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Reisebericht: Hüttentrek ins Tal der Wunder
Die französischen Seealpen, ein Wanderparadies, nur knapp 60 Kilometer nördlich von Nizza und Dreitausender ganz nah am Mittelmeer!
Anfang September 2011 zogen wir, 3 eingeschweisste Bergfreundinnen, wieder mal los. Eine Woche Genusswandern in den Alpes-Maritimes erwartetete uns.
- von Konstanz nach Entracque
- Von Entraque 904m, mit dem Rufbus nach Limonetto, 1294m
- von Limonetto, 1294m nach Casterino, 1543m
- von Casterino, 1543m zum Refuge de Fontanalba, 2018m
- von Fontanalba, 2018m zum Refuge des Merveilles, 2111m
- von Merveilles 2111m zum Refuge de Valmasque 2221m
- von Valmasque, 2221m nach Trinità, 1091m
- von Trinita, 1091m, nach Entracque, 904m und dann Heimfahrt
von Merveilles 2111m zum Refuge de Valmasque 2221m
Um viertel vor 9 marschierten wir los, unserem nächsten Ziel, dem Refuge de Valmasque entgegen. Erst zum Lac de Merveilles hinauf, dann erreichten wir auf immer steiler werdendem Weg die Baisse de Valmasque, auf 2549m. Genauso steil ging es wieder hinunter zum tintenblauen Lac du Basto auf 2341m, dann an den ebenso schönblauen Seen Lac Noir und Lac Vert vorbei. Über dem Ostufer des Lac Vert thronte verwegen unsere Herberge, die Alpenvereinshütte Refuge de Valmasque. Was für ein Anblick! Da stand sie, trutzig, exponiert, auf einem Felsen, eingebettet in eine majestätische Bergkulisse.
Erst waren wir sprachlos, dann wurden wir hungrig. Junge, sympathische Wirtsleute offerierten uns eine Speisekarte, wir bestellten Omelette und Salat. Ja, es gibt auch ein schmackhaftes Leben jenseits von Suppereisfleischkäsenachtisch.
Nach dem Essen zog's uns an den See. Unsere Sabine kennt keinen Schmerz und stürzte sich in die kalten Fluten, Claudia und ich schauten zu, genossen den Anblick und die warme Luft.
Abends auf der Terrasse mit einem Vin Rouge. Es kamen noch 2 Wanderer, ein Mann und eine Frau. der Mann trug 2 Rucksäcke. Wir verstanden zu wenig Französisch und rätselten. Aufgeregt unterhielten sich alle und schauten, zeigten immer wieder zum Berg. Schliesslich zog ein junger Mann, mit Stirnlampe bewaffnet, los. Offensichtlich gab es einen Unfall. Wir beobachteten die Szenerie mit dem Fernglas, verloren aber die immer kleiner werdende Gestalt irgendwann an die Bergschatten. Kurz vor Einbruch der Nacht tauchte der junge Mann wieder auf, dann noch jemand. Als sie näherkamen, sahen wir die Last auf dem Rücken des Jungen. Eine Frau, sie hatte sich am Fuss verletzt, konnte nicht mehr gehen, schien aber trotz allem guter Dinge zu sein.
An diesem Abend konnten wir uns die Betten aussuchen, ausser dem verunglückten Paar waren nur noch 2 Bergsteiger im Lager. Nach Einbruch der Dunkelheit krochen wir in die Schlafsäcke und genossen den relativ grossen Bewegungsradius.
In Erwartung eines grandiosen Bergglühens waren am nächsten Morgen ALLE früh auf den Beinen. Und unsere Erwartungen wurden mehr als erfüllt. Die ersten Sonnenstrahlen befeuerten erst die Gipfel, dann kroch das Knallorange langsam die Berghänge hinunter, bis sich die Glut schliesslich über den ganzen See ergoss. Mit der Kamera und mit "oooh" und "aaah" um die Hütte herum laufend, knippsten wir, was das Zeug hielt. Nachdem das Feuer dem normalen Morgenlicht gewichen war, bereitet uns das Frühstücksbuffet auf die letzte und längste Etappe unsrer Tour vor.
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Ein ganz besonders unterhaltsamer Bericht einer schönen Bergtour! Sehr unterhaltsam, witzig und doch ausführlich geschrieben, Nur an den schönen Bildern machte ich einen kurzen Stopp und schon folgte ich dir wieder bergauf, bergab, konnte eure Müdigkeit miterleben und den Genuß einer Dusche, eines guten Abendessens und eines - meist - gemütlichen Bettes.
Danke!!
LG Christina
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