Sommer in Island - ein Livebericht

Reisebericht

Sommer in Island - ein Livebericht

Reisebericht: Sommer in Island - ein Livebericht

Endlich unterwegs. Als Nordlandfans haben wir uns als vierzehnte Islandreise eine vierwöchige Tour kreuz und quer über die Polarinsel vorgenommen. Hinzu kommt noch die einwöchige Schiffsfahrt mit der Norönna von Hanstholm /Dänemark nach Seydisfjördur/Island und Retour. Der letzte Tag unseres Urlaubs ist angebrochen. Leider. Doch lesen Sie selbst!
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Fünf Tage im Hochland unterwegs

Endlich führen die Gletscherabflüsse kein Hochwasser mehr. Der Dauerregen hat aufgehört. Wir nutzen sofort die Gelegenheit und brechen auf – Richtung Inland. Obwohl es schon 18 Uhr ist. Noch schnell in Hella eingekauft und Benzin nachgetankt und schon sind wir auf dem legendären Sprengisandurleid, der Piste, die zwischen den beiden imposanten Gletschern Hofsjökull und Vatnajökull von Süd- nach Nordisland führt. Berüchtigt die Lavastufen, die nur per 4x4 zu überklettern sind, blitzschnelle Wetterwechsel und vor allen Dingen die schwierigen Auf- und Abfahrten der Bergpässe machten bis vor einigen Jahren die Fahrt zu einem Abenteuer mit ungewissem Ausgang. Heute ist die Piste durch Ausbaumaßnahmen mehr oder weniger gezähmt. Sogar normale PKWs könnten sie unter normalen Umständen bezwingen. Wären da nicht ungefähr in der Mitte der Strecke zwei ausgesprochen unangenehme Furten. Im Abflussgebiet des Gletschers Tungnafellsjökull gibt es bei Tómasarhagi eine tiefe Furt, die durchfahren werden muss.



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Von Süden kommend, genießen wir eine herrliche Sommernacht in Islands Wüste. Die tiefstehende Sonne hat sich hinter einer dünnen Wolkenschicht versteckt, in allen Silbertönen glänzt plötzlich die nasse, schwarze Lavaasche. Ganz allein sind wir auf der langen Strecke von Islands Südküste in den Norden. Silbern schimmert das Wasser der Pjórsá und etwas später der weitverzweigte Hochlandsee Kvíslavatn vor unseren Augen. Immer höher schraubt sich die Piste in die isländische Vulkanwelt des Inlands. Der Wind hat ordentlich aufgefrischt und die Temperaturen hier oben lassen auch nicht gerade an Badefreuden und Bikini denken. Dann taucht auch schon die Bergstation von Nyidalur auf. Hier gibt es eine bewirtschaftete Hütte, die den Gästen eine Schlafsackunterkunft und eine warme Stube bietet. Gleich nebenan hat die Bergwacht ihre Station. Die Wiese hinter der Hütte ist Campingplatz. Mittlerweile hat sich der Wind zum ausgewachsenen Sturm gemausert. Bei knapp 2° C bekommt man beim Zeltaufbau ordentlich kalte Finger. Der Rundumblick entschädigt dies aber total. Hochland in Vollendung! Mehrere Glescherzungen und Gebirgszüge prägen das Bild. Und dann die Stille. Echte Stille. Kein Auto, kein Radio und auch keine anderen Zivilisationsgeräusche. Wir machen es uns trotz fortgeschrittener Zeit (mittlerweile ist es ein Uhr) im Zelt bei heißem Tee und Suppe gemütlich.



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Ein perfekter Morgen an einem besonderen Ort

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Die Herbergsmutter hatte mir gestern Nacht noch angeboten, dass ich in ihrer Küche vom großen Heißwassertopf meinen Kaffee brühen kann. Natürlich folgt ein nettes Gespräch. Horst packt inzwischen unsere Sachen. Eine Gruppe Franzosen versucht ebenfalls, mit der Tücke des Zeltabbaus bei Sturm klar zu kommen. Es sieht schon lustig aus, wenn mehrere Männer versuchen, ein Stück Stoff zu bändigen. Für uns heißt es jetzt Abschied nehmen. Ein Mitglied der Bergwacht hat uns versichert, dass beide Furten an diesem Morgen gut zu meistern sind. Also rein ins Vergnügen. Die erste ist zwar breit aber gut zu durchfahren. Bei der zweiten holt Horst zum ersten Mal in diesem Islandurlaub seine Wathose hervor. Eine hohe Abbruchkante ist an der Einfahrtstelle durch das Hochwasser entstanden. Es wäre riskant hier die Furt zu versuchen. Also tastet sich Horst erst einmal zu Fuß durch den Fluss. Etwas weiter aufwärts findet er die perfekte Durchfahrtstelle. Auch der Hochlandbus des isländischen Outfitters mit den Franzosen ist mittlerweile an der Furt angekommen und durchfährt sie problemlos an der neuen Stelle. Wir folgen gemächlich.



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Schlag auf Schlag wechselt das Panorama vor unseren Augen. Eine Bergkuppe und eine Gletscherzunge nach der anderen schieben sich in unseren Blick. Dazu ein unvergessliches Wolkenspiel. Aufrüttelnde Waschbrettpiste, Sandpassagen und Lavatreppen wechseln sich ab. Das Auge sieht hier nur Grau, Schwarz, natürlich das Weiß der Gletscher und ein bisschen dumpfes Braun. Hier kann man gut nachempfinden, warum die Sprengisandur von den ersten Siedlern ungern durchritten wurde. Hier entstanden sicher auch die Geschichten von Trollen, Elfen, Gespenstern und Wiedergängern, an die viele Isländer auch heute noch glauben.



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Erste zarte Grüntöne kündigen das Ende der Hochlandpiste an. Schafe tauchen auf. Liegen direkt auf der Straße. Erst energisches Hupen macht ihnen Beine. In Island laufen mit der Schafsmutter zwei Junge den ganzen Sommer über frei auf den Hochlandweiden umher. Direkt am Godafoss (Götterwasserfall) endet die Piste. Klar, dass wir uns im Imbiss an der Tankstelle erst einmal eine mit Schafdung geräucherte Forelle gönnen. Das ist hier die Spezialität. Inzwischen ist der Himmel wieder dunkel geworden. Da der Skálfandafljót Hochwasser führt, sind die Kaskaden des Godafoss mächtig und donnern ordentlich über den Fall. Dazu die düsteren Wolken, Endzeitstimmung, wie es die Nordmänner in der Edda beschrieben haben.



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Klar, dass wir am Myvatn erst einmal das Northern-Light-Nature-Bath aufsuchen. In der Heißwasserlagune kann man herrlich entspannen und das mit Blick über den Myvatnsee und in die umgebende Lava.



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Kommentare

  • achse

    ...mit Spannung warte ich auf die Fortseztung. Wünsche Euch noch eine angenhme Tour .LG Hans

  • Sahara

    Wow, da bin ich ja mal gespannt. Ich würd jetzt auch gerne auf dem Weg nach Island sein, nur die Fährüberfahrt hätte mich schon in Dänemark abgeschreckt.

  • tautau006

    Wie immer ein toller Bericht. Dann wünsch ich euch mal für Island besseres Wetter. Und warte gepannt auf die Fortsetzung.

  • anna.laselva

    Bin schon gespannt auf den nächsten Teil! Ich wünsche Euch eine erlebnisreiche Reise! Aber Island wird ja nie langweilig, auch beim 14. mal nicht! Ich beneide Euch!

  • anmasijo

    Ich bin auch schon gespannt, wie es Euch weiter ergeht. Auch wenn ich Euren Abenteurergeist bewundere, wünsche ich Euch doch ein deutlich besseres Wetter für die kommende Zeit! Nebelwände und Regenperlschnüre sind doch auf Dauer nicht attraktiv genug... Alles Gute, Jochen

  • lautine

    Euer Bericht ist großartig. Man spürt, dass ihr dieses Land und die Natur dort liebt.
    Gleichzeitg haben wir für unseren Islandurlaub (der am 12.7. mit der Fährenfahrt zu den Farörinseln beginnt) noch wertvolle Tipps bekommen. Da wir "nur" die Ringstraße abfahren (und andere Fahrten evlt. spontan mitmachen), schätzen wir, dass unser PKW das schafft.
    Bis zu unserer Abfahrt werden wir weiterhin fleißig eure Berichte lesen und die großartigen Fotos betrachten.
    Danke für euren Bericht!
    LG von den Lauties

  • Ulich

    Hallo liebe Islandfreunde,
    danke für Eure netten Kommentare.
    Aus dem sonnigen Island grüßt Beate

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  • AL28

    Das kann ein schon neidich machen !
    Wünsche Euch noch eine sehr schöne zeit auf Island und weiterhin schönes Wetter.
    Sehr gut geschrieben und mit schönen Bildern versehen euer Reisebericht.
    Bisjetzt kannte ich alle Orte,bin sehr gespannt was Ihr noch alles besucht und erlebt.
    In Erwartung neuer Berichte und Fotos alles Gute AL28
    Jürgen & Renate

  • julius

    Wi haben diese Reise nach Island über die Färöer und Shettland 2004 ebenso elebt wie in Eurem Beitrag. Beim Lesen erlebe ich unsere eise wieder, ich bin begeistert übe eure Beschreibung von Land und Leuten. Ein Tip: Besucht bitte Petra mit ihrer Stein- und Mineraliensammlung, es lohnt sich. Sie wohnt an der Ringstaße im Südosten de Insel. Peta kennen alle, einfach nachfagen.

    Ich bin gespannt wie es weite geht-
    Julius

  • anmasijo

    Ich bin auch sprachlos..... Alles Gute weiterhin!
    Jochen

  • Sahara

    Neid!! Warum kann ich jetzt nicht auch am Dettifoss stehen und mir den Sprühregen ins Gesicht wehen lassen?

  • ulandra

    Wieder ein wunderbarer Bericht von Dir, mit viel trockenem Humor gewürzt, der sogar mir sonnenliebender Pflanze wieder Lust auf den Norden Europas macht. Bisher waren die Lofoten der nördlichste Punkt, an dem ich mich (im August bei 10 Grad) aufgehalten habe, hat mir bis auf die Kälte und Nässe sehr gut gefallen, ist aber schon 20 Jahre her. Freue mich schon auf die Fortsetzung und wünsche euch noch nicht ganz so schlechtes Wetter!
    Gruß ulandra

  • petse

    Hallo Beate, hallo Horst
    -herrlich- Euer Bericht über die Reise, die Landschaft, die Erlebnisse und ja auch die Abenteuer machen Hunger und Vorfreude auf den zweiten Teil Eures "Events".
    Wir freuen uns schon auf die Sept. Reise mit Euch in dieses herrliche Stück Erde.
    Weiterhin viel Spaß und immer eine Handbreit Wasser unterm Kiel für Euch.
    Eleonore und Peter

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  • MarcoRiccio

    Bin beeindruckt von deinem Livebericht über Island. Tolle Bilder und wie immer schön geschrieben. Bleibe dabei....viele Grüße, Marco

  • widix

    Ich bin fasziniert von dem anschaulichen und sehr lebendig geschriebenen Bericht und den tollen Fotos. Da möchte man doch am liebsten selber bald nach Island fahren...

  • moeraki

    hallo beate- das ist ein wunderbarer reisebericht- text ganz toll !! fotos zum schmelzen...
    freunden von mir sind bei der tour gleich in der ersten nacht die wirklich guten zelte auf den faröern weggeflogen. ein zelt war sogar totalschaden. sie haben dann den geamten trip alle mann/frau in einem zelt verbracht. ist ja auch kuschelig, oder? krieg grad fernweh, seufz.... liebe grüße von karin

  • Aussie

    Hallo liebe Beate
    ein schöner Bericht, ja der Norden fehlt mir, muss wohl doch mal los und die Richtung ändern.
    Lieben Gruss Roswitha

  • arnold

    Danke für Euren Reisebericht, der eine Menge Atmosphäre transportiert und richtig Lust auf Island macht. Wir sind in diesem Juni zum ersten Mal auf der Insel und hoffen, dass wir Ähnliches erleben dürfen. Wir hoffen auch, dass die horrenden Lebenshaltungskosten in diesem Jahr durch die Krise etwas zurückgegangen sind. Oder?
    Wir melden uns danach mit einem Erfahrungsbericht.

    Wir wünschen allen einen schönen Sommer.

  • Guido

    Liebe Beate,
    danke dass du uns mitgenommen hast auf eure grossartige und abenteuerliche Reise. Grossartiger Bericht mit zum Teil sensationellen Aufnahmen..
    Liebe Grüsse
    Guido

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  • Blula

    Liebe Beate!
    Ich bin ja eigentlich nicht so der "Nordlandfan", aber nach dem Lesn dieses ausgezeichneten Berichtes von Dir.... . komme ich mal wieder ins Schwanken.... . Deine guten Fotos tragen natürlich auch noch dazu bei.
    LG Ursula

  • pixel

    Umfassender Bericht, auch von versteckten Plätzen, super Fotos!
    LG pixel

  • RELDATS

    Ein großes Lob für diesen gelungenen Bericht.
    Weckte in mir mal wieder schöne Erinnerungen an meinen Island-Trip.
    Nette Grüße von Josef

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