Reisebericht

Reisebericht: Paris - mon amour!

Reisebericht: Paris - mon amour!

I love Paris in the springtime
I love Paris in the fall
I love Paris in the winter when it drizzles
I love Paris in the summer when it sizzles
I love Paris every moment, Every moment of the year....
(Cole Porter)

Inhaltsverzeichnis
Seite 12 von 16

Centre Pompidou

 
 
 
 
 

(1 Stimme)

(Zum Bewerten bitte anmelden)

Auf Betreiben des französischen Präsidenten Georges Pompidou wurde im Herzen der Stadt das Kunst- und Kulturzentrum gebaut, das seinen Namen trägt. Die Architekten Piano und Rogers haben diesen futuristischen, transparenten und bis heute modern wirkenden Bau zwischen 1972-77 gebaut, die Pariser nennen ihn "die Fabrik". Auch innen ist alles sehr offen gehalten, die verschiedenen Tätigkeitsbereiche sind über unterschiedliche Ebenen gegliedert. Neben einer frei zugängen Bibliothek gibt es das Staatsmuseum für moderne Kunst in dem Werke von 1905 bis zu den 60-er Jahren ausgestellt sind. Von Dadaismus, Kubismus, Surrealismus über die Fauves bis hin zur Abstrakten Kunst ist alles vertreten - von Matisse, Picasso, Braque über Miró, Dalí, Magritte und Calder bis zu Mondrian, Warhol und Beuys. Öffnungszeiten: Mi-Mo 11-21 h, donnerstags bis 23 h, Eintritt: 13 € (inkl. Ausstellungen).



Strawinsky-Brunnen

 
 
 
 
 
(Zum Bewerten bitte anmelden)

Auf dem Platz vor dem Centre Pompidou trifft sich die Jugend der Welt, um Feuerschluckern, Hütchenspielern und anderen Gauklern zuzusehen. Der Platz neben dem Kulturzentrum wurde 1982/83 verschönert durch den Stravinsky-Brunnen, den der Schweizer Jean Tinguély und seine Lebensgefährtin Niki de Saint-Phalle schufen. 16 bewegliche und wasserspeiende Einzelplastiken drehen sich im Wasserbecken, schwarze Maschinen von Tinguély und bunte Nanas und Fabelwesen, die von Stravinskys Werken 'Le Sacre du printemps' und 'Der Feuervogel' inspiriert sind, von Niki de Saint-Phalle.



Bücher für Francois in der Bibliothèque National

Fast jeder Präsident hat sich seine musealen Denkmäler gesetzt, so auch Francois Mitterrand. Während seiner ersten Amtszeit stand das Projekt 'Grand Louvre' an, zu Beginn seines zweiten Septanats 1988 kündigte er den Bau einer neuen Nationalbibliothek an. Der junge Architekt Dominique Perrault gewann die Ausschreibung mit vier L-förmigen Türmen, die jeweils ein aufgeschlagenes Buch symbolisieren. Am 20. Dezember 1996 waren die 80 m hohen Türme fertig, ursprünglich sollten sie 100 m hoch werden, und die Bibliothèque National Francois Mitterrand konnte eingeweiht werden. 10 Mio Schriften sind hier untergebracht, je nach Inhalt verteilt auf den Turm der Zeit für Historisches, den Turm der Gesetze für Juristisches, den Turm der Zahlen für Naturwissenschaftliches und den Turm der Buchstaben für Literarisches. Man kann auch ohne Benutzerausweis die Bibliothek besichtigen, nämlich im Rahmen einer geführten Tour, die täglich von Di-So um 15 h startet, 3 € kostet und 90 Minuten dauert.



Masken für Jacques am Quai Branly

 
 
 
 
 
(Zum Bewerten bitte anmelden)

Präsident Jacques Chirac wollte der Nachwelt ebenfalls ein Museum hinterlassen. Da er sich sehr für Völkerkunde und fremde Kulturen interessiert, wurde am Quai Branly ein Museum für außereuropäische Kunst auf seine Initiative gebaut. Der Kunsthändler Jacques Kerchache versuchte der 'primitiven Kunst' 1990 einen Platz im Louvre zu verschaffen und lernte dadurch Chirac kennen, der nach seiner Wahl zum Staatschef 1995 ankündigte, dieser 'Art premier' ein eigenes Museum verschaffen zu wollen. Jean Nouvel plante den Bau und 2006 konnten die Kunstwerke der Öffentlichkeit präsentiert werden. 3.500 Exponate aus Afrika, Asien, Amerika und Ozeanien wurden sehr schön in Szene gesetzt und sind für Freunde exotischer Kulturen ein absolutes Muss. Geöffnet ist das Musée du Quai Branly von Di, Mi, So von 11-19 h, Do, Fr, Sa 11-21 h, montags geschlossen, Eintritt: 8,50 €.



 
 
 
 
 
(Zum Bewerten bitte anmelden)


Grand Palais, Petit Palais

 
 
 
 
 

(1 Stimme)

(Zum Bewerten bitte anmelden)

Zwischen Seine und Champs-Elysées wurden der Grand und der Petit Palais anläßlich der Weltausstellung 1900 erbaut. Das neobarocke Petit Palais ist das Städtische Museum der Schönen Künste, in dem vor allem Möbel und exquisite Keramiken ausgestellt werden, aber auch Malerei, Skulpturen und Büsten des 19. Jh.s, so z.B. Werke des Bildhauers Carpeaux. Courbet und dem Realismus ist ein Raum gewidmet, aber auch die Impressionisten sind vertreten. Geöffnet Di-So 10-18 h. Der Eintritt in die ständige Kollektion ist kostenlos, nur Sonderausstellungen kosten Eintritt.
Gegenüber entstand zum gleichen Anlass der Grand Palais, die Fassade in barockem Klassizismus, die Dachkonstruktion aus Eisen und Glas. Allein schon durch die Maße ist der Grand Palais weithin sichtbar: 240 m lang und 44 m hoch. Auf den 5.000 m² Ausstellungsfläche fanden schon Reitturniere, Zirkusgastspiele, Modeschauen, Konzerte und Landgerätemessen statt. Seit den 60-er Jahren wird er aber v.a. für Kunstausstellungen genutzt. Augenblicklich (Mai 2012) werden z.B. Fotografien von Helmut Newton gezeigt, sowie Ausstellungen zum Thema 'Das Haar' und "Tierische Schönheit". Öffnungszeiten: Mi-Mo 10-20 h, Do 10-22 h, Di geschlossen. Eintritt unterschiedlich je nach Ausstellung.



Palais de Tokyo

1937 wurde das Gebäude anläßlich der Weltausstellung im gleichen Jahr eingeweiht und während dieser Messe wurde hier französische Kunst des Mittelalters gezeigt. Nach dem Zweiten Weltkrieg nutzte man das Gebäude als Museum für Moderne Kunst, bis zur Eröffnung des Centre Pompidou. Seit 2002 ist es das Museum für Zeitgenössische Kunst mit verschiedenen Ausstellungen in den Bereichen Malerei, Skulptur, Fotografie, Videokunst, Design, Mode und Musik/Tanz. Auch die Öffnungszeiten sind dem jungen Publikum angepasst: von Mittag bis Mitternacht, Di geschlossen, 8 € Eintritt.



Hier kommt einem Paris arabisch vor

 
 
 
 
 

(1 Stimme)

(Zum Bewerten bitte anmelden)

Paris ist Multikulti. Dank der französischen Kolonialpolitik im 19. Jh. haben heute viele Pariser 'Migrationshintergrund', über 40% aller unter 18-jährigen haben mindestens ein Elternteil, der nicht in Frankreich geboren wurde. Die meisten davon haben ihre Wurzeln in Nordafrika, ca. 15 %. Von insgesamt etwa 12 Mio Einwohnern, die im Großraum Paris leben, davon 2 Mio in den 20 Arrondissements der Innenstadt, sind ca. 500.000 Muslime. Genaue Zahlen gibt es nicht, da in Frankreich Statistiken über Religionszugehörigkeiten per Gesetz untersagt sind. Sicher ist, es gibt 75 Moscheen in ganz Paris. Die schönste und älteste ist die Große Moschee im 5. Stadtbezirk, die 1926 gebaut wurde, nach dem Vorbild der Bou Inania-Moschee in Fes/Marokko. Im andalusischen Garten befindet sich auch ein sehr atmospärisches maurisches Café, das zum Verweilen einlädt. Ebenfalls nicht weit entfernt: das 'Institut du Monde Arabe'. Der französische Stararchitekt Jean Nouvel baute dieses gläserne Kulturinstitut an der Seine am Quai St-Bernard, das auf Initiative Frankreichs in Zusammenarbeit mit 20 arabischen Ländern entstand. Allein schon wegen der Architektur ein lohnender Abstecher für alle, die etwas mehr Zeit mitgebracht haben oder Paris-Wiederholungstäter sind. Die Moschee (ohne Gebetsraum!) kann man täglich außer freitags von 9-12 und von 14-18 h kostenlos besuchen (Metro: Monge), das Institut du Monde Arabe ist von Di-So zwischen 10-18 h geöffnet. Wenn man eine der dortigen Ausstellungen besuchen will, kostet dies 8 € Eintritt (Metro: Jussieu). Marhaba!




Machen Sie aufmerksam auf diesen Reisebericht!
Das könnte Sie ebenfalls interessieren
Verwandte Reiseberichte
Verlängertes Wochenende in Paris bei Sonne...  Frankreich: Paris | von MaoMao | Ø Bewertung: 4.9
Roadtrip durch Frankreichs Norden  Frankreich | von hasmix | Ø Bewertung: 3.9
Madagaskar 2008  Madagaskar: Toamasina | von reisekasse
Paris: Wir wandern von einem "Bois"...  Frankreich: Paris | von sfintu | Ø Bewertung: 5.0
Kommentare
  • ToniE 08.06.2012 | 16:39 Uhr

    Wenn es zu den Berichten einen Knopf "Hilfreich" gäbe, würde ich ihn jetzt dreimal drücken.So bleibt mir nur dieser Kommentar.

    Wobei mir nach dem Lesen schon eine vernünftige Druckfunktion für derartige Berichte fehlt. Dann hätte ich den Bericht ausgedruckt, mich in den ICE nach Paris gesetzt und in vollständig abgearbeitet. ;-)
    Grüße

  • edwingrub (RP) 08.06.2012 | 17:01 Uhr

    Grandios!
    Und vor allem: hilfreich.
    Schreit nach einer Fortsetzung mit den persönlichen Erlebnissen dort.

    Liebe Grüße,
    Edwin

  • Blula 09.06.2012 | 13:58 Uhr

    Liebe Heike!
    Das ist wahrscheinlich der beste Reisebericht, den ich jemals über Paris gelesen habe. Was heißt ... wahrscheinlich... es IST DER BESTE!!! Du hast mich hiermit, wenn ich das mal so formulieren darf, richtig heiß gemacht auf die Seine-Metropole, in die ich es bisher tatsächlich noch nicht geschafft habe mal zu reisen. Dein Bericht enthält alles, was man an Hintergrundwissen- und Informationen benötigt und was man so sicherlich auch nirgendwo sonst nachlesen könnte. Ich habe ihn sozusagen verschlungen!!
    Vielen, vielen Dank, auch für die schönen Fotografien, die Du beigefügt hast.
    LG Ursula

  • Zaubernuss 21.08.2012 | 10:14 Uhr

    Ja, ich werde den Text herauskopieren und mir alles noch einmal zu Gemüte führen. Nur schade, dass dabei die vielen wertvollen Fotos fehlen... Für meine nächste Parisreise werde ich mich ganz genüsslich vorbereiten. Danke für den sehr aufwändigen, informativen und toll recherchierten Bericht! Eine Liebeserklärung an Paris!
    LG: Ursula

  • claudili (RP) 21.08.2012 | 19:27 Uhr

    Liebe Heike,
    kann Blula nur zustimmen, einen besseren Bericht zu Paris findet man hier nicht. Ich verschlinge im Moment grade alles was es hier von Paris zu lesen gibt, da wir demnächst 3 Tage dort sein werden. Super Tipp auch mit den Karten für den Eiffelturm. Ach, und herzlichen Glückwunsch zum Bericht des Tages, der hat es wirklich verdient. Schöne Grüße Claudia

Bitte melden Sie sich an, um einen Kommentar abzugeben.

Paris - mon amour! 4.83 12