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Reisebericht: Multikulti in Odessa
Es geht Richtung Süden, Richtung Meer. Nach dem alt-ukrainischen Kiew, den westlich orientierten Regionen wie Galizien und der Bukowina, den Festungen in Bessarabien und Podolien, wird es jetzt wärmer, interessanter und multikultureller.
Hafenstädte haben es so an sich, dass hier ein buntes Völkergemisch lebt. In ganz besonderem Maße trifft dies auf Odessa zu.
Wieder an der Potemkin-Treppe vorbei, gehen wir Richtung Innenstadt. Mark Twain schrieb nach einem Besuch 1867: „Wir blickten die Straße hinauf, wir blickten hinunter, wir sahen immer nur Amerika!“ An Amerika haben wir nicht gedacht, aber die Stadt strahlt immer noch (bzw. wieder nach Zerstörungen vor allem im 2. Weltkrieg) ein angenehmes großbürgerliches Flair aus, das sie in der goldenen Ära des 19. Jahrhunderts geprägt hat.
Am angenehmsten ist die Gegend um die Derbasivska-Straße mit zahlreichen Straßencafés und einer üppigen Passage. „Derbasivska“ ist eine Verballhornung des Namens der Eroberers und ersten Statthalters der Stadt: de Ribas.
Nicht für möglich zu halten, aber wahr: wir kommen zur Evangelisch-Bayerischen Kirche, die vor wenigen Jahren mit deutschem Geld wieder aufgebaut und innen völlig neu gestaltet wurde. Hier ist allen Ernstes der „Sitz der Kirchenleitung der Deutschen Evangelisch-Lutherischen Kirche der Ukraine“.
Ursprünglich war eine Führung im Archäologischen Museum vorgesehen, die aber wg. Renovierung ausfiel. Dafür hatten wir die Möglichkeit, einem Wettbewerb ukrainischer Chöre beizuwohnen. Sehr schön; danach war freier Nachmittag angesagt. Odessa hat einen Industriehafen. Anders ausgedrückt: man kann leider nicht am Wasser das Leben genießen. Nichtsdestotrotz: Odessa bietet genügend Möglichkeiten, es sich gut gehen zu lassen.
Abstecher nach Cherson
Am Ufer des Dnjepr, unweit des Schwarzen Meeres, liegt Cherson. Der Bau der Festung unter Fürst Potemkin war der Beginn der Eroberung der Krim. Den Namen hat die Stadt vom antiken Chersones, das allerdings auf der Halbinsel Krim liegt.
Hier steht ein Denkmal des Gründers der Schwarzmeerflotte, Grigorij Potemkin, und sein Grab sehen wir in der Katharinenkirche.
Hier noch ein Beitrag von „nextz.de“ zu den „Potemkinschen Dörfern“:
Werden uns potemkinsche Dörfer gezeigt, dann spiegelt uns jemand falsche Tatsachen vor, diese Dörfer sind ein Sinnbild für Lug und Trug. Angeblich soll einst der russische Fürst Potemkin (1739-1791) Zarin Katharina auf einer Inspektionsreise durch die Krim nur blühende Dorfattrappen gezeigt haben. In Wirklichkeit beruht diese Geschichte aber auf bösartigem Hofklatsch in St. Petersburg, den dort niemand glaubte. Erst ein sächsischer Diplomat namens Heibig brachte diese Geschichte durch seine Memoiren nach Deutschland und sogar in unsere Geschichtsbücher. Armer Potemkin. Seine Dörfer waren also nicht von Pappe.
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Erneut ein anschaulicher Bericht mit sehr schönen Bildern:) Die Ukraine wäre wirklich eine Reise wert!
LG Ute -
Zu dieser Überzeugung gelange ich auch immer mehr, seitdem Du uns dieses Land hier auf so hervoragende Art und Weise in Wort und Bild vorstellst. Dafür gebührt Dir ein besonderer Dank.
LG Ursula -
Edwin, danke für diese gute "Vorschau" für mich. Durch Deine Bilder weiß ich nun, wohin ich mich in Odessa bewegen muß. Wir werden auch in die Oper gehen.
Ich bin ja bald vor Ort.
lg Harald -
Ich hatte bisher nie daran gedacht an Odessa als mögliches Reiseziel gedacht. Nch Deinem interessanten Bericht muss man das durchaus in Betracht ziehen.
lg Wilfried
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