Reisebericht

Reisebericht: Einmal Lappland und zurück

Reisebericht: Einmal Lappland und zurück

Mein Kumpel Peter hatte mir schon öfter von seinen Touren durch Skandinavien erzählt. Mich zog es fast magisch in nordische Regionen und bei nächster Gelegenheit wollte ich unbedingt mit dabei sein. Dann kam Peter mit dem Vorschlag, eine Trekkingtour durch das Vindelfjällen Naturreservat in Südlappland zu unternehmen. In Hemavan, südlicher Endpunkt des Kungsleden, sollte unsere Tour beginnen.

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14.09.2008

Entlang des Vindelälvens

 
 
 
 
 

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Am kommenden Morgen wachte ich von den Geräuschen auf, die Peter beim Herumwühlen über mir verursachte. Er war wohl schon am frühen Morgen mit Packen beschäftigt und die ungedämmten Holzdecken übertrugen alles wie über ein großes Trommelfell in mein Zimmer. Schon einmal wach, kroch ich aus dem Bett, steckte den Ofen an und stellte schon einmal den Wasserkessel auf. Letzte Nacht sind Wolken aufgezogen. Dadurch ist die Temperatur nicht so weit abgesunken, wie noch eine Nacht zuvor. Das Außenthermometer zeigte lediglich minus ein Grad an und alles war wieder mit einer dünnen Reifschicht überzogen. Der Gang zum Plumpsklo war bei dieser Temperatur noch erträglich. Die Erbauer dieses Stillen Örtchens hatten sich übrigens etwas ganz Besonderes einfallen lassen. Sie hatten nämlich nur eine Tür an dem breiten Häuschens angebracht und über die gesamte Breite des Raumes ein Podest mit zwei Toilettenluken nebeneinander montiert, statt eine Trennwand einzuziehen. So konnte man sich bei Bedarf Gesellschaft mitbringen.

Nach dem Frühstück ging es ans Packen und Aufräumen. Die Hütte sollte wieder so hergerichtet werden, wie man sie vorgefunden hat. Nachfolgende Besucher sollen alles sauber und ordentlich vorfinden, den Ofen klar zum Beheizen und in der Brennholzkiste etwas gehacktes Holz. Hier draußen eigentlich eine Selbstverständlichkeit.
Schließlich waren wir abmarschbereit und begaben uns auf den Weg. Zwanzig Kilometer lagen vor uns. Immer entlang des Vindelälvens, immer wieder entlang des Hanges, durch lichten Birkenwald, über Bohlenwege und Holzbrücken. Der Vindelälven hatte manchmal mehr von einem See, dann gab es auch wieder Passagen, wo das Wasser zwischen Felsen hindurchrauschte. Nun, bei dem niedrigen Wasserstand, hatte man nur eine leise Ahnung davon, was für eine Kraft das Wasser hier durch die Schneeschmelze entwickeln würde. Am Ufer gab es immer wieder herrliche Plätze zum Pausieren. Sowohl mein Angler-, wie auch mein Paddlerherz schlugen immer wieder höher bei dem Anblick, der sich einem zuweilen bot.
Nach endlos erscheinendem Marsch erreichten wir am frühen Abend die kleine Vitnjul-Schutzhütte. Hier gab es gerade mal zwei Stockbetten, einen kleinen Tisch mit drei Stühlen, einen kleinen Küchenschrank, in dem neben dem üblichen Geschirr auch wieder Hinterlassenschaften unserer Vorgänger zu finden waren. Neben schwedischen Gewürzen und italienischen Tütensuppen gab es deutsches Dosenbrot etc. Allerdings musste man schon zuerst auf das Haltbarkeitsdatum achten. Man wusste ja nie so genau, wie lange es her war, dass jemand etwas in der Hütte hinterließ.

Der Ofen wurde bald angesteckt und Abendessen zubereitet. Danach tranken wir noch ein paar Tassen Tee und machten schon bald Feierabend. Claudia und Peter hatten ihre Zelte aufgebaut. Ich zog mich wieder in die Hütte zurück. Hier konnte ich noch in Ruhe bei Kerzenschein an meinem Reisetagebuch schreiben und mich danach in den Schlafsack rollen und lesen.



 
 
 
 
 

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15.09.2008

Die erste Begegnung seit Tagen

 
 
 
 
 

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Am kommenden Morgen weckte mich das Geräusch von Axtschlägen. Peter war also wieder früh aufgestanden und hatte einen Zeitvertreib gesucht. Seine Innere Uhr war für einen Langschläfer wie mich nicht gerade von Vorteil – oder auch doch.
Vor uns lag heute nur eine recht kurze Etappe von etwa acht Kilometern bis zur Rävfallsstugan. Bis Ammarnäs waren es gerade noch siebenundzwanzig Kilometer. Da unser Bus erst Freitagmittag abfahren würde, blieb uns somit sogar noch Zeit für eine kleine Extratour.

Wir gingen den Tag recht gemütlich an, lüfteten unsere Daunenschlafsäcke mal ausgiebiger, ich faulenzte gemütlich mit einem Becher Kaffee und meinem Roman, Claudia und Peter liefen zu dem nahen Wasserfall, über den sich der Fluss mehrere Meter in die Tiefe ergoss. Dann bereitete Peter zur Stärkung noch eine Suppe für uns zu, bevor wir packten und aufbrachen.

Wir liefen immer entlang des Vindelälven, der mal näher, mal weiter weg, mal breiter, mal schmäler, mal ruhiger, mal wilder durch sein steiniges Bett floss. Die Landschaft um uns herum war von lichtem Birkenwald in buntem Herbstlaub geprägt. Ein Fuchs, der sich vor mir in geringer Entfernung über den Weg schlich, war schneller wieder im Unterholz verschwunden, wie ich meine Kamera zücken konnte.
Nach relativ kurzer Wanderung erreichten wir die Hütte. Davor parkten zwei Quads, auf der Veranda war jede Menge Ausrüstung verteilt und unter der Treppe lag ein Hund. Nun gut, die Hütte war also bereits besetzt und wie ich erklärt bekam, gibt eine Verordnung Jägern und Rangern Vorrang vor Wanderern, zumal diese Hütte vermietet wird. Eine Übernachtung in der Hütte kam für uns also nicht in Frage. Also liefen wir weiter bis zum Flussufer, das hier als steile, felsige Böschung mehrere Meter in die Tiefe abfiel. Hier gab es ein paar kleine Lichtungen, die für unsere Zelte genügten. Daneben verlief ein Pfad hinunter zu der zur Hütte gehörenden Bastu am Ufer. Als einer der Jäger später an uns vorbeiging, um anscheinend die Bastu aufzuheizen, hätte er uns glatt ignoriert. Der erste andere Mensch seit Tagen! So grüßte ich ihn dann vernehmlich.

Als wir im Dunkeln bereits in unseren Schlafsäcken lagen, kamen von der Hütte mehrere Leute auf dem Weg zur Sauna an uns vorbei und leuchteten überrascht unsere Zelte an. Also hatte der nette Zeitgenosse von vorhin noch nicht mal etwas von uns erwähnt.



 
 
 
 
 

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Kommentare
  • Anderswo 13.02.2009 | 15:36 Uhr

    Ein guter, ausführlicher Bericht über eine herrliche Wanderung.
    Die schönen Bilder wecken in mir lebhafte Erinnerungen
    an eine Nordlandreise, die wir zu viert 1971 unternommen haben.
    Von einem Standlager mit zwei Zelten unternahmen wir mehrmals
    lange Wanderungen ins Fjell und duch das Sildudalen
    zum Ikesjaure und zum Juronjaure oberhalb des Polarkreises.
    Damals wurde gerad die Straße nach Norwegen gebaut.
    Oft erschütternten Sprengungen die Luft.
    Heute ist diese Straße meiner Meinung nach die sinnvollste Verbindung,
    um zu den Lofoten zu gelangen.
    Bilder liegen leider nur in Diaform vor.

    Andreswo

  • lucky-wanderer 13.02.2009 | 18:36 Uhr

    Wie immer toller ausführlicher Bericht mit schönen Bildern! Macht Lust auf Schweden- und Trekkingurlaub!

  • A1B2CC 13.02.2009 | 18:53 Uhr

    Hallo, also ein super und ausführlicher Bericht. Da bekommt man richtig Schmetterlinge im Bauch und will es Ihnen nach machen.

  • Kongo 13.02.2009 | 22:14 Uhr

    Vielen Dank Euch allen! Dies war ja meine erste Outdoorerfahrung in Skandinavien und ich muss schon sagen, ich bin definitiv infiziert! Tolle Landschaften, tolle Menschen und viel Raum für Abenteuer. Ich werde ganz bestimmt wieder kommen.

  • fhaid 18.04.2009 | 11:47 Uhr

    Outdoor im Hohen Norden ... wer einmal damit anfängt! Toller Bericht über ein tolles Erlebnis. Wir haben letztes Jahr Goldwäscher in der Wildnis Lapplands besucht. Diese Gegend und die Leute ... echt toll! Weiterhin viel Spaß da oben!

  • Petterson 06.07.2009 | 19:22 Uhr

    ich hatte im letzten Jahr das Glück nach Lappland zu reisen. Wer einmal dort war, der kommt immer wieder.

    Ein toller Bericht und super tolle Bilder, die Lust auf Lappland, Fjäll und die Natur machen.

    LG Petterson

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Einmal Lappland und zurück 4.50 12