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Reisebericht: Uganda und Ruanda - Erlebnisse einer selbstorganisierten Rundreise
3 Wochen durch Uganda und zu den Berggorillas in Ruanda
- Vor der Abreise
- Ankunft
- Masindi und Murchinson Falls Nationalpark
- Fort Portal und Lake Bunyoni
- Ruanda:Kigali und Musanze
- Bei den Berggorillas
- Zurück in Uganda:Kisoro und Queen Elizabeth NP
- Queen Elizabeth NP und Ruwenzori
- Fort Portal und Semliki NP
- Von Fort Portal zu den Ssese Islands
- Auf den Ssese Inseln
- Jinja
- Kampala
- Schlußwort
- Zuhause in Deutschland
Fort Portal und Semliki NP
Diese Mal wohnten wir auf Empfehlung Katetes im" Visitours "(DZ 25,000USH incl.Bad),direkt neben dem "Continental".Beide Hotels sind vergleichbar.Nach den schlechten Erfahrungen mit dem Essen hier bei unserem 1.Aufenthalt,versuchten wir es dieses Mal im "African Village".Vorne war die Bar,so wurden wir gleich nach hinten geführt,wo es "very nice" sein sollte.Naja,hatte eher Ähnlichkeit mit einer Sperrmüllsammelstelle.Speisekarte gab es keine(sonst gabs bislang immer eine),aber das Personal einigte sich darauf ,das es Chicken UND Beef gäbe,entweder mit Reis oder mit Kochbananen.Von denen hatten wir genug,so bestellten wir Reis.Bereits nach wenigen Minuten wurden 2 Teller serviert,jeweils mit Reis und einem undefinierbaren Klumpen.Ich fragte den erstaunten Kellner,was Beef und was Chicken sei.Kurz darauf kamen zwei weitere Teller mit einem fast fleischlosen Hühnerbein und zwei Fleischstücken .Das Hühnerbein sei Chicken,das andere Beef,erklärte er als Antwort auf meine Frage zuvor.Jetzt hatte ich es natürlich auch erkannt,aber Anne hat sich noch lange über meine Frage lustig gemacht.Das Essen war schnell erledigt:am Huhn war nichts dran und das Rind absolut zäh und mit Gabel und Löffel als Besteck nicht essbar.Aber immerhin wurde nach dem Bezahlen noch ein Teller mit einem Messer serviert.Wie so oft ließen wir einen kleinen Schein als Trinkgeld liegen,aber dieses Mal wurden wir erstmals gefragt,was das sei.Als er Trinkgeld hörte,faßte er Vertrauen zu uns,setzte sich an unseren Tisch und schlug uns vor,daß wir ihm doch seine Ausbildung bezahlen könnten.Nachdem wir aber zu keiner spontanen Zusage bereit waren,er aber nicht locker ließ,verabschiedeten wir uns von unserem neuen Freund mit dem Austausch unserer Adressen.Das unsere frei erfunden war,wußte er natürlich nicht.Prinzipiell finden wir so etwas auch nicht okay,aber wenn jemand ein Nein nicht akzeptieren will,bleibt oft keine andere Wahl.Am nächsten Morgen sollte es um 8 Uhr losgehen in den Semliki NP.Es ist ein eher unbekannter Park kurz vor der Grenze zum Kongo,nur 55 km entfernt von Fort Portal.Fast pünktlich um 8:45 ging es los.Die einzige Straße dorthin ist eine Großbaustelle.Katete kannte angeblich die Strecke,aber wegen der Baustelle gab es kleinere Umleitungen,die ihn auf eine harte Probe stellten.Erst wollte er uns zum Semliki Wildlife Reserve,auf halber Strecke gelegen,fahren.Dann fuhren wir oft kilometerweit in die falsche Richtung,bevor er seinen Irrtum bemerkte.Die Arbeiter am Straßenrand waren auch nicht wirklich hilfreich.Jeder,den er fragte,schickte ihn in eine andere Richtung.Irgendwann verließen wir dann die Straße für einen von ihm so geliebten "Short Cut".Über eine Stunde holperten wir über Steinsbrocken.Der Weg war oft kaum noch zu erkennen und in den Dörfern wunderte man sich,auf dieser Strecke zwei Touristen zu sehen.Als wir endlich nach 3 Stunden am Nationalpark ankamen,waren wir total genervt.In den 20 $ Eintritt p.P waren eine 2stündige Führung zu den heißen Quellen enthalten.Auf dem Weg dorthin waren vereinzelt hoch in den Bäumen ein paar Affen zu sehen,ferner einige bunte Schmetterlinge.Die heißen Quellen waren nicht schlecht,aber die lange Fahrt nicht unbedingt wert.Wir waren inzwischen doch recht verwöhnt.Die Rückfahrt (ohne Short Cut) war kilometermäßig sicher länger,dauerte aber nur 2 Stunden.Zurück in Fort Portal wollten wir uns eigentlich von Katete verabschieden,aber er schlug uns für den nächsten Tag noch den Besuch des Katonga Wildlife Reserve vor,wo er in der vorigen Woche auch mit einem Touristen gewesen sei.Wir willigten ein.So mußten wir nicht nach Kampala,sondern er konnte uns im Anschluß nach Masaka fahren.Masaka ist der Ausgangspunkt für die Ssese Inseln,unserem nächsten Ziel und außerdem wollten wir in der Stadt mit diesem Namen gerne mal eine Nacht verbringen.Aber die Fahrt dorthin ist recht lang,so vereinbarten wir die Abfahrt für 7 Uhr 30. Aber zuvor stand noch das leidige Thema "Abendessen "an.Nach unseren bisherigen schlechten Erfahrungen in dieser Stadt suchten wir am letzten Abend hier das beste Restaurant der Stadt,das "Gardens",auf.Dorthin mußten wir etwas weiter laufen als sonst,aber was tut man nicht alles für ein gutes Essen.Aber zu unserer Enttäuschung war das Essen auch hier genauso schlecht wie überall in Fort Portal.Hatte extra ein mir aus Masindi bekanntes Gericht gewählt,aber im einfachen"Travellers Corner"dort schmeckte es viel besser als hier im Nobelrestaurant:das Fleisch war total angebrannt und zäh.Der einzige gastronomische Lichtblick der Stadt war die Bar "Don´s Plaza",wo wir auch heute wieder den Tag ausklingen ließen.
Von Fort Portal zu den Ssese Islands
Um 7 Uhr 30 wartete Katete tatsächlich schon am Auto.Aber wir hatten uns zu früh gefreut:er hatte mal wieder seine Wäsche irgendwo abgegeben und überraschenderweise habe das Büro(?)noch nicht auf.Wir fuhren zum Busbahnhof,wo wir 45 Minuten auf den Chef warteten.Als er endlich eintraf,kam auch Katete gleich mit seiner Wäsche aus dem Büro.Erstaunlich,wo manche Menschen waschen lassen.Kurz hinter Fort Portal wurden wir dann informiert,daß wir jetzt im Nationalpark seien.Ein Blick auf unsere Landkarte sagte uns aber,daß unser Ziel noch mindestens 100 km entfernt sein müßte.Er hatte den Katonga mit dem Kibale NP verwechselt.Dummerweise gerieten wir auch noch erstmals in eine Polizeikontrolle.Der Polizist hatte natürlich einiges zu bemängeln(beim Erscheinungsbild des Wagens auch nicht weiter verwunderlich),vor allem die wohl gerade abgelaufene Versicherung.Trotzdem mußte er nichts zahlen,was in Afrika nach unseren Erfahrungen auf anderen Reisen schon sehr erstaunlich war.Auch hier war Uganda vorbildlich:keine korrupte Polizei.Einige Stunden später kamen wir erneut in eine Polizeikontrolle:wieder wurde einiges bemängelt,aber erneut nichts bezahlt.Obwohl es nur eine Straße in Richtung unseres Ziels gab,fragte Katete öfter nach dem Weg.Er hatte keine Ahnung,wo der Katonga Park lag.Wir sagten ihm,daß wir ihn mit Hilfe unserer Karte schon dorthin führen würden.Nur einen von ihm vorgeschlagenen "Short Cut" lehnten wir ab.Zu frisch war noch die Erinnerung an den gestrigen.In einer kleineren Stadt unterwegs kam er der Aufforderung des Polizisten nach und kaufte eine neue Versicherungsplakette,was wiederum ca. eine Stunde dauerte.So waren wir inzwischen 2 Stunden hinter unserer Zeitplanung zurück und die Straße vom Katonga NP nach Masaka sollte deutlich schlechter sein als die Hauptstraße,die wir momentan befuhren.Wir hätten im Park kaum noch Zeit gehabt,so verzichteten wir auf den Besuch und wollten direkt nach Masaka.Katete war einverstanden und bereits am frühen Nachmittag erreichten wir Masaka.Da die Stadt aber außer des Namens nicht viel bietet,ließen wir uns gleich noch 40 km weiter bis Bukakata fahren,dem Fährhafen auf die Insel Bugala.Es ist die größte der Ssese Inseln und war unser Ziel für die nächsten 2 Tage.Katete bot sich noch an,uns bei unserer Rückkehr nach Kampala zu fahren,aber wir wollten von der Insel zurück aufs Festland einen anderen Weg nehmen.Ich zahlte die vereinbarten restlichen 250,000USH und dann ging die Diskussion los:die Fahrstrecke war so weit und das Benzin so teuer.Beides war prinzipiell richtig,aber das wußte er vorher.Im Nu waren wir von einer Menge Leute,incl.2 Polizisten umringt,die alle eifrig mitdiskutierten.Als Katete dann aber behauptete,der vereinbarte Preis sei ohne Benzin gewesen,reichte es uns.Mit dem Hinweis,für seine Preisvorstellung hätten wir auch ein Fahrzeug mit Allradantrieb mieten können(war natürlich etwas übertrieben) und mit dem Hinweis auf die freiwillige,vorher nicht vereinbarte Verpflegungspauschale von 20,000USH,die wir ihm jeden Abend für Übernachtung und Essen gegeben haben(er sie aber sicher bei den günstigen Preisen nie verbraucht hat) entfernten wir uns Richtung Boot.Zurück ließen wir diskutierende Menschen,die sich aber alle objektiv verhalten haben(auch das ist nicht überall der Fall).Da die nächste kostenlose Fähre erst in ca.2 Stunden ging,zahlten wir 15,000USHp.P. und ließen uns mit einigen Einheimischen und 2 Motorrädern in einem kleinen Boot auf die Insel übersetzen.Nach 45 Min. erreichten wir Luku,den Fährhafen von Bugala Island.
Auf den Ssese Inseln
In Luku angekommen,charterten wir uns mangels Autos zwei Motorräder.Praktisch alle Unterkünfte liegen nahe dem Fischerdorf Lutoboka,ca.45 Minuten Fahrt über eine Staubpiste vom Hafen entfernt.Wir hatten uns für das direkt am Viktoriasee gelegene Hornbill Camp entschieden.Während ich die Fahrer bezahlte,fragte Anne schon nach freien Zimmern.So wurde ich bei meinem Erscheinen zu meiner Überraschung gleich mit "hallo Jochen" begrüßt.Der Inhaber war ein Deutscher aus Schleswig-Holstein namens Dicker(einen richtigen Namen haben wir nie erfahren).Anne bemerkte gleich,daß er wie Dieter Bohlen redet,so nannten wir in Dieter.Das Hornbill Camp besteht aus einigen bunt angemalten Hütten:einfach,aber sehr originell gestaltet (DZ 40,000USH),wir hatten das Bootshaus.Einziger Schwachpunkt sind die sanitären (Gemeinschafts)- Einrichtungen:Waschbecken und Duschen im Freien,Toilette ist nur ein Loch im Boden).Wir hatten Glück mit dem Wetter,denn bei Regen kann es schon nerven,wenn man über die Wiese zu den offenen Waschbecken muß.Zumindest die Dusche kann man sich dann sparen.Aber die tolle Atmosphäre macht diese Schwachpunkte locker wett.Zum Camp gehören ferner eine Affenfamilie und vor allem Shaka Zulu,die riesige Dogge von Dieter.Nach einem längeren Gespräch mit ihm,bei dem wir erfuhren,daß übermorgen Präsident Museveni auf die Insel kommt, war es Zeit fürs Abendessen.Seine 3 Mädels,die auch alle anderen Arbeiten im Camp erledigten,bereiteten für die heutigen 5 Gäste ein hevorragendes Buffet zu.Endlich mal wieder ein gescheites afrikanisches Essen.Am nächsten Tag machten wir zunächst einen Strandspaziergang.Alle anderen Anlagen machten einen völlig ausgestorbenen Eindruck.Nur bei uns und im benachbarten "Pearls Garden"(dort war eine Jugendgruppe vom Festland)schienen Gäste zu sein.Mittags ging es dann in den Inselhauptort Kalangula.Zu besichtigen gab es nichts,aber der Ort war angenehm ruhig hatte einige Geschäfte und eine schöne Bar mit Biergarten.Vor unserer Rückkehr besuchten wir auch noch das Fischerdorf Lutoboka ganz in der Nähe des Hornbill Camps.Auch hier gab es einen Biergarten hinter Bretterwänden versteckt.Als Münchener konnten wir natürlich nicht daran vorbeigehen.Auf dem Rückweg zum Hornbill Camp erlebten wir dann noch den ersten guten Sonnenuntergang der Reise.Außerdem war heute erstmals nach 8 Monaten Unterbrechung wieder die Fähre von Entebbe in Lutoboka angekommen.Wir dachten,das läge an uns,lag aber in Wahrheit wohl am morgigen Präsidentenbesuch.
Der heutige Samstag war ein großer Tag für die Insel.Präsident Museveni kam auf die Insel.Da waren alle Bewohner auf den Beinen,meistens in gelben T-Shirts,der Farbe seiner Partei.Die Bilder auf den Straßen hätten sicher auch Guido Westerwelle gefallen,aber davon kann er wohl nur träumen.Da keiner die Ankunftszeit des Präsidenten genau kannte,war man schon ab 11 Uhr bereit.Auch Dieter hat seinen Angestellten freigegeben.Wir hatten um 10 Uhr eine kleine Wanderung mit einen örtlichen Führer vereinbart.Er wollte uns das Fischerdorf,den Hauptort und einen Aussichtspunkt zeigen.Das meiste hatten wir gestern schon selbst entdeckt,aber viel anderes gibt es hier nicht zu tun.War ganz nett,aber um 12 Uhr waren wir bereits fertig.So verbrachten wir auch,wie die Einheimischen,die Zeit auf den Präsidenten wartend am Straßenrand.Um 15:45 fuhr der Präsidentenwagen endlich vorbei,gefolgt von der Dorfjugend auf ihren Motorrädern.So etwas wäre bei uns kaum vorstellbar.Zurück im "Hornbill Camp" trafen wir Dieter total aufgeregt an:sein Nachbar vom "Pearl Garden Beach Resort" war gerade dabei,trotz strengem Verbot der Regierung,die Bäume direkt an Dieters Grundstück zu fällen.Bei jedem fallenden Baum lief er wieder hin,aber verhindern konnte er es nicht.Deshalb sollte jeder,der mal nach Bugala reist,die Anlage dieses Umweltzerstörers meiden.Heute hatte Dieter sozusagen die Hütte voll,denn außer uns waren noch 4 Finnen und 2 weitere Deutsche da.Bei so vielen Gästen lohnte sich wieder ein abendliches Bufett.Es war wieder genauso gut wie an unserem 1.Abend.Die Nacht verlif unruhig,denn irgendwer Unbefugtes war wohl auf dem Grundstück:Chaka Zulu bellte die halbe Nacht und rannte immer herum.Am nächsten Morgen um 8 Uhr nahmen wir die wieder fahrende große Fähre nach Entebbe(14,000USH p.P.).Bevor es an Bord ging,wurden bei allen Passagieren eine Gepäckkontrolle per Hand durchgeführt.Nach einem Terroranschlag im vergangenen Jahr in Kampala sind die Sicherheitsvorkehrungen verschärft worden.Man hatte wohl Angst,daß jemand die gerade erst wieder fahrende Fähre sprengen wollte,denn auch auf dem Schiff patrollierten bewaffnete Sicherheitskräfte.Aber so wie die Kontrollen durchgeführt wurden,hätte man mit Sicherheit keinem Sprengstof fund wohl auch keine Waffen gefunden.Nach 3 Stunden Fahrt erreichten wir unversehrt Entebbe.
Jinja
Am Fähranleger warteten bereis die Minibusse nach Kampala,das wir nach 1 Stunde erreichten.Man führte uns gleich zum Bus nach Jinja.Obwohl der Bus fast voll war,dauerte es noch 2 Std.bis zur Abfahrt.Erst einmal wurden noch Reifen gewechselt.Die Fahrt nach Jinja dauerte dann ca.3 Std.Wir zahlten 10,000USH plus 3,000USH fürs Gepäck und hatten erstmals das Gefühl,zuviel bezahlt zu haben.Aber es war schwer zu überprüfen,denn der Bus fuhr noch weiter und wir waren die einzigen,die in Jinja ausstiegen.Wir stiegen im empfehlenswerten,zentral gelegenen Hotel Bellevue ab(DZ 31,000USH )und erkundeten noch die nähere Umgebung des Hotels.Die Stadt,immerhin die zweitgrößte des Landes,machte einen sympatischen Eindruck.Schräg gegenüber unseres Hotels waren einige Bars,wo man direkt am Straßenrand sitzend,das Geschehen beobachten konnte und nebenbei noch günstiges und sogar kaltes Bier bekam.Eine von diesen Bars wurde unsere Stammkneipe.Wir brauchten nichts mehr zu bestellen,der Chef stellte uns automatisch Bier und Sprite hin,nur weil wir das bei unserem 1.Besuch getrunken hatten.Zum Abendessen ließen wir uns ins Palmtree Guesthouse fahren,laut RKH gibt es dort ein sehr empfehlenswertes mexikanisches Restaurant.Das Guesthouse gibt es noch,aber jetzt mit Pizzeria.Die Pizza war nicht gut,völlig überteuert,das Personal unfreundlich und die Lage weitab.Nachdem wir 15 Minuten durch die Finsternis marschiert sind,waren wir froh,ein Motorradtaxi zu finden,das uns zurück in belebte Gegenden brachte.Den Tag beendeten wir in unserer Stammkneipe.Nach einem guten(indischen) Frühstück im "Bellevue" machten wir uns erneut auf eine Erkundungstour.Man findet sich in Jinja gut zurecht,denn alle für Touristen wichtige Orte liegen an der Main Street,z.Bsp. Banken,Post,Supermärkte,Geschäfte und Lokale.Endlich mal eine Stadt,wo es auch für uns interessante Geschäfte gab.Hier kauften wir T-Shirts,ließen uns eine Musik-CD brennen und besuchten den großen Markt.Irgendwie wirkt alles etwas runtergekommen,aber es hat uns sehr gut gefallen.Nachmittags charterten wir uns ein Motorradtaxi,in Uganda Boda Boda genannt(3,000USH p.P),um zu den knapp 10 km entfernten Bunjagali Falls zu gelangen.Noch ist es ist die Rafting-Hochburg des Landes.Aber es wird ein neuer Nilstaudamm gebaut,was die touristische Zukunft der Region sicher verändern wird.Wir nahmen das Angebot zu einer 1 stündigen Bootstour entlang der Stromschnellen an und sahen dabei die Baustelle des Nilstaudamms aus der Ferne und viele Wasservögel,z.Bsp. Kormorane ,aus nächster Nähe.Zurück In Jinja verbrachten wir den Abend bei sehr gutem indischen Essen im "Barazzas"an der Main Street und den späteren Abend natürlich wieder in unserer Stammkneipe.
Kampala
Am nächsten Morgen ging es in 2 Std. von Jinja nach Kampala.Am uns inzwischen bekannten Busbahnhof suchten wir uns 2 Boda Bodas(Motorradtaxis) für die Fahrt zum "New Gloria Hotel" in der William Street.Die Fahrt dorthin mitten durch das Verkehrchaos der Marktgegend war echt abenteuerlich.Aber unser Hotel war gut,das DZ kostete 50,000USH incl.Frühstück.Erstaunlicherweise war es sehr ruhig,obwohl es nicht einmal 100 Meter von einer sehr lebhaften Geschäftsgegend entfernt lag.Angeliedert war ein Restaurant und eine Bar.Nach den ersten Erkundungen der Umgebung suchten wir uns für den Abend ein indischen Restaurant,die in dieser Gegend sehr zahlreich waren.Nach dem letzten Bier in unserer Bar endete dieser vorletzte Urlaubstag.Den letzten Tag verbrachten wir mit der Erledigung notweniger Dinge,denn wirklich Sehenswertes gibt es nicht,zumindest nicht mehr nach der Zerstörung der Kasubi Tombs durch ein Feuer im März 2010.So gingen wir zur Post,zum African Village Souvenirmarkt und zum Garden City Shopping Center.Alles war dank der guten Lage unseres Hotels zu Fuß zu erreichen.Entlang der Kampala Road gab es auch noch einige andere gute Geschäfte.Abends ging es dann wieder in das günstige indische Restaurant vom Vorabend,bevor uns um Mitternacht unser vorbestelltes Taxi abholte,daß uns in 1 Std.für 55,000USH zum Flughafen nach Entebbe brachte.Pünktlich um 3:30 startete unsere Maschine Richtung Istanbul.
Schlußwort
Beide waren wir inzwischen schon in ca.20 afrikanischen Ländern.Auf unserer Hitliste steht Uganda ganz weit vorne(Ruanda auch,aber da haben wir nur Kigali und Musanze gesehen).Die Landschaft ist toll und es gibt zahlreiche Tiere.Von den Berggorillas und Schimpansen abgesehen, ist die Tierwelt in Kenia und Tansania sicher spektakulärer,aber in Uganda ist alles noch nicht so durchorganisiert und überlaufen,einfach ursprünglicher.Die Bewohner sind ausgesprochen freundlich und hilfsbereit und die Kriminalität ist für Afrika sensationell niedrig.Selbst in den Städten konnten wir uns am späten Abend problemlos bewegen.Durch die recht geringe Zahl an Individualreisenden wird man praktisch nicht abkassiert,sondern zahlt den normalen Preis.Schwachpunkte sind nur das Essen(aber Geschmack ist bekanntlich unterschiedlich) und der völlig überfüllte öffentliche Fernverkehr.Der Transport innerhalb der Städte funktioniert dagegen bestens.Ideal wäre eine Reise mit eigenem Fahrzeug,ob mit oder ohne Fahrer muß jeder selbst entscheiden.So haben es auch die meisten der dort getroffenen Touristen gemacht. Einige Gegenden sind ohne eigenes Fahrzeug gar nicht zu erreichen.Uganda ist sicher ein sehr empfehlenswertes Reiseland für diejenigen,die noch ursprüngliches Afrika erleben wollen und keine Perfektion erwarten.
Zuhause in Deutschland
Es ist Anfang März und wir sind seit fast 4 Wochen wieder daheim.Inzwischen waren die Wahlen und Präsident Museveni wurde,nach der im Land herschenden Stimmung von uns nicht anders erwartet,wieder gewählt.Das war für den "Weltspiegel"am letzten Sonntag Anlaß,einen kurzen Bericht über Uganda zu bringen,in welchem Museveni als einer der schlimmsten Diktatoren bezeichnet wurde.Sicher ist Uganda nicht so demokratisch wie Länder in Westeuropa,aber da gibt es sicher viel extremere Fälle.Jeder,mit dem wir uns unterhalten haben(incl.der dort lebenden Ausländer)erzählte uns,daß es gar keine Alternative zu M. geben würde.Nur er würde das Land zusammenhalten.Vor seiner Amtszeit(unter Idi Amin und Obote) herrschten Gewalt und Chaos,jetzt ist es einer der sichersten Länder Afrikas.Selbstverständlich ist es ein armes Land,aber welches afrikanische Land ist das nicht?Wenn man sich die Länder der Umgebung anschaut, sieht das schon ganz anders aus.Weder die Slums,die man sonst in afrik.Großstädten sieht, noch überall auf den Straßen lebende Menschen haben wir irgendwo entdeckt.Das Schul-und Gesundheitssystem soll für Afrika ganz gut sein,die Polizei war korrekt und Militär fast nicht zu sehen.Selbst die Sicherheitsvorkehrungen beim Präsidentenbesuch auf Bugala Island waren für unsere Verhältnisse geradezu lächerlich.Von wegen überall schwer bewaffnetes Militär am Straßenrand,wie im Film gezeigt.Und die gelben Präsidenten T-Shirts wurden auch nicht verschenkt,wie behauptet.Wir hatten das auch vermutet und verschiedene Leute gefragt.Aber alle bestätigten,daß sie die Shirts kaufen müssen und wir haben auch überall die Verkaufsstände gesehen.Es waren die ganz normalen Bürger,die M.bei seinem Besuch auf Bugala zugejubelt haben,keine organisierten Jubler wie so oft auf der Welt.Natürlich kann man darüber streiten,ob es nach 25 Jahren nicht Zeit für einen Machtwechsel wäre,aber die Entscheidung sollte man den Menschen vor Ort überlassen und bei uns nicht so einseitig und teilweise noch falsch über das Land berichten.
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Gratuliere, feiner Bericht und eine tolle Reise die Ihr da gemacht habt. VG Robert
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Ein echter Shortcut to Uganda, mit viel Abenteuerlust und der richtigen Einstellung zum Reisen. Uganda war auch für mich eines der sympathischsten Länder in Ostafrika - jetzt ist die Sehnsucht wieder erwacht. Vielen Dank und herzliche Grüße doubleegg
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Genau solch einen Reisebericht habe ich gebraucht. Klare Preisangaben, authentische Gefühlsangaben und eine positive Einstellung zu allen Ungereimtheiten.
Vielen Dank -
Gratuliere zu diesem Bericht.
Nette Grüße......Josef
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