Sommer in Island - ein Livebericht

Reisebericht

Sommer in Island - ein Livebericht

Reisebericht: Sommer in Island - ein Livebericht

Endlich unterwegs. Als Nordlandfans haben wir uns als vierzehnte Islandreise eine vierwöchige Tour kreuz und quer über die Polarinsel vorgenommen. Hinzu kommt noch die einwöchige Schiffsfahrt mit der Norönna von Hanstholm /Dänemark nach Seydisfjördur/Island und Retour. Der letzte Tag unseres Urlaubs ist angebrochen. Leider. Doch lesen Sie selbst!
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In den Westfjorden – am Ende der Welt

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Nur wer sehr viel Zeit hat, sollte bei einem Islandurlaub einen Abstecher in die Westfjorde einplanen. Das weitverzweigte Fjordsystem, schlechte Straßen und hohe Bergpässe machen eine Fahrt durch diesen Teil Islands zwar spannend und abenteuerlich, dennoch ist es sehr „gewöhnungsbedürftig“, wenn man den nächsten Ort am gegenüberliegenden Ufer des Fjordes bereits wenige hundert Meter vor sich sieht, ihn aber erst nach Umrundung mehrere Stunden später erreicht. Belohnt wird der Urlauber allerdings mit einer grandiosen Natur, urigen Fischerdörfern und viel Lokalkolorit. Sogar einer Robbenkolonie kamen wir ganz nahe. Die Tiere räkelten sich im Sonnenschein auf kleinen Schären in der Bucht. Bewaffnet mit Teleobjektiv und in Gummistiefeln schlichen wir uns von Stein zu Stein hüpfend an. Zwar beäugten uns die Robben ganz genau, ließen sich aber von uns bei ihrem Sonnenbad keinesfalls stören. Ein beeindruckendes Erlebnis.



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Museum Ósvör

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Von der „Hauptstadt“ der Westfjorde Ísafjördur aus machten wir einen Abstecher „um den Berg herum“ nach Bolungarvík, einem echten Endposten der Zivilisation. Malerisch in der Bucht liegt das kleine Museum Ósvör. Die restaurierte Fischerkate zeigt eindrucksvoll das Leben der Bevölkerung in vergangener Zeit. Jóhan, der Museumsleiter, hat sich seine alte Fischerkluft aus Schafhäuten, die mit Leinöl wasserdicht gemacht wurden, übergezogen. Dazu Schuhe aus Fischleder. Er erwartet gerade einen Bus mit deutschen Touristen. Herrliches Wetter liegt über der romantischen Szene. Die deutschen Pauschaltouris haben eine „Traumreise“ durch den Westen gebucht und waren sich sicherlich nicht so ganz im Klaren, was sie auf dieser Tour erwartet. Langweilig, schlechtes Essen, lange Fahrzeiten wurde gemeckert. Einige Damen verließen nicht einmal den Bus…..



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Schade, es entging ihnen einiges. In einem Trockenschuppen konnte man nämlich original Haukárl sehen und riechen. Diese deftige, isländische Spezialität wird aus den Filets des Grundhais hergestellt. Nach gewöhnungsbedürftigem Rezept. Haie haben nämlich keine Nieren und scheiden den Urin durch die Haut aus. Deshalb ist das Fleisch durch den hohen Ammoniakgehalt eigentlich ungenießbar, ja sogar giftig. Deshalb ist eine kaum zu glaubende Prozedur notwendig.
Die Haistücke vergammeln einfach für Wochen in Plastikbehältern mit Wasser. Anschließend werden sie luftgetrocknet und dann in Würfelchen geschnitten verzehrt. Sollte man in Island auf jeden Fall probieren.



Gefährlichste Straße Islands

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Auf dem Rückweg fielen uns die mächtigen Fangzäune an der Straße auf. Riesige Felsbrocken stapeln sich sozusagen an der gefährlichsten Autostraße Islands. Immer wieder kommt es hier zu Unfällen durch herabstürzende Steine. Mit Zäunen, Mauern und sogar massiven Stahlträgern versucht man der Gefahr zu begegnen. An einigen Stellen ist sogar mit Geröll-Lawinen zu rechnen. Hier hat man die Straße sogar überdacht. Ein Kreuz und ein Gedenkstein mahnen und erinnern an die Gefahren. Inzwischen ist ein Tunnelprojekt begonnen worden, dass diese gefährliche Strecke überflüssig machen soll.



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Höllenschlund und Gletschereis

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Heute steht unsere erste Hochlandfahrt an. Zur Einstimmung planen wir die Durchquerung Islands auf der Kjölur-Route. Diese hochlandstrecke ist mittlerweile so weit ausgebaut, dass sogar normale PKWs, Busse und Wohnmobile anzutreffen sind. Auch Radfahrer sind unterwegs. Im Staub treffen wir Luca Röösli und Sandra Küng. Die beiden Schweizer sind bereits fünf Wochen per Fahrrad unterwegs. Hochachtung vor ihrer Leistung. Auf dem Kjölur sind alle Flüsse überbrückt, es gibt keine Furten mehr. Die Straße ist natürlich nicht asphaltiert aber meistens können sich zwei Fahrzeuge begegnen. Allerdings muss man mit übelster Waschbrettpiste und zum Teil auch heftigsten Gefällestrecken rechnen.



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Eine Oase in der isländischen Wüste

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Die Oase Hveravellir ist für den Islandneuling sicherlich ein Höhepunkt der Strecke. Ein warmer Bach sorgt für grüne Wiese und viele Pflanzen, die ansonsten nicht in der Wüste zu finden sind. Die Attraktion ist aber die „Hot-Spring-Area“. Mehrere Fumarolen, kleine Geysire und kochende Schlammtöpfe sind regelrecht malerisch angeordnet. Ein Holzsteg führt durch das Höllenszenario. Und zum Schluss das Beste: Ein natürlicher, aus Sinterstein entstandener Hot-Pot lockt zu einem außergewöhnlichem Bad ein.



Hveravellir - Urlaub am Puls der Erdgeschichte



Ein heißes und kaltes Tal im Kerlingafjöll-Bergmassiv

Unser Ziel ist heute aber ein heißes und kaltes Tal im Kerlingafjöll-Bergmassiv. Eine schaurige Piste zweigt vom Kjölur ab und führt ca. 25 Kilometer in die bunte Berg- und Gletscherwelt hinein. Eine üble Wegstrecke! In unzähligen Windungen führt die Geröllpiste bergauf. Horst fährt nur noch im untersetzten Geländegang. Zwei ordentliche Furten sind zu bewältigen. Da es länger nicht geregnet hat, führt die Frischwasserfurt kaum Wasser, die Furt durch den Gletscherbach dagegen ist ziemlich reißend, da die Sonne ordentlich am Gletscher nagt.



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In der Küche der Hölle

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Der Höllenritt lohnt sich! Oben über dem Tal dann ein grandioser Ausblick. Ein heißer Bach fließt durch eine unwirkliche Landschaft. Fast hat man das Gefühl auf dem Mars gelandet zu sein. Bunte Berge in allen Rot-, Gelb-, Blau- und Grüntönen umrahmen das Tal. Dazwischen Fumarolen, blubbernde Schlammtöpfe und ausblühende Schwefelgase. Violette Krusten und vor allen Dingen das giftgrüne Moos vervollständigen das absolut einmalige Bild. Aber das ist noch nicht alles. Eine Gletscherzunge und mehrere Schneebretter machen das Bild zu einem unvergesslichen Eindruck. Wir wollen hier Wandern. Ein Abenteuer versprechender Pfad führt abwärts, steil abwärts. Nur mit unseren Wanderstöcken kann man sich am Hang halten. Mit kleinen Pfosten ist der Weg durch die Hölle markiert. Tunlichst vermeiden wir einen Schritt auf die weißen Flächen. Hier kann man schnell in die heiße Erdkruste einbrechen. Unten im Tal angekommen, kann ich nur noch den Kopf schütteln. Das ist nicht unsere Welt, das ist Außerirdisch! Über den heißen Fluss führen kleine Holzstege. Buntes Gestein rund um uns herum. Darüber hat sich ein blau schimmernder Gletscherbrocken verfangen. Ein Rundwanderweg führt durch diese Welt der Elementarkräfte. Hier kämpfen wirklich Feuer und Eis miteinander. Nach rund vier Stunden stehen wir wieder am Auto. Sprachlos. Ohne Worte verlassen wir diesen Ort und machen uns auf, um auf der Rüttelpiste den Kjölur zu erreichen.



Wanderung der besonderen Art



Plötzlich ein Aufschrei. „Ich habe unsere Wanderstöcke an Auto gelehnt und vergessen einzupacken“ erinnert sich Horst. Also 25 Kilometer zurück. Eine Furt und noch eine Furt. Endlich stehen wir wieder auf der Anhöhe mit dem grandiosen Talblick. Kaum zu glauben, unsere Stöcke liegen noch genauso da, wie sie umgefallen sind. Ja, auch das ist Island. Kurz vor Mitternacht erreichen wir den Campingplatz am Geysir im Haukadalur. Müde wird schnell das Zelt aufgebaut, Tee gekocht und ein paar Brote geschmiert. Kaum haben wir es uns im Schlafsack gemütlich gemacht, beginnt es zu regnen. Das ist Timing!!!!!!



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Kommentare

  • achse

    ...mit Spannung warte ich auf die Fortseztung. Wünsche Euch noch eine angenhme Tour .LG Hans

  • Sahara

    Wow, da bin ich ja mal gespannt. Ich würd jetzt auch gerne auf dem Weg nach Island sein, nur die Fährüberfahrt hätte mich schon in Dänemark abgeschreckt.

  • tautau006

    Wie immer ein toller Bericht. Dann wünsch ich euch mal für Island besseres Wetter. Und warte gepannt auf die Fortsetzung.

  • anna.laselva

    Bin schon gespannt auf den nächsten Teil! Ich wünsche Euch eine erlebnisreiche Reise! Aber Island wird ja nie langweilig, auch beim 14. mal nicht! Ich beneide Euch!

  • anmasijo

    Ich bin auch schon gespannt, wie es Euch weiter ergeht. Auch wenn ich Euren Abenteurergeist bewundere, wünsche ich Euch doch ein deutlich besseres Wetter für die kommende Zeit! Nebelwände und Regenperlschnüre sind doch auf Dauer nicht attraktiv genug... Alles Gute, Jochen

  • lautine

    Euer Bericht ist großartig. Man spürt, dass ihr dieses Land und die Natur dort liebt.
    Gleichzeitg haben wir für unseren Islandurlaub (der am 12.7. mit der Fährenfahrt zu den Farörinseln beginnt) noch wertvolle Tipps bekommen. Da wir "nur" die Ringstraße abfahren (und andere Fahrten evlt. spontan mitmachen), schätzen wir, dass unser PKW das schafft.
    Bis zu unserer Abfahrt werden wir weiterhin fleißig eure Berichte lesen und die großartigen Fotos betrachten.
    Danke für euren Bericht!
    LG von den Lauties

  • Ulich

    Hallo liebe Islandfreunde,
    danke für Eure netten Kommentare.
    Aus dem sonnigen Island grüßt Beate

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  • AL28

    Das kann ein schon neidich machen !
    Wünsche Euch noch eine sehr schöne zeit auf Island und weiterhin schönes Wetter.
    Sehr gut geschrieben und mit schönen Bildern versehen euer Reisebericht.
    Bisjetzt kannte ich alle Orte,bin sehr gespannt was Ihr noch alles besucht und erlebt.
    In Erwartung neuer Berichte und Fotos alles Gute AL28
    Jürgen & Renate

  • julius

    Wi haben diese Reise nach Island über die Färöer und Shettland 2004 ebenso elebt wie in Eurem Beitrag. Beim Lesen erlebe ich unsere eise wieder, ich bin begeistert übe eure Beschreibung von Land und Leuten. Ein Tip: Besucht bitte Petra mit ihrer Stein- und Mineraliensammlung, es lohnt sich. Sie wohnt an der Ringstaße im Südosten de Insel. Peta kennen alle, einfach nachfagen.

    Ich bin gespannt wie es weite geht-
    Julius

  • anmasijo

    Ich bin auch sprachlos..... Alles Gute weiterhin!
    Jochen

  • Sahara

    Neid!! Warum kann ich jetzt nicht auch am Dettifoss stehen und mir den Sprühregen ins Gesicht wehen lassen?

  • ulandra

    Wieder ein wunderbarer Bericht von Dir, mit viel trockenem Humor gewürzt, der sogar mir sonnenliebender Pflanze wieder Lust auf den Norden Europas macht. Bisher waren die Lofoten der nördlichste Punkt, an dem ich mich (im August bei 10 Grad) aufgehalten habe, hat mir bis auf die Kälte und Nässe sehr gut gefallen, ist aber schon 20 Jahre her. Freue mich schon auf die Fortsetzung und wünsche euch noch nicht ganz so schlechtes Wetter!
    Gruß ulandra

  • petse

    Hallo Beate, hallo Horst
    -herrlich- Euer Bericht über die Reise, die Landschaft, die Erlebnisse und ja auch die Abenteuer machen Hunger und Vorfreude auf den zweiten Teil Eures "Events".
    Wir freuen uns schon auf die Sept. Reise mit Euch in dieses herrliche Stück Erde.
    Weiterhin viel Spaß und immer eine Handbreit Wasser unterm Kiel für Euch.
    Eleonore und Peter

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  • MarcoRiccio

    Bin beeindruckt von deinem Livebericht über Island. Tolle Bilder und wie immer schön geschrieben. Bleibe dabei....viele Grüße, Marco

  • widix

    Ich bin fasziniert von dem anschaulichen und sehr lebendig geschriebenen Bericht und den tollen Fotos. Da möchte man doch am liebsten selber bald nach Island fahren...

  • moeraki

    hallo beate- das ist ein wunderbarer reisebericht- text ganz toll !! fotos zum schmelzen...
    freunden von mir sind bei der tour gleich in der ersten nacht die wirklich guten zelte auf den faröern weggeflogen. ein zelt war sogar totalschaden. sie haben dann den geamten trip alle mann/frau in einem zelt verbracht. ist ja auch kuschelig, oder? krieg grad fernweh, seufz.... liebe grüße von karin

  • Aussie

    Hallo liebe Beate
    ein schöner Bericht, ja der Norden fehlt mir, muss wohl doch mal los und die Richtung ändern.
    Lieben Gruss Roswitha

  • arnold

    Danke für Euren Reisebericht, der eine Menge Atmosphäre transportiert und richtig Lust auf Island macht. Wir sind in diesem Juni zum ersten Mal auf der Insel und hoffen, dass wir Ähnliches erleben dürfen. Wir hoffen auch, dass die horrenden Lebenshaltungskosten in diesem Jahr durch die Krise etwas zurückgegangen sind. Oder?
    Wir melden uns danach mit einem Erfahrungsbericht.

    Wir wünschen allen einen schönen Sommer.

  • Guido

    Liebe Beate,
    danke dass du uns mitgenommen hast auf eure grossartige und abenteuerliche Reise. Grossartiger Bericht mit zum Teil sensationellen Aufnahmen..
    Liebe Grüsse
    Guido

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  • Blula

    Liebe Beate!
    Ich bin ja eigentlich nicht so der "Nordlandfan", aber nach dem Lesn dieses ausgezeichneten Berichtes von Dir.... . komme ich mal wieder ins Schwanken.... . Deine guten Fotos tragen natürlich auch noch dazu bei.
    LG Ursula

  • pixel

    Umfassender Bericht, auch von versteckten Plätzen, super Fotos!
    LG pixel

  • RELDATS

    Ein großes Lob für diesen gelungenen Bericht.
    Weckte in mir mal wieder schöne Erinnerungen an meinen Island-Trip.
    Nette Grüße von Josef

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