Paris - mon amour!

Reisebericht

Paris - mon amour!

Reisebericht: Paris - mon amour!

I love Paris in the springtime
I love Paris in the fall
I love Paris in the winter when it drizzles
I love Paris in the summer when it sizzles
I love Paris every moment, Every moment of the year....
(Cole Porter)

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Rosen im Bois de Boulogne

Rosen II

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Der Stadtpark ist mit 8,46 km² einer der größten der Welt. Westlich von Paris befand sich seit jeher eine große Waldfläche, der Bois de Rouvray, in dem schon der Merowingerkönig Dagobert auf die Jagd ging. 1308 unternahm König Philipp IV., genannt der Schöne, eine Wallfahrt nach Boulogne-sur-Mer und ließ nach seiner Rückkehr zu Ehren der Marienerscheinung eine Kapelle im Wald errichten, der dadurch seinen heutigen Namen bekam. Ludwig XVI. öffnete ihn bereits für das Volk und im Rahmen der Stadtmodernisierung unter Baron Haussmann wurde aus ihm ein bewaldeter Park, in dem sich früher die Herren im Morgengrauen zu Duellen trafen. Heute sollte man den Bois de Boulogne nachts meiden, denn der Straßenstrich (Drogenstrich, Kinderstrich, Schwulenstrich) hat sich hierher verlagert!



Rosen I

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Tagsüber kann man wunderbar erholsam flanieren gehen. Vor allem der Parc de Bagatelle ist einen Besuch wert. Im 18. Jh. angelegt, ab 1905 u.a. um den Rosengarten erweitert, werden hier seit den 20-er Jahren des 20. Jh.s alljährlich Rosenschauen abgehalten. Die besten werden prämiert und bekommen einen Daueraufenthalt, so dass über 1.200 Rosensorten und insgesamt über 10.000 Rosen vor allen im Frühsommer einen betörenden Duft verströmen und eine wahre Farbenpracht entfalten. Metro: Porte Maillot, dann weiter mit dem Bus 244 bis zur Station Bagatelle-Pre Catelan. In der Saison von Mai bis einschließlich August gebührenpflichtig: 5,50 €, täglich von 9.30-20 h geöffnet.



Ja, wo laufen sie denn...?

Auch die Freunde von Pferderennen werden am Bois de Boulogne ihre helle Freude haben, gibt es doch zwei Rennbahnen. Das Hippodrom von Auteuil und das berühmtere Hippodrom von Longchamp, auf dem seit 1920 am ersten Oktobersonntag der "Prix de l'Arc de Triomphe" ausgetragen wird, eines der prestigeträchtigsten Galopprennen der Welt. Der Prix d'Amérique, die inoffizielle Weltmeisterschaft des Trabrennsports wird übrigens am letzten Januar-Sonntag auf der Rennbahn in Vincennes ausgetragen - auch seit 1920.



Vincennes

Vincennes

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Im Südosten von Paris war das bevorzugte Jagdgebiet der französischen Könige Ludwig VII. und Philippe-Augustes. Dessen Enkel Ludwig IX. ließ hier einen königlichen Herrschaftssitz errichten: das Château-du-Bois-de-Vincennes. 1328 starb hier der letzte Kapetinger-König Karl IV., sein Cousin wurde als Philipp VI. der erste König aus dem Hause Valois. Dieser begann mit dem Bau des 50 m hohen Donjons (Wehrturm), der in unsicheren Zeiten den Königen als Residenz diente. Im 17. Jh. wurden noch zwei neue Flügel angebaut und so wurde aus dem Schloss Vincennes die dritte Königssitz nach Versailles und Schloss Fontainebleau. Im 18. Jh. rückte der Hofstaat endgültig ab, Vincennes wurde zum Staatsgefängnis, in dem u.a. der Marquis de Sade wegen seiner pornographischen Bücher einsaß. 1739 gründete man in einem Teil des Schlosses eine Porzellanmanufaktur, die 17 Jahre später nach Sèvres umsiedelte und unter diesem Namen berühmt wurde. 1917 wurde die berühmte Spionin Mata Hari in Vincennes standrechtlich erschossen und ab 1940 war es von deutschen Truppen besetzt. Zu besichtigen ist Vincennes von 10-18 h, Eintritt 8 €, Metro: Vincennes. An jedem letzten Sonntag pro Monat gibt es um 11 h, 14 h und 15.30 h 'theatralische Führungen', allerdings nur auf französisch, wechselweise unter den Mottos "Es war einmal, Karl der Weise (V.)..." und "Es war einmal, die Gefangenen im Wehrturm...", kosten 11 €.



La Défense

La Défense

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1955 begannen die Planungen für dieses Hochhausviertel im Westen der Stadt. Auf 160 ha entstand Europas größte Bürostadt mit 3 Mio m² Bürofläche, in denen 1.600 Unternehmen ansässig sind, die 150.000 Angestellte beschäftigen. Man kann aber auch hier wohnen: ca. 20.000 Menschen tun dies, verteilt auf etwa 10.000 Appartements, zudem stehen 2.600 Hotelzimmer zur Verfügung. 1967 wurde das erste Hochhaus eröffnet, am 14.7.1989 das Wahrzeichen von La Défense eingeweiht: die Grande Arche. Eine moderne Variante des Arc de Triomphe in dessen westlicher Verlängerung der Champs-Elysées es steht. Fast würfelförmig misst die Grande Arche 107 m in der Breite, 111 m in der Höhe und ist 112 m tief. Auf 35 Stockwerken gibt es auch in dem 'Bogen' Büros und Konferenzräume. Insgesamt gibt es heute 36 Türme von 100 m Höhe oder mehr, der höchste ist der Tour First mit 225 m Höhe.



La Villette

La Villette

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Wo sich früher der 40.000 m² große Schlachthof mit 3.000 Angestellten befand, wurde ab 1980 die 'Cité des sciences et de l'industrie' als futuristisches Wissenschafts- und Technikmuseum aus Stahl und Glas gebaut. Anläßlich der Begegnung des Halleyschen Kometen mit der Raumfähre Giotto am 13. März 1986 weihte Präsident Mitterrand das Museum. Seit 1985 spiegelt sich die Fassade des eigentlichen Museums in der Geode, einer Riesenkugel. Herzstück der Wissenschaftstadt ist die Abteilung Exploria, mit Dauerausstellungen zu den Themen Mathematik, Optik und Licht, Wasser und Meer, Biologie und Biotechnik, Mineralogie und Vulkanologie, Astronomie, Transport und Automobil sowie Weltraumfahrt. Ein TGV, ein Flugsimulator des Airbus, ein Triebwerk einer Ariane-Rakete und vieles mehr ist hier zu sehen. Ein Muss für Technik-Freaks! Öffnungszeiten: Di-So 10-18 h, Eintritt: 18 €. Metro: Porte de la Villette oder Corentin Cariou.



Die Katakomben

An der Place Denfert-Rochereau im 14. Arrondissement kann man in die Pariser Unterwelt hinabsteigen. Seit gallorömischer Zeit wurden die Kalksteinlager unter den Pariser Hügeln ausgebeutet, ab 1785 hat man angefangen, in den stillgelegten Steinbrüchen Millionen Knochen und Schädel von den Pariser Friedhöfen zu stapeln. Nachdem ein Dekret die Beisetzung innerhalb der Pariser Stadtmauern untersagte, wurden vier innerstädtische Friedhöfe geschlossen, und die Gebeine von ungefähr 6 Mio Bestatteten in die unterirdische Gänge überführt. Knapp zwei Kilometer können besucht werden, der größte Teil bleibt den Besuchern aber verschlossen. Unter anderem auch deshalb, weil in einem Teil der Katakomben die Banque de France die Goldreserven Frankreichs lagert. Für 8 € Eintritt darf man die 130 Stufen hinabsteigen, wenn man zusätzlich 4,50 € investiert bekommt man auch eine Führung. Von Di-So 10-17 geöffnet, an Montagen und Feiertagen geschlossen. Nach 45 min bei 14°C darf man wieder 83 Stufen zum Tageslicht hinaufsteigen. Metrostation: Denfert-Rochereau. Ein etwas gruseliges Vergnügen. Für alle, die Paris aus wirklich jeder Perspektive kennenlernen wollen!


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Kommentare

  • ToniE

    Wenn es zu den Berichten einen Knopf "Hilfreich" gäbe, würde ich ihn jetzt dreimal drücken.So bleibt mir nur dieser Kommentar.

    Wobei mir nach dem Lesen schon eine vernünftige Druckfunktion für derartige Berichte fehlt. Dann hätte ich den Bericht ausgedruckt, mich in den ICE nach Paris gesetzt und in vollständig abgearbeitet. ;-)
    Grüße

  • edwingrub (RP)

    Grandios!
    Und vor allem: hilfreich.
    Schreit nach einer Fortsetzung mit den persönlichen Erlebnissen dort.

    Liebe Grüße,
    Edwin

  • Blula

    Liebe Heike!
    Das ist wahrscheinlich der beste Reisebericht, den ich jemals über Paris gelesen habe. Was heißt ... wahrscheinlich... es IST DER BESTE!!! Du hast mich hiermit, wenn ich das mal so formulieren darf, richtig heiß gemacht auf die Seine-Metropole, in die ich es bisher tatsächlich noch nicht geschafft habe mal zu reisen. Dein Bericht enthält alles, was man an Hintergrundwissen- und Informationen benötigt und was man so sicherlich auch nirgendwo sonst nachlesen könnte. Ich habe ihn sozusagen verschlungen!!
    Vielen, vielen Dank, auch für die schönen Fotografien, die Du beigefügt hast.
    LG Ursula

  • Zaubernuss

    Ja, ich werde den Text herauskopieren und mir alles noch einmal zu Gemüte führen. Nur schade, dass dabei die vielen wertvollen Fotos fehlen... Für meine nächste Parisreise werde ich mich ganz genüsslich vorbereiten. Danke für den sehr aufwändigen, informativen und toll recherchierten Bericht! Eine Liebeserklärung an Paris!
    LG: Ursula

  • claudili (RP)

    Liebe Heike,
    kann Blula nur zustimmen, einen besseren Bericht zu Paris findet man hier nicht. Ich verschlinge im Moment grade alles was es hier von Paris zu lesen gibt, da wir demnächst 3 Tage dort sein werden. Super Tipp auch mit den Karten für den Eiffelturm. Ach, und herzlichen Glückwunsch zum Bericht des Tages, der hat es wirklich verdient. Schöne Grüße Claudia

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