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Reisebericht: Abenteuer Kamerun
Im Juli 2011 machten wir eine 4-wöchige Rundreise durch Kamerun. Wir waren mit einem Fahrer und einem Guide unterwegs.
Auch Autowracks flankierten immer wieder die Straße. Links und rechts sind die Dörfer der Shoa Araber. Es dauerte noch einige Stunden bis wir das Campement im Waza Nationalpark erreichten. Schilder am Straßenrand wiesen schon auf den Nationalpark hin, wir entdeckten auch einige Affen. Die Lodge liegt idyllisch am Hang eines Berges mit einem wunderschönen Blick über eine Ebene. Die Gäste sind in Rundhütten untergebracht und darüber thront das Restaurant der Lodge. Wir genossen bis zum Einbruch der Dunkelheit bei einem Bier den Blick über die Ebene. Aber es sind nur Rinderherden und einige Vögel zu sehen. Außer uns übernachtete in der Lodge eine Großfamilie aus dem Tschad, die für Stimmung sorgte. Zwei französische Touristinnen saßen abends auch im Restaurant. Um 19.30 Uhr gab es Abendessen, Huhn, Gemüsesalat, Pommes und als Dessert Ananas. Wir zogen uns bald zu unserem Bungalow zurück, es war ein herrlicher Sternenhimmel und ich fotografierte noch.
27.Juli
In der Nacht krachte es plötzlich und wir waren mit unserem Bett zusammengebrochen. Da entschlossen wir uns aufzustehen, wollten duschen und zur Toilette, aber es gab kein Wasser. Nun mussten wir noch ein paar Stunden bis zum Frühstück warten, um 7.00 Uhr war auch wieder Wasser da. Wir versuchten dem Personal das kaputte Bett zu erklären und dass wir den Bungalow wechseln wollten.
Nach dem Frühstück gingen wir auf Pirschfahrt, doch Sambo hatte uns schon darauf vorbereitet, dass zu dieser Jahreszeit die Ausbeute nicht sehr groß sein würde. Außer verschiedenen Vögeln, darunter auch rote und blaue Roller, sahen wir noch Giraffen und eine Topiantilope. Dann brachte man uns zurück in die Lodge.
Wir verbrachten die Zeit auf der Terrasse im Schatten bei Grapefriutlimonade. Hier lässt sich´s aushalten! Wir setzten uns durch und drangen darauf, am Nachmittag noch einmal eine Pirschfahrt zu unternehmen, wie im Reiseprogramm stand. Auch auf dieser Tour sahen wir nur wenige Tiere. Ein paar Warzenschweine und wieder Vögel, einen kleinen Kalao und vor allem Hornenten. Dann zog sich der Himmel zu und es wurde immer dunkler. Als die ersten Tropfen fielen, brachen wir ab und fuhren zurück zur Lodge. Dort sahen wir noch eine Manguste auf der Flucht. Wir mussten zugeben, dass Sambo recht gehabt hatte und wir schon am Nachmittag den Rückweg nach Süden hätten antreten können. So verbrachten wir noch einen Abend in der Lodge, es gab wieder keinen Strom. Es wurde etwas langweilig, denn das Restaurant war zu uns auch sonst war nichts los. In der Lodge sind viele Uniformierte, denn eine Persönlichkeit aus Yaounde ist angereist.
Von Waza zurück in die Berge
28.Juli
Um 5.30 Uhr wurden wir geweckt und fuhren schon um 6.00 Uhr ohne Frühstück los. Eine lange anstrengende Fahrt lag vor uns. Es regnete und zum Abschied vom Nationalpark sahen wir noch einige Warzenschweine, eine Thomsongazelle und Kronenkraniche. Die Anwohner der Dörfer entlang der Straße versuchten die Löcher in der Straße mit Sand zu füllen, was natürlich nicht lange half. Von Mora bogen wir auf eine rauhe Piste in die Berge ab. Zuvor hielten wir in einem der Dörfer und schauten uns „Zwiebelhäuser“ an. In dieser Gegend werden Zwiebeln angebaut und gehandelt. Man lagert nach der Ernte die Zwiebeln in kleinen runden Hütten. Einmal wöchentlich werden sie dann sortiert und in Säcken verkauft.
Es regnete immer noch und die Straße war sehr aufgeweicht und schwer zu fahren. Nach dem Ort Koza ging es bergauf auf den Pass. Hier sahen wir wieder Kinder mit ihren selbstgebauten Fahrzeugen.
Oben angekommen genossen wir den Ausblick über die Landschaft, ausnahmsweise mal ohne Regen. Sambo berichtet uns darüber, dass das Klima hier in den Bergen in der Winterzeit sehr ungesund ist und viele Leute unter Erkältungskrankheiten leiden, andererseits bringt der Wind Sand aus der Sahara, der die Felder düngt.
Nachdem wir den Pass hinter uns gelassen hatten, erreichten wir wieder Mokolo. Nach einem kleinen Imbiss am Straßenrand setzten wir unseren Weg entlang der Grenze zu Nigeria nach Tourou fort. Inzwischen hingen die Wolken wieder tief. Am linken Straßenrand steht eine nigerianische Kirche, rechts die Häuser der Hide aus Kamerun. In Tourou war Markt und wir konnten die Frauen mit ihren typischen Kopfbedeckungen bewundern. Denn nur hier in diesem Ort tragen verheiratete oder versprochene Frauen halbe Kalebassen als Kopfbedeckung. Verwitwete Frauen zerbrechen ihre Kalebasse und nähen sie wieder zusammen.
Auf dem Markt sahen wir viele Händler mit interessanten Waren, kosteten frittiertes Erbsenpüree. Mich beeindruckte ein Medizinmann, der von vielen Menschen umringt war. Er hatte Bilder aus einem medizinischen Buch vor sich zu liegen und viele Bündel mit Kräutern.
Die Leute kamen, um Rat und Heilung von ihm zu bekommen.
Wieder zog sich der Himmel zu und es begann zu regnen. Wir flüchteten ins Auto und verließen den Ort in Richtung Mokolo. Dort hatten wir noch einmal eine Einladung zum Essen bei Sambo zu Hause. Wieder stand ein Empfangskomitee von vielen Kindern vor dem Haus und begrüßte uns. Das Couscous mit Malvenblättern und gemahlenen Erdnüssen schmeckte uns auch diesmal hervorragend. Eigentlich wird mit den Händen gegessen, aber uns gab man Gabeln.
Von Mokolo aus fuhren wir zurück nach Maroua. Dort besuchten wir noch mal den Handwerkermarkt und kauften Souvenirs. Sambo verhandelt hart und wir bekamen gute Preise. Am Abend machte Sambo den Vorschlag außer der nächsten noch eine weitere Nacht in Maroua zu verbringen, anstatt am Lagdo Stausee im Hotel ohne Wasser zu bleiben.
Den Abend verbrachten wir auf der Terrasse unseres Hotels unter einem schönen Sternenhimmel. Wir bestellten Gemüsesuppe und eine Flasche Zuluwein. Als Hauptgericht kam eine kamerunische Spezialität, Ndole´ aux Crevettes und wir mußten erfahren, dass uns dieses Essen überhaupt nicht schmeckte. Im Zimmer probieren wir unser mitgebrachtes Moskitonetz aus, stellten aber fest, dass es nur für ein Bett gedacht ist und zu klein für´s Doppelbett ist.
29.Juli
Unser Tagesprogramm begann erst um 9.00 Uhr. Wir gönnten uns diesmal das „große Frühstück“ mit Omelett im Garten des Hotels Porte Mayo. Dann stand unser Auto bereit und wir wurden ins Gerberviertel gebracht. Das Gerberviertel liegt am Stadtrand und wir mussten einen Fluß durchfahren, in dem viele Kinder badeten, die Frauen Wäsche und die Männer ihre Motorräder wuschen. In der Nacht hatte es wieder kräftig geregnet und der Fluß führte viel Wasser. Wir durchquerten die Furt und am anderen Ufer wartete schon ein junger Mann auf uns, um uns die Arbeit der Gerber zu zeigen.
Ich atmete ganz flach, denn der Geruch im Gerberviertel war nicht sehr angenehm. Der Junge führte uns zu verschiedenen Becken, in denen die Häute in einer ätzenden Lauge lagen, um das Fell und Fleischreste zu lösen. Etwas weiter hinten im Schatten saßen mehrere Männer, die das Fell von den Häuten schabten. In einem Schuppen hingen dann die Häute zum Trocknen und zur weiteren Verarbeitung. Die Sonne schien und es wurde immer heißer, auch der Gestank nahm zu. Dann verließen wir zum Glück die Gerber und fuhren zum anderen Ende der Stadt, wo die Schmiede leben.
Es ist unglaublich, was man in diesem Stadtteil sieht. Es türmen sich Berge von Schrott auf und es brennen Schmiedefeuer aus Holzkohle. Was hier aus Schrott alles gemacht wird! Überall stapelt sich der Schrott aus alten Autos, Kühlschränken, Schubkarren und Motorrädern. Schon die Kleinsten bekommen einen Hammer in die Hand gedrückt und sitzen auf dem Boden und hämmern auf Blechteilen herum.
Hier werden die Dolche hergestellt, die wir gestern auf dem Handwerkermarkt gekauft haben. Aus den Blechen von Autos werden Dinge des täglichen Bedarfs hergestellt. Zum Beispiel Futterbehälter für Hühner und Gießkannen. Kinder trennten Kupferdraht aus Spulen heraus.
Wir wurden zurück ins Hotel gebracht. Später wartete noch ein Highlight auf uns. Um 12.00 Uhr wurden wir zu einer Moschee-Eröffnung abgeholt. Als wir in den Hof der Moschee kamen, hatten sich schon viele Gläubige dort versammelt. Der Innenraum der Moschee wurde für hohe Würdenträger freigehalten. Im Hof saßen schon viele Menschen auf dem Boden, natürlich Männer und Frauen getrennt. Auch wir setzten uns in den Sand, ich blieb bei meinen Begleitern. Damit begann es aber, mir irgendwie unangenehm zu werden. Es wurde immer voller. Securityleute wiesen die Frauen an, weiter zurück zuweichen und um uns herum wurde es immer voller. Neben mir knieten Männer mit ihren Gebetsteppichen und ich fühlte mich fehl am Platze. Also standen wir noch mal auf und gingen eine Runde um die Moschee herum. Wir als Weiße und besonders ich als Frau, wir zogen alle Blicke auf uns. Das ist mir noch in keinem afrikanischen Land so aufgefallen, wie in Kamerun, noch dazu an solchem heiligen Ort. Wir setzten uns wieder. Zwischen Sambo und mir war eine Lücke, weil ich ganz dicht an Torsten herangerückt bin. Im Nu legten zwei Männer ihre Gebetsteppiche dazwischen und begannen zu beten. Ich glaube, dass es Sambo auch nicht angenehm war. Jedenfalls verließen wir den Platz und ich stolperte und stieg über die Schuhe zwischen den Reihen durch. Nun war es soweit, die „hohen Tiere“ erschienen auf der Bildfläche. Schnell machte ich ein paar scheue Fotoversuche, Torsten hatte Erlaubnis zu filmen. Ein Notabel erscheint, dem fallen wir natürlich auch sofort auf. Er macht uns klar, dass wir für ein Foto von ihm 1000 CFA zahlen müssen. Wir wussten nicht, ob das ernst gemeint war, dass so ein Mann das nötig hätte. Torsten bezahlte und Sambo machte ein Foto von uns und dem Notabel.
Wieder wechselten wir unseren Standort, ein paar Jungs ließen mich weiter nach vorn, sicher in der Hoffnung, ein Trinkgeld abzustauben. Da erschienen die hohen Herrschaften, ein bißchen wie aus 1000 und einer Nacht mit Turbanen und goldglänzenden Gewändern. Sambo wieß auf einen der Ehrengäste hin, ein Oberhaupt aus Mokolo. Danach zogen wir uns auf die Straße zurück und gaben Sambo die Gelegenheit zum Gebet zu bleiben. Draußen auf der Straße war alles zugeparkt und als die Zeremonie zu Ende war, mussten wir lange warten, bis die Straße wieder frei war und wir mit dem Auto durchkamen.
Nachdem wir wieder im Hotel abgesetzt worden waren, machten wir noch einen Spaziergang durch die Stadt. Ich verschenkte ein paar Kleidungsstücke und wir kauften uns Erdnüsse. Danach setzten wir uns beim Bier in den Hotelgarten. Am Abend gab es Zwiebelsuppe, Kapfisch und Folere´. Bald begann ein Wetterleuchten, was sich zu einem kräftigen Gewitter auswuchs. Auf dem Nachbargrundstück wurde zuerst fröhlich gefeiert, dann die halbe Nacht lautstark gestritten und wir schliefen sehr schlecht.
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Wow, was für ein Bericht.
Viele Infos und schöne Fotos aus einem Land was wenig bereist wird.
LG Rolf -
Was für eine Reise! Da bin ich gern mitgefahren. Man weiß eigentlich kaum etwas über dieses Land, um so interessanter ist der Bericht. Schön ,dass es auch eine ganze Reihe Fotos gibt, die diese Reise noch lebendiger gestalten.
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Hallo, ich bin schon viel um den Globus gereist, aber dieser Kamerunbericht hat mich elektrisiert. Ich bin total begeistert. Aus diesem Bericht geht hervor, dass man Kamerun
tatsächlich auf eigene Faust machen kann. Hervorragend.
Könntet Ihr mir die Kontakt-Adresse (Büro in Duala (Nestor und Sambo) verraten.
Bis jetzt waren meine Bemühungen im Internet diesbez .fündig zu werden, erfolglos geblieben. Das wäre mir eine große Hilfe. Vielen Dank !
Ich wünsche noch viele schöne und spannende Reisen und bin gespannt auf
weitere interessante Berichte.
Könnte man evtl. auch erfahren, was dieses Abenteuer (ohne Flug) gekostet hat?
Als Anhaltspunkt. -
Hallo, ich bin schon viel um den Globus gereist, aber dieser Kamerunbericht hat mich elektrisiert. Ich bin total begeistert. Aus diesem Bericht geht hervor, dass man Kamerun
tatsächlich auf eigene Faust machen kann. Hervorragend.
Könntet Ihr mir die Kontakt-Adresse (Büro in Duala (Nestor und Sambo) verraten.
Bis jetzt waren meine Bemühungen im Internet diesbez .fündig zu werden, erfolglos geblieben. Das wäre mir eine große Hilfe. Vielen Dank !
Ich wünsche noch viele schöne und spannende Reisen und bin gespannt auf
weitere interessante Berichte.
Könnte man evtl. auch erfahren, was dieses Abenteuer (ohne Flug) gekostet hat?
Als Anhaltspunkt. -
Hallo, ich bin schon viel um den Globus gereist, aber dieser Kamerunbericht hat mich elektrisiert. Ich bin total begeistert. Aus diesem Bericht geht hervor, dass man Kamerun
tatsächlich auf eigene Faust machen kann. Hervorragend.
Könntet Ihr mir die Kontakt-Adresse (Büro in Duala (Nestor und Sambo) verraten.
Bis jetzt waren meine Bemühungen im Internet diesbez .fündig zu werden, erfolglos geblieben. Das wäre mir eine große Hilfe. Vielen Dank !
Ich wünsche noch viele schöne und spannende Reisen und bin gespannt auf
weitere interessante Berichte.
Könnte man evtl. auch erfahren, was dieses Abenteuer (ohne Flug) gekostet hat?
Als Anhaltspunkt. -
sehr interessanter Bericht, mit tollen Fotos! macht Lust, selbst einmal dorthin zu fahren.
Viele Grüße
Ute -
Interessanter & schöner Bericht. Ich selbst war 1983! im Kamerun, Douala war damals eine wunderschöne Metropole und galt fast als das "Paris Westafrikas". Davon soll Douala mtlw. Welten entfernt sein. Ansonsten scheint die Zeit ja tatsächlich stehen geblieben zu sein...:-)
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