Drei Wochen Kuba in "Casas Particulares"

Reisebericht

Drei Wochen Kuba in "Casas Particulares"

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14.03.2011

Wanderung auf einem alten Taino-Pfad

Nach ausgiebigem Frühstück in unserem Casa Particular machten wir uns auf den Weg, die Umgebung zu erkunden. Zunächst gingen wir an den Stadtstrand von Baracoa hinter dem Baseballstadion. Er war menschenleer. Die Kinder waren in der Schule und die Erwachsenen arbeiten.
Später gingen wir weiter den Strand entlang, überquerten auf einer klapprigen Holzbrücke den Fluß Boca de Miel, und gelangten dann in ein kleines Dorf, umgeben von Mangroven. Dort beginnt der Nationalpark. Wir mußten ein paar CUC Entritt in den Nationalpark bezahlen und kamen bald danach an eine schöne, abgelegene Bucht mit herrlichem Strand. Auch hier verbrachten wir einige Zeit.
Gegen Nachmittag setzten wir unseren Weg durch den Nationalpark fort. Wir passierten mehrere Fincas (Farmen). An der letzten sprach uns der Besitzer an, ob wir Interesse an einer Führung durch den Nationalpark hätten. In wenigen Metern wäre der Weg abgesperrt, und dann kämen wir sowieso nicht mehr weiter. Wir willigten ein. Senor Fuentes besaß eine riesige Finca, und tatsächlich kamen wir nach ein paar hundert Metern an einen Zaun mit einem Tor. Dort gegann das Reich von Senor Fuentes. Wir passierten das Tor, überquerten seine Finca und bogen dann auf einen Pfad am Berghang ab. Dort passierten wir mehrere Höhlen mit Tropfsteinen und herrlichem Ausblick auf die Küste. Senor Fuentes erklärte uns, dass die Höhlen von den Taino (Ureinwohner Kubas) als Wohnungen genutzt wurden. Der Pfad, auf dem wir uns befanden, wurde von ihnen angelegt. Wir gelangten von den Höhlen durch üppigen Dschungel zu einer weiteren Höhle mit einer Grotte. Dort war ein Süßwasserbecken und ein unterirdischer Gang in die Tiefe. Senor Fuentes bot uns an, den unterirdischen Gang zu erkunden. Das erschien uns dann aber doch als zu anstrengend, weil wir an diesem Tag schon recht viel gelaufen waren. Wir beschlossen umzukehren.
Auf dem Rückweg durch das kleine Dorf am Boca de Miel besuchten wir einen Bauern, auf den wir schon auf dem Hinweg hingewiesen wurden. Er stellte das köstliche Cucuruchu (siehe Santiago - Baracoa) nach einem jahrhundertealten Rezapt her, welches von Generation zu Generation weitergegeben wurde. Wir konnten den Herstellungsprozeß genau verfolgen. Außerdem tranken wir köstliche selbstgemachte Schokolade. Es dauerte eine halbe Stunde, bis der Schokoladentrank fertig war. Er war richtig dickflüssig.
Rechtzeitig zum Abendessen trafen wir wieder bei unseren Gastgebern ein.



Brücke über den Boca de Miel


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Kommentare

  • doubleegg

    Kuba ausführlich und hautnah. Ein umfassender Bericht der nichts wegläßt und nichts beschönigt. Den harten Alltag auf der Insel erfahren selbst privilegierte (Individual) Touristen und es liegt viel an der Mentalität des Reisenden, wie er damit umgeht. Nicht nur mit schwierigen Transportbedingungen oder Lebensmittelknappheit, mehr noch ist es die traurige Einsicht, dass hier ein Volk für dumm verkauft und um sein Leben betrogen wird. Ich drücke den Kubanern die Daumen für eine freie und gerechtere Zukunft - sie haben es verdient.

  • rojo1.

    Hallo, Wie hiess denn die casa in Havana, und hast Du sonst noch Empfehlungen zu den casas? Danke!

  • frieden_schenker

    Hallo Rojo1,

    das Casa Particular in Havanna, wo wir übernachtet haben, heißt Dos Leones Nelson, Anschrift: Nelson Sarduy, Calle Merced No. 14 und befindet sich zwischen Oficio und San Ignacio in Haban Vieja (Altstadt). Tel.: 0053-07-8603987, e-mail: nelsonsarduy@yahoo.es

    Ich habe noch eine Empfehlung in Playa Larga (das ist an der Schweinbucht an der Karibikküste, guter Ausgangspunkt für Exkursionen in den Urwald (Krokodile, Geier, Schildkröten, Kolibris, Tocororo etc.) und nur wenige Minuten von einem herrlichen Strand entfernt (das Titelbild von meinem Reisebericht zeigt diesen Strand). Dayami, die Gastgeberin, ist studierte Biologin und hat beste Beziehungen zu allem, was mit dem angrenzenden Nationalpark zu tun hat.
    Ausgezeichnete Schnorchelplätze und eine Krokodilfarm sind auch in der Nähe.

    Anschrift: Sra. Dayami Rodriguez y Sr. Eddy Sanchez, Barrio Caleton, Playa Larga, Matanzas, Cuba, Code postal: 43 000, Tel.: 0145-987145, e-mail: dayamichato@yahoo.es.

    Liebe Grüße

    Eckart

  • NinaVesela

    Hallo Eckart, tolles Bericht! Mein Mann und ich wollen wir nächstes Jahr eine Reise nach Kuba machen. Deine Tipps sind sehr hilfsreich. Könntest du mir sagen, was für Geldsumme man einplanen soll. Habt ihr Bargeld immer dabei gehabt? Danke im Voraus. Grüße

  • frieden_schenker

    Hallo NinaVesela,

    das hängt davon ab, wie lange Ihr in Kuba bleiben wollt. Wir hatten zu zweit für 3 Wochen ca. 3000 Euro (einschließlich Flug mit Air France und einschließlich Übernachtungen in Casa Particulares) gebraucht.
    Bargeld solltet Ihr immer dabei haben, und zwar 90% in CUC (Pesos Convertibles) und etwa 10% (so ca. 200 Euro) in kubanischen Pesos (moneda nactional). Kreditkarten funktionieren nur in großen teuren Hotels und Reiseschecks gar nicht, also alles in bar mitnehmen.
    Alle Züge, Fähren und Fernbusse (Viazul) müssen in CUC bezahlt werden, genauso wie die Unterkunft und die meisten Taxis (mit Taxifahrern kann man handeln und ggf. den umgerechneten Betrag, den man sonst in CUC bezahlt hätte, auch in kubanischen Pesos bezahlen). In allen größeren Restaurants und Bars muss man in CUC bezahlen, aber viele Paladares nehmen auch kub. Pesos.
    Die neuen Devisengeschäfte nehmen ausschließlich CUC, aber beim Bäcker, auf dem Agropecuario (Obst- / Gemüsemarkt), im normalen Cafe und an Guarapo-Stand (Zuckerrohrsaft) kann mit kub. Pesos bezahlt werden. Im Zweifelsfall immer vorher fragen, ob kub. Pesos akzeptiert werden (?Accepta moneda nacional?).
    Ohne Spanischkenntnisse macht eine Individualreise (ohne organisierte Reisegruppe) in Kuba wenig Sinn, weil die wenigsten Leute Englisch können (selbst in den Casas Particulares nicht). Fahrkartenkauf für Bahn oder Bus z.B. geht ohne Spanisch gar nicht. Außerhalb von Havanna spricht so gut wie kein Mensch Englisch. Je besser die Spanischkenntnisse, umso weniger wird man beschissen.
    Vorsicht vor Schleppern, vor allem in Havanna: Als Tourist wird man von vielen Leuten als wandelnde Brieftasche angesehen, und mit vielen Tricks versuchen einige "Spezialisten" einem möglichst viele Devisen abzuknöpfen. Z.B. gibt es die Masche mit dem Salsa-Festival: Jemand quatscht einen auf Englisch an und behauptet, in Havanna ist gerade ein Salsa-Festival und er könne einem eine gute Bar zeigen, wo gerade der Bär steppt. Am Ende landet man in einer elenden Spelunke mit total überteuerten Drinks, und der Schlepper läßt sich dann auch noch Drinks spendieren und bettelt einen am Ende noch um ein paar CUC an, um angeblich Milch für die Kinder kaufen zu können.
    Oder man wird angesprochen mit der Geschichte, dass das Kind schwerkrank wäre und man dringend Medizin braucht, und ob man nicht ein paar CUC übrig hätte.
    Kubanische Großstädte sich die sichersten der Welt, aber man sollte sich vor Schleppern, Diebstahl und Bettelei in Acht nehmen.
    Geschenke in Form von Kugelschreibern oder Seife oder Kosmetika für die Frauen sind o.k. und werden dankbar genommen.
    Aber die Dinge ändern sich schnell in Kuba (neues Reisegesetz, weitere Liberalisierung von Handwerk und Dienstleistungen), so dass mein Wissensstand vielleicht schon wieder veraltet ist (Stand: 2011).

    Lg. Eckart

  • Steffania

    Danke für den interessanten Bericht mit vielen Hintergrundinfos. Kuba steht bei mir 2015 auf dem Plan und ich bin sehr gespannt, was mich erwarten wird.
    LG Steffi

  • frieden_schenker

    Hallo Steffi,

    dann wünsche ich Dir für 2015 eine schöne Reise nach Kuba. Sicher wird inzwischen sehr vieles anders sein als zu der Zeit, als wir in Kuba waren.
    Inzwischen gibt es ein neues Reisegesetz, welches den Kubanern erlaubt, frei zu reisen (wenn sie es sich denn leisten können) und in der Wirtschaft wurde sehr Vieles liberalisiert.

    Lg. Eckart

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  • diegoraiz

    Ich rate allen, die private Haushalte in Kuba in der Website zu buchen http://www.bedandbreakfastcuba.org .

  • Blula

    Hallo Eckard!
    Ich konnte hier mal einen Kubabericht von einem wahren Insider dieser Insel lesen. Danke, ich habe nun durch Dich so viel erfahren, wie bisher noch nirgendwo.
    LG Ursula

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