Drei Wochen Kuba in "Casas Particulares"

Reisebericht

Drei Wochen Kuba in "Casas Particulares"

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05.04.2011

Ausflug zur Laguna de las Salinas und zur Krokodilfarm Criadero de Cocodrilos

Wir wurden vom Froschgequake geweckt. Es kam aus dem Spülkasten unserer Toilette. Ich frage mich nur, wie der Frosch da hineingekommen war.
Im Laufe des Tages war er dann nicht mehr zu sehen. Erst am Abend tauchte er wieder auf.
Wir wollten heute einen Ausflug zur Laguna de las Salinas machen, einer riesigen Lagune mit vielen Wasservögeln.
Ein alter US-amerikanischer Straßenkreuzer hielt vor unserer Wohnung. Darin saßen der Fahrer, unser Führer und ein kanadisches Pärchen. Leider kamen wir nur ein paar hundert Meter weit, dann gab das Auto seinen Geist auf.
Es dauerte eine Weile, bis unser Führer ein Ersatzfahrzeug organisiert hatte, ein alter Bus. Mit diesem fuhren wir dann in den Nationalpark hinein.
Es war beeindruckend: Tausende von Wasservögeln (u.a. Flamingos, Kormorane, Kraniche, Reiher) standen in einer endlosen Seenlandschaft. Leider durften wir uns zu Fuß nicht durch den Park bewegen, sondern nur jeweils kurz aus dem Bus aussteigen.

Gegen Mittag trafen wir wieder in Playa Larga ein. Der Mann von den beiden Kanadiern überredete den Busfahrer, uns anschließend zur staatlichen Krokodilfarm Criadero de Cocodrilos zu fahren.
Hier wurden wir von einem Mitarbeiter durch die Farm geführt. Von ganz kleinen bis zu mehrere Meter langen und uralten Krokodilen war hier alles vertreten. Die meisten Krokodile waren kubanische Krokodile, die etwas kleiner als die amerikanischen Krokodile sind. Die Hälfte der hier gezüchteten Krokodile wird geschlachtet und verarbeitet. Das Fleisch wird zum Essen verkauft, aus der Haut werden Taschen und ähnliche Sachen gemacht (haben wir selber gesehen). Die andere Hälfte der Krokodile wird in den Nationalpark in die Freiheit entlassen.
Vor der Revolution waren die Krokodile in Kuba fast ausgestorben. Eine der ersten Umweltschutzmaßnahmen nach der Revolution 1962 war die Einrichtung des Nationalparks, dem die Krokodile ihr Überleben verdanken.
Man sagt, dass Fidel Castro den Urwäldern in Kuba u.a. den Erfolg seiner Revolution zu verdanken hat. Sie hatten ihm damals Schutz vor Verfolgung geboten. Aus Dank dafür hat er nach der Revolution dafür gesorgt, dass zahlreiche Wildgebiete unter Schutz gestellt werden - sozusagen einer Laune der Geschichte verdankt Kuba seine zahlreichen Nationalparks.



Playa Larga, Reiher im Wasser


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Kommentare

  • doubleegg

    Kuba ausführlich und hautnah. Ein umfassender Bericht der nichts wegläßt und nichts beschönigt. Den harten Alltag auf der Insel erfahren selbst privilegierte (Individual) Touristen und es liegt viel an der Mentalität des Reisenden, wie er damit umgeht. Nicht nur mit schwierigen Transportbedingungen oder Lebensmittelknappheit, mehr noch ist es die traurige Einsicht, dass hier ein Volk für dumm verkauft und um sein Leben betrogen wird. Ich drücke den Kubanern die Daumen für eine freie und gerechtere Zukunft - sie haben es verdient.

  • rojo1.

    Hallo, Wie hiess denn die casa in Havana, und hast Du sonst noch Empfehlungen zu den casas? Danke!

  • frieden_schenker

    Hallo Rojo1,

    das Casa Particular in Havanna, wo wir übernachtet haben, heißt Dos Leones Nelson, Anschrift: Nelson Sarduy, Calle Merced No. 14 und befindet sich zwischen Oficio und San Ignacio in Haban Vieja (Altstadt). Tel.: 0053-07-8603987, e-mail: nelsonsarduy@yahoo.es

    Ich habe noch eine Empfehlung in Playa Larga (das ist an der Schweinbucht an der Karibikküste, guter Ausgangspunkt für Exkursionen in den Urwald (Krokodile, Geier, Schildkröten, Kolibris, Tocororo etc.) und nur wenige Minuten von einem herrlichen Strand entfernt (das Titelbild von meinem Reisebericht zeigt diesen Strand). Dayami, die Gastgeberin, ist studierte Biologin und hat beste Beziehungen zu allem, was mit dem angrenzenden Nationalpark zu tun hat.
    Ausgezeichnete Schnorchelplätze und eine Krokodilfarm sind auch in der Nähe.

    Anschrift: Sra. Dayami Rodriguez y Sr. Eddy Sanchez, Barrio Caleton, Playa Larga, Matanzas, Cuba, Code postal: 43 000, Tel.: 0145-987145, e-mail: dayamichato@yahoo.es.

    Liebe Grüße

    Eckart

  • NinaVesela

    Hallo Eckart, tolles Bericht! Mein Mann und ich wollen wir nächstes Jahr eine Reise nach Kuba machen. Deine Tipps sind sehr hilfsreich. Könntest du mir sagen, was für Geldsumme man einplanen soll. Habt ihr Bargeld immer dabei gehabt? Danke im Voraus. Grüße

  • frieden_schenker

    Hallo NinaVesela,

    das hängt davon ab, wie lange Ihr in Kuba bleiben wollt. Wir hatten zu zweit für 3 Wochen ca. 3000 Euro (einschließlich Flug mit Air France und einschließlich Übernachtungen in Casa Particulares) gebraucht.
    Bargeld solltet Ihr immer dabei haben, und zwar 90% in CUC (Pesos Convertibles) und etwa 10% (so ca. 200 Euro) in kubanischen Pesos (moneda nactional). Kreditkarten funktionieren nur in großen teuren Hotels und Reiseschecks gar nicht, also alles in bar mitnehmen.
    Alle Züge, Fähren und Fernbusse (Viazul) müssen in CUC bezahlt werden, genauso wie die Unterkunft und die meisten Taxis (mit Taxifahrern kann man handeln und ggf. den umgerechneten Betrag, den man sonst in CUC bezahlt hätte, auch in kubanischen Pesos bezahlen). In allen größeren Restaurants und Bars muss man in CUC bezahlen, aber viele Paladares nehmen auch kub. Pesos.
    Die neuen Devisengeschäfte nehmen ausschließlich CUC, aber beim Bäcker, auf dem Agropecuario (Obst- / Gemüsemarkt), im normalen Cafe und an Guarapo-Stand (Zuckerrohrsaft) kann mit kub. Pesos bezahlt werden. Im Zweifelsfall immer vorher fragen, ob kub. Pesos akzeptiert werden (?Accepta moneda nacional?).
    Ohne Spanischkenntnisse macht eine Individualreise (ohne organisierte Reisegruppe) in Kuba wenig Sinn, weil die wenigsten Leute Englisch können (selbst in den Casas Particulares nicht). Fahrkartenkauf für Bahn oder Bus z.B. geht ohne Spanisch gar nicht. Außerhalb von Havanna spricht so gut wie kein Mensch Englisch. Je besser die Spanischkenntnisse, umso weniger wird man beschissen.
    Vorsicht vor Schleppern, vor allem in Havanna: Als Tourist wird man von vielen Leuten als wandelnde Brieftasche angesehen, und mit vielen Tricks versuchen einige "Spezialisten" einem möglichst viele Devisen abzuknöpfen. Z.B. gibt es die Masche mit dem Salsa-Festival: Jemand quatscht einen auf Englisch an und behauptet, in Havanna ist gerade ein Salsa-Festival und er könne einem eine gute Bar zeigen, wo gerade der Bär steppt. Am Ende landet man in einer elenden Spelunke mit total überteuerten Drinks, und der Schlepper läßt sich dann auch noch Drinks spendieren und bettelt einen am Ende noch um ein paar CUC an, um angeblich Milch für die Kinder kaufen zu können.
    Oder man wird angesprochen mit der Geschichte, dass das Kind schwerkrank wäre und man dringend Medizin braucht, und ob man nicht ein paar CUC übrig hätte.
    Kubanische Großstädte sich die sichersten der Welt, aber man sollte sich vor Schleppern, Diebstahl und Bettelei in Acht nehmen.
    Geschenke in Form von Kugelschreibern oder Seife oder Kosmetika für die Frauen sind o.k. und werden dankbar genommen.
    Aber die Dinge ändern sich schnell in Kuba (neues Reisegesetz, weitere Liberalisierung von Handwerk und Dienstleistungen), so dass mein Wissensstand vielleicht schon wieder veraltet ist (Stand: 2011).

    Lg. Eckart

  • Steffania

    Danke für den interessanten Bericht mit vielen Hintergrundinfos. Kuba steht bei mir 2015 auf dem Plan und ich bin sehr gespannt, was mich erwarten wird.
    LG Steffi

  • frieden_schenker

    Hallo Steffi,

    dann wünsche ich Dir für 2015 eine schöne Reise nach Kuba. Sicher wird inzwischen sehr vieles anders sein als zu der Zeit, als wir in Kuba waren.
    Inzwischen gibt es ein neues Reisegesetz, welches den Kubanern erlaubt, frei zu reisen (wenn sie es sich denn leisten können) und in der Wirtschaft wurde sehr Vieles liberalisiert.

    Lg. Eckart

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  • diegoraiz

    Ich rate allen, die private Haushalte in Kuba in der Website zu buchen http://www.bedandbreakfastcuba.org .

  • Blula

    Hallo Eckard!
    Ich konnte hier mal einen Kubabericht von einem wahren Insider dieser Insel lesen. Danke, ich habe nun durch Dich so viel erfahren, wie bisher noch nirgendwo.
    LG Ursula

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