Drei Tage in Shanghai

Reisebericht

Drei Tage in Shanghai

Reisebericht: Drei Tage in Shanghai

Drei Jahre hatte ich in Shanghai gelebt, bevor ich berufsbedingt im Oktober 2007 nach Tianjin zog. Anfang März trieb es uns wieder nach Shanghai, da meine Arbeitserlaubnis und das Visum von meiner Firma verlängert werden mussten. Es war für meine chinesische Frau und mich ein durchaus willkommener Grund, in unsere alte Heimat zu fahren.

Seite 2 von 3

Bund

Die Endstation der Linie 42 war die Guangdong Lu am Bund. Von hier hatte man einen herrlichen Ausblick auf Pudong, die Ostseite des Huangpu Flusses. Man sah das Hochhausmeer von Lujiazui, aus dem sich besonders der Oriental Pearl Tower (der Fernsehturm Shanghais) und das Jin Mao Gebäude abhoben. Das neue World Financial Centre überragte zwar schon das 88 geschossige Jin Mao, war aber noch immer Baustelle.
Am Bund, der Zhongshan Lu selber, waren die Bauarbeiten für eine weitere Verbesserungsmaßnahme in der Stadt zu erkennen. Die sechs bis achtspurige Strasse sollte in einen offenen Tunnel verlegt werden, um die Uferpromenade auszubauen und den Fußgänger aufzuwerten. Die den Anblick verschandelnde Rampe der Yan An Lu wurde abgerissen. Auf der anderen Seite des Huangpu Rivers wuchsen die Hochhäuser weiter in den Himmel. In der Zhongshan Lu südlich des Bund liefen Abrissarbeiten der alten Bebauung. Die Fußgängerpromenade sollte ausgebaut werden, moderne Geschäftshäuser würden den Rahmen bilden.



Shanghai Bund

Keine Bildinformationen verfügbar


Kurz vor dem ehemaligen Stoffmarkt am Dongjiadu, gar nicht weit weg von der Nanpu Brücke in der Zhongshan Lu machte ich dann eine erstaunliche Entdeckung: „The cool docks“. Die Namensgebung erinnerte an die Londoner Docklands und so auch die Idee. Nahe des Huangpu Rivers wurde eine Hofsituation geschaffen, die ein traditionelles Shikumen Gebäude in den Mittelpunkt stellte und drum herum Platz für Cafes und Restaurants oder Geschäfte bot. Die Eröffnung war für den Mai geplant, jedoch erschien mir das Projekt sehr ambitioniert, denn bisher war in der Nachbarschaft außer Abrissarbeiten noch nicht viel los.



Shanghai The cool docks

Keine Bildinformationen verfügbar


Abendessen - DVD's - Bier

Abends trafen wir uns wieder zum Abendessen, mit zwei Freundinnen meiner Frau. Wir wählten ein „Dongbei Restaurant“, welches Spezialitäten aus der Mandschurei, dem Nordosten Chinas, anbot. Ich musste erkennen, dass wir inzwischen auch im Norden wohnten und eine Reihe der Spezialitäten mittlerweile für uns zur Hausmannskosten gehörten.
Ich konnte die drei Damen nach dem Essen noch überzeugen, auf einen Drink auf die andere Seite der Stadt mitzukommen und in der bereits erwähnten „Poor Bar“ noch einen Drink zu nehmen. Während die drei also Ginger Ale orderten, lief ich zuerst zu meinem DVD Händler, dem ich seit dreieinhalb Jahren treu war. Er kannte mich und nahm mir bereits bei der Auswahl DVD’s wieder ab, wenn diese qualitativ nichts taugten. Davon gab es stets einige. Die Auswahl war ungleich umfangreicher, als alles was wir bisher in Tianjin gesehen hatten.
Außerdem trafen wir den Fleischspießgriller unseres Vertrauens vor der Tür der „Poor Bar“. Überall in der Stadt boten Uiguren gegrillte Lammspieße und Chickenwings an. Kerim und Abdul kannten wir nun auch seit dreieinhalb Jahren. Ich fragte mich, ob es ich Shanghai noch viele andere Ausländer gab, die von ihrem Spießchenmann per Handschlag begrüßt wurden.



Shanghai Bus

Keine Bildinformationen verfügbar


Tag 2 - Lujiazui - nanpu Bruecke

Den Tag begann ich mit meiner Frau gemeinsam heute in Lujiazui, auf Pudongseite. Die Superbrand Mall war lange Zeit China´s größtes Einkaufzentrum gewesen. Noch heute war es mehr als imposant. Allerdings fand ich sie stets etwas zu duster. Immerhin befand sich hier eines der ersten Geschäfte von H&M in China. Erst seit wenigen Monaten war H&M in Hong Kong und Shanghai präsent. Wir wollten uns in Ruhe umsehen. Und was ich sah, erfreute mich! Endlich würde ich wieder Hemden und Pullover in Größe „L“ kaufen können! Nicht mehr länger war ich gezwungen, nach den wenigen „XL“ oder „CZ“ (Circuszelt) – Stücken zu fragen!
Sollte es uns noch einmal in Ausland verschlagen, würde ich der Kleidung wegen Kanada favorisieren. Die dort lebenden Holzfäller würde sicherlich anständige Größen zur Auswahl haben ...



Shanghai Super Brand Mall

Keine Bildinformationen verfügbar


Da meine Frau wieder verabredet war, entschied ich mich, die Buslinie 985 zurück zur Puxiseite zu nehmen. Es war eine meiner absoluten Lieblingsstrecken durch Shanghai. Um die Superbrandmall herum, am Jin Mao Gebauede und dem Rohbau des World Financial Centre vorbei, nahe der Börse von Shanghai hielten wir an einer Ampel. Genau an dieser Kreuzung hatte ich vor 8 Jahren mit Kommilitonen gestanden. Nur wenige der unzähligen Hochhäuser waren damals fertig gewesen, schon aber die riesigen 6- oder 8-spurigen Straßen. Damals waren sie alle leer gewesen. Pudong hatte wie eine Geisterstadt gewirkt. Das hatte sich gründliche geändert. In der Pudong Lu am“ Ba Bai Ban“ tobte das Leben, hier könnte man gut zum Bummeln aussteigen, doch ich wollte weiter. Entlang weniger lebendigen Bereichen – vor über zehn Jahren entwickelten Wohngegenden – fuhren wir auf die Nanpu Brücke hinzu. In schwindelerregender Höhe querten wir den Huangpu Fluss und fuhren den gewaltigen Kreisel an der Nanpu Brücke in Puxi wieder hinab. Nach etwa 20 bis 25 Minuten Fahrt, kam ich an, wo ich hinwollte – in der Taikang Lu.



Shanghai Pudong Lujiazui

Keine Bildinformationen verfügbar

Teilen auf

Mein Interessenprofil

Bitte melden Sie sich an, um Reiseziele zu Ihrem Interessenprofil hinzuzufügen.

Kommentare

  • kawasakipower

    Vielen Dank für den ausführlichen Bericht,das vermittelt einem das wahre leben,sowas steht ja in keinem Reiseführer.
    Gruß Melanie

Bitte melden Sie sich an, um einen Kommentar abzugeben. Drei Tage in Shanghai 3.57 7

Beliebte Community-Inhalte: AustralienNorwegenThailandVietnamItalienBarcelonaIndien ReiseführerIndien Tipps