Südafrika – drei Wochen Ostkap und Kap der Guten Hoffnung

Reisebericht

Südafrika – drei Wochen Ostkap und Kap der Guten Hoffnung

Reisebericht: Südafrika – drei Wochen Ostkap und Kap der Guten Hoffnung

Im Winter 2008 verbrachten meine Freundin und ich drei Wochen in Südafrika.
Unsere Reise führte uns von Johannesburg zunächst zum Ostkap, wo wir die Nationalparks Addo Elephant Park und Great Fish River Reserve, die Badeorte Port Alfred und Kenton-on-Sea sowie das Städtchen Hogsback besuchten. Anschließend fuhren wir zum Kap der Guten Hoffnung und traten vor dort unsere Rückreise über Johannesburg

Seite 6 von 10
01.03.2008

Grahamstown

Nach einem weiteren Zwischenstopp in Kenton-on-Sea fuhren wir nach Grahamstown. Dort gaben wir unseren Mietwagen zurück. Nun waren wir wieder Infanteristen.

Bevor wir am Abend des nächsten Tages mit dem Bus weiter nach Kapstadt fuhren, wollten wir noch einen Tag in Grahamstown verbringen. Wir hatten über das staatlich organisierte Programm „Township Bed & Breakfast“ eine Übernachtung im Township von Grahamstown organisiert.

Unsere Gastgeberin, eine pensionierte Lehrerin, holte uns mit dem Auto ab. Sie wohnte zusammen mit ihrer Schwester in einem kleinen Haus im Township. Die beiden waren Farbige, keine Schwarzen.
Zu Apartheid-Zeiten wurden die Menschen in Südafrika in Weiße, Farbige und Schwarze eingeteilt. Es war verboten, Menschen einer anderen Rasse zu heiraten. Farbige und Schwarze durften nicht mit den Weißen zusammen in der Stadt wohnen, sondern mussten in sogenannten Townships am Stadtrand in elenden Hütten, meistens ohne Strom und ohne fließendes Wasser, wohnen.

Die Farbigen waren entweder Nachkömmlinge der eingewanderten indischen Gastarbeiter oder Mischlinge aus Schwarzen und Weißen.

Das Haus unserer Gastgeberin machte aber einen durchaus passablen Eindruck. Sie engagierte sich ehrenamtlich für AIDS-kranke.
Wie wir von unseren Gasgebern erfuhren, waren Kriminalität, AIDS und Arbeitslosigkeit die wichtigsten Themen in Südafrika. Über 70% der schwarzen Bevölkerung war zur Zeit unseres Aufenthaltes in Südafrika arbeitslos. Die ANC-Regierung ließ zwar in den Townships neue Häuser bauen, die von deren Bewohnern mietfrei bewohnt werden konnten.
Aber viele schwarze Südafrikaner konnten es sich nicht einmal leisten, den Strom, das fließende Wasser, die Abwasser- und die Müllgebühren für die neuen Wohnungen zu bezahlen. So zogen es viele vor, in ihren elenden Hütten zu bleiben. Dort gab es keinen Strom (bzw. nur illegal abgezweigten). Das Wasser wurde von weit entfernten Wasserstellen geholt. Ein Abwassersystem bzw. eine Müllabfuhr gab es nicht. Dementsprechend schlimm sind die hygienischen Verhältnisse.

Außerdem haben viele junge schwarze Männer und Frauen die Erfahrung gemacht, dass man mit Betteln schneller zu Geld kommt als durch Arbeit (die es meistens sowieso nicht gibt).

Das zweitgrößte Problem in Südafrika ist AIDS. Da das Thema von seiten der ANC-Regierung verharmlost und tabuisiert wird, gibt es keine funktionierende Aufklärung über AIDS. Der Großteil der südafrikanischen Männer (sowohl Schwarze als auch Weiße) ist extrem machohaft und chauvinistisch, d.h. Frauen sind für sie nur eine Art Möbelstück. Dementsprechend alltäglich ist die Unterdrückung und Gewalt gegen Frauen. Es gibt kaum ein anderes Land auf der Erde, wo täglich so viele Frauen vergewaltigt werden. Viele Kinder werden schon mit AIDS geboren.

Als wir uns am nächsten Morgen verabschiedeten, wurde uns mal wieder bewusst, wie verschwindend klein doch die Probleme, über die Deutschland in der Öffentlichkeit oft geklagt wird, im Vergleich zu denen der Südafrikaner sind.

Das Städtchen Grahamstown (ca. 100 000 Einwohner) hat ein paar schöne alte Kolonialbauten, eine Universität und einen Botanischen Garten. Einmal im Jahr, im Juli, findet hier das wichtigste Kunstfestival des Landes statt. Dann platzt die Stadt aus allen Nähten, und es wird schwierig, eine Unterkunft zu finden.



Das Stadtzentrum von Grahamstown


Teilen auf

Mein Interessenprofil

Bitte melden Sie sich an, um Reiseziele zu Ihrem Interessenprofil hinzuzufügen.

Kommentare

  • vierfussler

    Servus Frieden_Schenker,
    ein gut geschriebener lesenswerter Bericht mit sehr vieler Details.
    Aber warum hast du den Artikel nicht auf mehrere Seiten verteilt. Für den Leser wär es einfacher den Bericht zufolgen. Vielleicht kannst du das ja noch ändern!
    Noch eine Frage, warum hat der Taxifahrer das Fenster heruntergedreht, wenn die Gegend am Bahnhof von Johannesburg gefährlich war? Ich hätte es geschlossen oder zugelassen.
    LG Kurt F.

  • frieden_schenker

    Hallo Kurt,

    danke für Deine Hinweise. Die Seitenumbrüche habe ich jetzt eingefügt.
    Der Taxifahrer in Johannesburg hat das Fenster nicht herunter- sondern hochgedreht. Tut mir leid, das war ein Schreibfehler von mir. Habe ich schon korrigiert.

    Liebe Grüße

    Eckart

  • RELDATS

    Hallo Eckart, da hast du dir ja eine Menge Arbeit gemacht mit diesem interessanten und ausführlichen Bericht. Toll !!!
    Nette Grüße von Josef

  • RobinaZy

    Hallo Eckart,
    Danke dass du mich auf deinen informativen Bericht hingewiesen hast. Ich habe mir erst einmal nur die Bilder angesehen und den Text überflogen, aber dass klingt alles sehr interessant und hilfreich. Ich freue mich darauf, Deine ganzen Eindrücke bald in Ruhe und am Stück lesen zu können.
    LG Robina

Bitte melden Sie sich an, um einen Kommentar abzugeben. Südafrika – drei Wochen Ostkap und Kap der Guten Hoffnung 5.00 8

Beliebte Community-Inhalte: AustralienNorwegenThailandVietnamItalienBarcelonaIndien ReiseführerIndien Tipps