Der Mittelpunkt Deutschlands und andere Thüringer Spezialitäten

Reisebericht

Der Mittelpunkt Deutschlands und andere Thüringer Spezialitäten

Reisebericht: Der Mittelpunkt Deutschlands und andere Thüringer Spezialitäten

Verlängerte Wochenenden - wie das erste Maiwochenende 2009 - laden uns immer wieder ein zu Kurztrips innerhalb Deutschlands. Diesmal ist unser Ziel Thüringen. Von unserem Standort Eisenach aus besuchen wir weltberühmte und unbekannte Orte.

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Zweiter Tag: Einmal rund um den Nationalpark Hainich

Der Tag beginnt neblig, aber es verspricht wieder ein sonniger Tag zu werden.
Unser erstes Ziel ist heute die Werrabrücke Creuzburg mit der Liboriuskapelle. Die Brücke ist die älteste Natursteinbrücke in den neuen Bundesländern. Die Kapelle ist leider wegen Renovierungsarbeiten geschlossen.
Während sich der Morgennebel verzieht, geht es weiter zum Nationalpark Hainich. Der Hainich ist das größte zusammenhängende Laubwaldgebiet in ganz Deutschland. Seit 1997 ist der südöstliche Teil der bislang einzige Nationalpark in Thüringen. An der Thiemsbug befindet sich das moderne Nationalparkhaus mit Informationen für die Besucher und von hier aus erreicht man nach einem kurzen Spaziergang den einzigartigen Baumkronenpfad. Bis zu 44 Metern über dem Waldboden bieten sich dem Besucher immer neue Ausblicke über das Grün der Buchen. Dazu erhält man auf Schautafeln interessante Informationen über Bewohner des Hainich, von Käfern bis zu den Wildkatzen und Fledermäusen.
Nach diesem Naturerlebnis umfahren wir den Nationalpark östlich und über kaum befahrene Straßen gelangen wir nach Niederdorla, dem geografischen Mittelpunkt Deutschlands. Ein Gedenkstein unter einer imposanten Linde weist darauf hin. In unmittelbarer Nachbarschaft zu diesem Ensemble befindet sich eine weitere Sehenswürdigkeit. Am so genannten Opfermoor, einem Moorsee, liegt eine frühgeschichtliche Wohn- und Kultstätte, die seit den 1960er Jahren archäologisch erschlossen wurde. Ein Teil der Wohngebäude wurde rekonstruiert und bietet einen Eindruck vom Leben unserer germanischen Vorfahren.



Schöner deutscher Wald 2



Nun geht es weiter in eine der schönsten Thüringer Altstädte, nach Mühlhausen. Mit der zum großen Teil erhaltenen Stadtmauer und den zahlreichen Kirchen macht die Stadt auch heute noch ihrem mittelalterlichen Beinamen "turmgeschmücktes Mühlhausen" alle Ehre.
Wir finden ein Parkhaus außerhalb der Stadtmauer und gehen zunächst auf der Suche nach einem Durchgang außen an der Mauer entlang, vorbei an den ersten Wehrtürmen. Kaum haben wir die Mauer hinter uns gelassen, empfangen uns die ersten von unzähligen schönen Fachwerkhäusern. Auf unserem gesamten Rundgang durch die Altstadt werden wir immer wieder wunderbar erhaltene und restaurierte Fachwerkhäuser bewundern.
Vorbei an der Allerheiligenkirche folgen wir der Hauptstraße im Herzen der Altstadt, dem Steinweg. Auf beiden Seiten fallen uns farbenfroh verzierte, teils mit Erkern und kunstvollen Details geschmückte Häuser auf. In der Marienkirche, nach dem Erfurter Dom die zweitgrößte Hallenkirche Thüringens, beeindrucken uns die gotische Raumgestaltung und der Besuch in der ehemaligen Glöcknerstube mit einer Ausstellung zur Baugeschichte der Kirche. Durch die schmale Holzstraße gelangen wir zum Inneren Frauentor, dem letzten erhaltenen Tor in der Stadtmauer. Hier nutzen wir die Gelegenheit zum Aufstieg auf den Rabenturm, von dessen Aussichtsplattform wir einen herrlichen Blick auf die Altstadt und die Umgebung haben. Von hier aus spazieren wir auf der Stadtmauer ein langes Stück, durchqueren erhaltene Wehr- und Wohntürme, die teils als Museumsräume gestaltet sind.
Danach kehren wir auf den Boden zurück und folgen nun den Wegweisern in Richtung Rathaus. Das verschachtelt gebaute, mit Toren, Durchgängen und Höfen gestaltete Rathaus ist überaus reizvoll. Von hier aus sind es nur wenige Minuten bis zum Kornmarkt mit der großen Kirche, einer ehemaligen Klosterkirche des Barfüßer-Ordens. Heute wird der schlichte Bau als Museum zur Geschichte der Bauernkriege genutzt. Nach einer Erfrischung geht es zurück zum Auto.
Auf dem Weg zurück nach Eisenach fahren wir quer durch den Hainich, diesmal westslich am Nationalpark entlang.



Fachwerkhäuser


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Kommentare

  • freyabe

    Hallo Patsmum,
    hab mich sehr gefreut, dass Du von Deinem Kurztripp nach Eisenach so interessant hier berichtest. Ich finde auch, dass diese schöne Gegend in Deutschland viel zu unbekannt ist.
    Es grüßt eine alte Thüringerin
    Friederike

  • 238EWT

    Auf den Baedeker, liebe Brigitte, kann verzichten, wer Deinen Spuren folgt. Das komprimierte Wissen, das Du uns über einen Teil Thüringens vermittelst, hat mich beeindruckt. Mein Vorschlag für die nächste Etappe, falls geplant und noch nicht erlebt: Gotha, Erfurt, Weimar, Ilmenau, Schmalkalden, Meiningen, Jena. Aber bitte nicht in drei Tagen. Ich gebe Dir gern Tipps, obwohl ich diese Stätten deutscher Geschichte und Gegenwart in den 80er und 90er Jahren nicht als Kunst- und Kulturreisender, sondern als westdeutscher Geschäftsmann kennen und lieben gelernt habe. Erst seit Anfang 2000 habe ich auch die landschaftliche Schönheit Thüringens auf privaten Reisen richtig wahrgenommen. Elbflorenz, Elbsandsteingebirge und Erzgebirge wären weitere Reiseziele , nicht nur für europäische Nachbarn...

    LG Eberhard

  • Blula

    Liebe Brigitte!
    Ich kann mich nur bedanken für diesen schönen und informativen Bericht. Du schaffst es auf ganz wunderbare Weise, diese für viele von uns leider immer noch nicht so bekannte Region Deutschlands näherzubringen.
    LG Ursula

  • ingepeter (RP)

    In wenigen Tagen fahren wir in diese Region und geplant sind Besuche des Hainichs und der Wartburg von Mühlhausen aus. Dein Reisebericht ist eine prima Vorbereitung für diese Tour. Deinem Fazit - Deutschland ist schön, es wissen nur zu wenige, stimme ich zu und ich bin manchmal froh darüber, denn so ist es noch nicht zu überlaufen. Schade ist es natürlich, dass die Menschen ihre Heimat so wenig schätzen, doch oftmals öffnet das Reisen in die Ferne, das Augen für die nähere Umgebung. Danke für Deinen informativen Bericht ...... Gruss Inge

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