen eingetragen sind.
Weitere Informationen unter: www.seat61.com/SouthAfrica.htm bzw. unter www.shosholozameyl.co.za (Internetseite ist zur Zeit in Reparatur) oder www.southafricanrailways.co.za.

Premier Class Train

Weiterhin verkehrt auf der selben Strecke zweimal wöchentlich (donnerstags und sonntags) der Premier Class Train. Dieser Zug ist wesentlich teurer als der Shosholoza Meyl Tourist Class Train, aber immer noch wesentlich preiswerter als der legendäre Blue Train. Der Premier Class Train ist recht luxuriös, mit 2-Bett-Schlafwagen, Gesellschaftswagen, Speisewagen. Die Speisen sind im Preis mit inbegriffen. Fahrzeuge können in einem Autotransportwagen mitgenommen werden.
Reservierungen können über Internet oder per E-Mail vorgenommen werden. Spätestens einen Tag vor der planmäßigen Abfahrt muss die Reservierung rückbestätigt und die Fahrkarten bezahlt werden.
Am Bahnhof gibt es eine Passagierliste, wo alle Namen der Passagiere mit den jeweiligen Wagen und Abteilen eingetragen sind.
Weitere Informationen unter: www.seat61.com/SouthAfrica.htm bzw. unter www.shosholozameyl.co.za (Internetseite ist zur Zeit in Reparatur) oder www.southafricanrailways.co.za.

Shosholoza Meyl Economy Class Train

Der normale Sitzwagenzug verkehrt täglich zwischen Kapstadt und Johannesburg und zurück. Die Reisezeit ist die selbe wie beim Tourist Class Train bzw. beim Premier Class Train.
Dieser Zug ist nur dann zu empfehlen, wenn man entweder sehr knapp bei Kasse ist (ist preiswerter als die Busse) oder wenn man unbedingt an einem Wochentag reisen möchte, an welchem die beiden oben genannten Züge nicht verkehren.
Reservierungen sind nicht erforderlich.

Blue Train

Der legendäre Blue Train verkehrt 4- bis 5-mal monatlich zwischen Kapstadt und Pretoria und zurück. Er ist der bekannteste Zug Südafrikas und einer der luxuriösesten Züge der Welt. Entsprechend teuer sind die Fahrpreise. Trotzdem ist die Nachfrage extrem. Ein Platz im Blue Train muss teilweise schon bis zu einem halben Jahr im voraus gebucht werden.
Weitere Informationen siehe www.bluetrain.co.za oder www.seat61.com/SouthAfrica.htm.

Mit dem Bus:

Die Busgesellschaften Greyhound (www.greyhound.co.za), Intercape (www.intercape.co.za) und Translux (www.translux.co.za) fahren ein- bis mehrmals pro Tag die Strecke von Kapstadt und Johannesburg und zurück.

Mit dem Flugzeug:

Bis zu 16mal täglich verkehren Flüge der South African Airways (www.flysaa.com), British Airways Comair (www.ba.com/travel/home/public/en_za), kulula.com (www.kulula.com) und Nationwide (www.flynationwide.co.za) zwischen Kapstadt und Johannesburg.





Teilen auf

Mein Interessenprofil

Bitte melden Sie sich an, um Reiseziele zu Ihrem Interessenprofil hinzuzufügen.

Kommentare

  • vierfussler

    Servus Frieden_Schenker,
    ein gut geschriebener lesenswerter Bericht mit sehr vieler Details.
    Aber warum hast du den Artikel nicht auf mehrere Seiten verteilt. Für den Leser wär es einfacher den Bericht zufolgen. Vielleicht kannst du das ja noch ändern!
    Noch eine Frage, warum hat der Taxifahrer das Fenster heruntergedreht, wenn die Gegend am Bahnhof von Johannesburg gefährlich war? Ich hätte es geschlossen oder zugelassen.
    LG Kurt F.

  • frieden_schenker

    Hallo Kurt,

    danke für Deine Hinweise. Die Seitenumbrüche habe ich jetzt eingefügt.
    Der Taxifahrer in Johannesburg hat das Fenster nicht herunter- sondern hochgedreht. Tut mir leid, das war ein Schreibfehler von mir. Habe ich schon korrigiert.

    Liebe Grüße

    Eckart

  • RELDATS

    Hallo Eckart, da hast du dir ja eine Menge Arbeit gemacht mit diesem interessanten und ausführlichen Bericht. Toll !!!
    Nette Grüße von Josef

  • RobinaZy

    Hallo Eckart,
    Danke dass du mich auf deinen informativen Bericht hingewiesen hast. Ich habe mir erst einmal nur die Bilder angesehen und den Text überflogen, aber dass klingt alles sehr interessant und hilfreich. Ich freue mich darauf, Deine ganzen Eindrücke bald in Ruhe und am Stück lesen zu können.
    LG Robina

Bitte melden Sie sich an, um einen Kommentar abzugeben. Südafrika – drei Wochen Ostkap und Kap der Guten Hoffnung 5.00 10

Beliebte Community-Inhalte: AustralienNorwegenThailandVietnamItalienBarcelonaIndien ReiseführerIndien Tipps