Drei Wochen Kuba in "Casas Particulares"

Reisebericht

Drei Wochen Kuba in "Casas Particulares"

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20.03.2011

Von Santiago nach Baracoa

CaWir standen früh am Morgen auf und wurden schon von unserem Taxi zum Busbahnhof erwartet. Es ging nach Baracoa, wo wir eine Woche bleiben wollten.

Für Fernreisen innerhalb Kubas gibt es für ausländische Reisende die Busgesellschaft Viazul. Die Preise sind recht teuer. Wenn man mit 4 Leuten unterwegs ist, kommt es günstiger, sich ein Taxi zu teilen.
Die Busse sind modern (aus China), bequem und zuverlässig. Allerdings trifft man in den Viazul-Bussen auch nur ausländische Reisende. Auch hier mußten wir vor der Abfahrt wieder unsere Fahrkarten und Reservierungen bestätigen lassen.
Für Viazul-Reisen kann man die Fahrkarten von zu Hause über das Internet kaufen (www.viazul.com - Kreditkarte (keine American Express!!!) erforderlich).

Die Fahrt nach Baracoa dauerte etwas länger als 4 Stunden. Wir passierten Guantanamo-Stadt (nicht zu verwechseln mit dem berüchtigten US-amerikanischen Gefangenenlager Guantanamo Bay), schöne Küstenabschnitte und die legendäre Gebirgsstraße La Farola.
La Farola ließ Fidel Castro als Dank an die Loyalität der Bewohner Baracoas 1964 bauen. Bis dahin war Baracoa weitgehend vom Rest Kubas abgeschnitten.

Die Straße passiert beeindruckende Gebirgsteile und tropischen Nebelwald.

Baracoa ist die älteste Stadt Kubas und für viele die schönste. Schon Christoph Columbus war beeindruckt von der Schönheit der Küste in der Region um Baracoa. Er ging zuerst ein ganzes Stück weiter nördlich von Baracoa an Land und fuhr dann an der Küste entlang in Richtung Süden bis in die Bucht von Baracoa (Bahia de Baracoa). Die Stadt selbst wurde erst später, im Jahre 1512 von einem seiner Nachfolger gegründet. Aber eines der zahlreichen Kreuze, die Kolumbus an der kubanischen Küste aufstellen ließ, soll sich in Baracoa befinden.

In Baracoa sind noch einige Elemente der Taino-Kultur lebendig. Diese Ureinwohner Kubas sind durch die Unterdrückung seitens der Spanier und eingeschleppte Krankheiten nahezu ausgerottet. Nur in einigen wenigen entlegenen Bergdörfern soll es nach reinrassige Taino geben.
Aber während der Kolonialisierung Kubas haben viele Spanier Taino-Frauen geheiratet. Deren Nachkommen stellen auch heute noch einen großen Teil der Bevölkerung Baracoas und habe viel Elemente der Taino-Kultur erhalten.
Auch die Küche Baracoas ist von der Taino-Kultur beeinflußt. Legendär sind die Süßigkeiten aus Baracoa: u.a. die köstlichen Cucuruchu, ein Mischung aus Kokos, Mango, Honig, Banane und vielem mehr, eingepackt in getrockneten Kokosblättern.

Die Schokolade aus Baracoa ist berühmt. Hier steht die einzige Schokoladenfabrik (für die Rohmasse) Kubas.
Unsere Gastgeberin erwartete uns am Busbahnhof mit einem großen Schild unserer Namen. Wir fuhren zusammen mit ihr mit dem Fahrrad-Taxi zu unserem Casa Particular.

Baracoa feiert dieses Jahr sein 500-jähriges Jubiläum. Deshalb gab es fast jeden Tag irgendwelche Feierlichkeiten, meistens verbunden mit lauter Salsa-Musik die ganze Nacht durch.
Die Innenstadt besteht zum größten Teil aus alten Kolonialbauten. Privatautos sieht man selten in Baracoa. Der Verkehr wird überwiegend mit Fahrrädern, Fahrradrikschas, Pferde- und Ochsengespannen, und Camiones (Lastwagenbussen) abgewickelt.

Der Strand ist ca. 20 Minuten vom Zentrum entfernt, hinter dem Baseballstadion, im Osten. Dort geht es aber recht ruhig zu, man hat den Strand den größten Teil des Tages für sich alleine.



Innenstadt von Guantanamo




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Kommentare

  • doubleegg

    Kuba ausführlich und hautnah. Ein umfassender Bericht der nichts wegläßt und nichts beschönigt. Den harten Alltag auf der Insel erfahren selbst privilegierte (Individual) Touristen und es liegt viel an der Mentalität des Reisenden, wie er damit umgeht. Nicht nur mit schwierigen Transportbedingungen oder Lebensmittelknappheit, mehr noch ist es die traurige Einsicht, dass hier ein Volk für dumm verkauft und um sein Leben betrogen wird. Ich drücke den Kubanern die Daumen für eine freie und gerechtere Zukunft - sie haben es verdient.

  • rojo1.

    Hallo, Wie hiess denn die casa in Havana, und hast Du sonst noch Empfehlungen zu den casas? Danke!

  • frieden_schenker

    Hallo Rojo1,

    das Casa Particular in Havanna, wo wir übernachtet haben, heißt Dos Leones Nelson, Anschrift: Nelson Sarduy, Calle Merced No. 14 und befindet sich zwischen Oficio und San Ignacio in Haban Vieja (Altstadt). Tel.: 0053-07-8603987, e-mail: nelsonsarduy@yahoo.es

    Ich habe noch eine Empfehlung in Playa Larga (das ist an der Schweinbucht an der Karibikküste, guter Ausgangspunkt für Exkursionen in den Urwald (Krokodile, Geier, Schildkröten, Kolibris, Tocororo etc.) und nur wenige Minuten von einem herrlichen Strand entfernt (das Titelbild von meinem Reisebericht zeigt diesen Strand). Dayami, die Gastgeberin, ist studierte Biologin und hat beste Beziehungen zu allem, was mit dem angrenzenden Nationalpark zu tun hat.
    Ausgezeichnete Schnorchelplätze und eine Krokodilfarm sind auch in der Nähe.

    Anschrift: Sra. Dayami Rodriguez y Sr. Eddy Sanchez, Barrio Caleton, Playa Larga, Matanzas, Cuba, Code postal: 43 000, Tel.: 0145-987145, e-mail: dayamichato@yahoo.es.

    Liebe Grüße

    Eckart

  • NinaVesela

    Hallo Eckart, tolles Bericht! Mein Mann und ich wollen wir nächstes Jahr eine Reise nach Kuba machen. Deine Tipps sind sehr hilfsreich. Könntest du mir sagen, was für Geldsumme man einplanen soll. Habt ihr Bargeld immer dabei gehabt? Danke im Voraus. Grüße

  • frieden_schenker

    Hallo NinaVesela,

    das hängt davon ab, wie lange Ihr in Kuba bleiben wollt. Wir hatten zu zweit für 3 Wochen ca. 3000 Euro (einschließlich Flug mit Air France und einschließlich Übernachtungen in Casa Particulares) gebraucht.
    Bargeld solltet Ihr immer dabei haben, und zwar 90% in CUC (Pesos Convertibles) und etwa 10% (so ca. 200 Euro) in kubanischen Pesos (moneda nactional). Kreditkarten funktionieren nur in großen teuren Hotels und Reiseschecks gar nicht, also alles in bar mitnehmen.
    Alle Züge, Fähren und Fernbusse (Viazul) müssen in CUC bezahlt werden, genauso wie die Unterkunft und die meisten Taxis (mit Taxifahrern kann man handeln und ggf. den umgerechneten Betrag, den man sonst in CUC bezahlt hätte, auch in kubanischen Pesos bezahlen). In allen größeren Restaurants und Bars muss man in CUC bezahlen, aber viele Paladares nehmen auch kub. Pesos.
    Die neuen Devisengeschäfte nehmen ausschließlich CUC, aber beim Bäcker, auf dem Agropecuario (Obst- / Gemüsemarkt), im normalen Cafe und an Guarapo-Stand (Zuckerrohrsaft) kann mit kub. Pesos bezahlt werden. Im Zweifelsfall immer vorher fragen, ob kub. Pesos akzeptiert werden (?Accepta moneda nacional?).
    Ohne Spanischkenntnisse macht eine Individualreise (ohne organisierte Reisegruppe) in Kuba wenig Sinn, weil die wenigsten Leute Englisch können (selbst in den Casas Particulares nicht). Fahrkartenkauf für Bahn oder Bus z.B. geht ohne Spanisch gar nicht. Außerhalb von Havanna spricht so gut wie kein Mensch Englisch. Je besser die Spanischkenntnisse, umso weniger wird man beschissen.
    Vorsicht vor Schleppern, vor allem in Havanna: Als Tourist wird man von vielen Leuten als wandelnde Brieftasche angesehen, und mit vielen Tricks versuchen einige "Spezialisten" einem möglichst viele Devisen abzuknöpfen. Z.B. gibt es die Masche mit dem Salsa-Festival: Jemand quatscht einen auf Englisch an und behauptet, in Havanna ist gerade ein Salsa-Festival und er könne einem eine gute Bar zeigen, wo gerade der Bär steppt. Am Ende landet man in einer elenden Spelunke mit total überteuerten Drinks, und der Schlepper läßt sich dann auch noch Drinks spendieren und bettelt einen am Ende noch um ein paar CUC an, um angeblich Milch für die Kinder kaufen zu können.
    Oder man wird angesprochen mit der Geschichte, dass das Kind schwerkrank wäre und man dringend Medizin braucht, und ob man nicht ein paar CUC übrig hätte.
    Kubanische Großstädte sich die sichersten der Welt, aber man sollte sich vor Schleppern, Diebstahl und Bettelei in Acht nehmen.
    Geschenke in Form von Kugelschreibern oder Seife oder Kosmetika für die Frauen sind o.k. und werden dankbar genommen.
    Aber die Dinge ändern sich schnell in Kuba (neues Reisegesetz, weitere Liberalisierung von Handwerk und Dienstleistungen), so dass mein Wissensstand vielleicht schon wieder veraltet ist (Stand: 2011).

    Lg. Eckart

  • Steffania

    Danke für den interessanten Bericht mit vielen Hintergrundinfos. Kuba steht bei mir 2015 auf dem Plan und ich bin sehr gespannt, was mich erwarten wird.
    LG Steffi

  • frieden_schenker

    Hallo Steffi,

    dann wünsche ich Dir für 2015 eine schöne Reise nach Kuba. Sicher wird inzwischen sehr vieles anders sein als zu der Zeit, als wir in Kuba waren.
    Inzwischen gibt es ein neues Reisegesetz, welches den Kubanern erlaubt, frei zu reisen (wenn sie es sich denn leisten können) und in der Wirtschaft wurde sehr Vieles liberalisiert.

    Lg. Eckart

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  • diegoraiz

    Ich rate allen, die private Haushalte in Kuba in der Website zu buchen http://www.bedandbreakfastcuba.org .

  • Blula

    Hallo Eckard!
    Ich konnte hier mal einen Kubabericht von einem wahren Insider dieser Insel lesen. Danke, ich habe nun durch Dich so viel erfahren, wie bisher noch nirgendwo.
    LG Ursula

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