Indien: von Delhi nach Mumbai in drei Wochen

Reisebericht

Indien: von Delhi nach Mumbai in drei Wochen

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Diu, endlich am Meer

Diu Strand

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Kurz vor Sonnenuntergang erreichen wir die Küstenstadt endlich. Da wir noch keine Bleibe haben, machen wir uns mit einer Rikscha auf die Suche.
Wir haben einen schlechten Zeitpunkt erwischt, denn momentan ist in ganz Indien Diwali-Zeit. Dies ist ein fröhliches Lichterfest das eine Woche dauert. Während dieser Zeit steigen die Zimmerpreise teilweise um das zehnfache, wenn überhaupt noch Zimmer frei sind. Nach ein paar Fehlversuchen bleiben wir schließlich im Hoka-Resort, die bislang teuerste Bleibe. Es gefällt uns nicht wirklich, aber nach der langen Fahrt haben wir keine Lust mehr weiterzusuchen. Prompt begegnen mir in der Nacht zwei Kakerlaken im Badezimmer. Am nächsten Morgen checken wir aus.



Heute haben wir mehr Glück. Wir finden ein Zimmer bei einem netten goa-portugiesischen Ehepaar, das gerade die letzten Gästezimmer fertiggestellt hat.
Näheres dazu im Tipp.

Als erstes erkunden wir die Stadt. Es gibt viele kleine verwinkelte Gassen mit ehemals herrschaftlichen portugiesischen Kolonialbauten. Diese sind überwiegend ziemlich heruntergekommen, aber das macht die Stadt umso charmanter. Es ist sehr ruhig, es kommen uns teilweise minutenlang nur Kühe entgegen. Auch mal ganz entspannend.

Zur Stadtpromenade hin wird es hektischer: hier tummeln sich viele halbstarke und betrunkene Inder. Denn in Diu machen überwiegend Inder Urlaub und zudem ist ja noch das Diwali-Festival. Da in anderen Teilen Indiens Alkohol verboten und hier spottbillig ist, kippen sie sich hier reichlich einen in die Birne. Es gibt aber keine 'Barkultur' hier, wie wir sie kennen. Es gibt nur Trinkhallen, eher schäbig und ungemütlich. Und diese schließen auch schon recht früh.
Fazit für heute: Inder trinken schnell, vertragen aber nix!



Auf zum Strand

Gomptimata Beach

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Am nächsten Tag mieten wir einen Scooter und erkunden die Strände. Der vielgelobte Sunset Point entpuppt sich als ungewollte Fleischbeschau. Wir machen hier einen Stopp, aber nach einer halben Stunden habe ich die Nase voll: die männlichen Inder lassen es sich nicht nehmen, aus nächster Nähe zu gaffen und ihre Fotohandys zu zücken. Da hilft es auch nichts, sich einen Sari um den Körper zu wickeln.

Wir fahren weiter und entdecken viele ruhige Plätze, wo wir ganz alleine am Strand sind.
Zu nennen ist hier der Gomptimata Beach. Wir sehen sogar Delphine und fliegende Fische!



Auf der Rückfahrt haben wir Pech. Einen platten Vorderreifen, kurz nach dem Start und bis zu unserem Guesthouse sind es noch fast 12km. Wir schaffen es den Scooter zu einer Art Strassenbar/Kiosk zu schieben.
Dort sitzen ein paar Männer herum, sprechen aber kaum englisch. Wir haben kein Telefon dabei und bitten einen der Anwesenden, sein Handy benutzen zu dürfen. Tobias versucht den Scooty-Vermieter anzurufen, was auch gelingt, aber die Verständigung erweist sich als schwierig. Er versteht nicht, was los ist. Also übernimmt ein Inder die Kommunikation, was auch wenig hilfreich ist: als er auflegt sagt er nur: 'The Guy no come'. Aha. Der Vermieter kommt nicht, hat aber offenbar auch keine Information hinterlassen, was WIR denn nun tun sollen. In dem Moment fährt ein kleiner Bus vorbei. Die Männer am Stand stoppen ihn und geben uns gestikulierend zu verstehen, dass wir einsteigen und den Scooter stehen lassen sollen. Eine gute Idee, wir steigen ein und überlegen auf der Fahrt, wer von denen wohl das Mofa gerade zerlegt. Aber Inder klauen nicht so gerne (schlechtes Karma).

Eine Bus- und eine Rikschafahrt später kommen wir bei dem Vermieter an. Der ist total entspannt, hat wohl gerade ein Nickerchen gehalten. Wir zeigen ihm auf der Karte wo der Scooter steht und er macht sich mit seinem Sohn auf den Weg.
Tatsächlich kommt er am Abend wieder. Der Reifen ist repariert und wir können ihn am nächsten Tag wiederhaben.


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Kommentare

  • PioAdam

    ein Super Reisebericht, als wäre man live dabei gewesen. Alles in Allem eine turbulente Erfahrung, die man sicherlich nicht so schnell vergessen dürfte. Da packt mich doch glatt das Reisefieber. Auch wenn ich wohl nicht so bald nach Indien kommen dürfte, sind Deine Tipps doch für jeden Indien-Interessierten Gold wert. Bevor ich mich hier weiter in Extase rede (bzw. schreibe), vergebe ich wohlverdiente 5 Punkte und bedanke mich für den Aufwand den Du Dir mit dem Verfassen des Berichtes gemacht hast.

    Grüße Adam

  • MarcoRiccio

    Sehr schöner Reisebericht, kann mich dem
    ersten Kommentar voll anschließen!

  • darek (RP)

    Gut geschrieben, macht richtig Lust auf Indien! Ein faszinierendes Land, nicht wahr?

  • winni

    Sehr schöner Reisebericht über Indien. War im November 2007 in Indien.
    Ein paar Tipps von mir: Auf den Bahnhöfen gibt es eine Liste mit den Namen und Sitzplatznummer. Natürlich gibt es sie an den Zugwagons auch, aber hier kann man sich vorher auch schon erkundigen.
    Pushka: Im Hotel "Inn seaven heaven" haben wir auch gegessen. Einfach wunderbar. Zur Kamelmarktzeit haben über das Internet leider kein Zimmer mehr bekommen. Schade. Wir haben im "Peacock" gewohnt, und war für 2.000 Rp. Zu dieser Zeit steigen die Preis bis zum 10-fachen. Die Priester an den Ghats sind einfache Beträger. Hier sollte man sich nicht einlassen. Sie trennen die Paar um noch mehr Geld zu bekommen. Hier sollte man erst garnicht darauf eingehen, bzw. wenn sie Geld verlangen sofort die Stätte verlassen. Habe einige Tage das Geschehen beobachtet. An einem Tag waren sie in weiß und an einem anderen Tag in rot gekleidet. Wie gesagt, alles Gauner.
    Sonst ein schöner Reisebericht. lg winni

  • klarinos

    guter Bericht mit wichtigen Infos für meine Indien-Reise im Februar 2009. Danke!

  • sayangku

    Ich schließ mich da doch gerne den vorherigen Kommentaren an. Ein wirklich schöner, umfassender Bericht, der die indische Mentalität doch treffend beschreibt. (Das typische Kopfwackeln der Inder habe ich mal versucht hier in Hamburg zu adaptieren. Verstand hier aber auch keiner...)
    Danke auch für die tollen Tipps. Die werden mir doch sehr im Januar 09 bei meiner Reise nach Rajasthen helfen!
    Besten Dank dafür und lieben Gruß,
    Christoph

  • Mewari

    Ich musste bei den Beschreibungen zu Udaipur schmunzeln. Es ist schön, diesen Ort mal wieder durch die Augen von anderen Reisenden zu sehen. Die Oma aus dem Queens Cafè ist übrgens Anfang 50! Ich weiß, das überrascht die meisten. Chandra wurde vom Leben gezeichnet. Ihre jüngste Tochter Menakshi (sie macht die leckeren Chocolate Balls) ist meine Freundin seit nunmehr 10 Jahren. ich fühle mich der Familie sehr verbunden. Herzliche Grüße, Elke

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  • ToniE

    Schöner Bericht, insbesondere da man vieles wiedererkennt.
    An das Cafe Edelweiss in Udaipur kann ich mich noch gut erinnern.
    Ich ass Nussecken. nach zwei Wochen indischer Küche was ganz exotisches.
    TONI

  • sayangku

    Und immer noch ein sehr schöner Bericht, der weiterhin viel Spass macht.
    Ich bin gerade von einer ebenso dreiwöchigen Indienreise zurückgekommen und habe Udaipur, Jaipur, Pushkar und Delhi nun auch live erleben dürfen. Danke nochmals für den Bericht.

  • freeneck-farmer

    Sehr Informatif und gut geschrieben. Ich plane eine Reise nach Indien für das nächste Jahr. 4 Wochen ohne vorabbuchungen, versuche viel zu lesen so dass ich nichts verpasse. Weiss noch nicht ob ich in den Süden , das Norden oder von beide etwas möchte.
    Herzliche Grüße
    Anneken

  • RdF54

    Hallo kinkimono (was für ein süsses Anonym :-) ),
    da ich momentan alles über Indien sammle, da mein geist sich so langsam bereit macht in Indien einzutauchen, fande ich Deinen schönen Reisebericht sehr informativ, leicht geschrieben und unterhaltsam zu lesen!
    Danke auch für die wertvollen Tipps, die einem "Indien-Newbie" immer nützlich sind!!

    LG Robert

  • mamatembo

    Danke! Es war schön, wieder einmal in Indien gewesen zu sein! Und sei es auch nur mental ...
    LG Beate

  • Blula

    Vielen Dank für diesen äußerst beeindruckenden Bericht. Diese Tour wirst Du sicher nie vergessen und wir können uns nur herzlich für diesen so anschaulichen Reisebericht bei Dir bedanken.
    Viele Grüße! Ursula

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  • windweit

    Ich bin gerade wieder auf diesen Reisebericht gestoßen und ich kann mich Blula nur anschließen.
    Viele Grüße, Gabi

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