Amerika/Kanada - Auf den Spuren der Siedler

Reisebericht

Amerika/Kanada - Auf den Spuren der Siedler

Reisebericht: Amerika/Kanada - Auf den Spuren der Siedler

2008 habe ich eine sehr interessante und beeindruckende Busrundreise auf den Spuren der Siedler unternommen. Sie führte mich zu den Wurzeln der amerikanischen bzw. kanadischen Bevölkerung nach New York, Boston, Quebec City, Montreal, Ottawa, Toronto, zu den Niagarafällen, ins Land der Amish People, nach Washington und Piladelphia.

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Toronto - Niagarafälle -Williamsport

14.06.2008: Jacke und Hose waren tatsächlich trocken, und so konnte ich die Hose problemlos im Koffer unterbringen, und die Jacke leistete mir, wie immer, gute Dienste im Bus, wenn die Klimaanlage zog. Wir fuhren, wie meistens, pünktlich um 08.00 Uhr ab.

Highlight des Tages sollten die Niagarafälle (gesprochen Naiagra), eine der meistbesuchten Sehenswürdigkeiten Nordamerikas, sein. 12 Mio. Besucher bestaunen jährlich dieses Naturwunder. Wir befanden uns auf der kanadischen Seite, die kanadisch-amerikanische Grenze verläuft in der Mitte der Horseshoe (Hufeisen) -Falls. Niagara heiß in Indianersprache „Donnerndes Wasser“.



Schild zu den Niagarafällen



Ich hatte, zusammen mit einigen anderen der Gruppe, eine Fahrt mit dem Boot „Maid of the Mist“ ( Nebel-Jungfrau) gebucht. Roger meinte, dass man nur vom Boot unterhalb der Fälle aus die Wucht der Fälle erleben könnte. Aber leider war das an diesem Tag nicht möglich, da der Aufzug, der zu den Booten hinunterfährt, nicht
funktionierte. Roger meinte, dass er das in 25 Jahren noch nie erlebt hätte. Nachdem wir eine Weile vergeblich angestanden hatten, verzichteten wir und hatten
nun unerwartete Freizeit.

So ging ich bis zur Abbruchkante und sah mir die Fälle vom oberen Rand aus an.



Abbruchkannte der kanadischen Niagarafälle



Die amerikanischen Fälle sind nicht sehr beeindruckend. Ich hatte sie mir höher vorgestellt. Der den Eriesee mit dem Ontariosee verbindende Niagara River stürzt hier 58 m in die Tiefe. Dabei werden die Fälle durch die oben gelegene Goat Island (Ziegeninsel) in zwei Teile gespalten. Das Wasser fällt auf der amerikanischen Seite nach 21 Metern auf eine Schutthalde, die bei einem Felssturz entstand. Dieser Wasserfall hat eine Kantenlänge von 363 Metern.



Amerikanischer Teil der Niagarafälle



Aber die Horsehoefalls haben mich sehr beeindruckt. Sie haben eine freie Fallhöhe von 52 m und eine Kantenlänge von 792 m und wirklich die Form eines Hufeisens.



Amerikanische und kanadische...

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Von der amerikanischen Seite her fuhren Boote mit vielen Menschen mit blauen Regencapes ziemlich dicht an die Fälle heran und blieben da eine Zeitlang. Auch ohne dort mitzufahren, wurde ich ganz schön nass, da der Wind die Gischt weit verteilte.

Hier sieht man beide Wasserfälle: Links den amerikanischen und rechts den kanadischen.




Boot mit Fahrgästen an den Niagarafällen



Unser Mittagessen nahmen wir auf dem Skylon Tower ein, wo es ein leckeres Büffet gab. wir sind auch in der "kleinen" gelben Kabine hochgefahren.




Skylon Tower an den Niagarafällen



Wir hatten beim Essen eine sehr schöne Aussicht auf die Fälle.

Rechts von den amerikanischen Fällen sieht man die „Goat Island“.



Blick auf die Niagarafälle vom Skylon Tower aus



Hier kann man noch einmal sehen, wie dicht die Boote an die Horseshoefalls heranfahren.



Blick vom Skylon Tower auf die Horseshoefalls



Danach ging ich eine Etage höher auf die Aussichtsetage (240 m hoch). Da hatte ich einen weiten 360-Rundumblick auf die Fälle und das Umland. Wir hatten großes
Glück, dass der für den Vormittag angekündigte Regen nicht kam. Zeitweise schien sogar die Sonne.

Nach dem Essen fuhren wir mit dem Bus noch einmal zum Table Rock
(Abbruchkante), wo ich vorher schon zu Fuß war. Aber es schadet nicht, dieses beeindruckende Schauspiel zweimal zu sehen. Noch einmal nahm ich unfreiwillig
eine Dusche, da der Wind die Gischt bis zum Aussichtspunkt blies.



Stretchlimousine vorm Hard Rock...

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Als wir auf den Bus warteten, sahen wie wieder 2 Stretchlimousinen.



Stretchlimousine



Um 13.10 Uhr verließen wir die Fälle. Ein paar Meter vor der amerikanischen Grenze machten wir einen Stop an einem Duty-Free-Shop. Damit im Laden jeder sehen konnte, dass wir zum Einkaufen berechtigt sind, bekam jeder von Roger eine Nummer aufgeklebt. Kurze Zeit später kamen wir zur Grenze. Dieses Mal kam ein Kontrolleur in den Bus und sah sich unsere Pässe an. Nun befanden wir uns im Bundesstaat New York. Wir fuhren am Eriesee entlang, und zur Unterhaltung ließ sich Roger eine Prüfung einfallen.

Wir mussten schriftlich 10 Fragen beantworten und die Ergebnisse von unserem Nachbarn kontrollieren lassen. Es gab Multiple- Choice- Fragen zu Kanada. Für den 3. Platz (fast alle, auch ich) gab es „Elchkot“, das waren Nüsse in Schokolade, die aber wirklich so aussahen. Der 2. Preis war ein Kuschelbiber, der 1. Preis ein kanadisches T-Shirt mit den gestellten Fragen auf dem Rücken, die Roger für uns übersetzt hatte. Er hatte extra für das Quiz im Duty-Free-Shop die Gewinne eingekauft.

Damit uns auch ja nicht langweilig werden könnte, stimmte uns Roger mit einem Video auf den nächsten Tag ein. Der Film „Der einzige Zeuge“ ist ein Krimi, der bei den Amish spielt, und so konnten wir uns schon mit einigen Gebräuchen der Amish bekannt machen.

Nachdem wir an diesem Tag nicht nur durch Wiesen und Wälder, sondern auch noch durch ein paar Orte gefahren waren, machten wir zu meiner großen Freude an einer Truckertankstelle Rast. Wir tankten immer auf amerikanischem Boden, weil es da billiger ist als in Kanada. An dieser Raststätte standen zu meiner Begeisterung ganz viele bunte und verschieden aussehende riesige Trucks.




Truck



Ein netter Trucker erlaubte mir sogar, ein Foto vom Armaturenbrett zu machen.



Truck-Armaturenbrett



Endlich konnte ich viele Fotos von den Supertrucks machen, was mir während der Fahrt aus dem Bus bis dahin leider noch nicht oft gelungen war. Da unser Bus und die entgegenkommenden Trucks je 100 km/h fuhren, war es sehr schwierig, mit dem Fotoapparat einen Truck zu erwischen. Meistens hatte ich das Ende des Trucks,
andere Autos oder einfach den Wald oder die Wiesen fotografiert. Dafür lief ich nun mit großer Begeisterung herum und sah sie mir alle ganz aus der Nähe an.



Empfang am Hotel mit dem roten...

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Nachdem wir nun in Pennsylvania angekommen waren, erreichten wir nach 525 km in Williamsport das Hotel Genetti. Roger hatte im Bus schon angekündigt, dass das Hotel zwar nicht mehr so neu wäre, dass uns aber wortwörtlich der rote Teppich ausgerollt werden würde. Und so war es auch. Das Hotel Genetti hat nur 2 Sterne, aber als der Bus anhielt, wurde quer über den Bürgersteig ein roter Teppich ausgerollt und jeder, der ausstieg, persönlich von einer Frau begrüßt.




In der Lobby warteten zum Empfang Rose- und Weißwein und noch ein alkoholfreies
Getränk auf uns.

Ich hatte mir von diesem Hotel nicht viel versprochen, weil es nur 2 Sterne hat, aber das Zimmer und die Lobby waren bedeutend schöner als in einigen vorherigen Hotels mit mehr Sternen. Ich war sehr erfreut. Das Einzelzimmer kostet hier auf dem Land nur 55 Dollar.

Nachdem ich den Koffer bekommen hatte, machte ich einen Spaziergang in die Umgebung des Hotels. Da waren um 20.00 Uhr schon die Bürgersteige hochgeklappt. Aber der Supermarkt hat rund um die Uhr geöffnet. Dort kaufte ich ein, und dann aß ich in der Bar des Hotels einen Griechischen Salat und unterhielt mich noch ein wenig mit ein paar Mitreisenden. Um 22.00 Uhr war ich im Zimmer.


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Kommentare

  • traveltime

    Wir kennen nur New York und LA.
    Interessant was dazwischen liegt, gut beschrieben!
    LG Rolf

  • Blula

    Dein Bericht hat mir gut gefallen, er ist sehr informativ und enthält auch viele persönliche Eindrücke. Ich war vor vielen Jahren zweimal kurz hintereinander in N.Y. Konnte da auch noch die Aussicht von der Plattform World Trade Center (!!) genießen. Beim Lesen Deines Berichtes kamen viele Erinnerungen auf.
    LG Ursula

  • mamaildi

    Es hat mir Spass gemacht, mit dir durch eine Ecke Kanadas und der USA zu reisen, die ich noch nicht kenne. Ein sehr ausführlicher Bericht mit vielen persönlichen Erlebnissen.

  • trollbaby

    Ein sehr schöner, persönlich geschriebener Bericht! Wir müssen übrigens den gleichen Veranstalter gewählt haben, denn bei meiner Ostkanada-Tour gab es auch diesen täglichen Sitzplatzwechsel. :-)
    Wie Du mache ich auch viele solcher Rundreisen alleine, aber wie Du schon geschrieben hast, man ist nie wirklich allein und findet immer nette Gesprächspartner. Ich freue mich schon auf weitere Reiseberichte von Dir!
    LG Susi

  • klaus-reinhard

    Schön geschrieben, informativ und sehr umfangreich.

  • rrobby

    Schöner, sehr umfangreicher und persönlicher Reisebericht, es muss eine tolle Reise gewesen sein.
    LG Robert

  • Jabba

    schöner, detailierter Bericht, der viele persönliche Erinnerungen an unsere Reisen nach New York und in den Osten Kanadas weckte - danke
    VG, Kathrin

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  • ingepeter (RP)

    eine richtige kleine Fleißarbeit! schöne persönliche Erinnerungen, die auch für andere
    Leser interessant sind. Teile der Reise habe ich in Eigenregie unternommen, allerdings zu zweit. Gruß Inge




  • INTERTOURIST

    Das ist ein lesenswerter Reisebericht mit vielen persönlichen Eindrücken und Informationen.
    Vielen Dank dafür

    Grüße Jörg

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