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Reisebericht: Vietnam / Kambodscha – Aufbruch zwischen Reis und Rikscha

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Hoi An

 
 
 
 
 

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Unmittelbar nach Eintreffen in Hoi An beginnt es zu regnen und die ersten Ausläufer des Taifuns erreichen die Küste.

Hoi An galt während des 16. bis 18. Jahrhundert zu den führenden Häfen Südostasiens und wurde in einem Atemzug mit Malacca und Macau genannt. Chinesische und japanische Kaufleute ließen sich hier nieder und gründeten Handelsniederlassungen. Heute wirkt Hoi An so als sei irgendwann vor 150 Jahren die Zeit stehengeblieben.

Am frühen Morgen des nächsten Tages machen wir uns auf den Weg in die historische Altstadt. Der Weg dahin führt über die Japanische Brücke. Die Brücke, die über einen Seitenarm des Thu-Bon Flusses führt, stammt aus dem Jahre 1593 und stellt heute das Wahrzeichen des kleinen Städtchens dar. Unser erstes Ziel ist eines der zahlreichen idyllischen, alten Holzhäuser aus dem frühen 19. Jahrhundert. Entscheidend beim Bau von Häusern dieser Art war, den drei wichtigsten Elementen im chinesischen Leben den ihren gebührenden Raum zu schaffen, der Ahnenverehrung, dem Geschäft und dem Familienleben, und zwar in dieser Reihenfolge. Die Häuser wurden von innen nach außen gebaut, zuerst kamen die Säulen, dann wurde der Dachfirst errichtet und zum Schluß wurde das Ziegeldach fertiggestellt.



 
 
 
 
 

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Als nächstes steht ein Besuch im Fujian Tempel, stellvertretend für die zahlreichen chinesischen Tempelanlagen, auf dem Programm bevor wir uns mit Fahrrädern aufmachen um ein kleines Dorf am Rande der Tra Que Lagune zu besuchen und den Bauern bei ihrer täglichen Arbeit über die Schultern zu schauen. Waren wir bisher noch weitgehend vom Regen verschont geblieben setzten unmittelbar nach Beginn der Fahrradtour die sintflutartigen Regenfälle ein. Innerhalb von Sekunden haben wir keinen einzigen trockenen Flecken mehr am Leib. Der Taifun Mirinahe und sein riesiges Wolkenband haben nun endgültig Vietnam erreicht. Wir entscheiden, den geplanten Ausflug abzubrechen und radeln im strömenden Regen zurück zum Hotel. Wenn auch nicht besonders angenehm, aber dennoch ein unvergeßliches Erlebnis.



 
 
 
 
 

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Das restliche Programm, unter anderem ein Ausflug auf dem Thu-Bon Fluß fällt damit zwangsläufig ins Wasser. Für mich persönlich halb so schlimm, da ich dies ja schon bei meinem ersten Besuch vor 7 Jahren bei schönsten Wetter genossen habe.

Ausgerüstet mit Regenschirm, kurzer Hose und Badelatschen machen wir uns am Nachmittag aber wieder auf den Weg in die idyllische Altstadt und trotzen den Naturgewalten. Am späten Nachmittag tritt der Thu-Bon Fluß über die Ufer und wir waten mit unseren Badelatschen entlang der überfluteten Flußpromenade.

Auch wenn das Zentrum des Taifuns etwa 400 km südlich von Hoi An über das Land zog haben die Kräfte der Natur bei mir schon einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Das dieser Sturm unsere Reise im späteren Verlauf noch weiter beeinflussen würde konnten wir zu diesem Zeitpunkt noch nicht absehen.




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Kommentare
  • rrobby 09.08.2010 | 01:42 Uhr

    Hallo Roland,
    da hast Du einen sehr ausführlichen und schönen Reisebericht über zwei schöne Reiseländer geschrieben, dazu dann noch die tollen Fotos.. Beim Lesen erinnerte ich mich sofort an meine Reisen in diese Länder anno 1998.
    LG Robert

  • YvonneG 09.08.2010 | 14:27 Uhr

    Hallo Roland,

    sehr schöner Reisebericht! Ich werde im Oktober fast genau die gleiche Reise machen und freu mich schon riesig und verkürze mir bis dahin die Zeit mit Lesen....
    LG
    Yvonne

  • agrimm 09.08.2010 | 20:12 Uhr

    Hallo Roland,
    ein wirklich sehr informativer Bericht. Die Vorfreude hat sich noch mehr gesteigert.

    @Yvonne - vielleicht sehen wir uns im Oktober ;-)

    LG agrimm

  • freeneck-farmer 10.08.2010 | 00:07 Uhr

    Ein sehr informatives Bericht und gut geschrieben. Auch die Bilder sind schön. Ich habe vor ein paar Jahre fast genau die selbe Reise gemacht. Auf eigene Faust und mit Züge und Busse. 4 Wochen hatte ich Zeit. Ein Reisebericht ist auch in der RC zu finden.
    Aber so ausführlich wie du alles beschrieben hast ist es noch interesanter.
    LG Anneken

  • yunnanfoto 10.08.2010 | 01:17 Uhr

    Ein sehr ausführlicher und gut geschriebener Bericht, der mich an meine eigenen Reisen durch die beidenLänder erinnerte. Interessant, wie sich doch vieles ganz schnell geändert hat (ich war 2 x gleich Anfang der neunziger Jahre als Rucksacktourist dort) . Damals galt das Visum nur für Saigon und Hanoi, jeden anderen Ort musste man sich vor Ort einzeln genehmigen lassen, wobei ein Bakschisch erwartet wurde. Größter Geldschein war eine 2.000er-Note, ein Geldumtausch bescherte ein logistisches Problem. Nur wenige Hotels hatten die Erlaubnis, Ausländer aufzunehmen. Private Guesthäuser gab es noch nicht. In einigen Orten wurde man mit Steinen beworfen, weil die Bewohner einen für die verhassten russischen Berater hielten - andere Ausländer kannten sie nicht.
    Heute scheint das ja alles kein Problem mehr zu sein.
    In Kambodscha war vor allem die Sicherheit ein Problem, in den Wäldern um Siem Reap trieben sich immer noch bewaffnete Anhänger Pol Pots herum und trauten sich manchmal zwecks Hühnerdiebstahl auch in den Ort. Die Bootsanlegestelle am Tonle Sap war durch ein Maschinengewehr gesichert. Vor allen Tempeln warteten bewaffnete Soldaten und jeder Besucher (es gab nur wenige) wurde beim Tempelbesuch von 2 oder 3 Soldaten begleitet.
    Dafür war man dann in allen Tempeln und auf dem nahen Hügel zum Sonnenuntergang fast alleine.

    Aber nochmal zu Deinem Bericht: Super, spannend zu lesen !
    LG, Herbert

  • Janzour 11.08.2010 | 22:21 Uhr

    Ein toller Bericht. Ganz lieben Dank dafür. Kambodschia habe ich kennengelernt; Vietnam folgt hoffentlich bald.
    Schönes Reisefieber, Claudia

  • doubleegg 18.08.2010 | 14:56 Uhr

    Sehr schön, ausführlich und kenntnisreich geschrieben - und mit fantastischen Bildern natürlich, um die ich dich beneide. Die Geografie gibt in Vietnam praktisch die Reiseroute vor, entweder reist man Nord - Süd oder umgekehrt. Wir haben Mitte der 90er dabei immer wieder dieselben Touristen getroffen - selbst mitten in Saigon lief man sich wieder über den Weg .. eine interessante und erlebnisreich Reise.
    Was mir ganz stark in Erinnerung geblieben ist: die effiziente und kompromissbereite Art der Vergangenheitsbewältigung und der unbedingter Wille zu Erfolg und Fortschritt. Man darf nicht vergessen, dass Vietnam auf eine leidvolle Geschichte zurück blickt, mehr als 10 Jahre in einem der schlimmsten Kriege des 20. Jh gegen eine Großmacht kämpfte, die bis heute keinen Cent Reparation oder Wiedergutmachung gezahlt hat. Was fühlt man, wenn man sieht, wie ein Kriegsveteran amerikanische Touristen oder GIs höflich durch ein Kriegsmuseum oder über ein Gräberfeld führt, in einem Land dessen Böden großflächig von Dioxinen verseucht wurde, die bis heute Krankheiten und Missbildungen hevorbringen ... ? Wut. Scham. Vor allem grenzenlose Bewunderung für dieses heroische Volk!

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  • Blula 22.08.2010 | 14:39 Uhr

    Hallo Roland!
    Eine Reise durch Vietnam und Kambodscha..... das hat mich doch sehr Interessiert. Dein Bericht hat mich in jeder Beziehung außerordentlich beeindruckt und ich habe dabei viel gelernt. Da kann ich nur DANKE sagen.
    LG Ursula

  • wallyRe 26.08.2010 | 19:39 Uhr

    ich kann mich nur anschliessen. danke für diesen ausführlichen bericht. lg wally

  • trollbaby 10.10.2010 | 18:31 Uhr

    Was für ein wunderbarer und auch informativer Bericht! Aber ganz besonders haben es mir Deine Fotos dazu angetan, die sind einfach eine Wucht! Vielen Dank fürs "Mitreisen lassen"!
    LG Susi

  • gabi.weinert 07.12.2010 | 22:30 Uhr

    Kompliment. Ein sehr professioneller Bericht mit grandiosen Bildern. Interessant und spannend, informativ und nicht langatmig. Toll, Danke.

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