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Reisebericht: Vancouver Island – und abends kommt der Bär
Wenn ich an Vancouver Island an der Westküste Kanadas denke, fallen mir zuerst Bären, Lachse und die unendlichen Wälder ein. Genau diese drei Schlagworte sollten dann auch wirklich unseren dreiwöchigen Aufenthalt zwischen der Hauptstadt Victoria und Port Hardy im Norden beherrschen.
Nicht mit dem Wohnmobil, sondern per Zelt, Geländewagen und vor allen Dingen auf Schusters Rappen ließen wir die Abenteuer, die die kanadische Wildnis bot, auf uns wirken. Verblüffende Tierbegegnungen zum Schmunzeln, nette Erlebnisse mit Einheimischen und einige zum Teil kuriose Ideen von „Anders-Reisenden“ sind einmal mehr das Salz in unserer Reisesuppe gewesen.
- Ankunft in Vancouver
- Fährfahrt zur Insel
- Überfahrt im Sonnenschein
- Einkauf in Victoria
- Achtung Holztransport
- Camping im Nationalpark
- Der erste Bär...
- Auge in Auge - mit der Schwarzbärin
- Duncan - Stadt der Totempfähle
- Whalewatching in Tofino
- Begegnungen der besonderen Art
- Pacific Rim Nationalpark
- 800 Jahre alte Bäume
- Bananenschnecken zum Schmunzeln
- Juan de Fuca Marine Trail
- Familientreffen auf Kanadisch
- Nächste Station: Campbell River
- Grizzly im Strathcona Nationalpark
- Regenwald kontra Holzindustrie
- Stichwort Regenwald und Logging
- Umkehrpunkt Port Hardy
- Letzter Tag in Vancouver
- Vancouver Aquarium
- Im chinesischen Crab House
Ankunft in Vancouver
Der Flieger landet in Vancouver. Unser Mietwagen entpuppt sich diesmal als Jeep Cherokee. Auf dem großen Parkplatz gleich neben dem Airport baut Horst unser mitgebrachtes Navi ein. Ich versuche inzwischen Sack und Pack (im wahrsten Sinne des Wortes, wir haben ja unsere gesamte Campingausrüstung dabei) einigermaßen sinnvoll im Auto zu verstauen. Da fällt mein Blick aus der Hocke heraus auf vier blank geputzte Stiefel. Darüber Uniform. Zwei waschechte Sheriffs erkundigen sich streng nach unserem Tun. Unsere Erklärungen lassen die beiden sofort zu Fremdenführern werden. Mit vielen guten Tipps und einem kräftigen Händedruck gehen wir nach einer Viertelstunde lächelnd auseinander.
Fährfahrt zur Insel
Am Fährhafen von Tsawassen haben sich offensichtlich heute alle Schulkinder Vancouvers versammelt. Ausflugstag in die Hauptstadt British Columbias nach Victoria steht wohl auf dem Stundenplan. Eigentlich hatten wir vor, für unsere Insel-Tour über Vancouver Island ein Kombi-Fährticket zu kaufen. Laut Reiseführer soll das nämlich wesentlich günstiger sein. In dem Gewusel den richtigen Schalter zu finden scheint allerdings unmöglich. Irgendwann sehen wir die Uniform eines Mitarbeiters von BC-Ferries. Sofort nimmt dieser sich Zeit für unser Anliegen und begleitet uns zu einem Büro der Gesellschaft. Auch hier wieder ein nettes Gespräch mit vielen Reisetipps. Die Kanadier sind sehr stolz auf ihr schönes Land. Bewaffnet mit unseren Fahrkarten rollen wir schließlich an Bord. Ein gutes Gefühl, so nett empfangen worden zu sein.
Überfahrt im Sonnenschein
Obwohl es morgens früh noch sehr diesig war, hat sich mittlerweile das Wetter aufgeklärt, strahlender Sonnenschein mit Temperaturen um die 30 Grad werden uns bis in den Norden Vancouver Islands begleiten. Aufgereiht wie auf einer Perlenschnur sitzen alle Fahrgäste an Deck auf den Kisten mit Schwimmwesten und Rettungsmitteln. Nase in die Sonne und Wohlfühlen ist die Devise. Hin und wieder taucht eine Schule Orcas neben dem Schiff auf. Unzählige kleine Inseln versperren den Blick zum Horizont. Traumlandschaft bei Traumwetter.
BC Ferries bietet neben den Einzelfahrscheinen für den Transfer zur Insel Vancouver Island auch verschiedene Rundreiseticket (SailPass) an. Dieser Pass ist bis zu 38 Prozent günstiger gegenüber den Einzelpassagen. Infos unter www.bcferries.com oder direkt an den Fährhäfen.
Persönliche Meinung von Ulich:
Wenn man Vancouver Island besucht und nicht die Nordroute über Prince Rupert fahren will, lohnt sich die Kombination von verschiedenen Fähren. So kann man z.B. die Hinreise von Tsawwassen nach Victoria wählen und auf der Rücktour die Fähre von Comox nach Powell River nehmen. An der Sunshine-Coast geht es dann zurück bis Vancouver. Eine kleine Fährfahrt von Saltery Bay über den Fjord nach Earls Cove muss zusätzlich eingeplant werden.
Einkauf in Victoria
In Victoria angekommen geht es erst einmal zum Einkaufen. Proviant für mindestens fünf Tage benötigen wir. Dazu Gaskartuschen für unseren Primus-Kocher. Aus leidvoller Erfahrung wissen wir bereits von früheren Kanadareisen, dass Schraubkartuschen kaum oder nur sehr teuer in Outdoor-Fachgeschäften zu bekommen sind. Also ab in den „Canadian Tire“. In dieser Baumarktkette gibt es Gaskartuschen für Lötbrenner. Und die passen auch für die üblichen Kocher mit Schraubgewinde. Dann noch einen Styroporkarton als Kühlboxersatz und schon sind wir reisefertig.
Gaskartuschen dürfen ja bekanntlich nicht mit ins Fluggepäck. Also beginnt bei den Besitzern eines Primus-Kochers in Kanada und einigen skandinavischen Ländern sofort nach Ankunft die leidige Suche nach einem Outdoorladen, der geeignete Gaskartuschen führt. Häufig sucht man vergeblich. Fündig dagegen wird man fast immer in mehr
Persönliche Meinung von Ulich:
Die Schraubgaskartuschen für Lötlampen passen vom Gewinde her an den Gaskocher von Primus u.ä.. So kann man auf die nervige und teure Suche verzichten und besorgt sich sein Gas im nächsten Baumarkt. Die Kartuschen machen zwar einen Höllenlärm, aber das sind Primusnutzer ja sowieso gewohnt...
Achtung Holztransport
Kaum verlässt man Victoria, wird die Landstraße leer und der Wald rückt immer näher. Da wir einen Allradwagen fahren und unser Navi exakt die Straßen und Wege anzeigt, wagen wir uns auch immer häufiger auf die Pisten der Holzeinschlagfirmen. Meistens führen diese parallel zur Hauptstraße. Es ist schon ein ganz besonderes Erlebnis, wenn so ein vollbeladener Riesenbrummi an einem vorbei donnert. Eben eine Begegnung der besonderen Art. Bei dem Gewicht und dem Tempo ist den Fahrern Bremsen einfach unmöglich. Und ganz ungefährlich ist es natürlich auch nicht. Die Piste ist knapp einspurig, nur wenige Ausweichstellen ermöglichen es, die Ungetüme gefahrlos passieren zu lassen. Nicht umsonst gibt es für diese „Logging Areas“ spezielle Funkfrequenzen, die die Einheimischen auch regelmäßig in ihren Autos abhören. Die Fahrer der Holzlaster geben ständig ihre Routenpositionen durch, sodass die entgegen kommenden Autofahrer sich rechtzeitig einen Ausweichplatz suchen können.
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Sehr anschaulicher Bericht, der mir viele Hinweise gibt, was wir auf unserer nächsten Kanada-Reise noch alles sehen müssen - wenn wir nur Zeit hätten.
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Der Bericht hat mir sehr gut gefallen, er ist locker geschrieben und mit sehr schönen Fotos illustriert.
Nebenbei weckt er Erinnerungen an unsere Reise mit dem Wohnmobil in die Rocky Mountains und Vancouver Island.
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Wunderbar, die Beschreibung der Begegnungen mit den Bären. Für alle, die gern Bären sehen wollen, aber mit einem weniger mulmigen Gefühl: Von Tofino aus gibt es auch Bear-Watching-Touren, auf denen man vom Wasser aus beobachten kann, wie die Bären bei Ebbe die Felsküsten geschickt nach Seafood absuchen. Sie lassen sich dabei überhaupt nicht stören, da sie vom Wasser aus keine Gefahr vermuten - wirklich beeindruckend.
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Der Bericht hat mehr sehr gut gefallen, besonders die Begegnungen mit den Bären. Zumal wir bei einer Wohnmobilreise durch British Columbia incl. Vancouver Island, auch Bärenbegegnungen hatten, aber nur vom sicheren Autositz aus. Selbst das war schon aufregend, aber sicherlich nicht vergleichbar mit den Begegnungen in freier Natur.
Auch die Illustrierung mit den vielen Bildern gefällt mir gut. -
Gefällt mir. Ein gut geschriebener Bericht mit schönen Fotos. vg winni
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beeindruckend
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Ein toller Bericht. Ich habe ihn gerade rechtzeitig gefunden. Wir fahren im Juni auch auf dieser Route und da konnte ich mir einiges vormerken!
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Hmm, vielleicht sollte ich doch mal wieder nach Nordamerika fahren.
Ich war "im letzten Jahrhundert " in Kanada. Als langsame Wanderin am Ende der Gruppe hatte ich immer ein bisschen Sorge, daß ich alleine vor einem Bären stehe. Wir haben aber nur von weitem aus dem Auto welche gesehen.
Ein Bericht, wie ich ihn mag.
Grüße, Gabi -
Hallo!
Endlich komme ich dazu mal einen Kommentar abzugeben: Toller Bericht! Wenn ich mir nicht in Afrika einen tückischen Virus eingefangen hätte, würde ich sofort auch mal dorthin fahren. Aber solange ich den Erreger des "Afrikareisefiebers" in mir trage, freue ich mich jedenfalls über so gute Berichte über diese schöne Region!
Servus
Beppo - Focuswelten -
Wow! Ich bin ganz neu im Forum und habe gleich diesen super Bericht gefunden!! Hatte sehr viel Spaß ihn zu lesen! Danke dafür! Mein Mann und ich haben zwei Jahre auf Vancouver Island gelebt und nachdem ich diesen bericht gelesen habe, kommt ein gewisses Heimweh hoch!!!
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Toller Reisebericht! Da packt einen doch glatt das Fernweh. Und wenn wir nicht zum Bären nach Kanada kommen, dann kommt halt der Bär zu uns in die Alpen ;-)
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So stelle ich mir einen Reisebericht vor. Super! Man wird mit auf die Reise genommen und darf auch an manche Episode miterleben. Dazu die vielen Tipps und schönen Fotos. Man merkt, der Profi ist auf Reisen.
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Eine wunderbare Auffrischung der Erinnerung an unsere eigenen Erlebnisse im wunderschönen Kanada. Sehr anschaulich und spannend beschrieben.
Wir fuhren mit einem Campmobil zu viert so ungefähr die gleiche Route....
im September. Traumhaft !!! Muß man wirklich nochmal hin !!!
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Dafür gibt es nur einen Ausdruck, einfach "bärig" schön.
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Bei den Vorbereitungen einer Reise in den Westen Canadas bin auf Ihren Bericht gestossen. Durch einen so gut geschrieben und mit ebenso guten Fotos dokumentierten Bericht wird die Lust diesen Teil Canadas zu besuchen immer grösser. Danke für Ihren Beitrag
anweber 17.2.2009 -
Super Bericht, mit viel Herz und Verstand geschrieben, dazu die tollen Fotos ...
Gut jetzt zu wissen, dass Grizzlies d o c h klettern können; werde daran denken, wenn ich das nächste Mal in Kanada bin. Hoffentlich bald!
LG Beate
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Toller Reisebericht! Waren letzte Jahr in Kanada. Leider haben wir nur einen Bären gesehe - und eine Kamera war leider nicht zur Hand. Da habt Ihr mehr Glück gehabt. Wirklich super!
L.G.
Vroni -
Ja, so kann ich mir gut vorstellen, wie die Reise in Kanada war. Obwohl ich bisher noch nie dort war.
Die Fotos sind wie immer bei Ihnen über jeden Zweifel erhaben!
Liebe Grüße - Thomas
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Unglaublich reichhaltiger und lebhafter Bericht, der die Lust auf diese schöne der Ecke der Welt noch mehr steigert. Danke für die viele Mühe, die darin steckt.
Liebe Grüße Mathias -
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Erst heute entdeckt, Deine Bärengeschichten und die abenteuerliche, schön erzählte Reise. Danke auch für die vielen Bilder und die guten Informationen über das mir fremde Reiseland, bis jetzt noch ...... LG: Ursula
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